Architektur des Festnetzes

Das Festnetz (ehemaliges Telefonnetz) ist eine Kombination aus Maschen- und Sternnetz. Es besteht aus vielen untereinander verbundenen Vermittlungsstellen und dem Kabelnetz, das die Vermittlungsstellen mit den Endgeräten der Kunden verbindet. Die übergeordneten Vermittlungsstellen sind in einem Maschen-ähnlichen Netz miteinander verbunden sind. An jede einzelne Vermittlungsstelle sind die Teilnehmer angeschlossen, in deren Mitte die Vermittlungsstelle als zentrale Stelle fungiert.
In Deutschland gibt es nur wenige Netzbetreiber, die eine dezentrale Festnetztechnik betreiben. Dazu gehören neben der Deutschen Telekom, einige kleine Stadtnetzbetreiber und überregional agierende Netzbetreiber.

Vermittlungsstelle

Architektur Festnetz / Telefonnetz

Als Vermittlungsstelle wird meistens die lokale Vermittlungsstelle (engl. local exchange / central office) oder Ortsvermittlungsstelle bezeichnet. Aufgrund der heutigen Struktur des Telefonnetzes in Deutschland unterscheidet man zwischen der digitale Ortsvermittlungsstelle (DIV-O, Digitale Vermittlungsstelle Ort) und der digitale Fernvermittlungsstelle (DIV-F, Digitale Vermittlungsstelle Fern). Wobei an der Ortsvermittlungsstelle die Teilnehmer dran hängen und an den Fernvermittlungsstellen die einzelnen Ortsvermittlungsstellen und andere Fernvermittlungsstellen.
Das Ortsnetz bezeichnet die Summe aller Anschlüsse, die unter der selben Ortsnetzkennzahl zu erreichen sind. Die Grenzen eines Ortsnetzes orientieren sich in der Regel an den politischen Stadt- und Gemeindegrenzen.

TAL - Teilnehmeranschlussleitung / Letzte Meile

Die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) ist der Leitungsweg von der Vermittlungsstelle zur Anschlussdose beim Kunden. Dieser Leitungsweg wird auch als "letzte Meile" bezeichnet.
Weil in Deutschland die Teilnehmeranschlussleitung von der Deutschen Telekom kontrolliert wird, muss sie die Leitungen zu regulierten Sätzen an die Wettbewerber vermieten, die darüber ihren Kunden Telefon- und DSL-Anschlüsse anbieten können. Dafür muss die Deutsche Telekom die TAL auf das Netz des jeweiligen Anbieters schalten.

Die Qualität der Teilnehmeranschlussleitung (Kupferleitung) hängt von deren Leitungslänge und dem Durchmesser der Kupferadern ab. In Deutschland sind Kupferadern mit einem Durchmesser von 0,25 bis 0,8 mm, je nach länge der Leitung verbaut. Lange Leitungen reichen bis zu 6 km. Je länger, desto dickere Kupferadern werden verwendet.

TA - Teilnehmeranschluss / Telefonanschluss

Der Teilnehmeranschluss bezeichnet den Telefonanschluss, der aus einer Telefondose besteht und an dem das Telefon und andere TK-Endgeräte eingesteckt werden können.

KVz - Kabelverzeiger

Auf dem Weg zwischen Vermittlungsstelle und Teilnehmeranschluss befindet sich häufig noch ein Kabelverzweiger.

Modernisierung des Telefonnetzes

Klassische Netzarchitektur
In der klassischen Netzarchitektur des Telefonnetzes werden die Teilnehmer über das Telefonkabel an einer Vermittlungsstelle (VSt.) angeschlossen. Dort befindet sich die Anschlusstechnik für analoge Telefonanschlüsse, ISDN und ADSL/ADSL2+ (DSLAM). Die Leitungslänge zwischen Teilnehmer und Vermittlungsstelle variiert je nach Entfernung. In großen Städten ist die Entfernung kürzer. In ländlichen Gebieten länger. Teilweise ist die Leitung zu lang, so dass kein ADSL oder wenn, dann nur mit einer geringen Geschwindigkeit möglich ist.

Zukünftige Netzarchitektur
Die moderne Netzarchitektur sieht vor, dass ein Teil der Netzintelligenz näher zum Teilnehmer rückt. Dazu wandert der DSLAM aus der Vermittlungsstelle näher zum Teilnehmer. Die Outdoor-DSLAMs werden über Glasfaserkabel von der Vermittlungsstelle aus angebunden. Schnelle ADSL- und VDSL-Anschlüsse werden vom Outdoor-DSLAM über eine kurze Leitung (wenige hundert Meter) bereitgestellt. Ziel ist es, dem Teilnehmer über einen Anschluss alle Kommunikationsdienste anzubieten: Telefon, Internet, Fernsehen (Triple Play).

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