Vorsicht vor offenem WLAN

Der Betreiber eines offenen WLANs, also eines unverschlüsselten Funknetzes, gilt nach Ansicht des Landgerichts Hamburg als Störer beim Missbrauch seines Internet-Zugangs durch Dritte. Im konkreten Fall hat ein Musikkonzern den Nutzer eines Internet-Zugangs abgemahnt, der einen offenen WLAN-Zugang hatte. Das Landgericht war der Ansicht, dass der WLAN-Betreiber es Fremden möglich machte den Zugang für Rechtsverstöße zu nutzen. In diesem Fall war es Filesharing.

Der Fall zeigt klar, dass jeder Betreiber eines WLANs für Verschlüsselung sorgen muss, wenn er die fremde Nutzung seines WLANs und die Mithaftung durch eventuelle Rechtsverstöße verhindern will. Deshalb gilt, jedes WLAN mit WPA zu verschlüsseln und ein nicht offensichtliches Passwort zu verwenden.

2 Gedanken zu „Vorsicht vor offenem WLAN

  1. Da zeigt sich wieder die Fratze der Musikindustrie…. wobei diese natürlich recht hat! Am Ende ist man auch „schuld“, wenn man alte Schlüssel hat… spät dann dürften 95 % aller Betreiber mit dem Latein am Ende sein.

  2. Ich kann die Gerichte nicht verstehen.
    Straßen sind zur Benutzung da. Wer über die Straße geht, muss aufpassen. Niemand darf einen anderen rücksichtlos umstoßen, gefähren. Der Straßenerbauer kann nicht dafür verantwortlich sein, wenn sie dazu benutzt wird, ein Verbrechen zu begehen.
    Telefonbetreiber sind doch nicht dafür verantwortlich, wenn mit Hilfe des Telefons ein Verbrechen begangen wird.
    Mit welcher Logik soll das bei der Nutzung des Internets anders sein?
    Irgendwie hat man noch nicht begriffen, dass das Internet nichts anderes ist als ein neues Medium der Kommunikation im weitesten Sinne.
    So wie die Straße nicht per se dazu verführt, Verbrechen zu begehen … genauso wenig ist der Zugang zum Internet – egal durch welchen Anbieter zur Verfügung gestellt – eine Einladung zum Verbrechenbegehen.
    Ich finde die Urteile regelrecht falsch.

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