Deutsche Telekom: Jammern auf hohem Niveau

Der Deutschen Telekom geht es anscheindend furchtbar schlecht. Im ersten Halbjahr 2006 soll der Konzern rund eine Millionen Telefonanschluss-Kunden verloren haben. Schaut man genauer hin, hat die Telekom im gleichen Zeitraum 1,1 Millionen DSL-Kunden dazugewonnen. 200.000 davon sind eigene Kunden, die anderen 900.000 sind Resale-Kunden. Zwar hat die Deutsche Telekom tatsächlich in Zahlen ausgedrück, Kunden verloren. Doch ist das für die Gesamtsituation betriebswirtschaftlich attraktiv. Denn wenn ein Kunde mit seinem Anschluss zu einem anderen Festnetzanbieter wechselt, dann bleiben immer noch 51,5 Prozent des Umsatzes für Interconnectiongebühren, Miete und Einrichtung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) bei der Telekom. Dabei entfallen die Kosten für den Kundenservice, Fakturierung und Inkasso. Alles in allem steigt die Marge und damit der Gewinn pro Telefonanschluss. Diese Tatsache verdeutlicht, dass die Deutsche Telekom trotz Kundenverluste wirtschaftlich nicht gefährdet ist.

Schaut man dagegen ins europäische Ausland, so steht die Telekom in den Ländern Frankreich oder Italien äußerst schlecht da. Da die Telekom in diesen Ländern keinen Einfluss auf den Markt hat, versucht sie in Deutschland die Politik zu beeinflussen. Durch den hochgespielten Verlust von Kunden versucht sie mit Hilfe der Politiker die Wettbewerber auszuspielen. Unter anderem sollen die Wettbewerber bei der Einführung von VDSL ausgeschlossen werden.

Dabei ist es aus betriebswirtschaftlicher Sicht besser Netzkapazitäten gemeinsam auszulasten, um Doppelinvestitionen zu vermeiden. Auch wird so übermäßige Regulierung verhindert. Das weiß auch die Telekom. Trotzdem wird versucht eine monopol-ähnliche Stellung herbeizuführen um längerfristig der Marktführer für schnelle Internet-Anschlüsse und IPTV zu werden.

7 Gedanken zu „Deutsche Telekom: Jammern auf hohem Niveau

  1. > Durch den hochgespielten Verlust von Kunden versucht sie mit Hilfe der Politiker die Wettbewerber auszuspielen. Unter anderem sollen die Wettbewerber bei der Einführung von VDSL ausgeschlossen werden.

    Das ist nichts anderes als Machtpolitik. Das tun nicht nur Regierungen, das tun auch Grossfirmen und Konzerne. Das grossangelegte Jammern zum Voraus, dient oft auch dazu, um Massenentlassungen in die Wege zu leiten, damit die Gross-Aktionaere zufrieden gestellt werden koennen. Denn um die geht es letztlich und sonst niemanden. Den „Büezer“ lässt man dafuer bluten. In einer Zeit des alleinherrschenden Extremkapitalismus ist das schliesslich ganz normal geworden. Ja warum denn auch nicht, schliesslich schaut laengst jeder fuer sich selbst, denn Solidaritaet unter den wirtschaftlich Benachteiligten, das ist doch Schnee von vorovoergestern, – leider! Wir leben in einer Zeit von Beliebigkeiten, die einen freut’s die andern nicht…

    Gruss
    Thomas

  2. Thomas Schaerer hat geschrieben:
    > > Durch den hochgespielten Verlust von Kunden versucht sie mit Hilfe der Politiker die
    > Wettbewerber auszuspielen. Unter anderem sollen die Wettbewerber bei der Einführung von
    > VDSL ausgeschlossen werden.
    >
    > Das ist nichts anderes als Machtpolitik. Das tun nicht nur Regierungen, das tun auch
    > Grossfirmen und Konzerne. Das grossangelegte Jammern zum Voraus, dient oft auch dazu, um
    > Massenentlassungen in die Wege zu leiten, damit die Gross-Aktionaere zufrieden gestellt
    > werden koennen. Denn um die geht es letztlich und sonst niemanden. Den „Büezer“ lässt man
    > dafuer bluten. In einer Zeit des alleinherrschenden Extremkapitalismus ist das
    > schliesslich ganz normal geworden. Ja warum denn auch nicht, schliesslich schaut laengst
    > jeder fuer sich selbst, denn Solidaritaet unter den wirtschaftlich Benachteiligten, das
    > ist doch Schnee von vorovoergestern, – leider! Wir leben in einer Zeit von
    > Beliebigkeiten, die einen freut’s die andern nicht…
    >
    > Gruss
    > Thomas

    Wer hat denn Millionen in ein VDSL Glasfasernetz gesteckt, die Telekom oder die Wettbewerber ? Sollen die anderen Anbieter doch erst einmal selbst ein eigenes Netz aufbauen, anstatt wie ein Paar Schmarotzer sich an das Telekomnetz zu hängen.

