Intel Prozessoren
Die Firma Intel ist untrennbar mit der Geschichte des Personal Computers verbunden. Der erste Mikroprozessor von Intel aus dem Jahr 1971 ist der 4004. Er ist ein 4-Bit-Prozessor. Der erste Mikroprozessor von Intel, der in Home-Computern Anwendung fand, ist der 8-Bit-Prozessor 8008 aus dem Jahr 1972. Der Nachfolger 8080 folgte im Jahr 1974. Seine flexible Programmierbarkeit fand in Bastlerkreisen sehr viel Interesse. Auch in der Anlagensteuerung und in Mikrocomputern mit dem Betriebssystem CP/M wurde er verwendet. Die Weiterentwicklung, der 8085 fand keine weite Verbreitung.
1978 stellte Intel den 8086 einen Prozessor mit einem neuen Aufbau vor. Intern arbeitete er mit 16 Bit, wurde mit 4,77 MHz getaktet und verfügte mit 20 Adressleitungen über die Möglichkeit 1 MByte Arbeitsspeicher anzusprechen. Für eine große Verbreitung war der 8086 nicht besonders geeignet. Die 16-Bit-Komponenten und die Peripherie waren sehr teuer. Deshalb schob Intel schnell eine abgespeckte Variante, den 8088, nach. Dieser arbeitete extern mit den gewohnten 8 Bit. Zu diesem Zeitpunkt trat die Firma IBM mit ihrem Personal Computer (PC) auf den Plan. Dieses offene Computer-System war mit dem Prozessor 8088 ausgerüstet.
Es folgten schnell Weiterentwicklungen, wie z. B. der 80186 und 80188. Beide bescherten Intel aber nur mäßigen Erfolg. Mit dem 80286 stellte Intel 1982 eine Prozessor-Generation vor. Die Firma IBM stieg wiederum mit einem neuen Personal Computer (PC) in den Markt ein. Kaum drei Jahre später, die 80286-Systeme waren noch nicht voll ausgereizt, kam bereits der 80386 auf den Markt. Diesen ersten 32-Bit-Prozessor gab es auch in einer abgespeckten Variante, dem 80386SX, der mit 80286-Hardware funktionierte. 1989 war die Zeit für den 486er gekommen. Dieser Prozessor war ein 386er mit integriertem numerischen Coprozessor, 8-kByte-RAM-Cache (Pufferspeicher) und implementierten RISC-Befehlen.
Weil sich die Bezeichnung 80586 nicht als Warenzeichen schützen lies, stellte Intel seine Prozessor-Bezeichnung auf Namen um. Unter der Bezeichnung 80386 und 80486 waren bereits einige andere Firmen, u. a. AMD und Cyrix, mit eigenen kompatiblen Prozessoren auf den Markt gekommen. Deshalb bekam die 80586-Prozessor-Generation den Namen Pentium.
Intel versucht sich nicht nur mit der Performance, sondern auch mit dem Funktionsumfang seiner Prozessoren abzusetzen. Doch der Erfolg des x86-Computers ist gerade seine absolute Kompatibilität und Austauschbarkeit. Der Anwender kann Software und Hardware fast beliebig untereinander tauschen.
Weil Systemleistung nicht nur vom Prozessor abhängt hat Intel in den 90er Jahren damit begonnen neben den Prozessoren auch Techniken zu entwickeln und zu standardisieren, die den PC-Markt entscheidend voran brachten. Das Bussystem PCI und die Schnittstelle USB stammen maßgeblich von Intel und haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Leistungsfähigkeit seiner Prozessoren besser zur Geltung kommt.
Damit sich die Eigenentwicklungen auch im Markt durchsetzten hat Intel eigene Chipsätze für die Motherboards entwickelt. So stellte Intel den Motherboard-Herstellern eine langfristige Plattform für ihre Entwicklungen zur Verfügung. Durch die Kombination von Intel-Prozessor und -Chipsatz wurden die leistungsfähigsten Personal Computer hergestellt. Alle anderen Prozessor-Hersteller konnten da nicht mithalten. Als einzig nennenswerte Konkurrenten blieben nur noch AMD und VIA übrig.
