NGN-Netzarchitektur

Netzmodernisierung

Im herkömmlichen Telefonnetz ist ATM die Übertragungs- und Vermittlungstechnik für Datenpakete. Bei der Einführung eines NGN muss das alten historisch gewachsene Telefonnetz auf eine neue Netzstruktur umgestellt werden. In den NGNs werden die Komponenten der Vermittlungsstellen durch Ethernet-Komponenten, wie Switche und Router ersetzt. Während ATM eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen DSL-Modem und Access-Concentrator herstellt, werden die Ethernet-Pakete direkt in die Ethernet-Switche eingespeist. Dort übernimmt ein Access-Concentrator den Übergang ins Internet.

Statt bisher vier Netzebenen – IP, ATM, SDH, DWDM – wird es künftig nur noch drei Ebenen geben, nämlich IP, Ethernet und DWDN oder ein anderes optisches Transportnetz (OTN). Ziel ist es auch auf Ethernet zu verzichten und IP direkt auf DWDN aufzusetzen. Die bestehenden Netze werden schrittweise umgestellt.

Dienste und Transport

Ein NGN trennt zwischen dienstbezogenen Funktionen und den Transport-Funktionen. Das NGN stellt den Diensten Bandbreite und Dienstgüten zu Verfügung. Neben Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sind auch Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen möglich. Viele Dienste sind heute schon IP-basiert. Deshalb bildet das Internet-Protokoll (IP) die Konvergenzschicht des NGN und interagiert mit der darunterliegenden Ethernet-Schicht. Ethernet-Komponenten sind weit verbreitet und günstiger als andere Vermittlungssysteme und Architekturen. Ethernet-basierte IP/MPLS-Netze transportieren den wachsenden Datenverkehr kostengünstig und effizient.

Netzarchitektur für das Next Generation Network (NGN)

Das NGN teilt sich in eine Transport- und Anwendungsschicht. Die Transportschicht wird durch das Network-Attachment-Subsystem (NASS) und das Resource-Admission-Control-Subsystem (RACS) gesteuert. Das NASS unterstützt die IP-Adressvergabe. IP-Schicht-Authentifizierung, Autorisierung und Zugangsnetzkonfiguration basieren auf Benutzerprofilen. Das RACS ist die Zugangskontrolle, die auf den Benutzerprofilen, den Betreiberregeln und den Transportnetzressourcen beruht.

Das Core IMS ist ein Dienst-Subsystem. Es ist eine Untermenge des IMS (IP Multimedia Subsystem), eine offene Systemarchitektur, die unabhängig von der Zugangstechnik IP-basierte Dienste unterstützt. Für die herkömmliche Telefonie (analog/ISDN) gibt es ein Emulationssubsystem.

Netzmodernisierung

Netzmodernisierung

Wenn die Netzbetreiber ihre Backbones von ATM auf Ethernet und IP umstellen, bedienen sie sich ganz normaler, für WAN geeignete Geräte. Diese Komponenten sind billiger als die übliche Hardware.
Im ersten Schritt sind die bestehenden Teilnehmer-Anschlüsse von der Umstellung nicht betroffen. Dort wird weiterhin mit Analog-, ISDN- und DSL-Anschlüssen gearbeitet. Nur bei Neuanschlüssen schalten die Netzbetreiber den neuen Kunden einen DSL-Anschluss. Über diesen DSL-Anschluss werden dem Kunden die Dienste freigeschaltet, die er bestellt hat. Ein Schnittstellen-Wandler, IAD genannt, sorgt dafür, dass der Kunde sein Telefon an diesem Anschluss betreiben kann. Für den Kunden ist das dann ein ganz normaler Telefonanschluss. Obwohl es sich um einen DSL-Anschluss handelt, merkt der Kunde im Regelfall nichts davon.
Im Zuge der Konvergenz werden alle Dienste auf eine Plattform gebracht.

Übersicht: NGN

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