  3. ohne Name hat geschrieben:
    > Wer hat denn Millionen in ein VDSL Glasfasernetz gesteckt, die Telekom oder die
    > Wettbewerber ? Sollen die anderen Anbieter doch erst einmal selbst ein eigenes Netz
    > aufbauen, anstatt wie ein Paar Schmarotzer sich an das Telekomnetz zu hängen.

    So einfach ist es nicht. Die Deutsche Telekom hat Ihr Netz bei der Privatisierung vom Deutschen Staat geschenkt bekommen. Der Aufbau dieses Netzes wurde mit Steuergeldern finanziert. Noch einmal ein solches Netz aufbauen ist absoluter Humbug. Deshalb haben die Telekom-Wettbewerber die Möglichkeit sich mit günstigen Mietgebühren in das Netz einzuklinken. Es kann nicht sein, dass die Deutsche Telekom jetzt hergeht und das aufgewertete Kabelnetz gegen andere Wettbewerber abschottet und seine Monopolstellung ausbaut. Das wäre ein schlechtes Zeichen für die anderen Wettbewerber, würde zu steigenden Telefon- und Internet-Gebühren führen. Das wäre fatal für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

  4. Patrick Schnabel hat geschrieben:
    > ohne Name hat geschrieben:
    > > Wer hat denn Millionen in ein VDSL Glasfasernetz gesteckt, die Telekom oder die
    > > Wettbewerber ? Sollen die anderen Anbieter doch erst einmal selbst ein eigenes Netz
    > > aufbauen, anstatt wie ein Paar Schmarotzer sich an das Telekomnetz zu hängen.
    >
    > So einfach ist es nicht. Die Deutsche Telekom hat Ihr Netz bei der Privatisierung vom
    > Deutschen Staat geschenkt bekommen. Der Aufbau dieses Netzes wurde mit Steuergeldern
    > finanziert. Noch einmal ein solches Netz aufbauen ist absoluter Humbug. Deshalb haben die
    > Telekom-Wettbewerber die Möglichkeit sich mit günstigen Mietgebühren in das Netz
    > einzuklinken. Es kann nicht sein, dass die Deutsche Telekom jetzt hergeht und das
    > aufgewertete Kabelnetz gegen andere Wettbewerber abschottet und seine Monopolstellung
    > ausbaut. Das wäre ein schlechtes Zeichen für die anderen Wettbewerber, würde zu
    > steigenden Telefon- und Internet-Gebühren führen. Das wäre fatal für den
    > Wirtschaftsstandort Deutschland.

    und die gesamte technik wurde von der telekom entwickelt, wobei trotz steuerzuschüssen die hauptfinanzierung bei der telekom bleibt, während die wettbewerber bisher keinen einzigen cent in die neue technik investiert haben. ich halte zumindest eine zeitliche sperrung für wettbewerber (zB 2 Jahre) für gerechtfertigt, um wenigstens die kosten wieder einzufahren. war schon schlimm genug das wegen der ganzen schmarotzerei die telekom das ganze projekt beinahe wieder eingestampft hat. das behindert nämlich meiner ansicht nach die entwicklung!

  5. ohne Name hat geschrieben:
    > und die gesamte technik wurde von der telekom entwickelt, wobei trotz steuerzuschüssen
    > die hauptfinanzierung bei der telekom bleibt, während die wettbewerber bisher keinen
    > einzigen cent in die neue technik investiert haben.

    Wie sollen sie auch. Wenn Sie kein eigenes Netz zum Kunden (!) haben, dann können Sie nicht in VDSL investieren. Sie sind auf die Infrastruktur der Deutschen Telekom angewiesen.

    > ich halte zumindest eine zeitliche
    > sperrung für wettbewerber (zB 2 Jahre) für gerechtfertigt, um wenigstens die kosten
    > wieder einzufahren.

    Sicher, und in diesen 2 Jahren baut die Telekom ihren VDSL-Kundenstamm so weit aus, dass kein Wettbewerber eine Chance hat. Das wäre ein Monopol.

    > war schon schlimm genug das wegen der ganzen schmarotzerei die
    > telekom das ganze projekt beinahe wieder eingestampft hat.

    Quatsch. Das ist Taktik. Was will die Telekom denn? Die will Triple Play: Telefon, Internet und TV über einen Anschluss. Das ist der Weg der Netze. Egal welche. Die Kabelnetzbetreiber machen es vor. Die Telekom muss mitziehen. Wenn sie es nicht machen, verlieren sie in ein paar Jahren viele Kunden.

    > das behindert nämlich meiner
    > ansicht nach die entwicklung!

    Tolle Entwicklung. DSL und VDSL in der Stadt. Und was ist auf dem Land? Flächendeckend DSL, egal ob über Kabel oder Funk. Da muss die Entwicklung hin.

