DVB-H - Digital Video Broadcast for Handheld

DVB-H ist ein weltweit geltender Standard für eine Übertragungstechnik von Fernseh- und Radio-Inhalten in der Mobilfunktechnik, der von allen Handy-Herstellern unterstützt wird.
DVB-H nutzt die gleichen Frequenzen wie DVB-T. Die Datenströme von DVB-H und DVB-T können gleichzeitig parallel in einem Übertragungskanal gesendet werden. Erst auf der physikalischen Ebene beginnen sich DVB-H und DVB-T zu unterscheiden. Da in Deutschland bereits DVB-T in Betrieb ist, bietet es sich an DVB-H für Handy-TV zu nutzen.
In DVB-H werden alle Dienste per Internet Protocol (IP) übertragen. Das vereinfacht die Verknüpfung mit anderen Netzwerken. Die IP-Daten werden mit Hilfe des Multiprotocol Encapsulation (MPE) in den DVB-T-Datenstrom eingebettet. IP-Datacast ermöglicht es in DVB-H den Mobilfunk, wie zum Beispiel GPRS und UMTS zu integrieren, als Rückkanal (Upstream) für interaktive Dienste nutzen zu können.
DVB-H hat eine Bandbreite von 10 MBit/s pro Kanal. Diese Datenmenge erzeugt einen hohen Stromverbrauch in den Handys. Um das Problem zu umgehen wird ein spezielles Empfangsverfahren verwendet. Man nennt es Time-Slicing. Dabei werden die Daten portionsweise in Datenbursts gesendet und empfangen. Zwischen den Datenbursts entstehen Ruhepausen. Dabei schaltet das Gerät in den Ruhebetrieb. Dadurch wird der Stromverbrauch gesenkt.
Durch Multiplexing können bis zu 30 Fernsehprogramme in einem Übertragungskanal übertragen werden. Bei statistischem Multiplexing können es sogar 50 Programme sein. Dieses Verfahren ist deshalb möglich, weil nicht jedes Fernsehprogramm immer die volle Bandbreite braucht, sondern wegen Standbildern auch mal deutlich weniger. Als Kompressionsverfahren wird für Video "MPEG-4 AVC (H.264)" und für Audio "High Efficiency AAC" verwendet. Zusätzlich hat DVB-H Mechanismen um Übertragungsfehler zu vermeiden oder auszugleichen.
Die Umschaltzeit zwischen den Sendern beträgt bei DVB-H drei bis vier Sekunden. Der Ton ist bereits eine Sekunde vorher zu hören. Live-Sendungen, wie zum Beispiel Fußball-Übertragungen, laufen mit bis zu 10 Sekunden Verzögerung hinter dem analogen Rundfunkprogramm her. Diese Problematik ist auch von den anderen DVB-Verfahren bekannt.

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