IMS - IP Multimedia Subsystem

IMS ist eine technische Implementierung für ein Next Generation Network. Es bietet einem Netzbetreiber die Möglichkeit, zum Anbieter von Kommunikationsdiensten zu werden, und nicht als reiner Zugangsanbieter zu werden.

IMS ist eine Vermittlungstechnik für IP-basierte Multimedia-Anwendungen im Festnetz und Mobilfunknetz. IMS stützt sich auf bereits bestehende Industriestandards, die vom ETSI (TISPAN) und 3GPP (IMS) standardisiert wurden. Die Unterstützer von IMS, die sich im IMS Forum organisieren, kommen aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen wie Software, Infrastruktur und Mobilfunk.

IMS - IP Multimedia Subsystem

Im Jahr 2003 wurde IMS erstmals von der 3GPP spezifiziert. Ursprünglich wurde IMS vom 3GPP als "Service Network" auf Basis des Internet-Protokolls (IP) für das UMTS-Mobilfunknetz erarbeitet. Es wird aber auch im LTE-Mobilfunknetz eingesetzt. Der akademische und theoretische Ansatz wurde mehrmals verbessert und erweitert. Dabei kam ein Standard heraus, der beschreibt, wie Multimedia-Verbindungen und -Dienste durch ein IMS Core Network gesteuert werden. Über offene Schnittstellen zum Core Network stellen Anwendungsserver die Dienste bereit. Dafür wurden Signalisierung, Transport und Sicherheitsmechanismen definiert, aber nicht die Dienste selber.

Die Standardisierung wurde auf das Festnetz ausgeweitet. Parallel dazu hatte man sich beim ETSI (European Telecommunication Standardization Institute) in zwei Arbeitsgruppen (ETSI TIPHON und ETSI SPAN) mit der NGN-Standardisierung für das Festnetz beschäftigt. Beide Arbeitsgruppen zu ETSI TISPAN (Telecommunication and Internet Converged Services and Protocols for Advanced Networking) sind zusammengefasst.

Das 3GPP hat IMS als allgemeines IP-basiertes Vermittlungsnetz definiert. Dabei hatte man die Vorstellung, dass verschiedene Zugangsnetze an das IMS Core Network angedockt werden können. Daraufhin begannen ETSI und 3GPP zusammenzuarbeiten. Als Ergebnis wurde Ende 2005 im ETSI TISPAN die 3GPP-Spezifikation IMS aufgenommen. Nur an wenigen Stellen wurde sie angepasst.

IMS bildet die Basis eines Next Generation Network (NGN). IMS kann alle Kommunikationsdienste auf einer Plattform zusammenfassen, um vielseitige IP-basierte Kommunikationsdienste zu ermöglichen.

Eigenschaften

  • Paketorientiertes Kern-Netz für alle Dienste (Daten, Sprache, Multimedia)
  • Trennung von Transport- und Diensteebene
  • Offenheit für neue Dienste
  • Einheitliches Netzmanagement für alle Netzwerkebenen
  • kurze Einführungszeit für neue Produkte und Dienste

Funktionen

  • IP-basierte Echtzeit-Kommunikationsdienste von Mensch-zu-Mensch (Sprach- und Videotelefonie), von Mensch-zu-Maschine (Spiele) und Maschine-zu-Maschine (Automatisierung)
  • Verbindungs- und Dienstesteuerung und Nutzdatentransport
  • Quality of Service für IP-Konnektivität und Dienste
  • Integration aller bestehender Zugangsnetze
  • Integration von Application Server
  • Provider-übergreifende Funktionen
  • Einhaltung geltender regulatorischer Anforderungen (z. B. Notruf)

Technik

IMS basiert auf SIP, dem Signalisierungsprotokoll von Voice over IP (VoIP). Die Verbindung zwischen den verschiedenen Netztypen wird durch Media-Gateways geschaffen. Für den Nutzer kann es egal sein, aus welchem Netz er auf Dienste und Anwendungen zugreift. Der Unterschied zwischen drahtgebundenen und drahtlosen Netzen verschwindet. Man spricht dabei von "Seamless Mobility". Der Kunde soll irgendwann nicht mehr merken, über welches Netz er Telefongespräche führt oder Daten überträgt. In einem solchen Netz spielt es dann irgendwann keine Rolle mehr, mit welchem Endgerät, welche Inhalte abgerufen oder Dienste genutzt werden. Es gibt dann weiterhin verschiedene Netze, die aber nur noch auf dem Internet-Protokoll (IP) basieren.

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