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Steuerbares und steiles Tiefpassfilter
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Dieses Blockschema zeigt wie das hier thematisierte, in seiner Grenzfrequenz mit der Abtastfrequenz synchronisierte SC-Tiefpassfilter eingesetzt wird. Ebenfalls in diesen beiden Blöcken intergriert sind die zeitkontinuierlichen analogen Tiefpassfilter vor und nach dem SC-Tiefpassfilter (siehe Bilder 3 und 5). Das ganze Blockschema ist ein steuerbares universelles A/D-/D/A-Wandlersystem mit einem Bereich der Grenzfrequenz zwischen 3.2 Hz bis 25 kHz. |
Bild 2 zeigt im Blockschema, wie die mit der Abtastfrequenz
fS des A/D- und D/A-Wandlers synchronisierten
SC-Tiefpassfilter eingesetzt werden. Zur Erzeugung der Taktfrequenz des
SC-Tiefpassfilter dienen ein Frequenz-Synthesizer und ein dekadischer
Frequenzteiler. Beide sind vom Computer über den Datenbus
programmierbar. Durch diese Aufteilung in Sythesizer und Frequenzteiler
ist ein grosser steuerbarer Frequenzbereich über mehrere Dekaden mit
hoher Präzision möglich. Dies hat den Vorteil, dass die
Eingangsempfindlichkeit des VCO im Synthesizer niedrig gehalten werden
kann, was sich günstig auf einen niedrigen Flankenjitter am Ausgang des
VCO, beziehungsweise des Frequenz-Synthesizers, auswirkt.
Das in Bild 2 oben dargestellte Tiefpassfilter wird, wie bereits
erwähnt, als sogenanntes Antialiasing-Tiefpassfilter vor dem A/D-Wandler
eingesetzt und das untere als Glättungsfilter (Smoothing) am Ausgang des
D/A-Wandlers. Beide haben die gleichen Filterparameter. Zur Steuerung
erhalten beide die selbe SCF-Taktfrequenz fSC, die
selbe Steuerspannung des f/U-Wandlers Uc und den mit vier Datenleitungen
übertragenen dekodierten Dekadenwert Dek. Der Frequenzteiler, welcher
die SCF-Taktfrequenz fSC durch 32 teilt, erzeugt
die Abtastfrequenz fS für den A/D- und den
D/A-Wandler. Dieser 1/32-Frequenzteiler definiert das konstante und
frequenzunabhängige Verhältnis zwischen der halben Abtastfrequenz der
A/D- und D/A-Wandler zur SCF-Grenzfrequenz, die wiederum ein konstantes
Verhältnis zur SCF-Taktfrequenz hat.
Die Schaltungen des Frequenz-Synthesizer, des Dekadenteilers und der
Datentransfer mit dem Computer sind nicht Gegenstand dieses
Elektronik-Minikurses und werden daher nicht weiter kommentiert. Dies
würde den Rahmen des Umfanges eines Elektronik-Minikurses bei Weitem
sprengen. Es wurde anfangs der 1990-Jahre ein System konzipiert wie Bild
2 zeigt. Der digitale Teil würde man heute jedoch moderner realisieren.
Deshalb macht es auch wenig Sinn teils veraltete Inhalte mit kaum oder
nicht mehr erhältlichen ICs hier wiederzugeben. Es bleibt daher dem
interessierten Leser überlassen, diesen Teil vollständig nach eigenen
Ideen zu entwickeln. Eine solche Bemühung unterstützt der
Elektronik-Minikurs
PLL-Frequenzsynthesizer mit digitalem
Potenziometer als Ideenliferant.
Wir setzen unsere Reise fort und tauchen in Bild 2 etwas tiefer in das Blockschaltbild eines der beiden identischen Tiefpassfiltersysteme ein und kommen so zu Bild 3:
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Hier werden die vier Funktionsblöcke eines der beiden Tiefpassfiltersysteme sichtbar: Der Spannung/Strom-Wandler (U/I) und das SC-Tiefpassfilter, eingebunden zwischen den beiden identischen aktiven analogen Tiefpassfiltern A (Antialiasing) und B (Smoothing). |
Der Spannung/Strom-Wandler U/I erzeugt zwei identische Steuerströme Ic (c = control). Diese steuern vor und nach dem SC-Tiefpassfilter die Grenzfrequenz der beiden analogen Tiefpassfilter innerhalb einer Frequenzdekade. Zwischen diesen beiden analogen Tiefpassfiltern thront der Häuptling, das in der Grenzfrequenz steilflankige, von der Taktfrequenz fSC gesteuerte SC-Tiefpassfilter. Von diesem wichtigsten Element dieser Schaltung ist im folgenden Kapitel die Rede.
