0180 - Service Dienste

Seit März 2010 gelten neue Regeln für 0180-Rufnummern in denen die Informationspflichten zur Höhe des Verbindungsentgeltes festgelegt sind. Davor wurden 0180-Rufnummern als "Shared Cost" bezeichnet. Jetzt sind "Service Dienste" festgelegt, "die bundesweit zu einem einheitlichen Entgelt zu erreichen sind".
Die Preisangabe muss überall dort erfolgen, wo auf die 0180-Rufnummer hingewiesen wird. Neben dem Festnetzpreis muss auch der Mobilfunkpreis in direkter Nähe zur 0180-Rufnummer angegeben werden. Die Preisobergrenze liegt bei 42 Cent pro Minute oder 60 pro Anruf. Handyanrufe dürfen nur noch zeitbasiert abgerechnet werden (pro Minute).

Grund für die Änderungen durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) und der Bundesnetzagentur (BNETZA) sind anhaltende Beschwerden von Verbrauchern. Dazu zählen hohe Anrufkosten, kostenpflichtige Warteschleifen und Ansätze von Refinanzierungsmaßnahmen über Telefondienste.

Tarife

Vorwahl Preis pro Minute Preis pro Anruf
0180-1.. 3,9 Cent -
0180-2.. - 6 Cent
0180-3.. 9 Cent -
0180-4.. - 20 Centt
0180-5.. 14 Cent pro Minute -

Die Tarife für 0180-Rufnummern sind laut Bundesnetzagentur frei wählbar. Die oben aufgeführten Tarife sind demnach nur Richtwerte, an die sich die Branche weitgehend hält.

Das 0180-Rufnummer deutlich teurer sind, als Anrufe zu Festnetznummer ärgert vor allem Telefonierer mit Flatrate. Unter www.0180.info findet sich eine Datenbank hinter welcher 0180-Rufnummer welche Festnetznummer zu erreichen ist.

Warum die 0180-Rufnummern zu Missbrauchsversuchen einladen

Als die 0180-Rufnummern eingeführt wurden, war Telefonieren deutlich teurer. Insbesondere Ferngespräche kosteten viel. Durch die orts- und entfernungsunabhängigen 0180-Rufnummern und Tarife wurden die Kosten für die Gesprächsverbindung geteilt. So wurde der Telefonkontakt für Kunden attraktiv gemacht.
Seit der Zeit sind die Kosten für Gesprächsminuten kräftig gesunken. Die der 0180-Rufnummern dagegen nicht. Anrufe an diese Rufnummern erscheinen deshalb relativ teuer. Insbesondere für Flatrate-Kunden und Mobilfunk-Teilnehmern, die Aufschläge bezahlen müssen. Beide Probleme haben mit der 0180-Rufnummer an sich nichts zu tun. Trotzdem leidet die Akzeptanz der 0180-Rufnummer darunter.

Unternehmen setzten die 0180-Rufnummern hauptsächlich für den Kundenservice ein. Zum Beispiel für Info-Hotlines und Bestellannahmen. Je nach 0180-Rufnummer muss der Anrufer ein unterschiedliches Entgelt bezahlen. Bei der 0180-5 ist der Betrag am größten. Er ist deutlich höher als ein normales Ferngespräch. Unternehmen bevorzugen diese Rufnummer, weil sie über die Verrechnung des Betriebs der Rufnummer und der Gesprächskosten einen so genannten Werbekostenzuschuss (WKZ) erzielen. Dieser wird ihnen vom Service-Provider ausbezahlt. So lässt sich das Service-Angebot refinanzieren und manchmal sogar ein Gewinn machen.
Im Zuge sinkender Minutenpreise im Festnetz und der damit vergrößerte Preisunterschied zwischen Verbindungsentgelt und Rufnummernkosten sind manche Geschäftsmodelle erst möglich geworden. Doch damit ist der ursprüngliche Gedanke von "Shared Cost" aufgehoben. Und damit verstoßen diese Unternehmen auch gegen die Zuteilungsregeln, die aus dem Jahr 1997 stammen.

Die Anbieter sind durch ein Telekommunikationsgesetz (TGK), welches zur Bekämpfung des Rufnummernmissbrauchs verabschiedet wurde, dazu verpflichtet, den Preis anzusagen, nachdem ein Verbraucher die entsprechende Nummer gewählt hat. Die Vorschrift gilt für die Rufnummern 0900, 0137, 012, 0118 und 0180, für die teilweise auch Ausnahmen definiert sind. Ziel ist es, die Preistransparenz für die Verbraucher zu erhöhen. Das Gesetz regelt darüber hinaus, dass Kunden bei bestimmten Verstößen gegen die Vorschriften nicht zur Zahlung des Entgelts verpflichtet sind.

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