Warum 220 Volt?

Um in Europa ein einheitliches Stromnetz zu haben, hat man in allen europäischen Ländern die Netzspannung auf 230 Volt festgelegt. Dazu hat man in Deutschland die Spannung von 220 Volt auf 230 Volt angehoben.

Doch woher kommen ursprünglich die 220 Volt?

Die richtige Antwort

Am Anfang des Aufbaus von Stromnetzen war man relativ frei bei der Wahl der Spannung. Anfangs waren vor allem elektrische Lichtquellen im Einsatz. Damals Kohlebogenlampen, die eine Brennspannung von 55 Volt hatten. Wann man vier davon hintereinander geschaltet hatte, dann benötigte man 220 Volt. Dabei ist es geblieben.

In den USA und auch anderen Ländern begnügte man sich mit 2 Kohlebogenlampen, wodurch sich eine Netzspannung von 110 Volt erklärt.

27 Gedanken zu „Warum 220 Volt?

  1. Der alte Mr. Edison betrieb seine Lampen mit 55 V Gleichstrom, warum auch immer.
    Da dies selbst den Amis zu unwirtschaftlich erschien, verdoppelte man dort auf 110 Volt beim Aufbau der Ortsnetze (später 117 V Wechselspannung).
    In Europa ging man meist gleich auf 220 Volt, weil Kupfer schon immer teurer war.
    Heinz Kauer

  2. Man nimmt die Spannung zwischen zwei Außenleitern und teilt sie durch die Wurzel aus 3.

    Beispiele:
    380 : √3 = 219,3931
    400 : √3 = 230,9401

  3. Zu Beginn der Elektrifizierung waren die Stadtwerke mit ihren Strassenbahnen der erste Stromlieferant. Die Bahnen fuhren mit 440 VDC.
    Am Abend ,nach Reduzierung des Strassenbahnbetriebes,wollten sie ihren Strom weiter nutz-und gewinnbringend vermarkten. DC ließ sich nicht über weite Strecken wirtschaftlich transportieren. Also teilte man die 440 VDC in vier Netze mit 110 VDC auf. Aus dieser Zeit der DC Stromversorgung stammen die noch manchmal anzufindenden Drehschalter, zur Verhinderung des Lichtbogens beim Ausschalten.Die Zählertafeln und Sicherungen waren auf Porzellantafeln montiert. Der Hauptschalter war als DC Trenner mit Funkenlöschkammer ausgeführt.Meistens 1 Phasig, bei größeren Verbrauchern zweiphasig.Diese 110 VDC Netze wurden später mit 110 VAC betrieben.Inzwischen dürften die letzten 110 VAC Werksnetze der Vergangenheit angehören.

  4. 55 V ist die Spannung unter der ein Lichtbogen ( erste elektrische Lichtquelle ) brennt. Durch Verdopplung erreicht man 110 V (Amerika) und dann 220 V hier.

  5. Warum 220 Volt?
    1885 kaufte George Westinghouse die Patente von Tesla über das Wechselstromsystem, worauf ein erbitterter Kampf zwischen Edisons Gleichstromsystemen und Tesla-Westinghouses Wechselstromsystemen ausbrach, der letztendlich zugunsten des Wechselstroms entschieden wurde. Denn der Wechselstrom hat entgegen dem Gleichstrom den Vorteil, dass er transformiert werden kann und dadurch der Transport über weite Strecken mit hohen Spannungen (400.000 Volt) weitaus effektiver und somit verlustarmer ist. Über (ortsnahe) Umspannstationen wird der Wechselstrom dann in mehreren Stufen herunter transformiert, um ihn „mundgerecht“ in das örtliche Stromnetz einzuspeisen, das dem Verbraucher die benötige Niederspannung (220 / 230 Volt) vor Ort bereitstellt. Die Umstellung von 220 Volt auf 230 Volt (1987) wurde im Rahmen einer europäischen Standardisierung eingeführt.

  6. Die Isolation beim Trafobau wird natürlich umso schwieriger, je höher die Spannung ist. Daher lag der Kompromiss bei ~380kV daraus ergaben sich die 380V Drehstrom und logischerweise 220V Wechselstrom.

