Das Buch zu dieser Webseite

Operationsverstärker
und
Instrumentationsverstärker

Operationsverstärker und Instrumentationsverstärker

Käufer Elektronik-Workshop Kundenmeinung:
Mein Lob gilt der übersichtlichen und schönen Darstellung und der guten didaktischen Aufbereitung. Selten werden Schaltungen so gut erklärt, dass es auch noch Spaß macht sich damit zu beschäftigen.

Jetzt bestellen!

Das Buch zu dieser Webseite

Timer 555

Timer 555

Käufer des Timer-Buchs Kundenmeinung:
Hätte ich das Timer-Buch schon früher gehabt, dann hätte ich mir die Rumfrickelei am NE555 sparen können.

Das Timer-Buch
jetzt bestellen!

Das Buch zu dieser Webseite

Elektronik-Fibel

Die Elektronik-Fibel, das Elektronik-Buch

Käufer der Elektronik-Fibel Kundenmeinung:
Die Elektronik-Fibel ist einfach nur genial. Einfach und verständlich, nach so einem Buch habe ich schon lange gesucht. Es ist einfach alles drin was man so als Azubi braucht. Danke für dieses schöne Werk.

Elektronik-Fibel
jetzt bestellen!

Pullup-, Pulldown-Widerstand
und Entstörungsmassnahmen


  • Das Inhaltsverzeichnis meiner Elektronik-Minikurse

  • Die Philosophie meiner Elektronik-Minikurse
        (WICHTIG: Unbedingt zur Kenntnis nehmen!)

  • Hilfe bei Leserfragen.
        (WICHTIG: Unbedingt zur Kenntnis nehmen!)

  • Simulieren und Experimentieren, ein Vorwort von Jochen Zilg

  • Autor:   Thomas Schaerer           Buch 1    Buch 2

  • Was ist ein Pullup- und ein Pulldown-Widerstand?

    Pull heisst bekanntlich ziehen, Up heisst rauf und Down heisst runter. Ein Pullup-Widerstand zieht also etwas hinauf und ein Pulldown-Widerstand zieht etwas hinunter. Genau so einfach ist es. Der eine zieht die elektrische Spannung hinauf und der andere zieht die Spannung hinunter. Das Hinaufziehen geht dabei meist bis zum Betriebsspannungswert +Ub und das Hinunterziehen hinunter auf GND, oder im Falle einer symmetrischen Betriebsspannung von ±Ub auf -Ub.

    Es gibt zwei Möglichkeiten einen Taster mit einem logischen Gatter zu verbinden. Will man dafür sorgen, dass der Eingangspin logisch LOW erhält wenn die Taste gedrückt wird, so gilt das Schaltbild auf der linken Seite. Der Taster - es kann selbstverständlich auch ein Schalter sein - liegt zwischen dem Eingang des Gatters und GND. Der Pullup-Widerstand liegt zwischen dem Eingang und +Ub. Beim Öffnen des Tasters zieht der Pullup-Widerstand die Spannung am Anschlusspin hoch bis zum Betriebsspannungswert +Ub, was logisch HIGH entspricht. Will man dafür sorgen, dass der Eingangspin logisch HIGH erhält wenn die Taste gedrückt wird, so gilt das Schaltbild auf der rechten Seite. Der Kontakt liegt zwischen dem Eingang des Gatters und +Ub. Der Pulldown-Widerstand liegt zwischen dem Eingang und GND. Beim Öffnen des Kontaktes zieht der Pulldown-Widerstand die Spannung am Eingang hinunter auf GND, was logisch LOW entspricht. LOW oder HIGH wird am Eingang nur dann per Widerstand erreicht, wenn es ein CMOS-Eingang ist, weil dieser extrem hochohmig ist. Bei TTL-Bausteinen ist dies nicht der Fall, wie wir noch sehen werden.

