Computersysteme

Der „Computer“ ist nur ein verallgemeinernder Überbegriff. Viel aussagekräftiger ist einer der vielen Gattungsbegriffe, die Laufe der Zeit kommen und auch wieder gehen.

Wie Computersysteme bezeichnet werden hängt manchmal von der Mode ab, aber noch viel häufiger von der Sprache, die das Marketing und die Werbung vorgeben. Was früher als EDV-Anlage bezeichnet wurde, nennt man heute eher Server. Die Umbenennung macht manchmal sogar Sinn. Die Bedeutung eines Computersystems verändert sich mit der Zeit.

Die unterschiedlichen Computersysteme sind stark von Nutzungsanforderungen geprägt. Den Universal-Computer gibt es nur als theoretisches Modell, der entweder zu teuer oder zu wenig leistungsfähig ist.

Personal Computer (PC)

Personal Computer sind im allgemeinen Universal-Computer. Man kann sie praktisch für alle Anwendungen einsetzen. Es gibt jedoch Spezialfälle, bei denen man von der Grundausstattung abweicht und bestimmte Komponenten nach bestimmten Merkmalen auswählt.
Der PC ist wesentlicher Bestandteil eines Bildschirm-Arbeitsplatzes, an dem der Mensch seine Arbeit verrichtet.

Workstation

Eine Workstation ähnelt einem Personal Computer und ist im Prinzip ein Arbeitsplatz-PC. Die Workstation dient meistens nur einer bestimmten Aufgabe, bei der es auf viel Grafik-Performance, Rechenleistung oder einen großen Speicherausbau ankommt. Zum Beispiel bei der Bildbearbeitung. Die Hardware und Software ist speziell für diesen Anwendungsfall ausgelegt.
Da Personal Computer immer leistungsfähiger werden, verschwimmt der Unterschied zwischen Workstation und Personal Computer. Eine klare Trennung findet immer seltener statt. Meistens bezeichnet man einen leistungsfähigen PC als Workstation, wenn er eine Workstation-typische Aufgabe hat.

Thin-Client

Ein Thin-Client ist ein Mini-Computer, dessen Hardware auf ein Minimum reduziert ist. Sogar der Speicherplatz für Software wurde eingespart. Stattdessen lädt der Thin-Client sein Betriebssystem und seine Anwendungen aus dem Netzwerk von einem Server. Die Daten werden ebenfalls auf einem Server gespeichert.
Thin-Clients gibt es in Miniaturausführung in der Größe eines Buchs. Nach außen werden Anschlüsse für einen Monitor, mehrere USB-Anschlüsse für Tastatur und Maus, sowie RJ45 für Netzwerk herausgeführt. Strom bekommt das System von einem Steckernetzteil oder per Power-over-Ethernet (PoE).
Eine hochintegrierte Bauweise ermöglicht es den Thin-Client in eine Unterputz-Steckdose verschwinden zu lassen. In diesem Fall wird für den Netzwerk-Anschluss das Netzwerkkabel direkt Unterputz aufgeklemmt.

Multimedia-PC

Der Multimedia-PC war für eine kurze Zeit die Bezeichnung für einen Personal Computer mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen. Dazu zählte eine Video-fähige Grafikkarte, eine Soundkarte und ein CD-ROM-Laufwerk. Kurze Zeit später gehörten diese Komponenten zur Standard-Ausstattung eines PCs.
Dieser Entwicklungsschritt war für den Personal Computer enorm wichtig. Denn durch die Multimedia-Fähigkeit wurde er für die breite Masse alltagstauglich. Heute ist praktisch jeder PC Multimedia-fähig.

MCPC - Media Center PC

Media-Center-PCs sind spezielle Ausführungen eines Personal Computers, der vom Gehäuse her in den Bereich der Unterhaltungselektronik passt. Die Bedienung, Installation und Inbetriebnahme ist im Vergleich zu den üblichen Geräten der Unterhaltungsindustrie sehr aufwändig und kompliziert. Sie eignen sich nur bedingt als Ersatz für die HiFi-Anlage und den DVD-Player. Gegenüber normalen Desktop-Computern weisen sie besondere Ausstattungsmerkmale auf.