  7. Es wurde für die Höhe der Spannung ein „Stück Natur“ gesucht.
    Dieses fand man in der Musik.
    Die Spannung von 220 Volt rührt vom Kammerton A her.
    Der Kammerton A schwingt mit einer Frequenz von 440 Hz, und die Hälfte davon sind die bei uns genutzten 220 Volt.

  8. s.schoeffel hat geschrieben:
    > Man nimmt die Spannung zwischen zwei Außenleitern und teilt sie durch die Wurzel aus 3.
    >
    > Beispiele:
    > 380 : √3 = 219,3931
    > 400 : √3 = 230,9401

    …und woher kommen die 380V?

  9. Stinglwagner Josef hat geschrieben:
    > Es wurde für die Höhe der Spannung ein „Stück Natur“ gesucht.
    > Dieses fand man in der Musik.
    > Die Spannung von 220 Volt rührt vom Kammerton A her.
    > Der Kammerton A schwingt mit einer Frequenz von 440 Hz, und die Hälfte davon sind die bei
    > uns genutzten 220 Volt.

    Wieso ist die Haelfte einer Frequenz eine elektrische Spannung? Das war ja wohl eher als Witz gedacht, oder? Am besten gefaellt mir bis jetzt die Erklaerung mit dem Vielfachen einer Spannung von 55 V, welche mind. benoetigt wird einen Lichtbogen zu erzeugen.

  10. Lasst Euch von einem alten (sprichwörtlich) Pysiker sagen: Bogenlampen (es sind nicht die krummen Dinger an der Strasse gemeint, sondern Lichtbogen-Lampen) bestanden/bestehen aus zwei gegenüberliegenden hochtemperaturbeständigen Graphitstiften. Wenn man an diese 55 V anlegt und kurz zusammenfährt (zündet), ensteht ein sehr heller und auch sehr heisser Lichtbogen (Luft ionisiert bei 55 V). Man hat diesen Effekt eben zur Beleuchtung genutzt (Kinofilmprojektoren älterer Bauart z.B. wurden so betrieben mit einem Kamin zur Abfuhr der Wärme).
    Zur besseren Ausbeute hat man zunächst zwei Lichtbögen in Reihe geschaltet (Amerika 110 V) aber auch vier (Deutschland 220 V).
    Dies – nicht mehr und nicht weniger – ist die ganze Geschichte.
    (BunBold lag doch schon ganz gut)

  11. Rainer S. hat geschrieben:
    > Warum 220 Volt?
    > 1885 kaufte George Westinghouse die Patente von Tesla über das Wechselstromsystem, worauf
    > ein erbitterter Kampf zwischen Edisons Gleichstromsystemen und Tesla-Westinghouses
    > Wechselstromsystemen ausbrach, der letztendlich zugunsten des Wechselstroms entschieden
    > wurde. Denn der Wechselstrom hat entgegen dem Gleichstrom den Vorteil, dass er
    > transformiert werden kann und dadurch der Transport über weite Strecken mit hohen
    > Spannungen (400.000 Volt) weitaus effektiver und somit verlustarmer ist. Über (ortsnahe)
    > Umspannstationen wird der Wechselstrom dann in mehreren Stufen herunter transformiert, um
    > ihn „mundgerecht“ in das örtliche Stromnetz einzuspeisen, das dem Verbraucher die benötige
    > Niederspannung (220 / 230 Volt) vor Ort bereitstellt. Die Umstellung von 220 Volt auf 230
    > Volt (1987) wurde im Rahmen einer europäischen Standardisierung eingeführt.

    mag ja alles sein ich hab jedoch mal gehört dass die entscheidung für den wechselstrom und gegen den gleichstrom getroffen wurde auf grund dass wechselstrom am menschlichen körper bei gleicher spannung mehr schaden anrichtet als gleichtrom (eletrischer stuhl)!

