DSL-Router

Digital Subscriber Line, kurz DSL, ist ein breitbandiger Internet-Anschluss. Wer einen Vertrag mit einem Internet-Provider eingeht, um einen Zugang zum Internet zu bekommen, der bekommt meist die Hardware gleich mitgeliefert. Meist bekommt man eine Kombination aus Router, Modem, und WLAN-Access-Point. Diese Ausstattung hat sich im Lauf der Jahre zum Standard entwickelt. Mit der Zeit wurden die Router immer weiter aufgerüstet und mit zusätzlichen Leistungsmerkmalen ausgestattet:

  • schnelle und einfache Konfiguration
  • integrierte Firewall
  • integrierter WLAN-Access-Point
  • Telefoniefunktion
  • USB-Anschluss für Drucker und Datenspeichern
  • UPnP-Unterstützung

Um die eigenen Geräte, wie PCs, Notebooks, Smartphones und Tablets mit dem Internet zu verbinden, ist ein DSL-Router notwendig.
Die angebotene Gerätevielfalt ist enorm. Nicht nur beim Funktionsumfang und der Ausstattung. Üblich sind Router, die das DSL-Modem bereits integriert haben. Das sind All-in-one-Geräte mit integriertem DSL-Modem, Router, Switch und WLAN-Basisstation. Sie markieren die Spitze der Möglichkeiten.
Leider hat der Geräte-Markt auch einen Nachteil. Die Hersteller wechseln ihre Modelle so schnell aus, dass eine schier undurchschaubare Geräte-Vielfalt entstanden ist. Der folgende Artikel soll etwas Licht in das Chaos bringen.

Alternative Bezeichnungen

Je nach Sprachgebrauch, Standard, technischer Spezifikation und Implementierung wird der Router in der Fachwelt anders bezeichnet.

Router-Zwang abgeschafft

Im FTEG, Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen, ist die Wahlfreiheit für Router festgeschrieben. Das Gesetz gilt seit 1. August 2016 für alle Internet-Anschlüsse.

Das Gesetz schreibt die Telefondose oder die TV-Kabelbuchse als Netzabschlusspunkt fest. Daran darf der Verbraucher bzw. Endkunden ein entsprechendes Endgerät seiner Wahl anschließen. Alle vertraglich zugesicherten Dienste (Internet, TV, Telefon, etc.) müssen damit nutzbar sein, als würde ein vom Provider gelieferten Router angeschlossen.
Das Endgerät kann ein Modem oder ein Router sein.

Die Vorteile sind:

  • Der Kunde wählt das das beste Endgerät für seine Anforderungen.
  • Alle Funktionen uneingeschränkt nutzen.
  • Es fallen keine Mietkosten für Gerät oder WLAN an.
  • Updates für mehr Funktionen und Sicherheit sind umgehend erhältlich.
  • Bei einem Umzug fallen doppelte Anschaffungskosten weg.
  • Mehreren Funktionen in einem Gehäuse enthalten.

Geräte-Kategorie

  • DSL-Modem mit Ethernet- oder USB-Schnittstelle
  • DSL-Router
  • WLAN-Router

DSL-Modem mit Ethernet-Schnittstelle

DSL-Modems sind keine DSL-Router. Sie sollen hier trotzdem erwähnt werden. Ein DSL-Modem mit Ethernet-Schnittstelle sind Teil der Zwei-Box-Lösung für einen DSL-Anschluss. Das bedeutet, das DSL-Modem wird kostenlos vom Provider gestellt. An der herausgeführten Ethernet-Schnittstelle wird dann ein beliebiger Router (zweite Box) angeschlossen.
Die Ethernet-Schnittstelle ist genormt, sehr stabil, schnell und absolut unproblematisch. Dadurch lässt sich mit geringem Aufwand ein kleines Netzwerk aufbauen, wenn mehrere Computer bzw. Endgeräte Zugang zum Internet haben sollen.

DSL-Router

DSL-Router sind Router mit integriertem DSL-Modem. Meist mit einem 4-Port Switch und manchmal auch einem Druckeranschluss. Der Router dient dann auch gleichzeitig als Printserver. Alle mit dem Router verbundenen Geräte können dann über den Drucker drucken. In dieser Kombination ersetzt der DSL-Router mehrere Geräte. Das spart Platz, reduziert den Verkabelungsaufwand und Stromverbrauch.
Im Router wird die gesamte Netzwerkkonfiguration, wie Internet-Zugang, IP-Adressen (evt. DHCP) und Firewall-Funktionen vorgenommen. Allein der Router macht alle dahinter befindlichen Computer schon recht sicher. Eine Personal Firewall auf jedem Computer ist nicht zwingend erforderlich. Je nach Nutzungshäufigkeit und Unbedarftheit der Personen, vielleicht doch.
Zur Konfiguration eines Routers braucht man nicht zwingend Fachwissen. Alle Einsteigergeräte, auch günstige, unterstützen den Anwender mit einem Software-basierten Assistenten, der dem Nutzer das Aufrufen der einzelnen Konfigurations-Optionen abnimmt und so sicherstellt, dass nichts wichtiges vergessen wird. Zu beachten ist, dass allzu billige Geräte nur in Englisch daherkommen und keine gedruckte Bedienungsanleitung beliegt. Vielleicht gerade noch eine PDF-Datei zum Ausdrucken auf einer beiliegenden CD-ROM. DSL-Router, die vom Provider geliefert werden, sind am besten ausgestattet, sehr bedienerfreundlich und einfach zum Einrichten.