MAX293, dessen Datenblatt besorgt werden muss, ist ein SC-Tiefpassfilter in einem 8pin-DIL-Gehäuse. MAX293 ist auch im SMD-Gehäuse erhältlich.
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Schaltungstechnisches Umfeld des mit dem MAX293 aufgebauten SC-Tiefpassfilter. Mit R1 und R2 muss das Signal gedämpft werden, weil der CMOS-Baustein weniger aussteuerbar ist, wie der Rest der Schaltung, wenn man unterschiedliche Betriebsspannungen einsetzt. |
Im Übertragungsbereich hat der Rippel einen typischen Wert von 0.15 dB,
im Grenzfrequenzbereich beträgt die Steilheit mehr als 100 dB/Oktave und
die Sperrbereichsdämpfung beträgt minimal 80 dB. Der Signal/Rausch-Abstand
beträgt jedoch nur etwa 70 dB gemäss Datenblatt des MAX293, wobei die
THD (Total Harmonic Distortion) und der Signal/Rausch-Abstand
zusammengefasst ist. Diese Zusammenfassung ist realistisch.
Das Verhältnis von der SCF-Taktfrequenz fSC zur
SCF-Grenzfrequenz fG ist 100. Diese Taktfrequenz
wird, zur Erzeugung der SCF-Abtastfrequenz, IC-intern durch 2 geteilt.
Dieser Frequenzteiler hat für den Anwender den Vorteil, dass er sich
nicht um das Tastverhältnis der SCF-Abtastfrequenz kümmern muss. Denn
diese darf bekanntlich nicht vom Faktor 0.5 abweichen, damit die
CMOS-Schalter des SC-Filters einwandfrei arbeiten. Das Verhältnis der
SCF-Abtastfrequenz zur SCF-Grenzfrequenz beträgt somit 50. Nyquist und
Shannon würden sagen: "Es dürfen keine Signalanteile den
Filterbaustein erreichen, deren Frequenz grösser ist als die 25fache
SCF-Grenzfrequenz fG."
In einem früheren Projekt, in dem das SC-Tiefpassfilter TSG-8512 von
Thomson zum Einsatz kam, war es trivial dessen DC-Offsetspannung
am IC selbst zu kompensieren. Im Prinzip kann man
dies bei allen SC-Tiefpassfilter-ICs, in dem der GND-Anschluss
(Signal-Referenz) anstelle mit GND an eine abgleichbare DC-Spannung
angeschlossen wird, welche die DC-Offsetspannung kompensiert. Dies hat
aber meist den Nachteil, dass die Symmetrie der ausgangsseitigen
Signalaussteuerung darunter leidet. Dies reduziert den
Signal/Rausch-Abstand, weil man sich mit einer geringeren maximalen
Ausgangsamplitude zufrieden geben muss. Dieses Problem lässt sich
umgehen, in dem die DC-Offsetkorrektur mit einer zusätzlichen Schaltung
vorgenommen wird. Der Elektronik-Minikurs
Operationsverstärker II zeigt u.v.a. wie so etwas
realisiert wird. Die DC-Offsetspannung am Ausgang des MAX293 beträgt
minimal ± 150 mV und maximal ± 400 mV. Im Datenblatt nicht dokumentiert
ist die Tatsache, dass die DC-Offsetspannung auch etwas von der
SCF-Taktfrequenz abhängig ist - hauptsächlich im oberen Bereich der
maximalen SCF-Taktfrequenz. Diese Tatsache trifft auf alle SCF-ICs zu.