  12. Spannungen (400.000 Volt) weitaus effektiver und somit verlustarmer ist.
    Stimmt!

    Den Je Höher die Stromstärke ist desto höher ist der Verlust in Wärme..und umso größer müsste der Kabelquerschnitt des Leiters sein…

    Aus den Kraftwerk kommen ca 21 kV und werden direkt auf ca 380 kV hochgewandelt damit der Verlust an Wärme gering bleibt.[die umwandlun findet in einen überdimensonialen trafo statt 😉 ]

    Im Verbund Netz befinden sich dann somit ca 380kV (380.000 V ) …diese werden dann von Trafos auf 110 kV umgespannt..in den nähen von den Häusern werden diese 110 kV auf 20kV [[ Die kleinen Traohäuschen die man ab un zu an der Straße sieht? ]
    umgespannt und dann in der letzten finalen stufe vom 20 kV auf 400 V oder 220 (230) V umgespannt werden [ sind glaub ich die kleinen stromkästen ].

    ich hoffe ich konnte helfen… :]
    Lg.
    Pascal L.

  13. Rainer S. hat geschrieben:
    > Warum 220 Volt?
    > 1885 kaufte George Westinghouse die Patente von Tesla über das Wechselstromsystem, worauf
    > ein erbitterter Kampf zwischen Edisons Gleichstromsystemen und Tesla-Westinghouses
    > Wechselstromsystemen ausbrach, der letztendlich zugunsten des Wechselstroms entschieden
    > wurde.

    Ich moechte zu diesem Thema passend meine Stromkrieg-Seite empfehlen:
    „Der Stromkrieg zwischen Edison und Tesla, Teslas Wirken und die Zukunft der Energie…“
    http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/stromkrg.htm

    > Denn der Wechselstrom hat entgegen dem Gleichstrom den Vorteil, dass er
    > transformiert werden kann und dadurch der Transport über weite Strecken mit hohen
    > Spannungen (400.000 Volt) weitaus effektiver und somit verlustarmer ist. Über (ortsnahe)
    > Umspannstationen wird der Wechselstrom dann in mehreren Stufen herunter transformiert, um
    > ihn „mundgerecht“ in das örtliche Stromnetz einzuspeisen, das dem Verbraucher die benötige
    > Niederspannung (220 / 230 Volt) vor Ort bereitstellt.

    Jaja, das schon, aber war es nicht so, dass es erst ueberall 220 Volt gab und erst viel spaeter kam irgend jemand auf die Idee von 220 Volt auf 230 Volt zu erhoehen?

    Genau an diesem Punkt stellt sich die Frage nach der Motivation. Kupfereinsparung? Wohl kaum, der Unterschied ist zu gering. Trotzdem konnte man damit das Elektrogeschaeft ankurbeln. Wo denn? Z.B. bei Netzrafos die zu knapp an die Saettigung heran, aus Spargruenden, dimensioniert worden sind und stets zu warm geworden sind. Diese gingen in vielen Geraeten kaputt und dies fuehrte dazu, dass man nicht nur neue Trafos sondern oft auch Geraete kaufen musste.

    Und ja, falls mir jemand den Verschwoerungstheoriestrick um den Hals legen will, man tut gut daran, immer dann an die Moeglichkeit von konspirativer Mechanismen zu denken, wenn Politik und Macht im Spiel sind. Tu man dies nicht, liefert man erst recht den Naehrboden in diese Richtung!

    > Die Umstellung von 220 Volt auf 230
    > Volt (1987) wurde im Rahmen einer europäischen Standardisierung eingeführt.

    Auweja, Hilfe, wo ist meine Kopfwehtablette!!! *stoehn*

    Gruss
    Thomas 🙂 🙂 🙂

  14. Der Zusammenhang zwischen den europäischen (ehemaligen) 220 Volt und den US-amerikanischen 110 Volt ist aber durchaus physikalischer Natur: Beide sind ein Vielfaches von 55 Volt. Bei der Erfindung des ersten elektrischen Lichts kam nämlich zuerst die Bogenlampe zum Einsatz, die idealer mit 55 Volt betrieben wurde. Eine Bogenlampe besteht aus zwei Kohlestäben, die aufeinander zugeführt werden, und wenn sie dicht genug sind, springt ein Funken über und erzeugt Licht. Bei einer Spannung unter 55 Volt kommt keine Zündung zustande, oder nur unzulänglich, über 55 Volt flackert das Licht.

    Die frühen Kraftwerke, etwa das erste Berliner Kraftwerk der Bewag im Jahre 1884, liefen denn auch mit 55 Volt, weil das Licht die wichtigste Anwendung der beginnenden Stromversorgung war. Da der Strom aber bei niedriger Spannung nur kurze Entfernungen zurücklegen kann, begannen die Elektrotechniker bald, Lampen hintereinander zu schalten und die Spannung von 55 auf 110 Volt zu erhöhen. Damit konnten die Kraftwerke größere Gebiete mit Strom versorgen. Auch die etwas später von Edison entwickelten Glühlampen funktionierten am besten bei 110 Volt.

