VIA Cyrix III / C3

VIA Cyrix III Der Cyrix III von VIA ist ein Prozessor, der den Low-Cost-Markt des Celeron von Intel anvisiert. Er findet sich hauptsächlich in preisgünstigen Komplettrechnern im asiatischen Raum.
Die Leistungsfähigkeit im Vergleich zu den Prozessoren der Branchengrößen Intel und AMD ist sehr gering. Dafür basieren die Systeme mit VIA-Prozessor auf bewärte, stabile und günstige Systemkomponenten. Mit dem Cyrix bzw. C3 lassen sich kleine ausreichend leistungsfähige, günstige und geräuscharme Systeme zusammenstellen.
Der im Low-Cost-Bereich angesiedelte Prozessor hat einen sehr geringen Stromverbrauch. Er erreicht aber bei gleichem Takt nicht die Leistungsfähigkeit der Konkurrenten Celeron und Duron. Mit diesem Prozessor versucht VIA sich hauptsächlich in Stromsparenden Servern, sehr preisgünstigen Komplett-PCs (Asien), Notebooks und im Embedded-Bereich der Industrie zu platzieren.
Obwohl der Cyrix auf den Sockel-370 basiert, benötigt er doch ein speziell für ihn ausgelegtes Motherboard. In manchen Fällen reicht aber auch ein BIOS-Update um mit dem Prozessor ein System upzugraden.
Die erste Version des Cyrix III, der Joshua (Original von Cyrix), kam nie auf den freien Markt. Statt dessen lieferte VIA den Samuel (Orginal WinChip von Centaur) einige Monate später aus, dessen Taktraten auch um einiges höher waren. Ab dem Samuel II heisst der Prozessor nur noch C3.

Prozessor-Architektur des VIA Cyrix III / C3

Prozessor-Architektur des VIA Cyrix III / C3
Im CPU-Kern (Samuel) ist der L1-Cache mit 64 kByte ingegriert. Der Cache wird mit vollem Prozessortakt betrieben, und ist sowohl für Daten als auch für Befehle zuständig.
Der Prozessor-Kern Samuel II hat zusätzlich einen L2-Cache von 64 KByte integriert.
Die Fließkomma-Einheit (FPU) beherrscht sowohl MMX (Intel) als auch 3DNow (AMD). Damit ist der Prozessor optimal auf Multimedia-Anwendungen vorbereitet. Der Front-Side-Bus kann mit 66, 100 oder 133 MHz betrieben werden.
Die CPU wird bei National Semiconductors in einem 0,18 µ-Prozess (6 Metall-Layer) gefertigt. Die Produktion bei National bringt den Vorteil, dass VIA die MMX-Technologie und den Sockel-370 nutzen darf, weil National ein Patentaustausch-Abkommen mit Intel betreibt. Der Samuel II-Kern wird in einem 0,15 µm-Prozess gefertigt.

Nehemiah - C5XL

Prozessor VIA C3 Eine weitere Prozessor-Variante des C3 aus dem Labor der Prozessorschmiede Centaur, die von VIA aufgekauft wurde ist der Prozessorkern Nehemiah mit dem Prozessorname C5XL.
Der Prozessorkern wurde komplett überarbeitet und hat eine Größe von nur 52 mm2. Seine Leistung erhält er duch schnellere Multiplikationen, Adressierungen und Caches. Integriert sit jetzt auch das SSE von Intel. 3DNow von AMD wurde komplett gestrichen. Der Prozessorkern hat eine 16-stufige Pipeline mit einer verbesserten Sprungvorhersage und einem Branch Target Adress Cache (BTAC).
Der L1-Cache hat je 64 kByte für Code und Daten. Der L2-Cache hat 64 kByte exklusiv (16-fach assoziativ).
Bei einem Takt von 1 GHz verbraucht der C5XL nur rund 11 Watt Leistung. Damit ist er sehr sparsam im Stromverbrauch und der Wärmeabgabe. Der Nehemiah-Kern ist auch in den Mobilprozessor Antaur integriert, der insbesondere für kleine und leichte Notebooks geeignet ist. VIA liefert den Antaur in einem EBGA-Gehäuse, das eine Einbauhöhe von lediglich 1,5 mm ermöglicht.

Prozessor-Übersicht: VIA Cyrix III / C3

Prozessorkern Chip Prozessortakt Fertigungsprozess Bemerkungen
Samuel C5A 500 / 533 / 550 / 600 / 650 / 667 MHz 0,18 µm FC-PGA-Sockel
Samuel II C5B 600 / 650 / 667 / 700 / 733 / 750 MHz 0,15 µm FC-PGA-Sockel, L2 (64 kByte), Die (52 mm2)
Ezra C5C 800 / 833 / 850 / 867 MHz 0,15 / 0,13 µm FC-PGA-Sockel
Ezra-T C5M 750 / 800 / 833 / 850 / 867 / 900 / 933 MHz 0,13 µm L1 (128 kByte), L2 (64 kByte), FSB 100/133 MHz, MMX, 3DNow!, Tualatin (PIII)-kompatibel
Nehemiah C5XL 1000 / 1100 / 1200 MHz 0,15 / 0,13 µm L1 (128 kByte), L2 (64 kByte), FSB 133 MHz, MMX, SSE

VIA-CPUs konnten nie mit hoher Rechenleistung oder Effizienz glänzen. Abgesehen vom Embedded-Bereich spielt VIA bei x86-Prozessoren kaum noch eine Rolle. VIAs Prozessoren finden sich meist in Komplettsystemen zusammen mit einem VIA-Chipsatz. Im Chipsatz ist eine Grafikeinheit integriert, die die CPU bei der Video-Wiedergabe entlastet.
VIAs Prozessoren finden sich in All-in-One-PCs, Netbooks und auf passiv gekühlten Mainboards, sowie Blade-Servern. Diese Produkte kommen allerdings hierzulande eher nicht in die Läden, sondern bleiben dem chinesischen Markt vorbehalten.

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