Übersicht: Intel-Prozessoren vom Anfang bis Pentium D
| Name | Einführung | Takt (MHz) | Adressbus | Datenbus | Transistoren | Fertigung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 4004 | 1971 | 0,74 | 4 Bit | 4 Bit | 2.300 | 10 µm |
| 4040 | 1972 | 0,74 | 4 Bit | 4 Bit | 3.000 | 10 µm |
| 8008 | 1972 | 0,5 / 0,8 | 8 Bit | 8 Bit | 3.500 | 10 µm |
| 8080 | 1974 | 2 / 2,6 / 3,125 | 8 Bit | 8 Bit | 6.000 | 6 µm |
| 8085 | 1976 | 3 | 16 Bit | 8 Bit | 6.500 | 3 µm |
| 8086 | 1978 | 5 / 8 / 10 | 20 Bit | 16 Bit | 29.000 | 3 µm |
| 8088 (XT) | 1979 | 5 / 8 | 20 Bit | 8 Bit | 29.000 | 3 µm |
| 80186 | 1982 | 6 / 16 | 20 Bit | 16 Bit | ? | ? |
| 80188 | 1982 | 6 / 16 | 20 Bit | 8 Bit | ? | ? |
| 80286 (AT) | 1982 | 6 / 8 / 10 / 12 / 12,5 | 24 Bit | 16 Bit | 134.000 | 1,5 µm |
| i386DX | 1985 | 16 / 20 / 25 / 33 | 32 Bit | 32 Bit | 275.000 | 1 µm |
| i386SX | 1988 | 16 / 20 / 25 | 24 Bit | 16-Bit | 275.000 | 1 µm |
| i486DX | 1989 | 25 / 33 / 50 | 32-Bit | 32-Bit | 1,2 Mio. | 1 µm |
| 80386SL | 1990 | 20 / 25 | 32 Bit | 16 Bit | 275.000 | 1 µm |
| i486SX | 1991 | 16 / 20 / 25 / 33 | 32 Bit | 32 Bit | 1,2 Mio. | 1 µm |
| i486DX2 | 1992 | 50, 66 | 32 Bit | 32 Bit | 1,1 Mio. | 0,8 µm |
| i486SL | 1992 | 20 / 25 / 33 | 24 Bit | 32 Bit | 1,4 Mio. | 0,8 µm |
| Pentium (P5) | 1993 | 60 / 66 | 32 Bit | 64 Bit | 3,1 Mio. | 0,8 µm |
| DX4 (486) | 1994 | 75, 100 | 32-Bit | 32-Bit | 1,6 Mio. | 0,8 µm |
| Pentium (P54C) | 1994 | 75 - 200 | 32 Bit | 64 Bit | 3,2 Mio. | 0,6 / 0,35 µm |
| Pentium Pro (P6) | 1995 | 133 - 200 | 36 Bit | 64 Bit | 5,5 Mio. | 0,6 / 0,35 µm |
| Pentium MMX (P55C) | 1997 | 133 - 233 | 32 Bit | 64 Bit | 4,5 Mio. | 0,35 / 0,28 µm |
| Pentium II | 1997 | 233 - 450 | 32 Bit | 64 Bit | 9 Mio. | 0,35 / 0,25 µm |
| Celeron | 1998 | 266 - 533 | 32 Bit | 64 Bit | - | - |
| Pentium II Xeon | 1998 | 400 / 450 | 32 Bit | 64 Bit | - | - |
| Pentium III | 1999 | 533 - 1100 | 28 Mio. | |||
| Pentium 4 | 2000 | 1300 - 2000 | 42 Mio. | |||
| Pentium 4 | 2002 | 2000 - 2800 | 55 Mio. | |||
| Pentium 4 HT | 2002 | 3066 | 55 Mio. | |||
| Pentium M | 2003 | 900 - 1700 | 77 Mio. | |||
| Pentium 4 | 2004 | 2660 - 3800 | 125 Mio. | |||
| Pentium D | 2005 | 2660 - 3200 | 230 Mio. |
Vergleich: Vom Pentium bis Pentium D
| Pentium | Pentium MMX | Pentium Pro | Pentium II | Pentium III | Pentium 4 | Pentium D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Transistoren | 3,3 Mio. | 4,5 Mio. | 5,5 Mio | bis 9 Mio. | bis 44 Mio. | bis 188 Mio. | bis 376 Mio. |
| Level-1-Cache | 8 KB Daten 8 KB Code |
16 KB Daten 16 KB Code |
8 KB Daten 8 KB Code |
16 KB Daten 16 KB Code |
16 KB Daten 16 KB Code |
16 KB Daten 16 KB Code |
|
| Level-2-Cache | - | - | 256 / 512 kByte | 512 kByte | 256 / 512 kByte | 256 / 512 / 1024 / 2048 kByte | 2 x 1024 / 2 x 2048 kByte |
| MMX/SSE | nein | ja | nein | ja | ja | ja | ja |
| Befehle pro Takt | 2 | 2 | 5 | 5 | ? | ? | ? |
| Taktfrequenzen | 60 - 200 MHz | 166 - 233 MHz | 150 - 200 MHz | 233 - 450 MHz | 450 - 1400 MHz | 1,3 - 3,8 GHz | 2,66 - 3,73 GHz |
| Front-Side-Bus | 60/66 MHz | 66 MHz | 66 MHz | 66/100 MHz | 100/133 MHz | 400/533/800 quadpumped | 533/800/1066 quadpumped |
| Sockel | Sockel-5 | Sockel-7 | Sockel-8 | Slot-1 | Slot-1 / S370 | S428 / S478 / LGA775 | LGA775 |
Intel-Nummernschema
Mit dem Pentium D hat Intel für seine Prozessoren ein Bezeichnungssystem eingeführt, bei dem der Markenname des Prozessors und eine fortlaufende Nummer miteinander kombiniert wurden. Damit wurde der Prozessortakt als primäres Verkaufsargument ausgemustert. Denn die Verbesserungen, die über die Jahre in die Prozessoren eingeflossen waren, gehen weit über die Taktfrequenz hinaus. Bereits AMD war bei seinem Athlon-Prozessor zu einer taktunabhängigen Prozessor-Bezeichnung übergegangen.