    Es werden hier Eingänge von NAND-Gattern gezeigt. Natürlich können dies auch andere digitale Eingänge sein. Bei der Anwendung von Pullup- und Pulldown-Widerständen geht es ganz einfach immer darum, dass bei einem offenen Kontakt der korrekte logische Eingangspegel garantiert ist. Darauf werden wir noch näher eingehen.



    Das RS-Flipflop

    Das RS-Flipflop ist eine typische Anwendung für Pullup- oder Pulldown-Widerstände. Immer dann wenn mechanische Kontakte zur Anwendung kommen, sind diese Pullup- oder Pulldown-Widerstände notwendig um den Logikpegel bei offenem Kontakt sicher zu stellen. Sollte der Leser nicht wissen was ein RS-Flipflop ist, so mache er sich bitte schlau in Patrick Schnabels RS-Flipflop-Grundkurs in:


    Auf dieser Seite wird je ein RS-Flipflop mit zwei NAND- und zwei NOR-Gattern vorgestellt. Bild 2 (hier) illustriert zusätzlich die Pullup- und Pulldown-Widerstände. Die Dimensionierung dieser Widerstände wird weiter unten thematisisert.



    Der prellfreie Schalter mit RS-Flipflop

    Der prellfreie Taster, oder Schalter, zeigt Bild 3 in den Ausführungen mit NAND- und NOR-RS-Flipflops. Dies ist eine sehr typische Anwendung für RS-Flipflops mit Pullup- bzw. Pulldown-Widerständen. Nachteilig ist, dass man einen Umtaster, bzw. Umschalter, einsetzen muss. Einen prellfreien Taster oder Schalter mit nur einem Arbeitskontakt muss mit einem Monoflop realisiert werden, dessen Impulsdauer grösser ist als die Prellzeit.

    Wie man ein RS-Flipflop in einer stark EMV-verstörten Umgebung, z.B. in einer Steuerungsanwendung im 230-VAC-Bereich, desensibilisiert, zeigt folgender Elektronik-Minikurs (Bilder 4, 5 und 6):



    TTL war früher, (H)CMOS ist heute

    Die Transistor-Transistor-Logik wird hier bloss noch vollständigkeitshalber thematisiert. Für neue Projekte werden nicht mehr Standard-TTL, LS-TTL oder ALS-TTL eingesetzt. Wer trotzdem mehr zu diesen Bausteinen, jedoch auch einiges über CMOS erfahren möchte, empfehle ich meinen Artikel aus dem Jahre 1992 in:

    Zu erwähnen sei noch, dass bis heute (2006) die Highspeed-CMOS-Bauteile (74HCxxxx) durch die schnelleren Advanced-CMOS-Bauteile (74ACxxxx) weitgehend verdrängt worden sind.



    Standard-TTL und die Pullup- und Pulldown-Widerstände

    Bild 4 zeigt zwei Standard-TTL-Eingänge. Links mit einem Pullup- und rechts mit einem Pulldown-Widerstand beschaltet.

    Betrachten wir zuerst das linke Schaltbild. Wie gross muss Rpu (Resistor-pullup) sein? Im Prinzip kann er beinahe beliebig gross dimensioniert werden oder man könnte auf ihn auch ganz verzichten. Bei offenem Eingang fliesst ein T1-Basisstrom, begrenzt durch R1, über die T1-Basis-Kollektordiode in die Basis von T2. T2 und T4 leiten und T3 ist offen. Der Ausgang des TTL-NAND-Gatter liegt damit auf logisch LOW. Wenn Rpu eingesetzt wird, steigt die Spannung am Eingang auf die Betriebsspannung von +5 VDC. Damit wird der Störabstand des Eingangs verbessert, was sich besonders bei langen Leitungen am Eingang störsicherer auswirkt. Der Emitter-Kollektor-Sperrstrom des T1 ist so gering, dass Rpu relativ hochohmig gewählt werden kann. 100 k-Ohm sind zwar möglich, empfohlen werden jedoch Werte zwischen 5 und 10 k-Ohm. Zu hohe Rpu-Werte erhöhen durch Einkopplung über parasitäre Leitungskapazitäten die Störempfindlichkeit.

