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Speicherangaben und ÜbertragungsratenWenn man sich mit Computertechnik beschäftigt, dann stellt man immer wieder fest, das ein GByte nicht unbedingt ein GByte ist. Das hat eine einfache Ursache. Es liegt an den unterschiedlichen Zahlensystemen, die der Mensch und der Computer benutzen. Während wir im Dezimalsystem rechnen, kennen Computer nur die Zustände "1" und "0".
Bei manchen Angaben zu Speicherkapazität und Übertragungsrate stellt sich die Frage, wurde mit binären Kilobyte (1.024 Byte) oder dezimalen Kilobyte (1.000 Byte) gerechnet. Bei Datenraten und Übertragungsgeschwindigkeiten rechnet man üblicherweise mit der 10 als Basis. Bei Speicherkapazitäten rechnet manchmal mit der 2 und manchmal mit der 10 als Basis. Konfusion bei den SpeicherangabenDas eigentliche Problem ist der Unterschied, wie Binärzahlen berechnet werden. So könnte ein Kilobyte 1.000 Byte oder 1.024 Byte entsprechen. Dieser Unterschied zwischen 1.000 und 1.024 liegt bei 2,4 Prozent. Bei größeren Zahlen, wie MByte und GByte fällt der Unterschied größer aus. Heutige Speicherangaben und Übertragungsgeschwindigkeiten werden in der Regel in Gigabyte (GByte) angegeben. Wenn falsch gerechnet wird, dann merkt man den Unterschied schon sehr deutlich. Wie deutlich, zeigen folgende Beispiele. Beispiel 1: Eine 500-GByte-Platte wird vom Computer nur als Festplatte mit 476.938 MByte (binär gerechnet) erkannt. Man könnte meinen, der Hersteller hat den Käufer übers Ohr gehauen. Doch der Hersteller hat richtige Angaben gemacht. Denn 500 GByte sind 500 Milliarden Byte (dezimal gerechnet) und die fasst das Laufwerk auch. Fälschlicherweise gibt das Betriebssystem die Größe in MByte an. So entspricht 1 MByte 1.024.000 Byte und nicht etwa 1.048.576 Byte. Diese Kapazitätsangabe geht bis auf die Zeit zurück, als es noch Disketten gab. Beispiel 2: Basiert die Angabe von 120 GByte auf dem dezimalen oder dualen Zahlensystem? Logischerweise müsste es das duale Zahlensystem sein, wenn schon von GByte die Rede ist. Doch dem ist nicht so. Die Angabe von 120 GByte sind 120 Milliarde Byte (dezimal gerechnet) und nicht wie man annehmen könnte 128,8 Milliarden Byte (binär gerechnet). Es fehlen theoretisch 8,8 GByte. Wo sind die hin? Nirgendwo. Sie fehlen nicht. Die Angabe von 128,8 Milliarden Byte basiert auf einer falschen Rechnung. Zwei andere Beispiele zeigen, wie man sich bei Speicherkapazität und Übertragungsrate täuschen kann. Beispiel 3: Ein 56k-Modem überträgt tatsächlich 56,6 kBit/s. Falsch wäre es 56,6 * 1.024 = 57.958 Bit/s zu rechnen. Es sind tatsächlich dezimal 56.600 Bit. Beispiel 4: Eine 1,44-MByte-Diskette hat tatsächlich eine Speicherkapazität von 1.440 binären kByte. Je nach Rechenmodell sind also entweder 1,41 oder 1,47 MByte. Beispiel 5: Der PCI-Bus hat eine Bandbreite von 133 MByte. Rechnet man nach, dann ergeben 33,3 MHz (binär) mal 32 Bit Busbreite, dann ergibt das 133.333.333 Byte/s. Dezimal gerechnet wäre das 133,3 MByte/s. Binäre gerechnet wäre es aber nur 127,2 MByte/s. Der Hintergrund des ProblemsDoch nicht nur die Differenz zwischen Zahlenwerten ist das Problem. Es beginnt bereits mit der Nichteinhaltung von Standards. Lösung des ProblemsDiesen Umstand hat die International Electrotechnical Commission (IEC) auf den Plan gerufen, dass Ende der 90er Jahre ein eigenes System für die Bezeichnung von binären Maßeinheiten entwickelte, den so genannten Binärpräfixen.
Dieses System ist seit 2000 im Standard IEC 60027-2 fest integriert. Die Akzeptanz zur Verwendung des IEC-Standards und somit zur eindeutigen Bezeichnung hält sich jedoch in Grenzen. Weder die Techniker, noch die Fachpresse mag die neuen Bezeichnungen verwenden. Tatsache ist, dass es sich bei den IEC-Bezeichnungen um einen internationalen Standard handelt. Doch wie es nun mal so ist, Standards sind Empfehlungen. Man kann sich daran halten, muss es aber nicht. Vergleichstabelle: SI- und IEC-Einheiten
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