ISDN-Basisanschluss

ISDN-Basisanschluss mit NTBA

Prinzipiell unterscheidet man zwischen zwei ISDN-Anschlüssen. Einmal den Basisanschluss und den Primärmultiplexanschluss.
Der ISDN-Basisanschluss besteht aus einem NTBA, der auf der Netzseite die UK0-Schnittstelle und auf der Kundenseite die S0-Schnittstelle hat.
Der Basisanschluss hat zwei Nutzkanäle (B-Kanäle) mit je 64 kBit/s und einen Steuerkanal (D-Kanal) mit 16 kBit/s.
Den Basisanschluss gibt es in den Varianten Mehrgeräteanschluss und Anlagenanschluss.

Hinweis: Bis Ende 2018 will die Deutsche Telekom alle ISDN-Anschlüsse abschalten und auf Voice over IP (VoIP) umstellen. Andere Netzbetreiber, die aber nur regional tätig sind, wollen sich etwas mehr Zeit lassen. Konkret bedeutet das, dass irgendwann jeder von der Abschaltung von ISDN betroffen sein wird.

ISDN-Mehrgeräteanschluss

ISDN-Mehrgeräteanschluss

Der ISDN-Mehrgeräteanschluss eignet sich zum Anschließen von bis zu 8 Endgeräten. Zum Beispiel ISDN-Telefone, ISDN-Faxgeräte, ISDN-Karten und auch ISDN-TK-Anlagen. Über einen Terminal-Adapter TA lassen sich analoge Endgeräte (Telefon, Modem, Anrufbeantworter, Faxgerät) betreiben.
Der Betrieb einer ISDN-TK-Anlage an einem Mehrgeräteanschluss ist eher unüblich. Ein Anlagenanschluss ist da empfehlenswerter.

Der ISDN-Mehrgeräteanschluss verfügt über:

  • 3 Mehrfachrufnummern (MSN), auf max. 10 erweiterbar
  • 2 Nutzkanäle (Leitungen) mit 64 kBit/s für die verschiedenen Dienste
  • Kanalbündelung mit 128 kBit/s
  • 1 Signalisierungs- bzw. Datenkanal mit 16 kBit/s
  • 12 Anschlussdosen mit max. 8 angeschlossenen Endgeräten, davon aber nur 4 Sprach-Endgeräte oder 4 Endgeräte ohne eigene Speisung

ISDN-Anlagenanschluss

Der Anlagenanschluss eignet sich nur für ein Endgerät. In der Regel ist das eine ISDN-TK-Anlage. Statt der Mehrfachrufnummern (MSN) erhält man eine Hauptrufnummer und einen Rufnummernblock (RNB) von 0 bis XX. Die Rufnummern im Rufnummerblock bezeichnet man als Durchwahlrufnummer oder Durchwahlen. Damit lassen sich einzelne Endgeräte direkt anwählen. Eine TK-Anlage übernimmt die Verwaltung und Zuordnung der Durchwahlrufnummern zu den Endgeräten. Je nachdem, wie viele Leitungen beantragt werden, erhält man den Rufnummernblock bis 99. Einen 3-stelligen Rufnummernblock muss man gesondert bei der Bundesnetzagentur (BNETZA) beantragen.

ISDN-Anlagenanschluss

Der ISDN-Anlagenanschluss kann auch aus mehreren NTBAs (Basisanschlüsse) bestehen. Pro NTBA wird der TK-Anlage 2 B-Kanäle (Leitungen) zur Verfügung gestellt.
Bis zu 8 Basisanschlüssen machen als Anlagenanschluss Sinn. Bei weiteren Leitungen empfiehlt es sich, einen Primärmultiplexanschluss zu verwenden.

Vorteile eines ISDN-Anlagenanschlusses

  • Dem Anlagenanschluss ist ein Rufnummerblock mit Durchwahlnummern zugewiesen.
  • Jedem Mitarbeiter kann eine individuelle Durchwahl zugewiesen werden.
  • Erleichterung der internen und externen Kommunikation durch die direkte Anwahl des Gesprächspartners (durch die Durchwahl).
  • Der Anlagenanschluss lässt sich mit zunehmender Betriebsgröße beliebig erweitern, der unter dem selben Rufnummernblock mit den selben Durchwahlnummern erreichbar ist.

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