Beschreibbare DVD-Formate
Auf dem Markt der beschreibbaren und wiederbeschreibbaren DVD-Medien gibt es die DVD-R und DVD-RW. Beide haben das DVD-Forum auf ihrer Seite. DVD+R und DVD+RW sind Varianten, die zwar von einigen Mitgliedern des DVD-Forums entwickelt wurden, aber nicht von selbigen abgesegnet wurde.
Der fünfte im Rennen, die DVD-RAM, spielt keine besondere Rolle. Trotz des DVD im Namen, hat es technisch gesehen mit den anderen DVD-Formaten wenig zu tun. Die Rohling lassen sich aber bis zu 100.000 mal überschreiben. Sie eignen sich deshalb hervorragend als Backup-Medium.
Die DVD-Formate der Plus-Minus-Fraktion sind sich technisch nicht allzu unähnlich. DVD-R und +R, DVD-RW und +RW, sogar DVD-RAM setzen in weiten Teilen auf die gleiche Technik. Alle DVD-Rohlinge arbeiten mit ähnlichen Farbstoffen und kommen sogar aus den selben Produktionsmaschinen. Der wesentliche Unterschied liegt in den Pressformen für die Spiralen, denen der Laser beim Lesen und Schreiben folgt. Die Pressform bestimmt deshalb auch die Kapazität eines DVD-Rohlings. Einzig allein die DVD-RAM funktioniert anders. Die DVD-RAM hat jedoch den Nachteil, dass es nur wenige DVD-ROM-Laufwerke lesen können.
DVD-R ähnelt deutlich einer DVD-ROM. Sie dürfte deshalb am wenigsten Probleme in einem DVD-Player machen. Bei der DVD-RW gibt es jedoch manchmal Probleme. Einige Player können die RW-Schichten nicht lesen.
Der Auslöser für die Entwicklung der Plus-Formate (+R, +RW) waren die Lizenzkosten, die an das DVD-Forum für -R und -RW gezahlt werden müssen. Weiterhin ist es mit -R und -RW nicht möglich eine DVD-Video zu kopieren. Mit DVD+R und DVD+RW geht das hingegen schon.
Bei der Medien-Erkennung in DVD-Playern schenken sich die Medien fast nichts. Es kommt eher selten vor, das eine selbstgebrannte DVD nicht erkannt wird. Ältere DVD-Player lassen sich durch ein Firmware-Update häufig auf eine bessere Medien-Erkennung hochrüsten.
Phase-Change-Verfahren
Die wiederbeschreibbaren DVD-Formate (DVD-RW/DVD+RW) verwenden das Phase-Change-Verfahren um die Aufzeichnungsschicht im Rohling zu verändern.
Die Aufzeichnungsschicht ist zwischen zwei dielektrischen Schichten in das transparente Substrat aus Polycarbonat eingebettet. Die beiden dielektrischen Schichten bestehen aus Zinksulfid und Siliziumdioxid (ZnS-SiO2). Dahinter befindet sich eine reflektierende metallische Schicht. Es handelt sich um eine Metalllegierung bestehend aus einem Gemisch von Germanium, Antimon und Tellurium (Ge-Sb-Te) oder Indium, Silber, Antimon und Tellurium (In-Ag-Sb-Te).
CLV - Constant Linear Velocity
Bei CLV dreht der Laufwerksmotor die DVD mit wechselnder Geschwindigkeit. In den inneren Bereichen schneller und in den äußeren Bereichen langsamer. Auf diese Weise wird die DVD in allen Bereichen mit der gleichen Datendichte beschrieben. Die Speicherkapazität der DVD wird optimal ausgenutzt. Auch beim Lesen bleibt der Datenstrom gleichbleibend.
Allerdings sind die Zugriffszeiten unterschiedlich, wenn der Laser die Sektoren häufig wechseln muss. Damit die anderen Bereiche der DVD angesprochen werden können, muss der Motor abgebremst oder beschleunigt werden. Die meisten DVD-ROM- und auch CD-ROM-Laufwerke arbeiten im CLV-Modus.
CAV - Constant Angular Velocity
Bei CAV dreht der Laufwerksmotor die DVD mit gleichbleibender Geschwindigkeit. Dabei wird die DVD in den inneren Bereichen mit einer höheren Datendichte beschrieben als in den äußeren Bereichen. Letztendlich passen dadurch weniger Daten auf die DVD.
Mit CAV beschriebene Medien eignen sich besonders zur Speicherung von Computer-Dateien, die in beliebiger Reihenfolge angesprochen werden müssen.
Kopierschutz
DVD-R-Rohlinge gibt es in zwei Varianten. Der DVD-R (G), der Consumer-Variante, bei der der Kopierschutzring schon bei der Herstellung voll geschrieben ist und das direkte 1:1-kopieren von Video-DVDs oder kopiergeschützter Software verhindert. Bei der DVD-R (A), der Authoring-Variante fehlt dieser Ring.
Die DVD-R-Brenner unterscheiden sich ebenso wie die Rohlinge. Consumer-Geräte können keine Authoring-Rohlinge beschreiben. Umgekehrt funktioniert es genauso wenig.
Bei den DVD+R-Rohlingen gibt es diese Beschränkung nicht . Dort steht der Kopierschutz in der Firmware des Brenners, der sich zumindest theoretisch knacken lässt.
Übersicht: Beschreibbare DVDs
| DVD-Typ | Seiten | Schichten | Kapazität | Methode |
|---|---|---|---|---|
| DVD-R 1.0 | 1 | 1 | 3,95 GByte | beschreibbar |
| DVD-R 2.0 | 1 | 1 | 4,7 GByte | beschreibbar |
| DVD-R DL | 1 | 2 | 7,95 GByte | beschreibbar |
| DVD+R | 1 | 1 | 4,7 GByte | beschreibbar |
| DVD+R DL | 1 | 2 | 7,95 GByte | beschreibbar |
| DVD-RW 1.0 | 1 | 1 | 3,95 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD-RW 2.0 | 1 | 1 | 4,7 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD-RW DL 1.0 | 1 | 2 | 8,5 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD+RW | 1 | 1 | 4,7 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD+RW DL 1.0 | 1 | 2 | 8,5 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD-RAM 1.0 | 1 | 1 | 2,58 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD-RAM 1.0 | 2 | 1 | 5,16 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD-RAM 2.0 | 1 | 1 | 4,7 GByte | wiederbeschreibbar |
| DVD-RAM 2.0 | 2 | 1 | 9,4 GByte | wiederbeschreibbar |
Da sich alle beschreibbaren DVD-Formate in gewisser Weise ähnlich sind, sind auch die weiteren Beschreibungen von DVD-R/RW, DVD+R/RW und DVD-RAM ähnlich. Der vollständigkeithalber werden die Angaben von Rohling und Schreibverfahren bei jedem Format wiederholt. Unterschiede werden im Detail erklärt.
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