AMD Prozessoren

AMD LogoWegen des großen Erfolgs der Intel Prozessoren für Personal Computer (PC) entwickelten einige andere Halbleiter-Hersteller Intel-kompatible Prozessoren. Unter anderem die Firma Advanced Micro Devices, kurz AMD.
Schon seit dem 8086 von Intel folgt AMD dem Marktführer Intel mit kompatiblen Prozessoren. Die Prozessoren von AMD wurden vor allem dadurch bekannt, das ihre Prozessoren mit schnelleren Taktraten betrieben werden konnten. Allerdings kamen sie in der Regel wesentlich später auf den Markt als das jeweilige Original von Intel. Meistens war Intel mit der nächsten Prozessor-Generation schon am Start. Deshalb blieb AMD, wie auch anderen Herstellern, meist nur ein Teil des Low-Cost-Markts übrig. Auch heute ist es immer noch so, dass sich AMD-Prozessoren eher am unteren Preissegment befinden, weil deren Performance und Leistungsfähigkeit weit von Intel-Prozessoren abgeschlagen ist.
Zwar treibt AMD mit seinen Eigenentwicklungen die Firma Intel immer mal wieder vor sich her. Allerdings ist das immer nur eine Zeit lang so und die Ausnahme, bis Intel mit seinen Prozessoren einen massiven Performance-Sprung hinlegt. Dazwischen dümpelt die Leistungssteigerung bei AMD und Intel vor sich hin.

Übersicht: Aktuelle AMD-Prozessoren

Eigene Prozessor-Entwicklung

Während AMD beim 486er-Prozessor (1990er Jahre) noch eine Lizenz von Intel erwarb, begann AMD danach mit der Entwicklung eigener Prozessoren. Mit der Entscheidung einer eigenen Prozessor-Architektur hat sich AMD langfristig auf den zweiten Platz hinter Intel für Prozessoren für Personal Computer (PC) etabliert. Doch zuerst war die Prozessor-Entwicklung bei AMD lange Zeit ohne Erfolg gekrönt. So unterschätzte AMD den Entwicklungsaufwand bei der Eigenentwicklung K5, der dann eher ein Flopp war.
Erst die nachfolgenden Prozessoren wurden recht erfolgreich. Sie beruhten aber alle auf Fremd-Entwicklungen. Zum Beispiel der K6, der aus dem Nx686 von NexGen entstand. Diese Firma wurde von AMD einfach samt Entwickler aufgekauft. Damit hatte AMD praktisch über Nacht einen eigenen Prozessor, der dem damaligen Pentium Pro von Intel das Wasser reichen konnte. Leider wurde der K6 viel zu spät fertig und konnte Intel nur wenige Marktanteile streitig machen. Die direkten Nachfolger K6-2 und K6-III hatten nur kleine Verbesserungen.

Damals liefen alle Prozessoren im Sockel-7. Während Intel mit dem Pentium-II auf eine Slot-Bauform wechselte, bohrte AMD eigenmächtig den Sockel-7 zum Super-Sockel-7 auf. Der K6-2 kam mit einem 100 MHz Bus-Takt und einer Befehlssatzerweiterung für parallele Gleitkommaberechnungen (3DNow) auf den Markt. Allerdings sollte 3DNow nur die FPU-Schwäche des K6 kaschieren. Erst mit dem Pentium III hatte Intel mit ISSE einen ähnlichen Befehlssatz entgegenzusetzen. Schon damals bewies AMD seine Innovationsfreudigkeit. Auch wenn Intel mit seinem SSE-Befehlssatz deutlich erfolgreicher war.
Kurz vor der Einführung des Intel Pentium III, folgte der K6-III. Obgleich der Namensähnlichkeit kam der K6-III von der Leistung her nicht ganz an den Pentium III heran. Probleme gab es immer wieder mit der Stabilität im Zusammenhang mit Billig-Chipsätzen und -Motherboards, wie sie im Low-Cost-Bereich üblich waren. Bis heute konnte sich AMD vom Billigheimer-Image mit Zweite-Wahl-Prozessoren nicht ganz trennen.

Einen großen Schritt vollzog AMD mit dem K7, auch Athlon genannt. Dieser stammte vom ehemaligen Chefentwickler der Firma DEC. Der K7 war dem Alpha-Prozessor von DEC sehr ähnlich. Mit dem Athlon und später mit dem Athlon XP konnte AMD einige Jahre mit den Intel-Prozessoren sehr gut mithalten.
Mit AMD64, einer 64-Bit-Prozessor-Architektur, die auch noch 32-Bit-kompatibel war, gelang AMD ein großer Wurf. Der reichte sogar soweit, dass Intel die AMD64-Erweiterung lizenzierte und in die eigenen Prozessoren einbaute, weil man keine eigene brauchbare 64-Bit-Erweiterung zur Verfügung hatte.
In den darauffolgenden Jahren profitierte AMD vor allem durch das Unvermögen von Intel mit dem Pentium 4 die Leistungsgrenzen zu sprengen. So musste Intel zuerst eine neue Prozessor-Generation (Core 2 Duo/Quad/Extreme) entwickeln, um AMD klar in die Schranken zu weisen.

Mit dem Kauf des Grafikkarten-Herstellers ATI verleibte sich AMD Know-how für Grafikchips ein. Damit begann der Trend, in Prozessoren Grafik-Rechenkerne einzubauen. Die waren dann zwar nicht besonders leistungsfähig. Es reicht allerdings aus, um Komplettsysteme ohne Onboard-Grafik oder Grafikkarte zu bauen. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung sind diese integrierten GPUs durchaus auch für anspruchsvolle Spiele geeignet.

Der ewige Zweite

Seit jeher gilt der Prozessor-Hersteller AMD als ewiger Zweiter im Kampf um die Marktanteile im PC-Prozessor-Markt. Dazu kommt, dass AMD lange Zeit von dem am stärksten wachsenden Markt, den Notebooks, abgekoppelt war. Mit wenigen Ausnahmen, waren die meisten AMD-Prozessoren in Low-Cost-PCs für Privatkunden verbaut. In den Bereichen, in denen richtig Geld verdient werden konnte, war Intel immer besser unterwegs.

Übersicht: AMD-Prozessoren

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