DECT - Digital Enhanced Cordless Telecommunications
DECT ist aus einer langen Reihe von analogen Standards für die schnurlose Telefonie hervorgegangen. Ursprünglich stand DECT für Digital European Cordless Telephone. Es wurde für die schnurlose Sprachübertragung entwickelt. Später wurde es in Digital Enhanced Cordless Telecommunications umbenannt. Damit sollte zum Ausdruck kommen, dass DECT eine universelle Kurzstrecken-Funktechnik für Telekommunikation ist. DECT hat sich im Bereich der schnurlosen Sprachübertragung auf der ganzen Welt durchsetzt.
Doch DECT-Geräte sind nicht einfach nur schnurlose Telefone. Mit definierten Zugriffsprotokollen wird DECT über die bisherigen Telefonstandards hinausgehoben. Die sogenannten Access Profile ermöglichen eine reibungslose Interaktion mit verschiedenen Telefonnetzen, wie z. B. ISDN oder GSM. Zusammen mit dem GAP-Standard ermöglicht DECT Anwendungsgebiete, die bisher nur mit Funktelefonen und Funkrufempfängern abgedeckt wurden.
Die Protokollstruktur des DECT-Systems bietet die Möglichkeit die Basisstationen zu einem Telefonnetz zusammenzuschalten. Unterstützt werden Ein- und Mehrzellensysteme mit gleitendem Übergang zwischen den Zellen. So lassen sich mit einem DECT-Netz größere Firmengelände oder Stadtteile problemlos versorgen.
Durch eine internationale Übereinkunft wurde von der ETSI (European Telecommunications Standards Institute) im DECT-Standard folgendes festgelegt:
- Abhör- und Ausfallsicherheit
- Einsparung von Frequenzen
- universelle Einsetzbarkeit
- hohe Qualität bei der Sprachübertragung
- nahtloses Handover zwischen den Funkzellen
DECT funkt im Frequenzbereich zwischen 1880 und 1900 MHz. Dieser Frequenzbereich ist bis zum Jahr 2013 befristet und wird in Abhängigkeit der europäischen Harmonisierung fortgeschrieben.
DECT bietet folgende Eigenschaften
- Betrieb in einem exklusiven Frequenzband
- Einsparung von Frequenzen
- Optimierung auf minimale Verzögerung und gleichbleibende Verbindungsqualität
- hohe Reichweite
- geringer Stromverbrauch bei kleiner Bauweise und geringen Kosten für die Endgeräte
- hörbar bessere Tonqualität als vorhergehende Standards
- hohe Abhörsicherheit
- universeller Einsatz
- Telefonie-Leistungsmerkmale
- gleichzeitiger Betrieb mehrerer Mobilteile
- gebührenfreie interne Gespräche
- Mobilteile sind an mehreren Basisstationen nutzbar
- herstellerunabhängige Nutzung von Mobilteilen an den Basisstationen
- Handover (automatischer Wechsel der Basisstation)
Fixed Part und Portable Part
Beschäftigt man sich näher mit DECT tauchen unweigerlich die Begriffe (Radio) Fixed Part (RFP) und Portable Part auf. Fixed Part ist der Fachbegriff für die Basisstation, also das Gerät, welches seinen Standort nicht verändert. Portable Part ist das Handgerät, das eigentliche schnurlose Telefon des DECT-Systems.
DECT Fixed Parts sind wesentlich intelligenter und Aufgrund ihrer Funktionsvielfalt komplexer als GSM-Basisstationen. Fixed Parts übernehmen die Vermittlung von Gesprächen, stellen dem Benutzer über das Portable Part die Leistungsmerkmale und die Schnittstelle in das leitungsvermittelte Telefonnetz zur Verfügung.
Strahlungsarme bzw. strahlungsreduzierte DECT-Telefone
Obwohl nach wissenschaftlichen Erkenntnissen von DECT keine Gefahr ausgeht, erwarten die Kunden strahlungsarme bzw. strahlungsreduzierte DECT-Telefone mit geringen elektromagnetischen Feldern. Diese schnurlosen Telefone haben einen Eco-Modus, der sie in den strahlungsarmen Betriebszustand mit geringen elektromagnetischen Feldern versetzt. Aufgrund der Kundennachfrage dürften fast alle DECT-Telefone einen solchen Eco-Modus haben.