    Betrachten wir jetzt das rechte Schaltbild. Wie gross muss Rpd (Resistor-pulldown) sein? Hier fliesst ein T1-Basisstrom über einen der beiden T1-Emitter und Rpd nach GND. Aus T1 fliesst kein Kollektorstrom wenn einer der beiden Emitter von T1 auf GND-Pegel liegt, weil die Basis von T2 über die leitende Kollektor-Emitterstrecke von T1 ebenfalls auf GND gezogen wird. Der Basisstrom von T1 entspricht dem Emitterstrom von T1.

    Dieser Strom erzeugt in Rpd einen Spannungsabfall und dieser darf gemäss Datenblatt 0.8 VDC nicht überschreiten. Der durch R1 begrenzte Strom liegt bei maximal 1.1 mA. Damit die Spannung von 0.8 VDC am Eingang nicht überschritten wird, darf Rpd nicht grösser als 720 Ohm sein. Es werden in der Praxis allerdings Werte unter 500 Ohm, in der Regel ein Widerstand von 390 Ohm, empfohlen.

    Bei der Anwendung von Pulldown-Widerständen zeigt sich bei Standard-TTL-Schaltungen sogleich ein gravierender Nachteil: Der Strom ist bei geschlossenem Taster- oder Schaltkontakt relativ gross. Bei einem Rpd-Wert von 390 Ohm resultiert ein Strom von 13 mA. Im Gegensatz dazu erzeugt ein Rpu-Wert von 10 k-Ohm bei geschlossenem Kontakt bloss 0.5 mA. Besonders dann wenn eine ganze Batterie von Schaltern zum Einsatz kommt, zeigt sich der Vorteil beim Einsatz von Pullup-Widerständen.



    LS-TTL und die Pullup- und Pulldown-Widerstände

    Auch diese Logik ist sehr alt (LS=Lowpower-Schottky) und es gab auch längst die ALS-TTLs (A = Advanced) welche die LS-TTLs verdrängten. Diese ALS-TTL-Bauseine sind schneller als die LS-TTLs, benötigen jedoch unwesentlich mehr Leistung. Aber uns interessiert hier nur die Angelegenheit der Pullup- und Pulldown-Widerstände.

    Betrachten wir zunächst das Schaltbild auf der linken Seite. Schottky-Dioden schalten wesentlicher schneller um vom sperrenden in den leitenden Zustand und umgekehrt. Die Durchfluss-Schwellenspannung beträgt nur etwa 0.3 bis 0.4 VDC, während es bei herkömmlichen Siliziumdioden etwa 0.6 bis 0.8 VDC sind. Betreffs Rpu gelten etwa die selben Überlegungen wie zur linken Schaltung in Bild 4. Gleichgültig wie hoch Rpu ist, die Diode liegt in Sperrrichtung und es fliesst bloss ein irrelevant geringer Sperrstrom. Trotzdem sollte man es mit dem Wert des Rpu, aus dem Grund wie bereits beschrieben, nicht übertreiben.

    Auf der rechten Bildseite wirkt Rpd und es fliesst ein Strom durch den stromlimitierenden Widerstand R1, Schottky-Diode D1 und Rpd nach GND. R1 ist in LS-TTL-Schaltungen allerding fünf mal grösser als in Standard-TTL-Schaltungen. Daher darf Rpd mit 1.8 k-Ohm auch etwa fünf mal grösser sein.