Man beachte beim Lesen dieses Abschnitts Bild 4. Lineare integrierte
CMOS-Schaltungen vertragen im allgemeinen nicht so hohe Betriebsspannung
wie ihre bipolaren Brüder. So ergeht es auch dem MAX293, der sich mit
typisch ±5 VDC zufrieden geben muss. Wird er innerhalb eines analogen
Systems mit einer Betriebsspannung von ±12 oder ±15 VDC eingesetzt, so
muss er sich als Einzelgänger eben anpassen. Um auf einer Leiterplatte
nicht unnötig viele Speiseleitungen verlegen zu müssen, empfiehlt es
sich, zwei kleine Lowpower-Spannungsregler am "Tatort" anzuordnen. Dazu
eignen sich sehr gut der 78L05 für die positive und der 79L05 für die
negative Betriebsspannung des SC-Tiefpassfilters von ±5 VDC. Die
Betriebsspannung von +5 VDC wird zusätzlich zur Speisung des f/U-Wandler
(Bild 6) und des Logikpegelwandler (Bild 8) benötigt.
Wenn die analogen Tiefpassfilter A und B mit ±12 VDC (±15 VDC) betrieben
werden, muss das Netzwerk R1, D1 und D2 vermeiden, dass der MAX293 durch
zu hohe Eingangsspannung zerstört werden kann. Zu hohe Spannungswerte
können vor allem beim Ein- und Ausschalten der Betriebsspannung
auftreten. R3 limitiert in diesem Fall zusätzlich den Eingangsstrom,
wodurch ein gefährlicher Latchup-Effekt sicher verhindert wird. Das
Verhältnis von R1 zu R2 muss so dimensioniert sein, dass die maximale
Aussteuerungen der Amplitude des analogen Vorfilters (A) und des
SC-Tiefpassfilters auf einander abgestimmt sind. Das analoge
Tiefpassfilter B, welches auf das SC-Tiefpassfilter folgt, gleicht durch
Verstärkung die R1/R2-Dämpfung wieder aus. Auf diese Weise wird ein
Maximum des Signal/Rausch-Abstandes des ganzen Filtersystemes erreicht
und die Verstärkung des gesamten System hat den Wert von 1, bzw. 0 dB.
Wie bereits angedeutet, müssen die Grenzfrequenzen der beiden identischen analogen Tiefpassfilter A und B mit der Grenzfrequenz des SC-Tiefpassfilters synchronisiert sein. Die Schaltung in Bild 5 basiert auf dem LM13700 von National-Semiconductor, einem IC mit zwei integrierten OTA. Jeder der beiden OTAs ist so beschaltet, dass er als stromgesteuertes Tiefpassfilter zweiter Ordnung arbeitet. Für detailliertere Information über den LM13700 empfiehlt es sich, das Datenblatt zu studieren. Zusätzlich zur Funktionsbeschreibung und zu den technischen Daten zum IC gibt es zur Unterstützung 28 verschiedene Applikationshinweise. Die hier vorliegende Schaltung ist ein Ausbau eines solchen Hinweises. Es ist das "Voltage Controlled State Variabel Filter", die Applicationnote Figure 14.
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Das analoge Tiefpassfilter, das vor und nach dem SC-Tiefpassfilter nötig ist, wurde mit den Transkonduktanzverstärkern des LM13700 realisiert. Ue kommt vom SC-Tiefpassfilter (Bild 4) und Ua ist der analoge Ausgang, oder Ue ist der analoge Eingang und der ungepufferte Ausgang SC-TPF gelangt zum Eingang der Schaltung des SC-Tiefpassfilters (Bild 4). |
Das Blockschaltbild in Bild 2 zeigt, wie die SCF-Takterzeugung in
Frequenz-Synthesizer und dekadischen Frequenzteiler aufgeteilt wird.
Durch die Programmierung des Frequenz-Synthesizers und des dekadischen
Frequenzteilers wird die Taktfrequenz für die SC-Tiefpassfilter
fSC erzeugt und es wird der Dekadenwert, durch den
fSY geteilt wird, gespeichert und dekodiert. Dieser
dekodierte Dekadenwert (logisch LOW-aktiv) wird im Spannungspegel
transformiert (Logikpegelwandler) und mittels vier Leitungen (Dek) den
analogen Tiefpassfiltern (Bild 5) zugeführt. Damit werden über die acht
JFET-Transistoren T1 bis T8 die Kapazitäten C9 bis C16, und damit der
Bereich der Filtergrenzfrequenz, in Dekaden umgeschaltet. Man könnte an
Stelle von diskreten JFETs auch integrierte Analogschalter einsetzen.