Hinter dem Eco-Modus befindet sich folgende technische Vorgehensweise: Die Funkleistung steht in Abhängigkeit zum Abstand von Mobilteil und Basisstation. Je näher sich das Mobilteil bei der Basisstation befindet, desto geringer sind die elektromagnetischen Felder. Doch sobald mehrere Mobilteile an einer Basisstation angemeldet sind, geht dieser Effekt wieder verloren. Die Basisstation sendet dann mit der Leistung, die notwendig ist, um das am weitesten entfernte Mobilteil zu erreichen.
Übertragungstechnik
Bei DECT kommt das Modulationsverfahren GFSK (Gausian Frequency Shift Keying) zum Einsatz. GFSK kommt mit effizienten Verstärkern aus, was den Stromverbrauch und die Wärmeentwicklung im Rahmen hält.
Die Mobilgeräte überprüfen ständig die Träger zwischen 1880 MHz und 1900 Mhz (10 HF-Kanäle mit einem Abstand von 1728 kHz) und verwenden den Träger, der die besten Empfangsergebnisse liefern kann. Dieses Verfahren nennt man DCS/CDA (Dynamic Channel Selection/Allocation) und senkt die Störanfälligkeit der Übertragung und erhöht gleichzeitig die Sprachqualität.

Für die Modulation wird das Frequenzband in 10 Frequenzträger unterteilt. Jeweils oben und unten befindet sich ein Schutzband, das der Frequenznutzung abgezweigt wird. Jeder Frequenzträger wird in 24 Zeitschlitze unterteilt. Jeweils 12 Zeitschlitze sind für die Verbindung von der Basisstation zum Mobilteil und vom Mobilteil zur Basisstation reserviert. Das Nutzsignal wird mit ADPCM (Adaptive Differential Pulse Code Modulation) kodiert übertragen. Die Bandbreite von 32 kBit/s bietet eine dem Festnetz ähnliche Sprachqualität.
Bei Sprachübertragungen wird eine symmetrische Aufteilung der Zeitschlitze vorgenommen. Bei Datenübertragungen wird die Aufteilung asymmetrisch mit Bündelung mehrerer Kanäle (Trägerfrequenzen) vorgenommen. Bis zu 23 Kanäle lassen sich bündeln. Mindestens ein Kanal muss für die andere Richtung zur Verfügung stehen.
Datenübertragung mit DECT
DECT wurde für die schnurlose Sprachübertragung entwickelt. Soll DECT für die Datenübertragung genutzt werden, dann ist das nur mit Einschränkungen möglich. Mit 24 kBit/s pro Kanal ist prinzipiell auch Datenübertragung möglich. Werden mehrere Kanäle gebündelt, so kann eine Übertragungsrate von 552 kBit/s erreicht werden. Üblicherweise können DECT-Datenübertragungsendgeräte nur 128 kBit/s übertragen. Doch mit DMAP können die vorhandenen 552 kBit/s voll ausgenutzt und für ein schnurloses Netzwerk auf Basis von DECT verwendet werden. Für breitbandige Datenübertragungen wurde der Nachfolge-Standard CAT-iq entwickelt.
GAP - Generic Access Profile
Das bekannteste Zugriffsprofil wurde bereits 1994 spezifiziert. GAP ermöglicht die Zusammenarbeit zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller. Durch den GAP-Profil gibt es ein großes Angebot an Mobilteilen, mit denen sich alle Anforderungen an Preis und Leistung erfüllen lassen. Alle GAP-kompatiblen Mobilteile lassen sich herstellerunabhängig mit den Telefon-Grundfunktionen an allen GAP-kompatiblen Basisstationen betreiben.
GIP - GSM Interworking Profile
Ein weiteres Zugriffsprofil regelt die Zusammenarbeit mit digitalen Mobilfunknetzen, die dem GSM-Standard entsprechen.
Die Kombination ermöglicht die Integration von Mobilfunknetzen und Festnetzen mittels eines Dualmode-Handys. Dadurch lässt sich zu Hause das Festnetz nutzen, und unterwegs das Mobilfunknetz. Unterstützen die beiden Netzbetreiber (Mobilfunk und Festnetz) entsprechende Routing-Techniken, können die Netzbetreiber eine Telefonnummer für beide Netze bieten. Entsprechende Geräte sind praktisch nicht verfügbar.
IAP - ISDN Access Interworking Profile
Mittels dieser Spezifikation ist ein DECT-Telefon in der Lage spezielle ISDN-Komfortmerkmale aus dem Telefonie-Bereich zu nutzen. Dazu gehören z. B. Rufnummernanzeige, Anklopfen, Dreierkonferenz oder Rufumleitung.
Dieses Profil beherrschen praktisch alle DECT-Telefone.
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- ISDN - Integrated Services Digital Network
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