Kundenmeinung: Die Computertechnik-Fibel ist wirklich verständlich geschrieben, frei von Ballast und ein tolles Nachschlagewerk. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch.
Im Zusammenhang mit Prozessoren, Chipsätzen und Motherboards wird immer wieder vom Front-Side-Bus, kurz FSB, gesprochen. Zu Deutsch "Vorderseitenbus" ist er nichts anderes als die Schnittstelle bzw. eine Direktverbindung (ohne Protokoll und Datenflusskontrolle) zwischen Prozessor und Chipsatz (North-Bridge). Die Hardware-Schnittstelle ist ein Sockel oder ein Slot, je nach Bauform des Prozessors.
Die Taktfrequenz und die Bus-Breite (in Bit) bestimmen die Geschwindigkeit, mit der die Daten von und zum Prozessor übertragen werden können.
Der Begriff "Frontside" entstand aus der historischen Unterscheidung zum "Backside-Bus". Er diente bei älteren Prozessoren zur Anbindung externer Cache-Bausteine. Etwas später wurden die Taktfrequenzen der Prozessoren höher, als beim Systembus. Davor war der Prozessor und die Schnittstellencontroller genauso schnell getaktet. Sie hingen zusammen an einem gemeinsamen Bus, den man als Systembus bezeichnet hat. Mit der Aufteilung des Systembusses in den Front-Side-Bus (FSB) und dem Peripherie-Bus (ISA, PCI) wurden die Prozessortaktraten vom Systembus entkoppelt. Ab diesem Zeitpunkt musste ein Vermittlerbaustein den Datenfluss wegen den unterschiedlichen Taktraten (FSB, Peripherie und Arbeitsspeicher) koordinieren. Der Chipsatz (North-Bridge) hat diese Aufgabe übernommen. Der FSB diente dann als Verbindung zwischen Hauptprozessor und Chipsatz. Einen reinen Systembus gibt es seitdem nicht mehr. Die Art und Weise der Adressierung von Speicher und Peripherie ist jedoch gleich geblieben.
Der Front-Side-Bus entscheidet über die Bandbreite der CPU zum Chipsatz, zum Arbeitsspeicher, zur Grafikkarte und zum Rest des Systems. Die Bandbreite der CPU sollte im Idealfall gleich der Bandbreite des Hauptspeichers sein. Ansonsten sind Prozessor und Speicher schlecht aufeinander abgestimmt und die Leistung der einen oder anderen Komponente wird schlicht verschwendet.
Der klassische Front-Side-Bus (FSB)
Der klassische Front-Side-Bus ist eigentlich kein richtiger Bus, sondern nur mehrere parallele Leitungen, die vom Prozessor zum Chipsatz führen.
Die Kommunikation auf dem Front-Side-Bus läuft je nach Prozessor mit einer Taktrate von 66, 75, 83, 95, 100, 133, 166, 200, 266, 333 oder 400 MHz. Dieser Grundtakt zwischen Prozessor und Chipsatz sind vom Systemtaktgeber festgelegt. Der klassische Front-Side-Bus hat eine Busbreite von 64 Bit. Busbreite und Taktrate unterliegen räumlichen und physikalischen Grenzen. Um die Transferrate zu steigern lassen sie sich nicht beliebig erhöhen. Deshalb hat man das Double-Data-Rate-Verfahren (DDR) entwickelt. Indem man pro Takt zwei Datenworte überträgt, verdoppelt sich die maximal theoretische Übertragungsrate. Dieses Verfahren wird auch beim Arbeitsspeicher (DDR-SDRAM) eingesetzt.
Man erhöht die Anzahl der Datenworte pro Takt, um die Probleme, die bei hohen Taktraten entstehen, zu vermeiden. Bei hohen Taktraten sind Leitungsführung und -übergänge, wie z. B. Steckkontakte, problematisch. Da der Prozessor über einen Slot oder Sockel und mehrere mm/cm Leiterbahn mit dem Chipsatz verbunden ist, würde diese Übertragungsstrecke wegen äußerer Einflüsse und Übersprechen sehr fehleranfällig sein.
Um die Übertragungsleistung noch weiter zu steigern, hat Intel 4 Datenworte pro Takt (QDR/DDR2) übertragen. Das QDR-Verfahren von Intel wird als "Quad pumped"-Front-Side-Bus bezeichnet.
Weil bei parallelen Leitungen (klassischer Bus) die Taktfrequenz und die Busbreite (Anzahl der Busleitungen) räumlich begrenzt ist, wurden serielle Verbindungstechniken entwickelt, um Prozessor und Chipsatz miteinander zu verbinden. Im Gegensatz zu Intel ist AMD frühzeitig zu einer seriellen Verbindungstechnik gewechselt, die deutlich schneller war und sich skalieren lässt.
Physikalische Frequenz (Grundtakt)
66 MHz
75 MHz
83 MHz
95 MHz
100 MHz
133 MHz
166 MHz
200 MHz
266 MHz
333 MHz
400 MHz
1 Datenwort pro Takt (SDR)
FSB66
FSB75
FSB83
FSB95
FSB100
FSB133
FSB166
FSB200
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2 Datenwörter pro Takt (DDR)
FSB133
FSB150
FSB166
FSB190
FSB200
FSB266
FSB333
FSB400
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4 Datenwörter pro Takt (QDR)
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FSB400
FSB533
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FSB800
FSB1066
FSB1333
FSB1600
HyperTransport von AMD
HyperTransport wurde ursprünglich von der Firma Alpha Prozessors Inc. als Lightning Data Transfer (LDT) entwickelt. In Zusammenarbeit mit AMD entstand dann mit HyperTransport ein offener Standard. Es ist eine serielle Verbindungstechnik, die sich zur Verbindung von integrierten Schaltkreisen eignet. So setzt AMD HyperTransport als Verbindung zwischen Prozessor, Chipsatz und Arbeitsspeicher ein.
Die 16-Bit-Ausführung von HyperTransport mit 800 MHz kann 3,2 GByte/s (26,1 GBit/s) pro Richtung übertragen.
QuickPath Interconnection von Intel
QPI ersetzt den Front-Side-Bus (FSB). Wie HyperTransport von AMD ist QPI eine serielle Punkt-zu-Punkt-Schnittstelle. Das Interface ist eine Kombination aus HyperTransport und PCI Express.
Ein Full-Width-QPI-Port besteht aus 20 Links pro Richtung, die jeweils bis zu 6,4 GBit/s übertragen. Weil 4 von 20 Links CRC-Prüfsummen übertragen, beträgt die Nutzdatenbreite 2 Byte (16 Bit). Ein Full-Width-Link kann also pro Richtung 12,8 GByte/s übertragen. Vollduplex kommt man sogar auf 25,6 GByte/s.
Weil pro Link ein ebenfalls differenzielles Taktsignal hinzukommt, braucht ein Full-Width-QPI-Link insgesamt 84 Signalleitungen.
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Kundenmeinung: Die Kommunikationstechnik-Fibel ist sehr informativ und verständlich. Genau das habe ich schon seit langem gesucht. Endlich mal ein Buch, das kurz und bündig die moderne Informationstechnik beleuchtet.