Raspberry Pi: SD- und microSD-Speicherkarten

Raspberry Pi: SD-Speicherkarten

Das Betriebssystem für den Raspberry Pi wird von einer SD-Speicherkarte (SD- oder microSD-Card) gestartet und muss dazu zuerst auf diese Speicherkarte geschrieben werden.
Die Auswahl an Speicherkarten ist enorm. Von Noname bis Markenhersteller ist alles vertreten. Die typische Speicherkapazität reicht von 4 bis 512 GByte.
Der folgende Artikel klärt, auf was man achten sollte, um das Optimale an Geschwindigkeit herauszuholen und trotzdem nicht zu viel zu bezahlen.

Lese- und Schreibgeschwindigkeit

SD-Karten haben unterschiedliche Geschwindigkeitsklassen. In der Regel spricht man von Class 4, 6 oder 10. Wobei die Klasse (Class) für eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens x MByte pro Sekunde steht. Bei Class 10 (UHS1) sind es also mindestens 10 MByte pro Sekunde. Das ist natürlich nicht besonders schnell. Viel mehr ist mit SD-Karten nicht möglich.
Grundsätzlich gilt eine möglichst schnelle Karte zu verwenden. Nicht nur, weil Daten schneller darauf gespeichert werden, sondern auch weil man das Image auf die SD-Karte bringen muss. Bei einer langsamen Karte dauert es natürlich länger. Je größer das Image, desto länger dauert es.

Anders sieht es bei der Lesegeschwindigkeit aus. Hier schaffen schnelle SD-Karten 45 oder sogar 90 MByte/s. Nun könnte man denken "je schneller desto besser". Aber das stimmt leider nicht. Auf SD-Karten in Kameras werden Bilder und Videos sequentiell gelesen und geschrieben. Dabei sind die angegebenen Geschwindigkeiten mit einem USB-3.0-Kartenleser durchaus erreichbar. Anders in einem Computer. Hier erfolgt das Lesen und Schreiben dahin, wo sich die Datei gerade befindet (random). Hier kommt zum Tragen, dass diese Dateien generell kleiner sind, weshalb die angegebenen Geschwindigkeiten niemals erreichbar sind.

Der Raspberry Pi hat eine Lesegeschwindigkeit von nur etwas über 20 MByte/s. Prinzipiell reichen für den Raspberry Pi SD-Speicherkarten mit Class 4 oder Class 6. Aber wenn man mal ein Backup von einer SD-Karte ziehen oder ein Image auf darauf schreiben will, dann ist eine SD-Karte mit einer hohen geschwindigkeit von Vorteil. Das ist aber auch der wirklich einzige Grund, warum man eine schnelle Speicherkarte für den Raspberry Pi haben sollte.

Speicherkapazität

Die Speicherkapazität hängt im wesentlichen davon ab, was man damit machen will. In der Regel reichen 8 GByte aus. Kleiner auf keinen Fall, weil man dann spezielle Images benötigt. Das ist aber nichts für Anfänger, weil hier unter Umständen wichtige Treiber und Bibliotheken fehlen, die in einem Standard-Image schon drin sind.
Eine SD-Karte, die größer ist als 32 GByte macht keinen Sinn, weil SD-Karten unzuverlässiger sind. Wer Daten mit dem Raspberry Pi speichern möchte, der sollte das auf einem USB-Stick oder eine USB-Festplatte tun.

Ein Aspekt, den man bei der Wahl der Speicherkapazität berücksichtigen sollte. Eine SD-Speicherkarte ist ein Flash-Speicher, dessen Speicherzellen nicht unbegrenzt oft beschrieben werden können. Mit der Zeit lässt die Stabilität der Zellen wegen der begrenzten "write cycles" nach und gehen kaputt. Insbesondere in billigen Speicherkarten ist nicht der hochwertigste Flash-Speicher verbaut. Wenn man also eine schreibintensive und über Jahre laufende Anwendung vorsieht, dann sollte man eine Speicherkarte mit einer etwas größeren Speicherkapazität und/oder eine bessere Qualität vorsehen.

Bei der Speicherkartengröße sollte man auch bedenken, dass die Sicherung eines Images eben auch entsprechend groß ausfällt. Also bei 8 GByte sind es 8 GByte, bei 16 GByte sind es 16 GByte, usw. Wenn man Images für verschiedene Systeme und auch noch mehrere Backups anlegt, dann kommt man schnell auf mehrere 100 GByte. Das muss man irgendwo speichern können. Außerdem dauert es eine Weile, bis man solche großen Dateien zwischen Datenträgern umkopiert.

Generell gilt, dass man die Speicherkapazität nicht größer wählen sollte, als unbedingt notwendig. Es empfiehlt sich grundsätzlich Speicherkarten mit 8 GByte zu verwenden. Da bleibt auch genug Platz, wenn man Software nachinstallieren möchte.

Zuverlässigkeit von SD-Speicherkarten

SD-Karte sind nicht als dauerhafter Datenspeicher eignet. Weil die Dinger immer günstiger produziert werden müssen, werden die auch immer unzuverlässiger. Als Datenspeicher eignen sich USB-Sticks oder USB-Festplatten besser. Sie sind sicherer. Eine Alternative sind Netzlaufwerke (NAS) als Datenspeicher, die beispielsweise über Redundanz verfügen (RAID 1 oder 5).
Veränderliche Daten sollte man regelmäßig auf einen externen Datenspeicher sichern. Dazu eignet sich zum Beispiel ein USB-Stick.

SD- oder Micro-SD-Karten

Generell empfiehlt es sich nur Micro-SD-Karten zu kaufen. Auch wenn man mit den Modelle A und B arbeitet. Die Micro-SD-Karten lassen sich dann über einen Adapter in diese beiden Modell einstecken. Probleme machen die Adapter keine. Und wenn man die Micro-SD-Karten einzeln kauft, dann bekommt man den SD-Karten-Adapter gleich mitgeliefert.

Hersteller

Neben Noname-Speicherkarten finden sich auch der eine oder andere bekannte Hersteller mit SD-Speicherkarten auf dem Markt. Zu erwähnen sind Sandisk, Transcend und Kingston.
Noname-Karten sind zwar günstig, doch weiß man nicht, was man bekommt. Es geht dabei gar nicht so um schlechte Qualität oder Zuverlässigkeit, sondern eher um deren Kompatibilität. Hier stellt sich die Frage, wird die Speicherkarte vom Raspberry Pi erkannt? Sehr ärgerlich, wenn nicht.
Wenn man unbedingt sparen muss, dann kann man ruhigen Gewissens Speicherkarten von Transcend, Samsung und Kingston kaufen. Wobei die preislichen Unterschiede gar nicht so groß sind.
Wenn es nicht auf den Euro ankommt und Qualität und Zuverlässigkeit wichtig sind, dann sind die SD-Speicherkarten von Sandisk eine Empfehlung wert.

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