Das ist aber teurer, denn man müsste solche mit relativ niedrigem
Durchlasswiderstand wählen. Man beachte, der Preis für den JFET BF245A
ist stark vom Elektronik-Distributor abhängig.
Zwischen dem Dekadenteiler und den JFET-Gate-Eingängen müssen die vier
Steuersignale von TTL- oder (H)CMOS-Pegeln in den Spezialpegel von +5
VDC / -12 VDC umgesetzt werden. Bild 8 zeigt, wie einfach eine solche
Schaltung sein kann. Zurück zu Bild 5. Der N-Kanal-JFET BF245A (T1...T8)
sperrt bei negativer Gate-Source-Spannung. Ist diese Spannung 0 V (Gate
hat Source-Potenzial), leitet die Drain-Source-Strecke mit einem
Widerstandswert von etwa 200 Ohm. Der BF245A ist selbstleitend. Lässt
man jedoch einen geringen Strom in das Gate hineinfliessen, hier 0.3 mA,
dann reduziert sich der Drain-Source-Widerstand auf etwa 30 Ohm, was
etwa dem Wert eines integrierten Analogschalters der teureren
Preisklasse entspricht. Ein einfacher Trick, aber sehr wirksam!
Mehr zu diesem Thema und dies sehr ausführlich, liest man im
Elektronik-Minikurs
Der analoge Schalter I (der JFET).
Die analogen Tiefpassfilter A und B (Bild 3) sind sich beinahe
identisch. R7 von Filter A hat 47 k-Ohm, R7 von Filter B hat 22 k-Ohm.
R8 von Filter A hat einen festen Wert von 1k-Ohm, R8 von Filter B ist
mit Widerstand und Trimmpotmeter einstellbar. Damit wird die Verstärkung
des gesamten Filtersystemes auf 1 (0 dB) abgestimmt. Ein weiterer
Unterschied erkennt man am Ausgang. Der Ausgang von Filter A (SC-TPF),
Anschluss 8 des LM13700, führt direkt zum Spannungsteiler R1/R2 in Bild
4. Der Ausgang Ua von Filter B wird zusätzlich mit dem Opamp IC:E4
gepuffert. Im übernächsten Kapitel (Bild 7) wird gezeigt, dass dazu von
einem Vierfachopamp gerade noch einer übrig bleibt.
Der Eingang Ic (Quelle ist Bild 7) des analogen Tiefpassfilters ist der
Stromsteuereingang. Damit wird der Bereich einer Dekade der
Grenzfrequenz kontinuierlich gesteuert. Mit der Begrenzung auf nur eine
Dekade ist die Stabilität der Grenzfrequenz besonders gut. Auch die
DC-Offsetspannung bleibt innerhalb einer Dekade für viele Anwendungen
genügend stabil.
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Einfacher Frequenz/Spannung-Wandler, realisiert mit der Hälfte eines Dual-Monoflop-IC in HCMOS-Technologie und einem einfachen passiven Tiefpassfilter zweiter Ordnung. |
Irgendwie muss der Strom für die Steuerung der Grenzfrequenz der
analogen Tiefpassfilter aus der Frequenzänderung des
Frequenz-Synthesizers gewonnen werden. Also braucht es zunächst eine
f/U-Wandlung. Bild 6 zeigt eine einfache und für den vorgesehenen Zweck
genügend lineare Schaltung ohne speziellen IC. Da der
Frequenz-Synthesizer Taktfrequenzen bis 3.2 MHz (Bild 9) erzeugt, wird
für den in HCMOS-Technik realisierten f/U-Wandler der Ausgang des ersten
Dekadenteilers benutzt (Bild 2). Durch diese durch zehn geteilte
Frequenz fSY/10 fällt die Flankensteilheit im
Verhältnis zur Impulsdauer am Ausgang des Monoflops weniger ins Gewicht,
wodurch die f/U-Linearität besser ist.
