Raspberry Pi OS: Installieren und sichern

Das Betriebssystem Raspberry Pi OS wird in der Regel von einer SD- oder MicroSD-Speicherkarte gestartet und muss dazu zuerst auf die Speicherkarte geschrieben bzw. installiert werden. Es gibt auch Speicherkarten zu kaufen, auf denen Raspberry Pi OS schon installiert ist. Eine vorinstallierte Speicherkarte ist am Anfang sicherlich sinnvoll. Es ist aber empfehlenswert eine Speicherkarte selber beschreiben zu können. Dann kann man ein zerschossenes System selber erneuern. Außerdem möchte man ein einmal eingerichtetes System vielleicht sichern. Beides ist kein Hexenwerk.

Die Installation von Raspberry Pi OS besteht darin, dass man ein Image einer Installation auf eine Speicherkarte schreibt. Ein Image ist ein Speicherabbild eines Laufwerks. Sozusagen eine 1:1-Kopie. Das bedeutet, die Kopie unterscheidet sich nicht vom Original. Das Image ist eine Datei, die mehrere Gigabyte umfassen kann.

Hinweis: Ein sinnvolles Zubehör ist ein Speicherkartenleser zum Anschluss an den USB. Den gibt es auch als einfachen USB-Stick. Manchmal liegt ein solcher einer Micro-SD-Speicherkarte bei.

  • Mehr Informationen über Speicherkarten
  • Vorinstallierte Speicherkarte
  • Raspberry Pi Imager (Windows, macOS und Linux)
  • Download
  • Raspberry Pi OS mit „Win32DiskImager“ installieren (Windows)
  • Raspberry Pi OS mit „dd“ installieren (Linux und macOS)

Speicherkarten

Die Auswahl an Speicherkarten ist enorm. Von Noname bis Markenhersteller ist alles vertreten. Die typische Speicherkapazität reicht von 4 bis 512 GByte. Die Geschwindigkeitsunterschiede sind enorm und können auch eine Rolle spielen.

Vorinstallierte Speicherkarte

Wenn man einen Raspberry Pi in einem Paket mit Zubehör kauft, bekommt man häufig eine Speicherkarte, auf der ein Raspberry Pi OS vorinstalliert ist. Das ist für den Einsteiger und Anfänger das Optimum. Einfach einstecken und loslegen.

Raspberry Pi Imager (Windows, macOS und Linux)

Raspberry Pi Imager

Die Software „Raspberry Pi Imager“ gibt es für verschiedene Betriebssysteme und ist das empfohlene Tool, um ein Betriebssystem für den Raspberry Pi auf eine SD-Speicherkarte zu installieren bzw. ein Image zu schreiben. Über eine Menü-Option stellt die Software mehrere Betriebssysteme zur Auswahl. Außerdem kann man damit eine Speicherkarte auch sichern und einen alten Stand wieder herstellen, wenn man eine Sicherung gemacht hat.

Der Raspberry Pi Imager macht einige Dinge sehr gut. Er schränkt die Auswahl auf lauffähige Linux-Betriebssysteme ein, beschreibt die Speicherkarte, prüft den Speicherinhalt und meldet am Ende die Speicherkarte aus dem Betriebssystem ab. Man kann sie dann aus dem Kartenleser herausziehen und direkt in den Raspberry Pi einstecken.

Vorkonfiguration mit dem Raspberry Pi Imager

Mit dem Raspberry Pi Imager kann man nicht nur ein Image auf eine Speicherkarte schreiben, sondern auch das Image eines Raspberry Pi OS vorkonfigurieren. Beispielsweise SSH aktivieren, die Zugangsdaten für ein WLAN hinterlegen und die Zeitzone festlegen.

Die Einstellungen sind mit der Tastenkombination Strg + Umschalt + X (Windows-Tastatur) bzw. Command + Umschalt + X (Apple-Tastatur) zu erreichen.

Leider sind die Möglichkeiten zur Individualisierung eines Images begrenzt. In der Regel wird man nach der Inbetriebnahme doch noch in die Einstellungen hinein müssen. Beispielsweise um die Sprache einzustellen.

Download

Wenn der Raspberry Pi Imager nicht das Betriebssystem oder die Version anbietet, die man haben möchte, dann muss man sich das Image aus einer unsicheren Quelle herunterladen. Das ist in der Regel eine gepackte Datei mit der Dateiendung ZIP, GZ oder ähnlich, die zuerst entpackt werden muss. Die entpackte Datei sollte ein Image mit der Dateiendung IMG sein, dass man anschließend mit einer geeigneten Software auf die Speicherkarte schreiben muss.

Raspberry Pi OS mit Win32DiskImager installieren (Windows)

Win32DiskImager ist ein Universal-Tool um Images von Laufwerken zu erstellen oder auf Laufwerke zu schreiben. Es ist eine ausführbare Datei. Man muss das Programm also nicht installieren.

Es empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Zuerst steckt man die Speicherkarte in den Kartenleser und überprüft, ob man überhaupt im Windows Explorer darauf zugreifen kann.
  2. Anschließend besorgt man sich das entsprechende Image des Raspberry-Pi-Betriebssystems. Beispielsweise Raspbian. Nach dem Download muss man die Datei ggf. noch entpacken. Das Image muss auf ".img" enden.
  3. Dann besorgt man sich das Programm "Win32DiskImager". Nach dem Download führt man das Programm aus.
  4. Im Feld "Image File" wählt man den Pfad und die Image-Datei aus. Im Feld "Device" wählt man den Laufwerksbuchstaben der SD-Karte aus.
  5. Als letzten Schritt klickt man auf den Button "Write". Der Schreibvorgang wird dann gestartet.

Je nach dem, wie groß das Image und wie schnell die SD-Karte ist, kann das gefühlt sehr lange dauern. Man muss da einfach ein wenig Geduld mitbringen.
Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, kann man die SD-Karte auswerfen, in den SD-Slot des Raspberry Pi stecken und in Betrieb nehmen.

Hinweis: Wenn man im Programm "Win32DiskImager" auf "Read" klickt, dann kann man den Inhalt einer SD-Karte auch als Image sichern. Entweder als Datensicherung oder um eine SD-Karte zu klonen.

Raspberry Pi OS mit „dd“ installieren (Linux und macOS)

Bei Linux und macOS kann man statt eines Programms mit grafischer Oberfläche das Tool "dd" auf der Kommandozeile bzw. im Terminal verwenden. Bei beiden Betriebssystemen sieht der Vorgang ähnlich aus.

Troubleshooting: Nach dem Beschreiben der Speicherkarte

Wenn man nach dem Beschreiben einer Speicherkarte den Inhalt unter Windows oder macOS anschauen will, dann sieht man nur ein Laufwerk bzw. eine Partition (boot), die recht klein ist (ca. 50 MByte). Das ist die Boot-Partition, auf der sich die Firmware für den Raspberry Pi und der Bootloader befinden. Die andere Partition kann man nur mit einem Linux-Betriebssystem sehen bzw. anschauen. Unter Windows und macOS funktioniert das nicht. Es ist also alles in Ordnung.

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