    In Europa verdoppelte man nochmals die Spannung auf 220 Volt – auch hier wurden zunächst die Glühlampen hintereinander geschaltet – und schrieb sie in entsprechenden DIN-Normen fest. In den USA blieb man beim niedrigen Wert – ob dies aus Sicherheitsgründen oder aus Liebe zum Gewohnten geschah, ist schwer zu beurteilen. Denn Spannung ist gewissermaßen die Geschwindigkeit der Elektronen, die durchs Stromkabel fließen – und je höher sie ist, umso gefährlicher ist sie auch. Um die gleiche Leistung der Elektrogeräte zu sichern, ist in den USA dafür die Stromstärke – also die Zahl der Elektronen – höher, und die Stromkabel einfach dicker sind. Für den Reisenden von heute bedeutet das jedenfalls, immer den entsprechenden Transformator einzustecken, oder aber das entsprechende Gerät vor Ort zu kaufen.

  15. gjo46 hat geschrieben:

    > Bei der Erfindung des ersten elektrischen Lichts kam nämlich zuerst die Bogenlampe zum
    > Einsatz, die idealer mit 55 Volt betrieben wurde. Eine Bogenlampe besteht aus zwei
    > Kohlestäben, die aufeinander zugeführt werden, und wenn sie dicht genug sind, springt ein
    > Funken über und erzeugt Licht.

    DIE SACHE MIT DEM FUNKEN

    Bei einer Spannung von 1000 Volt betraegt die kritische Distanz bei der ein Funken ueberspringt, etwa 1 mm, in der Luft bei Normaldruck. Es ist natuerlich abhaengig von der Form der Elektrode. Bei spitzen Elektroden ist diese krische Distanz etwas groesser, weil die Feldstaerke an einer Spitze deutlich groesser ist. Es ist aber ganz bestimmt nicht 1 cm!

    Bei 55 Volt betraegt diese kritische Distanz etwa 0.055 mm. Das ist sowenig, dass man kaum eine teure Hochpraezisionsmechanik fuer eine Bogenlampe baut, welche diese exakte Einstellung moeglich macht. Es ist daher vielmehr so, dass die beiden Graphitstangen kurzzeitig zusammengefuehrt (beinahe Kurzschluss) und wieder getrennt werden. Bei diesem Trennvorgang ensteht ein heisser Funke (bei genuegend hohem Strom) der die umgebende Luft ionisiert. Dadurch koennen diese beide Elektroden leicht fuer mehrere Millimeter getrennt werden. Der Lichtbogen bleibt durch die staendige Nach-Ionisierung erhalten. Dabei eignet sich Gleichstrom am besten, weil es keine Spannungs-Nulldurchgaenge gibt und der Lichtbogen, bei ungenuegender Rest-Ionisierung den Abbruch droht.

    Soviel dazu…

    > Bei einer Spannung unter 55 Volt kommt keine Zündung
    > zustande, oder nur unzulänglich, über 55 Volt flackert das Licht.

    Die richtige Spannung stellt sich dann ein, wenn man nicht mit einer Spannung-, sondern Stromquelle arbeitet. Das Problem dabei ist, dass dann die Verluste relativ hoch ausfallen…

    >
    > Die frühen Kraftwerke, etwa das erste Berliner Kraftwerk der Bewag im Jahre 1884, liefen
    > denn auch mit 55 Volt, weil das Licht die wichtigste Anwendung der beginnenden
    > Stromversorgung war.

    Noch in der 1960er-Jahren gab es enorm starke fukussierte Lichtbogenlampen welche die natuerlichen Landesgrenze an einem See des nachts nach Schmugglern „abstastete“. Ich habe das selbst noch erlebt, – wobei ich nicht der Schmuggler war. 🙂

    > In Europa verdoppelte man nochmals die Spannung auf 220 Volt – auch hier wurden zunächst
    > die Glühlampen hintereinander geschaltet – und schrieb sie in entsprechenden DIN-Normen
    > fest. In den USA blieb man beim niedrigen Wert – ob dies aus Sicherheitsgründen oder aus
    > Liebe zum Gewohnten geschah, ist schwer zu beurteilen.