Der f/U-Wandler besteht aus einer monostabilen Kippschaltung, die Hälfte
eines 74HC4538. Diese Schaltung wandelt das Taktsignal
fSY/10 (32...320 kHz) in eine Reihe von Impulsen
mit konstanter Impulsbreite. Das nachfolgende passive Tiefpassfilter
zweiter Ordnung mittelt das taktfrequenzabhängige Tastverhältnis in eine
ebenso taktfrequenzabhängige DC-Spannung. Diese steuert den
Spannung/Strom-Wandler (U/I-Wandler) in Bild 7. Das Diagramm unten
rechts in Bild 6 deutet an wie es funktioniert. Die Verzögerungszeit
zwischen der Änderung der Frequenz fSY/10 und der
Änderung der DC-Spannung Uc ist natürlich wesentlich grösser als hier
gezeichnet ist.
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Schaltschema des Spannung/Strom-Wandlers, der aus der Steuerspannung Uc vom f/U-Wandler (Bild 6) zwei unabhängige Steuerströme Ic für die beiden analogen Tiefpassfilter A (links) und B (rechts) erzeugt. |
Die Schaltung in Bild 7 erzeugt aus einer Steuerspannung (Bild 6) zwei unabhängige Steuerströme, einen für das analoge Tiefpassfilter A vor und einen für das analoge Tiefpassfilter B nach dem SC-Tiefpassfilter. Opamp IC:E1 arbeitet als einstellbarer nichtinvertierender Verstärker mit hohem Eingangswiderstand. Mit R36 wird der Grenzfrequenzbereich der beiden analogen Tiefpassfilter innerhalb einer Dekade justiert. Die beiden folgenden Opamp IC:E2 und IC:E3 arbeiten als die beiden erwähnten U/I-Wandler. Opamp IC:E4 wird als Impedanzwandler am Ausgang des Filtersystems Ua verwendet (Bild 5).

Da dieser Elektronik-Minikurs bereits sehr umfangreich ist, erfolgt die
genaue Beschreibung dieser Schaltung im Elektronik-Minikurs
Vom Logikpegelwandler zum Impulsgenerator.
Hier also nur eine Kurzbeschreibung.
Der grenzfrequenzbestimmende Kondensator (Bild 5: C9...C16) ist dann
aktiv, wenn der zugehörige JFET (Bild 5: T1 bis T8) eingeschaltet ist
und dies trifft zu, wenn dessen Gate, wie bereits beschrieben, einen
geringen Strom erhält. Dies ist dann der Fall, wenn der Ausgang der
zugehörigen Transistorschaltstufe (Bild 8) auf 5 VDC liegt. Dies ist
dann der Fall, wenn der Eingang, gesteuert vom dekadischen
Frequenzteiler (Teil von Bild 2) auf logisch LOW-Pegel (GND-Pegel)
liegt. Dadurch fliesst ein Basis- und ein Kollektorstrom. Der geringe
Unterschied zwischen diesen beiden Strömen verursacht einen
Sättigungseffekt des Transistors, was zum (langsamen) Schaltverhalten
richtig ist. Es eignen sich auch andere PNP-Transistoren
(Elektor-Fachjargon: TUP). Siehe Schalt-Diagramm auf der rechten Seite
von Bild 8.
Dieses Verhältnis ist unabhängig von der Takt- bzw. Abtastfrequenz des
SC-Tiefpassfilters. Es ist konstant und hat in der vorliegenden
Dimensionierung den Wert von 1.5625. Das Verhältnis der halben
Abtastfrequenz des SC-Tiefpassfilters zur Grenzfrequenz eines der beiden
analogen Tiefpassfilter beträgt 16:

Dieser Wert von 16 entspricht genau vier Oktaven. Die analogen
Tiefpassfilter haben eine Grenzfrequenzsteilheit von 12 dB/Oktave. Bei
der halben Abtastfrequenz des SC-Tiefpassfilters beträgt die Dämpfung
somit 48 dB. Dazu ein praktisches Beispiel:
Es soll mit einer Abtastfrequenz von 10 kHz Sprache über einen
A/D-Wandler in einen Computer eingelesen werden. Es stellt sich, durch
die Programmierung des Frequenz-Synthesizers, eine
SC-Filter-Taktfrequenz von 320 kHz bzw. eine SC-Filter-Grenzfrequenz von
3.2 kHz und damit die halbe Abtastfrequenz des SC-Tiefpassfilters von 80
kHz ein. Was mit dem Antialiasing-Tiefpassfilter A unterdrückt wird,
sind externe Störquellen. So kann zum Beispiel in der Nähe von kräftigen
Langwellensendern das analoge Tiefpassfilter A leicht seine Wirkung
beweisen. Die Grenzfrequenz der beiden analogen Tiefpassfilter beträgt
in diesem Beispiel je 5 kHz. Die Spannung einer 150-kHz-Störquelle (z.B.