Plattform-Strategie
Intel verfolgt seit ein paar Jahren die Plattform-Strategie. Damit will Intel die Wertschöpfung pro Computer steigern. Es geht darum, nicht nur den Prozessor, sondern auch Chipsätze, Netzwerkchips und weitere Bauelemente zu verkaufen. So will Intel nicht nur mehr verkaufen, sondern auch die Konkurrenten auszustechen. Das Konzept der Plattform-Strategie hat Intel bereits erfolgreich mit Centrino für Notebooks verfolgt. Immer wieder versucht Intel weiter Hardware-Plattformen aufzubauen.
- Intel Centrino: Notebooks
- Intel ViiV: Wohnzimmer- und Multimedia-Computer
- Intel vPro: Desktop-Systeme in Unternehmen
- Bensley: Server
"ViiV" und "vPro" sind bei weitem nicht so erfolgreich, wie die "Centrino"-Plattform. Deshalb hat Intel sein Engagement für diese beiden Marken zurückgeschraubt.
Intel Centrino
Centrino ist eine Kombination aus einem Prozessor, Chipsatz und WLAN-Modul für tragbare Computer vom Prozessor- und Halbleiter-Hersteller Intel. Alle drei Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt, um möglichst viel Rechenleistung zu erreichen und dabei noch Energie zu sparen.
- Intel Centrino
- Intel Centrino (Sonoma)
- Intel Centrino Duo (Napa)
- Intel Centrino Duo/Pro (Santa Rosa)
- Intel Centrino 2
Intel ViiV
Hinter ViiV (gesprochen wie engl. Ehefrau: wife) steckt eine Marketinginitiative von Intel für Media-Center-PCs. Dabei handelt es sich um normale Computer mit speziellen Schnittstellen und Erweiterungen, die ihn zum Multimedia-PC im Wohnzimmer machen. Dabei spielt die Windows XP Media Center Edition (MCE) eine entscheidende Rolle. Allerdings sind die Systeme teuer und viel zu kompliziert im Gegensatz zu den etablierten Systemen aus der Unterhaltungselektronik.
Da normale Computer heute keine Probleme mit Multimedia haben, ist dieses Konzept aus Nutzersicht vollkommen überflüssig. Auf der Seite von Intel und Microsoft scheint man nur daran interessiert zu sein, restriktive DRM-Funktionen zu kaschieren, um deren Akzeptanz zu steigern.
Intel vPro
Die vPro-Plattform richtet sich an Großunternehmen und IT-Dienstleister, die sehr viele Computer verwalten. Hierbei geht es darum Computer unterschiedlicher Hersteller von der administrativen Seite unter einen Hut zu bringen. Dabei spielen Themen, wie Authentifizierung, Zugriffsschutz, Virtualisierung und Fernwartung eine wichtige Rolle. Bisher zeichnen sich die großen PC-Hersteller dadurch aus, dass sie ihre proprietären Verwaltungstools pflegen. Sie haben keinerlei Interesse daran ihre Produkte aneinander anzugleichen.
- Intel 8085
- Intel Pentium
- Intel Pentium Pro
- Intel Pentium II
- Intel Pentium Xeon
- Intel Celeron
- Intel Pentium III
- Intel Pentium 4
- Intel Pentium D
- Intel Pentium M
- Intel Itanium
- Intel Core 2 Duo / Extreme
- Intel Pentium Dual Core
- Intel Core 2 Quad
- Intel Atom
- Intel Core i7 / i5 / i3
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