ATX - Advanced Technology Extended
Der Kerngedanke hinter ATX besteht darin, die Schwächen des AT-Formfaktors ohne allzu große Änderungen und damit kostensparend zu beseitigen. Die erste Änderung ist die um 90 Grad gedrehte Platine. Auf diese Weise gelangen die Erweiterungssteckplätze auf die Längsseite der Platine. So können die Steckplätze alle in voller Länge genutzt werden. Außerdem erhält die immer größer werdende CPU genügend Platz. Dazu kommt noch, dass die CPU im Luftstrom des Netzteil-Lüfters angebracht ist. Ursprünglich war vorgesehen, den Prozessor nur mit einem Kühlkörper (passive Kühlung) zu versehen. Diese Kühlungsart ist allerdings schon lange hinfällig. Ein Prozessor mit einem riesengroßen Kühlkörper mit zusätzlichem Lüfter darauf ist die Regel.
Eine weitere wichtige Änderung ist die Steckverbindung zwischen Netzteil und Motherboard. ATX-Netzteile haben einen Vertauschungssicheren Stecker mit 20 Polen. Ein Vorzug dieser Netzteile haben vorallem Besitzer eines Betriebssystems ab Windows 95. Der Rechner wird nach dem Herunterfahren softwaremäßig ausgeschaltet. Voraussetzung ist das ATX-Netzteil, sowie der APM-Treiber, der geladen sein muss.

Im rechten oberen Bereich der Platine ist Platz für den I/O-Bereich vorgesehen worden. Hier kann jeder Hersteller seine Schnittstellen-Stecker und -Buchsen unterbringen. Durch den Wegfall fester Positionen, ist Platz genug für Multimedia-On-Board-Schnittstellen (Grafik, Sound, Netzwerk, WLAN).
Der ATX-Formfaktor ermöglicht auch eine Verlagerung der RAM-Steckplätze zwischen die CPU und den PCI-Slots. Dort sind sie leichter zugänglich und vom Chipsatz aus mit kurzen Leiterbahnen zu erreichen. Einen definierten Platz haben Floppy- und Festplattenanschlüsse bekommen. Die Verbindungskabel können so möglichst kurz gehalten werden, was für moderne ATA-Festplatten besonders wichtig ist.
| Standard | Hauptstecker | 4-Pin-Stecker (12V) | Getrennte 12V-Schienen | S-ATA-Stecker | Einführung |
|---|---|---|---|---|---|
| ATX | 20 Pin | nein | nein | nein | 1995 |
| ATX12 V 1.0 | 20 Pin | ja | nein | nein | 2002 |
| ATX12 V 2.0 | 20 Pin | ja | nein | nein | 2003 |
| ATX12 V 3.0 | 24 Pin | ja | ja | ja | 2004 |
Belegung ATX (20-polig)
ATX-Netzteile liefern keinen Strom wenn sie nicht mit dem Mainboard verbunden sind. Wird jedoch der Pin 14 mit Masse (z. B. Pin 15) verbunden, dann kann auch das Netzteil eingeschaltet werden (Grundlast im 5V-Kreis muss vorhanden sein).
Belegung ATX (24-polig)
In manchen Pentium-4-Motherboards werden 24-polige Steckverbinder verwendet. Diese sollen zusätzliche stromführende Kabel an das Motherboard bringen um die Überlastung der anderen Kabel und Steckverbindungen zu entlasten. Ein 20-poliger Stecker passt auch in diese Steckerleiste.

Übersicht: Formfaktoren
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