Mainframe / Großrechner

Ein Mainframe oder Großrechner ist ein sehr leistungsfähiger Computer, der eine große Menge anfallender Daten mit großer Zuverlässigkeit und hohem Datendurchsatz verarbeiten kann. Je nach Anwendungsfall kann er auch Cloud-Anwendungen beherbergen, die nach dem Client-Server-Prinzip verarbeitet werden.

Der Name „Mainframe“ bezog sich ursprünglich auf das schrankgroße Blechgehäuse, den „Main Frame“. Dort war die CPU und der Hauptspeicher untergebracht. Bedient wurde der Mainframe mit Terminals, die nur aus Bildschirm und Tastatur bestanden. Mit dem Aufkommen des Personal Computers (PC) wurde der Begriff „Mainframe“ umgedeutet, um diese Computer von weniger leistungsstarken Computern zu unterscheiden.

Den Mainframes haftet der Makel an, ein Relikt aus alten Zeiten zu sein. Dabei haben Mainframes auch in Zukunft ihre Berechtigung. So sticht insbesondere die Stabilität der Architektur hervor und ein aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr langer Investitionsschutz. So laufen heute noch Jahrzehnte alte Programme auf Mainframes. Was aus technischer Sicht Fluch und Segen zugleich ist. So gibt es keinen Grund bewährte Anwendungen zu modernisieren. Doch selbst neue Applikationen werden auf aktuellen Mainframes immer noch mit einem Green-Screen-Terminal bedient, was altbacken wirkt.

Weil es Dank der Bildung von Clustern, Virtualisierung und Cloud-Lösungen genug Alternativen gibt, um viel Rechenleistung und Speicherkapazität bereitzustellen, gibt es nicht mehr viele Hersteller für Mainframes. Im Prinzip sind nur noch IBM, Fujitsu und Unisys aktiv.

Mainframe-Architektur

Mainframe-Architektur

Die Mainframe-Architektur stammt aus einer Zeit, als es finanziell und aus Platzgründen noch nicht möglich war, jedem Mitarbeiter einen eigenen vollwertigen Computer zur Verfügung zu stellen.

Die Mainframe-Architektur sieht wie die Client-Server-Architektur eine Aufteilung des Netzwerks in Terminals und Mainframe vor. Auf dem Mainframe laufen Applikationen, die über die Terminals bedient werden. Wobei das Terminal nur aus einem Bildschirm und einer Tastatur besteht. Das Terminal und der Mainframe bilden dabei eine Einheit. Das Terminal dient als Eingabe-Ausgabe-Schnittstelle zwischen Benutzer und Mainframe. Benutzereingaben werden vom Mainframe verarbeitet und vom Terminal dargestellt.

Moderne Formen des Terminals sind mit Arbeitsspeicher, Prozessor und Schnittstellen ausgestattet. Hier laufen ein Großteil der Anwendungen im Terminal. Diese müssen mangels lokalem Massenspeicher vom Mainframe in den Arbeitsspeicher geladen werden. Statt dem Mainframe ist ein Terminalserver für die Auslieferung der Programme zuständig.

Anwendungen

Mainframes sind hauptsächlich bei Behörden und Wirtschaft für kritische Anwendungen und die Massendatenverarbeitung im Einsatz.
Als OLTP-Server (Online Transaction Processing, Onlinetransaktionsverarbeitung) sind Mainframes Systeme, die riesige Transaktionsvolumina verarbeiten können. Beispielsweise Transaktionsverarbeitung bei Kontobewegungen, beim Aktienhandel und Warenfluss im Einzelhandel und der Industrie.

  • Industrie-, Verkehrs- und Verbrauchsstatistik
  • Warenwirtschaft
  • Banken und Versicherungen
  • Fluggesellschaften

Weitere verwandte Themen:

Teilen:

Die Computertechnik-Fibel, das Computer-Buch

Alles was Sie über Computertechnik wissen müssen.

Computertechnik-Fibel

Die Computertechnik-Fibel ist ein Buch über die Grundlagen der Computertechnik, Prozessoren, Halbleiterspeicher, Schnittstellen und Bussysteme, Datenspeicher und Komponenten.

Das will ich haben!

Die Computertechnik-Fibel, das Computer-Buch

Alles was Sie über Computertechnik wissen müssen.

Computertechnik-Fibel

Die Computertechnik-Fibel ist ein Buch über die Grundlagen der Computertechnik, Prozessoren, Halbleiterspeicher, Schnittstellen und Bussysteme, Datenspeicher und Komponenten.

Das will ich haben!