Raspberry Pi OS (ehemals Raspbian)

Raspberry Pi OS (ehemals Raspbian) ist die offiziell empfohlene Linux-Distributionen für den Raspberry Pi. Raspberry Pi OS basiert auf der Linux-Distribution Debian und enthält jede Menge vorinstallierter Software, um gleich loslegen zu können. Außerdem hat man Zugriff auf ein Software-Archiv (Repository), aus dem man viele Programme ohne Mühe nachinstallieren kann.

Raspberry Pi OS gibt es in mehreren Varianten zum Download:
  • Raspberry Pi OS with desktop ist die normale Variante mit einem grafischen Desktop, der sich wie jede andere grafische Benutzeroberfläche bedienen lässt, aber nur einen begrenzten Umfang an Software mitbringt. Empfehlenswert ist diese Variante dann, wenn man eigentlich weiß, was man machen möchte und für die Nachinstallation von zusätzlicher Software eine Verbindung zum Internet vorhanden ist.
  • Raspberry Pi OS with desktop and recommended software enthält die grafische Benutzeroberfläche und viele empfohlene Desktop-Programme für den Raspberry Pi. Empfehlenswert ist diese Variante dann, wenn man noch nicht so genau weiß, was man mit dem Raspberry Pi machen möchte oder wenn zur Nachinstallation von Software kein Internet verfügbar ist.
  • Raspberry Pi OS Lite ist ein schlankes Raspbian. Das abgespeckte Image kommt ohne grafische Oberfläche (GUI) und nur mit den notwendigsten Programmen. Es passt dadurch auf eine Speicherkarte mit geringer Speicherkapazität. Empfehlenswert ist das abgespeckte Image dann, wenn man die GUI nicht braucht und möglichst viel Platz auf der Speicherkarte frei sein soll.
  • Raspberry Pi OS 64-Bit ist die 64-Bit-Version des Raspberry Pi OS und funktioniert ab dem Raspberry Pi Zero 2, Raspberry Pi 3 und Raspberry Pi 4. Alle vorangegangenen Varianten haben nur einen 32-Bit-Prozessor ohne 64-Bit-Support. Die 64-Bit-Version von Raspberry Pi OS ist allerdings nur sinnvoll, wenn man einen Raspberry Pi 4 über 4 GByte oder einige ARMv8-spezifische Instruktionen, z. B. SIMD-Funktionen, genutzt werden sollen.
  • Raspberry Pi OS Legacy ist die Version auf Basis eines älteren Releases mit dem Namen Buster und unterstützt alte Schnittstellen und Bibliotheken, die mit neueren Releases geändert oder entfernt wurden. Damit sollen vorhandene Programme und Projekte sowie ältere Anleitungen und Basteleien weiterhin funktionieren. Zum Beispiel Schul- und Industrieprojekte.
Offizielle Download-Quelle:

Vorteile von Raspberry Pi OS

Der Hauptvorteil von Raspberry Pi OS ist, dass die bereitgestellten Images bereits vorkonfiguriert sind, weshalb sich die "Ersten Schritte" meist auf die Einstellung der deutschen Sprache, der Zeitzone und eines deutschen Tastatur-Layouts beschränken. Das heißt, nach der Inbetriebnahme kann man innerhalb weniger Minuten sofort loslegen.
Desweiteren ist Raspberry Pi OS mit seinem Repository speziell für die begrenzten Ressourcen der Hardware des Raspberry Pi optimiert. Auch bei neuen Modellen erfolgt die Unterstützung durch Raspberry Pi OS zeitnah statt.
Außerdem braucht man keine Root-Rechte, um beispielsweise die GPIOs nutzen zu können. Und für HAT-Erweiterungen ist kein manuelles Installieren der Treiber notwendig.

Nachteile von Raspberry Pi OS

Raspberry Pi OS wurde speziell für den Raspberry Pi gemacht und hat das Grundprinzip von Debian, die Stabilität, übernommen. Was sich positiv anhört, hat aber auch Nachteile.
Das Grundprinzip "Stabilität" führt dazu, dass bei einer Software-Aktualisierung nicht immer die neusten Pakete zur Verfügung stehen. Das heißt, man bekommt in der Regel die Software-Versionen, die fehlerfrei arbeiten, aber noch nicht die neusten Features und Funktionen haben. Für Einsteiger ist das eigentlich optimal, weil bei den ersten Schritten mit dem Raspberry Pi wenig Probleme auftauchen, die mit neuerer, aber fehlerhafter Software zu tun haben.
Wenn man auf aktuelle Software mit den neusten Funktionen angewiesen ist, dann kann man einen Blick auf andere Linux-Distributionen werfen. Es gibt zum Beispiel ein aktuelles Ubuntu für den Raspberry Pi.

Microsoft und Raspberry Pi OS

Für das Raspberry Pi OS gibt es die Entwicklungsumgebung Visual Studio Code von Microsoft. Um diese Software installieren zu können, ist in den Paketquellenlisten das entsprechende Microsoft-Repository (Software-Archiv) eingetragen. Das verweist auf einen Microsoft-Server, von dem die Software heruntergeladen werden kann.
Der kritikwürdige Punkt aus der Raspberry-Pi-Community ist, dass beim Aktualisieren der Paketquellenlisten auch auf das Microsoft-Repository zugegriffen wird, unabhängig ob man Visual Studio Code braucht oder installiert hat. Das Aktualisieren der Paketliste erlaubt Microsoft prinzipiell Daten zu sammeln, deren Erhebung man als Nutzer nicht zugestimmt hat.

Wenn man die Kommunikation zum Microsoft-Server unterbinden möchte, dann kann man die entsprechende Paketquelle in der Datei „/etc/apt/sources.list.d/vscode.list“ auskommentieren und den dazugehörigen Schlüssel löschen. Aber das reicht nicht, um das Microsoft-Repository dauerhaft zu entfernen. Sobald das Skript nach einer Aktualisierung von „raspberrypi-sys-mods“ erneut ausgeführt wird, werden die manuellen Änderungen rückgängig gemacht.
Zur dauerhaften Entfernung müsste man das Paket „raspberrypi-sys-mods“ manuell von Aktualisierungen ausnehmen oder Änderungen an den beiden Dateien verbieten. Dann aber riskiert man Fehler bei einem regulären Update.

Erste Schritte mit Raspberry Pi OS

Raspberry Pi OS als Server

Gerade weil Raspberry Pi OS äußerst stabil läuft, sollte man Raspberry Pi OS auch dann bevorzugen, wenn man den Raspberry Pi als Server betreiben will. Leider bringt Raspberry Pi OS schon so viele Pakete mit, dass man damit eigentlich keinen Server betreiben kann. Man kommt eigentlich nicht darum herum, sich die Mühe zu machen und eine große Zahl von Paketen anfangs zu deinstallieren.

Welches Betriebssystem für den Raspberry Pi?

Wer die Wahl hat, der hat die Qual. Welches Betriebssystem oder Linux-Distribution sollte man verwenden? Das ist hier die Frage. Die Antwort, es kommt darauf an. Im Folgenden eine Empfehlung.

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