"Deutsche Welle") am Eingang des Antialiasing-Tiefpassfilter würde durch
dieses Filter um rund 60 dB gedämpft. Dies ist 1/1000.
Das SC-Tiefpassfilter selbst hat eine Steilheit von etwa 100 dB/Oktave
in seinem Grenzfrequenzbereich. Dazu gesellen sich noch die beiden
analogen Tiefpassfilter vor und nach dem SC-Tiefpassfilter mit
Steilheiten von je 12 dB/Oktave. Bei der halben Abtastfrequenz
(Nyquistlimit) des A/D-Wandlers (im vorliegenden Beispiel 5 kHz) dämpft
das SC-Tiefpassfilter um etwa 78 dB. Die Grenzfrequenz der analogen
Tiefpässe A und B sind auf die gerade erwähnte halbe Abtastfrequenz von
5 kHz dimensioniert. Dies hat zur Folge, dass diese beiden analogen
Tiefpassfilter bei dieser Frequenz gemeinsam um 6 dB dämpfen. Daher
dämpft das ganze Filtersystem bei der halben Abtastfrequenz des
A/D-Wandlers um 84 dB. Dies entspricht ziemlich genau der Dynamik eines
14 Bit A/D-Wandlers. Was aber sagt der Signal/Rausch-Abstand dazu? Es
gilt das was schon weiter oben zu lesen war: Der Signal/Rausch-Abstand
beträgt jedoch nur etwa 70 dB gemäss Datenblatt des MAX293, wobei THD
(Total Harmonic Distortion) und der Signal/Rausch-Abstand
zusammengefasst ist.
Der Wert des Signal/Rausch-Abstandes kann allerdings auch besser sein,
weil das Smooting-Tiefpassfilter etwas zur Verbesserung beitragen kann.
Die THD+Noise-Messung (Datenblatt) wurde mit Bandbreiten von 30 kHz und
80 kHz bei SC-Filter-Grenzfrequenzen von 2 kHz und 10 kHz durchgeführt.
Wenn bei einer THD+Noise-Messung die Grenzfrequenz des analogen
Smoothing-Tiefpassfilters deutlich unter 30 kHz liegt, kann der
THD-Noise-Spannungswert ebenso deutlich niedriger und somit der
Signal/Rausch-Abstand deutlich grösser sein. Ich habe dies nicht
untersucht. Dies muss der interessierte Leser selbst tun, falls es ihn
interessiert.
Es wird übrigens nirgends behauptet, dass man unbedingt einen MAX293
einsetzen muss. Es ist dem Leser selbst überlassen, ein anderes
SC-Tiefpassfilter-IC, oder eine Kombination mehrerer solcher ICs, mit
einem höheren Signal/Rausch-Abstand und geringeren harmonischen
Verzerrungen einzusetzen und entsprechend zu dimensionieren. Auch dieser
Elektronik-Minikurs ist in erster Linie eine Lernhilfe und eine Anregung
zu eigenen Entwicklungen und kein Bausatz, obwohl die hier
dimensionierten Schaltungen einwandfrei arbeiten und für Messzwecke
jahrelang im Einsatz gewesen ist und auch noch weiterhin sein wird.