  6. Patrick Schnabel hat geschrieben:
    > ohne Name hat geschrieben:
    > > und die gesamte technik wurde von der telekom entwickelt, wobei trotz steuerzuschüssen
    > > die hauptfinanzierung bei der telekom bleibt, während die wettbewerber bisher keinen
    > > einzigen cent in die neue technik investiert haben.
    >
    > Wie sollen sie auch. Wenn Sie kein eigenes Netz zum Kunden (!) haben, dann können Sie
    > nicht in VDSL investieren. Sie sind auf die Infrastruktur der Deutschen Telekom
    > angewiesen.
    >
    dir ist aber schon klar das das derzeitige netz nicht nur ausgebaut wurde sondern quasi ein zu der alten technik bestehendes paralellnetz aufgebaut wird, das könnten auch wettbewerber machen, wie es isis in düsseldorf als regionaler netzbetreiber mit glasfasernetz auch vormacht.
    >
    > > ich halte zumindest eine zeitliche
    > > sperrung für wettbewerber (zB 2 Jahre) für gerechtfertigt, um wenigstens die kosten
    > > wieder einzufahren.
    >
    > Sicher, und in diesen 2 Jahren baut die Telekom ihren VDSL-Kundenstamm so weit aus, dass
    > kein Wettbewerber eine Chance hat. Das wäre ein Monopol.
    >
    >
    genau wie sie ihren festnetz kundenstamm als staatliches monopol jahrelang ausgebaut hat? trotzdem verliert die telekom zu zeiten der privatisierung immer mehr kunden also ist das kein argument. vergiss nicht das selbst nach diesen 2 jahren die telekom immer noch reguliert wird und die wettbewerber in den meisten fällen dann immer noch bessere und günstigere angebote machen können und kunden wieder ihren anbieter wechseln werden. aber so hätte sich die technik und die investitionen wieder zumindest refinanziert und man könnte auch in zukunft erwägen neue investitionen und entwicklungen zu tätigen aber nach so einem reinfall ist man in erster linie mit seiner motivation erstmal gebremst.

    > > war schon schlimm genug das wegen der ganzen schmarotzerei die
    > > telekom das ganze projekt beinahe wieder eingestampft hat.
    >
    > Quatsch. Das ist Taktik. Was will die Telekom denn? Die will Triple Play: Telefon,
    > Internet und TV über einen Anschluss. Das ist der Weg der Netze. Egal welche. Die
    > Kabelnetzbetreiber machen es vor. Die Telekom muss mitziehen. Wenn sie es nicht machen,
    > verlieren sie in ein paar Jahren viele Kunden.
    >
    noch schlimmer ist allerdings geld in ein netz zu stecken und dann letztenendes die kunden zu den wettbewerbern laufen zu sehen. die vermarktung von tal’s ist noch lange nicht so lukrativ wie du denkst, zumal die telekom jedes jahr gezwungen ist diese noch günstiger zu vermieten. bei einer normalen isdn-dsl leitung warens mal ca. 18€ pro monat was dann auf ca. 11-12€ gerutscht ist. allenfalls reine reseller wie freenet lohnen da noch. aus firmeninternen mitteilungen weiss ich, dass dies nicht nur eine taktik war, sondern schon zuviel investiert wurde um noch einen rückzieher machen zu können der nicht noch kostspieliger sein würde wie die bereits getätigten investitionen. klar will man triple play aber wie gesagt ich würde es mir auch mehrmals überlegen bevor ich was aufbau wovon dann letztenendes die wettbewerber profitieren können.
    >
    > > das behindert nämlich meiner
    > > ansicht nach die entwicklung!
    >
    > Tolle Entwicklung. DSL und VDSL in der Stadt. Und was ist auf dem Land? Flächendeckend
    > DSL, egal ob über Kabel oder Funk. Da muss die Entwicklung hin.

    wird doch mit wimax schon dran gearbeitet. aber du musst zugeben wenn du alleiniger inhaber der telekom wärst wären dir diese unlukrativen sparten auch egal weil es sich einfach nicht lohnt hier und da ein paar kunden hinzuzugewinnen und dafür wiederum millionen und milliarden zu investieren. regionale netzbetreiber kommen ja auch selten auf den gedanken unlukrative bereiche zu versorgen, ist ja nicht so, dass nur die telekom so handelt.

  7. Hallo,

    ich kann mich nicht über die Telekom beklagen, bin ein sehr zufriedener Kunde, weil ich sehr höflich und freundlich deren Hilfe bzw. Support in Anspruch nehme. Daher werden die Mitarbeiter stets auch mit mir freundlich und höflich zur Seite stehen, im Gegensatz zu anderen, wie z.B. Freenet, 1&1 etc. Es fehlet den Deutschen an Freundlichkeit und Höflichkeit, sonst würden sie weniger schimpfen auf denen, wo der Service und Komfort wirklich stimmt. Und wenn die Telekom Kunden verliert, dann nur dann, weil diese Leute ihre Ansprüche und Anforderungen nicht mehr unter Kontrolle haben. Ich will hier niemanden beleidigen, nur meine Erfahrungen beziehen sich auf Höflichkeit und Freundlichkeit, was auch vom Support erwartet wird.

    MfG
    G. Matheus

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