    Was ist ein Schottky-Transistor

    Dies ist im Grunde nichts anderes als ein ganz normaler schnellschaltender NPN-Transistor kombiniert mit einer Schottky-Diode zwischen Basis und Kollektor. Wozu soll denn das dienen? Ganz einfach, es wird verhindert, dass der Basisstrom des Transistors unnötig gross wird. Sobald beim Anstieg des Basisstromes der Kollektorstrom in Funktion des Stromverstärkungsfaktores zunimmt, sinkt die Kollektor-Emitter-Spannung. Wird diese Spannung niedriger als die Flussspannung der Schottky-Diode, fliesst ein Teil des Stromes anstatt zur Basis über die Diode zum Kollektor. Dadurch wird wirksam verhindert, dass der Transistor in die Sättigung gesteuert wird. So müssen nach Wegfall des Basisstromes weniger Ladungsträger aus der Basis "ausgeräumt" werden und der Transistor schaltet schneller aus.

    Man kann diesen Trick auch mit herkömmlichen Siliziumdioden realisieren. Allerdings ist die Schaltung dann langsamer und die mininmale Kollektor-Emitter-Spannung höher.



    Pullup- und Pulldown-Widerstände an CMOS-Eingängen

    Offene TTL-Eingänge sind prinzipiell logisch HIGH, auch wenn dies nicht ganz unproblematisch ist, wie wir weiter oben gelesen haben. Wie sieht dies mit CMOS-Eingängen aus? Die Oxydschicht zwischen Gate und Source ist ein perfekter Isolator. Ein Eingangswiderstand von 1012 Ohm ist selbstverständlich. Was hindert uns also für Rpu und Rpd Werte im M-Ohm-Bereich zu wählen? Im Grunde nichts, wenn da nicht einige Kriterien aus der Praxis zu berücksichtigen sind. Wenn durch Verschmutzung Kriechstrecken entstehen, nimmt an dieser Strecke der Widerstand ab. Passiert dies zwischen den Kontakten eines Schalters oder Tasters, dann haben wir einen Spannungsteiler der entweder aus Rpu und dem Kontaktübergangswiderstand (linkes Schaltbild) oder aus Rpd und dem Kontaktübergangswiderstand besteht. Dadurch wäre das korrekte logische Eingangssignal nicht mehr gewährleistet, wenn der Kontakt offen ist.

    Betreffs Grösse von Rpu und Rpd kommt es ganz auf die Anwendung an. In den nächsten beiden Kapiteln befassen wir uns mit dem Störrisiko bei langen Leitungen zwischen der Kontaktstelle und der Elektronik und wir überlegen uns was im Falle des Batteriebetriebes zu beachten ist.



    Störsichere Gate-Eingangsschaltung eines CMOS-IC

    Wie funktioniert diese Schaltung? R1 ist der Pullup-Widerstand. Bei offenem Kontakt wirkt die Zeikonstante R1*C1 mit 10 ms. Bei diesem Wert können selbst massive kapazitive Einkopplungen von niederfrequenten Signalen kaum stören. Man sollte hier auf eine relativ grosse Zeitkonstante achten, denn bei einem hochohmigen Eingang und bei der Verwendung einer sehr langen Leitung, können auch mittel- und niederfrequente Einkopplungen stören. Bei geschlossenem Kontakt ist der Eingang niederohmig. Der sehr niedrige Widerstand, bestehend aus Kontakt und Leitung, dominiert. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Leitung auch eine gewisse Induktivität besitzt. Sie ist eine parasitäre Spule mit einer Windung. Dies ist, extrem betrachtet, auch dann der Fall wenn eine parallele Zweidrahtleitung verwendet wird. Allerdings ist dann die Antennenwirkung sehr gering. Wollen wir aber auch gleich diesem Problem vorbeugen, so schalten wir in Serie zum Eingang R2 mit einem Wert von z.B. 10 k-Ohm. R2 erzeugt mit C eine Zeitkonstante von 0.33 ms. Dies dürfte ausreichen, da bei geschlossenem Kontakt eine niedrige Impedanz vorliegt, bei der nur hochfrequente bzw. steilflankige Einkopplungen überhaupt wirksam werden können. R2 hat aber noch einen anderen Zweck. Ohne R2 bildet sich aus der Leitungsinduktivität und C eine schwach gedämpfter Schwingkreis, der durch eine steilflankige Störeinkopplung angeregt werden könnte. Die daraus resulierende Amplitude könnte zu einer Fehltriggerung des nachgeschalteten Systemes führen. Mit R2 erreicht man eine wirksame Dämpfung dieses parasitären Schwingkreises.