  • Fernbedienung
  • Anschlüsse für Antenne, Kabelanschluss oder ähnliches
  • Erweiterte Anschlüsse für Audio und Video
  • Speicherkarten-Leser im Gehäuse integriert

Der geringe Erfolg der Media Center PCs, liegt an der fehlenden Problemlösung beim Anwender. Der Media-Center-PC löst kein Problem. Im Gegenteil er wird zum Problem. Er ist teuer und stellt keine herausragenden Funktionen zur Verfügung. Es ist nur ein Computer. Mit allen seinen Stärken und Schwächen.
Die hohen Anschaffungskosten und eine komplizierte Bedienung verhindern, dass der Media-Center-PC zum Massenprodukt werden konnte.

Spiele-PC / Gaming-PC

Ein Spiele- oder Gaming-PC ist ein auf Geschwindigkeit und Grafik optimierter Personal Computer, der an die Leistungsfähigkeit von Workstations heranreicht.
Im Gaming-Bereich kommt es darauf an, dass der Computer die Benutzer-Steuerung schnell verarbeiten kann, eine möglichst realistische und effektreiche Grafikausgabe und immer noch genug Rechenleistung für die künstliche Intelligenz (KI) hat.
Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen zählen ein mittelschneller Prozessor, eine sehr schnelle Grafikkarte und ein Netzteil mit hoher Leistung. Meistens ist das Gehäuse für eine verbesserte Kühlung optimiert und optisch originell gestaltet. Manche Gehäuse erinnern an Einflüssen aus dem Auto-Tuning.

Embedded Systeme

Während vor einem Personal Computer (PC) ein Mensch sitzt und arbeitet, verrichten andere Computer im Verborgenen ihren Dienst. Zum Beispiel in Telekommunikationssystemen, Flugzeugen, Maschinen oder in Waschmaschinen. Sie sind in ihre jeweilige Anwendungsumgebung eingebettet. Daher auch der Name "Embedded Systeme". Im Vergleich zu einem normalen PC sind es häufig sehr kleine Computer, in denen nur spezielle Komponenten verwendet werden. Sie weisen eine hohe Stabilität und Verfügbarkeit auf.

Industrie-PC / IPC

Eine Sonderform von Embedded Systeme sind die Industrie-PCs. Industrie-PCs beinhalten sehr häufig normale PC-Komponenten. Zum Beispiel Prozessoren, Chipsätze, Speicher und Schnittstellen. Während Motherboard und Gehäuse je nach Anwendung sehr stark von den üblichen Personal Computern abweichen.
Im Industrie-Umfeld kommt es auf eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit an. Es geht weniger um den Preis. Das bedeutet, dass auch leistungsschwache Systeme sehr hochpreisig sind.

Notebook

Durch die steigende Nachfrage nach mobilen Computern und sinkende Preise wurden Notebooks zu einer Alternative zu den größeren Desktop-Computern.
Doch wer ein Notebook kauft, sollte sich im Klaren sein, dass der Akku-Betrieb die Hersteller zwingt den Fokus auf Energieeffizienz und nicht auf hohe Leistung zu optimieren. Gaming, Video- und Bildbearbeitung schließen sind nicht aus, gehören aber nicht zu den Stärken eines Notebooks. Tendenziell ist ein Notebook ein Office-PC-Ersatz.

Tablets

Tablets sind Mini-Computer, die vollständig auf die Fingerbedienung ausgerichtet sind. Dabei orientieren sie sich mehr an der Smartphone- und Mobilfunk-Technik, als an klassischer PC-Technik.

Weitere verwandte Themen:

Teilen:

Computertechnik-Fibel

Die Computertechnik-Fibel, das Computer-Buch

Das will ich haben!