    Vielleicht hatte die Kupferindustrie ein Woertchen mitzureden… 🙂

    Gruss
    Thomas

  16. Weis nicht ob es stimmt, aber ich habs mal so gehört:
    Am Anfang wurde fast einheitlich 110V verwendet. (Nicht ganz so tödlich bei Fehlern)
    Dann große Materialknappheit während des ersten Weltkriegs und irgend so ein Rechenknecht rechnet aus das die Einsparungen an Kupfer volkswirtschaftlich enorm sind wenn man dünnere Leiter verwenden kann.
    (Ein gewisses Risiko kann ja in Kriseszeiten eingegangen werden und das Kupfer braucht man schließlich auch für Munition)
    Also alle neuen Anlagen auf 220V umgestellt. 110V gabs auch in der Bundesrepublik in manchen Gegenden noch recht lang.
    Umstellung auf 230V kam dann erst später aus technischen Gründen.
    Wie gesagt: ob’s stimmt weis ich nicht.

  17. >>mag ja alles sein ich hab jedoch mal gehört dass die entscheidung für den wechselstrom und gegen den gleichstrom getroffen wurde auf grund dass wechselstrom am menschlichen körper bei gleicher spannung mehr schaden anrichtet als gleichtrom (eletrischer stuhl)!

  18. Ach, glaubst du das die einführung der Wechselspanung aus derartig martialischen Gründen geschah?

    Das Hauptargument im AC-DC-Streit war doch das Schadenspotenzial, und das wurde immer gegen den Wechselstrom gerichtet.

    Ich denke, da spielten eher ökonomische Überlegungen eine Rolle.

  19. Einen Stromschlag mit 220 Volt soll man noch überleben können, jedenfalls der durchschnittliche Mensch.

  20. Du kannst auch einen Schlag von mehr als 1000V überleben!

    Ich selbst wurde schon öfters mit 1000V geschockt… Isolationsmessung durch einen Kollegen im Betrieb. Er fing schon an den Fehler zu suchen, wärend ich abklemmte. Leider war der Schluss auf die Leitung die ich in der Hand hatte. Es ist die Einwirkzeit und Stromstärke von großer Bedeutung.

    Über AC und DC gab es wirklich einen lustigen Gerichtsstreit zwischen Edison und Westinghouse. Edison wurde als Zeuge vor Gericht gebeten und sollte dort über die gefahren des Wechselstromes berichten.

    Hierzu wurde als Beispiel der elektrische Stuhl genommen, den Westinghouse entwickelte. Der frühe Wechselstrom führte bei der versuchten Hinrichtung oft zu Zwischenfällen, wo die Verurteilten nicht schnell starben, sondern Minutenlang qualvollen Schmerzen ausgesetzt waren und sogar die Haut aufplatzte, viel Rauch/Dampf aufstieg oder Blut aus sämtlichen Körperöffnungen strömte.

    Edisons Befühworter des Gleichstromes nannten diese Tötungsmethode via Wechselstrom verächtlich „Gewestinghoust werden“ oder auch „Westinghousing“.

    Die Anhebung der Netzspannung von 220V~ auch 230V~ hatte meines Wissens, nur den Sinn die gleiche Leistung bei geringeren Verlusten über die Leitung zu bekommen.

  21. jeder von uns hat schon mal nen schlag von mehreren tausend Volt abbekommen – durch statische Aufladung. Kommt eben vor allem auf die Leistungsdichte an, nicht nur auf die Spannung…

    Zum Thema: Ich denke auch, die 220 kommen von Vielfachen der 55V für eine Bogenlampe. Warum dann nicht überall? Irgendwann hat man verstanden, dass Bogenlampe nicht das Maß aller Dinge ist, zu späteren Zeitpunkten hat man woanders also einfach 400V als Spitzenspannung (=230V) verwendet.

  22. Als ausgebildeter Elektroniker habe ich gelernt, dass die Wahl auf Wechselstrom gefallen ist weil die Verluste beim Transport über HV-Leitungen deutlich geringer ist, als bei Gleichspannung.