    Aber wozu braucht es jetzt noch R3, neigt der aufmerksame Leser sich zu fragen. Das ist ganz einfach: Nehmen wir an, es kommt auf der langen Leitung zu einem Überspannungsimpuls, dann könnte der Stromimpuls durch die Schutzdioden D1 und D2 kurzzeitig so gross werden, dass ohne R3 die ebenso kurzzeitig erhöhte Durchfluss-Spannung der IC-internen Schutzdioden überschritten wird. Die Folge davon wäre ein Latchupeffekt des CMOS-IC. Dieser führt bekannterweise zum Kurzschluss durch die Zündung eines IC-internen parasitären Thyristors und zerstört das IC. Mit R3, der durchaus auch grösser gewählt werden kann, wird der Eingangsstrom ins Gate, im Falle einer Eingangsspannung unterhalb von GND oder oberhalb von +Ub, so weit begrenzt, damit der Latchup sicher nicht auftreten kann.

    Sicher, weil die CMOS-Eingänge der CMOS- und HC(T)MOS-Familien bereits integrierte Widerstands-Dioden-Netzwerke enthalten, die jedoch möglichst nicht überstrapaziert werden sollen. Daher lohnt es sich stets vor dem Eingang zusätzliche Massnahmen zu treffen, wie dies in Bild 8 gezeigt wird.

    Es sei noch vollständigkeitshalber darauf hingewiesen, dass die Massnahmen in Bild 8 als Überspannungsspannungsschutz gegen starke elektrostatische Entladung, induziert auch durch indirekte Blitzentladung in der Nähe, nicht ausreichen!



    Pullup-, Pulldown-Widerstand und Batteriebetrieb

    Eine CMOS-Schaltung braucht im Ruhezustand bekanntlich keine signifikante Leistung. Man braucht also nur dafür zu sorgen, dass eine CMOS-Schaltung keine Taktfrequenz erhält, und die Schaltung braucht nicht extra per Hauptschalter von der Batterie getrennt zu werden. Wie aber sieht es beim Gebrauch von Pullup- und Pulldown-Widerständen aus? Wenn der Kontakt im Auszustand gerantiert offen ist, gibt es kein Problem, denn wenn die CMOS-Schaltung unter Batteriespannung steht, fliesst kein Gatestrom. Bei geschlossenem Kontakt fliesst allerdings ein Strom durch den Pullup- oder Pulldown-Widerstand. Kann man den geschlossenen Kontakt nicht vermeiden, muss man dafür sorgen, dass der Pullup- oder Pulldown-Widerstand sehr hochohmig ist und man muss staubgeschützte Kontakte und Anschlüsse verwenden. Warum ist weiter oben bereits erklärt.

    Angenommen die CMOS-Schaltung wird aus einer 9V-Block-Batterie betrieben und man wählt einen Pullup- oder Pulldown-Widerstand von 1 M-Ohm, fliesst ein Strom von 9 µA. Bei einer Batterie-Kapazität von 400 mAh (soviel hat etwa eine Alkali-Mangan-9V-Blockbatterie), beträgt die Lebensdauer der Batterie, wenn die Schaltung selbst nie in Betrieb ist, etwa 44'000 Stunden und das sind 5 Jahre. Dies ist in der Regel mehr als die Lagerfähigkeit einer solchen Batterie bei Raumtemperatur. Der Selbstentladedestrom der Batterie ist grösser. Ein Pullup- oder Pulldown-Widerstand von 1 M-Ohm wäre also zumutbar.