WLAN-Router

WLAN-Router sind All-in-one-Geräte mit DSL-Modem, Router, WLAN-Basisstation und Switch. Vorteilhaft ist, dass man sich nicht mit verschiedenen Konfigurationsoberflächen herumärgern muss, sondern alles sehr komfortabel in einem Gerät ist. Neben dem geringen Platzbedarf und geringem Verkabelungsaufwand und Stromverbrauch, im Vergleich zu den Einzelgeräten, ist der günstige Preis und die große Produktauswahl von Vorteil. Schaut man etwas genauer hin, so stellt man fest, dass einige Geräte bis auf geringe Variationen mit den Geräte anderer Hersteller identisch sind. Viele Geräte werden von asiatischen Billigherstellern produziert und von renommierten Computer- und Netzwerkfirmen unter eigenem Label vermarktet.
Soviele Vorteile diese Geräte auch haben, so machen sich in der großen Funktionsfülle kleine Details als Nachteile bemerkbar. So sind die einzelnen Funktionsgruppen der All-in-one-Geräte nur mit absolut notwendigen Leistungsmerkmalen ausgestattet. Es ist ein echter Makel, wenn man eine WLAN-Router hat, aber das WLAN-Modul nicht braucht und es sich nicht abschaltet lässt. Ein falsch konfiguriertes WLAN ist ein Sicherheitsproblem. Sollten die Funktionsmodule aufgrund der technischen Weiterentwicklung veraltet sein, lassen sie es sich nicht einfach austauschen. Nach ein paar Jahren kommt man meist daran vorbei, das ganze Geräte zu ersetzt. Vor allem die WLAN-Basisstation ist schnell veraltet. Im Bereich schnurloser Netze ist noch sehr viel Bewegung in der technischen Weiterentwicklung. Die Preise sind auch so günstig, dass man hier schnell auf den Gedanken kommt mal etwas neues zu kaufen. Wechselt man irgendwann einmal die Zugangstechnik, z. B. von DSL auf Kabelanschluss (TV), dann benötigt man ein neues Modem, das für die Zugangstechnik ausgelegt sein muss. Ein All-in-one-Gerät ist in so einem Fall die falsche Investition.

Übersicht: Vorteile und Nachteile

Gerät Vorteile Nachteile
DSL-Modem als PCI-Karte
(veraltet)
  • internes DSL-Modem für Standalone-PC ohne Kabelsalat und zusätzliches Steckernetzteil
  • keine LEDs über den Status der DSL-Leitung und des Modems
  • alle Funktionen sind Software-basiert
  • Treiberinstallation notwendig
  • geringe Zukunftssicherheit
  • Betriebssystemabhängigkeit
DSL-Modem mit USB-Schnittstelle
(veraltet)
  • Computer ohne Netzwerk-Schnittstelle benutzbar
  • USB hat fast jeder Computer
  • Geräte sind sehr günstig
  • Treiberinstallation notwendig
  • USB ist eventuell langsamer als die DSL-Geschwindigkeit
  • geringe Flexibilität
  • Betriebssystemabhängigkeit
  • zwingend Personal Firewall auf dem Computer notwendig
DSL-Modem mit Ethernet-Schnittstelle
  • wahlweise an einem Router oder einzelnem Computer anschließbar
  • nur der Computer muss konfiguriert werden
  • der Internet-Zugang kann mit einem Windows XP-Assistenten eingerichtet werden
  • Netzwerkkarte bzw. LAN-onboard muss vorhanden sein
  • zwingend Personal Firewall auf dem Computer notwendig
Router mit integriertem DSL-Modem
  • Funktionen mit logischem Zusammenspiel befinden sich in einem Gerät
  • Zusatzfunktionen können jederzeit hinzugefügt oder ausgetauscht werden
  • Sicherheit durch Router-Firewall
  • Zusatzfunktionen müssen zusätzlich gekauft werden
Router mit integriertem DSL-Modem, Switch und WLAN-Basisstation
  • All-in-one-Gerät ohne Verkabelungsaufwand
  • gegenüber dem Einzelkauf günstiger
  • eine einzige Konfigurationsoberfläche
  • schnelle Einrichtung
  • Zusatzfunktionen, wie Printserver oder Netzwerk-Festplatte (NAS)
  • einzelne Teilfunktionen veralten schnell und können nicht ausgetauscht werden
  • bei einem Defekt ist ein kompletter Neukauf notwenig
  • wenig Zukunftssicher
  • ein Gerät mit Vor- und Nachteilen
  • WLAN-Modul lässt sich nicht optimal aufstellen

Übersicht: Schnittstellen

Übersicht: DSL

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