    Noch etwas zum Tod durch Stromschlag:
    Jeder Mensch reagiert anders… grundsätzlich sagt man, dass ein Stromschlag welcher einen Stromfluss von 50mA über das Herz erzeugt tödlich sein kann.

    (Die angaben sind aus Lehrbücher und Arbeitsblättern aus meiner Lehrzeit)

  23. Nur um das nochmal halbwegs richtig zu stellen:
    > Aus den Kraftwerk kommen ca 21 kV und werden direkt auf ca 380 kV
    > hochgewandelt damit der Verlust an Wärme gering bleibt.[dieumwandlun > findet in einen überdimensonialen trafo statt 😉 ]

    Das ist somit schonmal Ansatzweise richtig, allerdings erzeugen die Generatoren in den Kraftwerken oft eine andere Spannung, als 21kV. Hier in der Gegen gibt es ein Pumpspeicherwerk, dessen Generatoren 15,75kV liefern.
    Genauso ist das Hochspannen auf 380kV nicht falsch, allerdings gibt es viele Kraftwerke, die in eine andere Spannungsebene Einspeisen. Das geht bis runter in das 20kV Netz der Regionalversorger, in das von kleineren Kraftwerken, Biokraftwerke oder manche Muellgasverbrennungen. Genauso gibt es etliche Kraftwerke die ueber einen Trafo in die 220kV oder 110kV Ebene einspeisen.

    > Im Verbund Netz befinden sich dann somit ca 380kV (380.000 V ) > …diese werden dann von Trafos auf 110 kV umgespannt..in den nähen > von den Häusern werden diese 110 kV auf 20kV [[ Die kleinen > Traohäuschen die man ab un zu an der Straße sieht? ]
    > umgespannt und dann in der letzten finalen stufe vom 20 kV auf 400 V > oder 220 (230) V umgespannt werden [ sind glaub ich die kleinen > stromkästen ].

    Neben dem 380kV Netz betreibt man allerdings auch noch das 220kV Netz als Hoechstspannungsebene. Generell gibt es in Deutschland in der Hoechstspannungsebene 380kV und 220kV. In der Hochspannung (von 50kV und 150kV) Hauptsaechlich die 110kV, allerdings gibt es manchmal noch recht alte 60kV Netze, von denen man sich aber zu trennen versucht.

    Die Umspannung von 110kV auf 20kV geschieht allerdings nicht in den Trafohaeuschen, sondern im Umspannwerk. Die Trafohaeuschen der Regionalversorger spannen dann nochmal runter, von 20kV auf 230 Volt. In den Stromkaesten stehen keine Trafos, dort sind meistens nur Niederspannungshochleistungssicherungen (NH-Sicherung) drin. Eine spezielle Schmelzsicherung.

    Uebrigens kann man die Spannung zumindest im Hoechst- und Hochspannungsbereich zumindest bei den Freileitungen anhand der Anzahl der hintereinandergehangenen Kettenisolatoren bestimmmen. Und zwar hat ein Kettenisolator an den Masten eine Laenge von etwas mehr als 1m. Der mit Beruehrung gleichzusetzende Mindestabstand bei 110kV betraegt 1,1m, bei 220kV 2,1m und bei 380kV 2,9m. Somit hat eine 110kV Leitung einen Isolator, eine 220kV Leitung zwei Isolatoren und eine 380kV Leitung drei Isolatoren.
    Ich habe allerdings gehoert, dass in Gebieten mit starker Luftverschmutzung oft laengere Isolatoren benutzt werden oder ein Kettenisolator hinzugefuegt wird, weil sich die Verschmutzung sich auf dem Isolator niederschlaegt, und es dadurch leichter zu einem Kriechstrom oder einer Gleitentladung ueber die Isolatoroberflaeche kommen kann.

