Warum sollen versilberte Audiokabel einen besseren Klang haben?

Silber leitet besser als Kupfer. Deshalb werden Audiokabel versilbert. Bringt das wirklich was?

Die richtige Antwort

Die bessere Leitfähigkeit von Silber macht sich nur bei Frequenzen im MHz-Bereich bemerkbar. Bei Audiosignalen, die sich im niederfrequenten Bereich befinden, weshalb man auch von NF-Signalen oder NF-Kabeln spricht, haben versilberte Leitungen keinen Vorteil.

Nur bei sehr hohen Frequenzen tritt der so genannte Skin-Effekt auf, der die Elektronen an die Außenseite des Leiters drückt. Nur dann macht es Sinn, die Oberfläche eines Leiters mit Silber zu überziehen. Bei besonders hohen Frequenzen spart man sich sogar den Innenteil eines Leiters, da dieser Bereich nicht mit Strom durchflossen wird und deshalb überflüssig ist. Man hat dann einen Hohlleiter, der wie ein Rohr aussieht.

10 Gedanken zu „Warum sollen versilberte Audiokabel einen besseren Klang haben?

  1. Moin

    Lieber Patrick, geht die (Um-) Fragerei nun so weiter 🙂 ?
    Nächste Woche dann:
    Bringen Hohlkabel die mit Quecksilber gefüllt sind (die gibt es!) wirklich was.
    Auf alle Fragen dieser Art von mir: JA, ES BRINGT WAS!!! Dem Verkäuferkonto :-), der eigenen Glückseligkeit und der E-Bucht.
    Und nun liebe Kabelenthusiasten: Gebt mir Saures 🙂

    Gruß
    Burkhard

  2. 2. Version, nun hoffentlich ohne Fehler

    Da ich von Beruf Ingenieur fuer Hochfrequenztechnik bin und nebenbei ein Ing.Buero fuer Lautsprecher-Highend-Projekte betreibe, moechte ich hier mal meine Meinung niederschreiben.

    Es wird mit dem Verkauf von versilberten Lautsprecherkabel dem Laien leider sehr viel Geld aus der Tasche gezogen.

    Ich habe folgendes Experiment durch gefuehrt. Bei einem Hausneubau habe ich 5×1,5qmm normales massives Installationskabel in der Wand verlegen lassen, um die Lautsprecher anzusteuern. Dabei wurden je 2 Adern parallel geschaltet, um den Querschnitt auf 3 qmm zu erhoehen. Die Kabellaenge betrug ca. 5m.

    Ich habe spaeter ein Sinussignal von 1,5Volt und 30 khz auf die Leitung gegeben und es mit 8 Ohm abgeschlossen.
    Das sollte ausreichend sein, um den normalen Betrieb zu simulieren.

    Das Signal war lupenrein. Wir reden ja hier nicht von Hochfrequenz,
    auch die kapazitive Einwirkung ist vernachlaessigbar.

    Wer mir nicht glaubt, kann gern ein verstecktes Experiment mit
    einem Probehoerer durchfuehren, dem eingeredet wird, es handelt sich
    um ein neues Super-Highendkabel aus Amerika.
    Er wird „natuerlich“ die Verbesserung „hoeren“.

    Wichtig ist, dass der Querschnitt ausreichend ist, weil die ganze Sache niederohmig ist.

    hier ein paar Beispiele:

    bis 3 m Minimum 2,5 qmm
    bis 7 m Minimum 4,0 qmm
    ab 7 m Minimum 6,0 qmm

    Ich benutze normale Kupferlitze von der 100m Rolle aus dem Grosshandel.

    Ich bin gerne zu jeder Auskunft bereit, ich betrachte die Sache
    rein elektrotechnisch, denn die Physik luegt nie.

    mfg Ing. Klaus Berger
    http://www.ingklausberger.de

  3. Burkhard Zerling hat geschrieben:
    > Moin
    >
    > Lieber Patrick, geht die (Um-) Fragerei nun so weiter 🙂 ?

    Logisch. Ich habe noch ein Haufen von solchen Fragen. 🙂

  4. also ich bin musiker und hab auffer bühne an meiner PA nen 4mm² kabel für eine lesitung von 750W pro kanal. und von dem kabel sind 20m zwischen endstufe und lautsprecher. 4mm² ist dabei der standartdurchmesser- solche lautsprecherkabel gibt es eientlich fast nieee in größeren druchmessern, außer es sind noch höhere übertragungswege oder man hat einen audiophilen, der beim kabelkauf mitentscheiden konnte 😉
    daher finde ich es persönlich ziemlichen quatsch mit versilberten bakeln und im wohnzimmer durchmessern über 4mm²
    lg, max

  5. Irgendwann kommt natürlich der auch im elektronik-kompendium beschriebene Skin-Effekt zum tragen.

    http://www.elektronik-kompendium.de/sites/grd/1102141.htm

    Bei 30kHz ist die „Haut“ in der sich der Stom bewegt etwa 0,5mm dick. Somit kommt er also erst zur Auswirkung wenn der Durchmesser >1mm ist. Eine „Hauch-Versilberung“ oder „Vergoldung“ bringt hier also nur was an den Kontaktstellen. Das Parallelschalten mehrerer isolierter Einzeldrähte bringt da sicher mehr.