Die nachfolgende Tabelle in Bild 9 zeigt die Zusammenhänge aller
auftretenden Frequenzen des in Bild 2 gezeigten Systems. Die punktierte
Markierung zeigt den Arbeitsbereich des SC-Tiefpassfilters MAX293, in
Abhängigkeit des Bereiches der beiden analogen Tiefpassfilter vor und
nach dem SC-Tiefpassfilter. Die maximale SCF-Grenzfrequenz von 25 kHz
wird durch die SCF-Taktfrequenz von 2.5 MHz bestimmt.
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Die Zusammenhänge aller auftretenden Frequenzen in einem nach Bild 2 realisierten System. Der punktiert markierte Teil zeigt den Arbeitsbereich des SC-Tiefpassfilters MAX293. |
Drei Dinge sind in diesem Filtersystem abzugleichen: Der
Grenzfrequenzbereich der analogen Tiefpässe, die Verstärkung und die
DC-Offsetspannung.
Die Steuerspannung Uc (Bild 6) variiert zwischen 0.44 ... 4.4 VDC. Man
stellt Uc auf 4.4 VDC und den Dekadenwert n = 3 (Bild 5). Nun justiert
man R36 (Bild 7) bis die analogen Tiefpässe je eine Grenzfrequenz von 5
kHz aufweisen. Da die Genauigkeit dieser Justierung unkritisch ist, geht
es auch einfacher: Man stellt ebenfalls Uc auf 4.4 VDC und misst
zwischen den Messpunkten IM und -12 VDC die beiden
Ströme und justiert diese mit R36 auf je 0.9 mA. Zwecks gutem Matching
empfehlen sich für R37 und R38 einprozentige Widerstände.
Hier kommt die Wirkung der Dioden D3 und D4 in Bild 7 zur Geltung. Das
Strom-Messinstrument hat einen so niedrigen Innenwiderstand und ist mit
-12 VDC (-15 VDC) geschaltet. Dadurch sperren die Dioden, und es wird
kein falscher Strom gemessen.
Die Verstärkung des ganzen Filtersystems muss 1 (0 dB) betragen und wird
mit R8 beim analogen Tiefpassfilter B (Bild 5) abgeglichen. Bei beiden
analogen Tiefpassfiltern muss noch die gesamte DC-Offsetspannung
abgeglichen werden. Man erspart sich den DC-Offsetabgleich des
SC-Tiefpassfilters, in dem man den entsprechenden Betrag zur
Kompensation auf beide analogen Tiefpässe verteilt. Es empfiehlt sich
folgendermassen vorzugehen:
Nachdem die SCF-Taktfrequenz auf einen mittleren Wert eingestellt wurde, schliesst man den Eingang des SC-Tiefpassfilters mit GND kurz.
Danach misst man die DC-Offsetspannung am Ausgang des analogen Tiefpassfilters B und reduziert sie mit R18 (Bild 5) auf den halben Wert.
Nun verbindet man wieder den Eingang des SC-Tiefpassfilter mit dem Ausgang des analogen Tiefpassfilter A und gleicht dort den DC-Offsetwert mit R18 am Ausgang Ua des ganzen Systemes auf Null ab.
Grenzfrequenzbereich: 3.2 Hz .... 25 kHz
Phase / Gruppenlaufzeit: Siehe Datenblatt des MAX293.
Rippel im Durchlassbereich: 0.15 dB (MAX293)
Steilheit im Grenzfrequenzbereich: ca. 100 dB/Oktave
Dämpfung im Sperrbereich: ~ 80 dB
Signal/Rausch-Abstand: 72 dB (siehe Text)
Signal/Rausch-Abstand
(nur analoge Filter): > 90 dB
Signal-Eingangswiderstand: 47 k-Ohm (R7 von Bild 5)
Maximale Eingangsamplitude (Ue): 10 V p-p (Ub = min. ±12 VDC)
Kann geändert werden.
Steuerspannunsbereich (Uc): 0.44 ... 4.4 VDC
Betriebsspannung: ± 12 VDC .... ± 15 VDC
Betriebsstrom = ± 20 mA typisch
Thomas Schaerer, 09.12.2003 ; 14.12.2003 ; 15.01.2006 ; 19.07.2007 ;
03.09.2007
Früher im geringeren Umfang publiziert im Elektroniker 09/1991
(heute: MegaLink)
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