    Elektrostatischer Einfluss auf ein offenes CMOS-Gate

    Was passiert wenn ein TTL-Eingang offen ist? Nichts. Er ist auf logisch HIGH definiert. Einzig der Störabstand ist veringert, wenn am Eingang eine Leiterbahn oder eine Leitung angeschlossen ist. Was passiert aber wenn ein CMOS-Eingang offen ist? Viel!

    Der Eingang ist extrem hochohmig. Ohne externe Enflüsse ergibt sich die Eingangsspannung aus den ebenso extrem hochohmigen Übergangswiderständen zwischen Anschlusspin und GND und Anschlusspin und +Ub. Liegt die Spannung beim halben Wert von +Ub kommt die CMOS-Schaltung in den leitenden Zustand, weil der N-Kanal- und der P-Kanal-MOSFET gleichzeitig dauernd leiten. Der Strom liegt bei der CD4xxx-IC-Familie bei einigen Milliampere pro CMOS-Gatter. Es leuchtet natürlich ein, dass ein solch offener CMOS-Eingang den Betrieb der Schaltung massiv stört. Facit: Man muss immer ein Pulldown- oder ein Pullup-Widerstand einsetzen, der, wie wir jetzt wissen, unter bestimmten Voraussetzungen auch relativ hochohmig sein darf.

    Ein offener CMOS-Eingang ist aber auch der Willkür freier elektrischer Felder ausgesetzt. Dazu kann man sich mit Bild 9 selbst ein eindrückliches aber einfaches Experiment aufbauen:

    Wenn der Eingang des CMOS-NAND-Gatters auf LOW gesetzt ist, liegt sein Ausgang auf HIGH. Es fliesst ein Strom durch in die Basis des Transistors T der verstärkt wird. Daher fliesst ein Emitterstrom und die LED leuchtet. R begrenzt den LED-Strom. Nun lassen wir den Eingang offen, schliessen lediglich einen etwa 10 cm langen Draht an den Pin und sorgen dafür, dass er frei in der Luft liegt. Nun kämmen wir mit einem Kunstoffkamm unser Haar, das trocken sein muss oder wir reiben einen Kunststoffstab, z.B. Plexiglas, an einem trockenen Wolltuch. Wir führen den elektrostatisch geladenen Kamm oder Stab in die Nähe des freistehenden Drahtes. Eine Distanz von fünf bis zehn Zentimeter genügt. Nun bewegen wir den Kamm oder den Stab leicht hin- und her in Richtung des Drahtes und beobachten wie im selben Rythmus die LED aufleuchtet und erlischt. Bewegen wir den Kamm oder den Stab ganz langsam, können wir sogar die Helligkeit der LED etwas steuern. Dies braucht allerdings etwas Übung.

    Für ein besonders wirksames Experiment im Schulzimmer kann man anstelle des bipolaren Kleintransistors T und einer LED einen Power-MOSFET verwenden und damit eine 12-Volt-Autobirne ansteuern. Man braucht dazu allerdings eine 12VDC-Spannungsquelle welche gut 4 Ampere liefert.



    Zum Schluss: Schottky-Diode und Latchup

    Wer nicht weiss was das ist, dem möchte ich hier noch ein paar Tipps geben.

    Über Schottky-Dioden liest man etwas in:


    Über Latchup liest man etwas in:

    Der Latchupeffekt ist auch kurz und informativ in der 11. Auflage (9. Auflage) des Buches HALBLEITERSCHALTUNGSTECHNIK von Tietze/Schenk auf Seite 644 (Seite 215) beschrieben.



    Thomas Schaerer, 22.04.2001 ; 18.02.2003 ; 15.03.2003(dasELKO) ; 17.12.2003 ; 04.12.2004 ; 20.02.2006 ; 13.02.2008