    Gruß
    Thorsten

  6. Thorsten Grewe hat geschrieben:
    > Irgendwann kommt natürlich der auch im elektronik-kompendium beschriebene Skin-Effekt zum
    > tragen.
    >
    > http://www.elektronik-kompendium.de/sites/grd/1102141.htm
    >
    > Bei 30kHz ist die „Haut“ in der sich der Stom bewegt etwa 0,5mm dick. Somit kommt er also
    > erst zur Auswirkung wenn der Durchmesser >1mm ist. Eine „Hauch-Versilberung“ oder
    > „Vergoldung“ bringt hier also nur was an den Kontaktstellen. Das Parallelschalten
    > mehrerer isolierter Einzeldrähte bringt da sicher mehr.

    Thorsten, die Ueberlegungen sind ein Volltreffer. Ich haette es aehnlich beantwortet.

    Es gibt aber nicht nur versilberte Kupferdraehte, es gibt auch Kupferdraehte ganz speziell ohne Sauerstoff. Aber es sei von diesen Draehten gewarnt, weil, wenn der Sauerstoff fehlt, bekommt man haeufiger Migraene.

    Hat hier jeman dort hinten im Eck dumm gegrinzt!?

    Gruss
    Thomas

  7. Burkhard Zerling hat geschrieben:
    > Moin

    Re-Moin!

    > Lieber Patrick, geht die (Um-) Fragerei nun so weiter 🙂 ?

    (Um-)Fragen machen klug!

    > Bringen Hohlkabel die mit Quecksilber gefüllt sind (die gibt es!) wirklich was.

    Fuer welchen Zweck werden sie eingesetzt? Wie dicht sind diese Kabel? Man bedenke, leichte Hg-Daempfe fuehren u.a. zur Verbloedung. Hohlkabel trifft dann Hohlkopf. 😀

    > Auf alle Fragen dieser Art von mir: JA, ES BRINGT WAS!!! Dem Verkäuferkonto :-), der
    > eigenen Glückseligkeit und der E-Bucht.
    > Und nun liebe Kabelenthusiasten: Gebt mir Saures 🙂

    Mit den Dummen macht man grosses Geld! Ist doch nicht neu, oder?

    Gruss
    Thomas 😀 😀 😀

  8. Sicher klingen versilberte Kabel besser! Warum? Ganz einfach:
    Silbern sieht edel und wertvoll aus -> wenn wir die Kabel sehen, freuen wir uns und sind stolz, so etwas edles, wertvolles zu besitzen -> Freude entspannt -> entspannter klingt Musik einfach besser!

    Also: Versilberte Kabel bringen doch etwas! 😉

  9. Hier mein Senf dazu:
    Zunächst mal ist es unsinnig, Kupfer durch Silber zu ersetzen, um eine bessere Leitfähigkeit zu erreichen. Der Unterschied ist nicht einmal 10 % (Cu: 0,017, Ag: 0,016). Das steht in keinem Verhältnis zum Preisunterschied der Metalle. Kupfer ist auf jeden Fall immer wesentlich billiger, wenn man stattdessen den Querschnitt geringfügig vergrößert.
    Edelmetallüberzüge dienen nur dem Korrosionsschutz. Bei Kontakten wird dadurch der Übergangswiderstand verkleinert und in der Hochfrequenztechnik garantiert das Edelmetall eine geringe Dämpfung. Wegen des Skin-Effektes würde eine Korrosion der leitenden Oberfläche zu größeren HF-Verlusten führen. Da ungeschütztes Silber aber auch leicht korrodiert, verwendet man lieber Goldüberzüge.
    Im NF-Bereich bringt eine Versilberung der Kabel eigentlich auch nichts, da bei den niedigen Frequenzen der weitaus größte Teil des Stromes ohnehin im Kupfer fließt.
    Der Nutzen wäre rein optisch und es läßt sich womöglich besser löten.

    Jörg

  10. J.R. hat geschrieben:
    > Hier mein Senf dazu:
    > Zunächst mal ist es unsinnig, Kupfer durch Silber zu ersetzen, um eine bessere
    > Leitfähigkeit zu erreichen. Der Unterschied ist nicht einmal 10 % (Cu: 0,017, Ag: 0,016).
    > Das steht in keinem Verhältnis zum Preisunterschied der Metalle. Kupfer ist auf jeden Fall
    > immer wesentlich billiger, wenn man stattdessen den Querschnitt geringfügig vergrößert.
    > Edelmetallüberzüge dienen nur dem Korrosionsschutz. Bei Kontakten wird dadurch der
    > Übergangswiderstand verkleinert und in der Hochfrequenztechnik garantiert das Edelmetall
    > eine geringe Dämpfung. Wegen des Skin-Effektes würde eine Korrosion der leitenden
    > Oberfläche zu größeren HF-Verlusten führen.

    Das gilt natürlich nur, wenn die Korrosion das Metall vollständig beseitigt!

    Da ungeschütztes Silber aber auch leicht
    > korrodiert, verwendet man lieber Goldüberzüge.

    Da sich die Korrosion weitgehend auf die Oberfläche beschränkt, bleibt noch genügend Silber als leitende Schicht übrig, weshalb man auf das viel teurere und deutlich weniger leitfähige Gold (Au = 45x10e6 S/m; Ag 62x10e6 S/m; Cu 58x10e6 S/m) lieber verzichtet!

    > Im NF-Bereich bringt eine Versilberung der Kabel eigentlich auch nichts, da bei den
    > niedigen Frequenzen der weitaus größte Teil des Stromes ohnehin im Kupfer fließt.
    > Der Nutzen wäre rein optisch und es läßt sich womöglich besser löten.
    >
    > Jörg

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