  24. Nur um das nochmal halbwegs richtig zu stellen:
    > Aus den Kraftwerk kommen ca 21 kV und werden direkt auf ca 380 kV
    > hochgewandelt damit der Verlust an Wärme gering bleibt.[dieumwandlun > findet in einen überdimensonialen trafo statt 😉 ]

    Das ist somit schonmal Ansatzweise richtig, allerdings erzeugen die Generatoren in den Kraftwerken oft eine andere Spannung, als 21kV. Hier in der Gegen gibt es ein Pumpspeicherwerk, dessen Generatoren 15,75kV liefern.
    Genauso ist das Hochspannen auf 380kV nicht falsch, allerdings gibt es viele Kraftwerke, die in eine andere Spannungsebene Einspeisen. Das geht bis runter in das 20kV Netz der Regionalversorger, in das von kleineren Kraftwerken, Biokraftwerke oder manche Muellgasverbrennungen. Genauso gibt es etliche Kraftwerke die ueber einen Trafo in die 220kV oder 110kV Ebene einspeisen.

    > Im Verbund Netz befinden sich dann somit ca 380kV (380.000 V ) > …diese werden dann von Trafos auf 110 kV umgespannt..in den nähen > von den Häusern werden diese 110 kV auf 20kV [[ Die kleinen > Traohäuschen die man ab un zu an der Straße sieht? ]
    > umgespannt und dann in der letzten finalen stufe vom 20 kV auf 400 V > oder 220 (230) V umgespannt werden [ sind glaub ich die kleinen > stromkästen ].

    Neben dem 380kV Netz betreibt man allerdings auch noch das 220kV Netz als Hoechstspannungsebene. Generell gibt es in Deutschland in der Hoechstspannungsebene 380kV und 220kV. In der Hochspannung (von 50kV und 150kV) Hauptsaechlich die 110kV, allerdings gibt es manchmal noch recht alte 60kV Netze, von denen man sich aber zu trennen versucht.

    Die Umspannung von 110kV auf 20kV geschieht allerdings nicht in den Trafohaeuschen, sondern im Umspannwerk. Die Trafohaeuschen der Regionalversorger spannen dann nochmal runter, von 20kV auf 230 Volt. In den Stromkaesten stehen keine Trafos, dort sind meistens nur Niederspannungshochleistungssicherungen (NH-Sicherung) drin. Eine spezielle Schmelzsicherung.

    Uebrigens kann man die Spannung zumindest im Hoechst- und Hochspannungsbereich zumindest bei den Freileitungen anhand der Anzahl der hintereinandergehangenen Kettenisolatoren bestimmmen. Und zwar hat ein Kettenisolator an den Masten eine Laenge von etwas mehr als 1m. Der mit Beruehrung gleichzusetzende Mindestabstand bei 110kV betraegt 1,1m, bei 220kV 2,1m und bei 380kV 2,9m. Somit hat eine 110kV Leitung einen Isolator, eine 220kV Leitung zwei Isolatoren und eine 380kV Leitung drei Isolatoren.
    Ich habe allerdings gehoert, dass in Gebieten mit starker Luftverschmutzung oft laengere Isolatoren benutzt werden oder ein Kettenisolator hinzugefuegt wird, weil sich die Verschmutzung sich auf dem Isolator niederschlaegt, und es dadurch leichter zu einem Kriechstrom oder einer Gleitentladung ueber die Isolatoroberflaeche kommen kann.

  25. Ich habe noch eine Erklärung beizusteuern:

    T.A. Edison war weniger ein Erfinder, als ein gerissener Geschäftsmann der die Ideen anderer klaute und vermarktete. So hatte er u.A. eine Batteriefabrik die Batterien mit einer Zellenspannung von 1,1 Volt produzierte d.H. 100 Zellen liefern 110 Volt! Das war der eigentliche Grund für E’s Krieg gegen den Wechselstrom – er wollte Batterien verkaufen. Es waren also keine technischen Gründe, sondern rein Kommerzielle Erwägungen. Dazu gehört, dass ein Gleichstromgenerator technisch viel aufwändiger herzustellen und zu betreiben ist als ein Wechselstromgenerator der keinen Kommutator benötigt.
    Etwas Ähnliches hat sich in Deutschland später auch zugetragen:
    Ein gewisser Postminister Schwarz-Schilling hat Deutschland in den Achtzigern mit den damals bereits technisch völlig veralteten Kupferkabeln Fernsehverkabelt (Seid vergraben Milliarden…)
    Der Grund: Die Frau dieses Ministers war Eigentümer der Firma Sonnenschein Akkumulatoren. Und die Kupferkabel brauchen halt alle paar hundert Meter einen Verstärker der mit (Sonnenschein-)Akkumulatoren betrieben wird. Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

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