dcoffset
05.03.2008, 19:17 |
LF356 vs. TL082 für Gegentakt-Endstufe (Elektronik) |
Hallo,
ich habe die letzte Schaltung auf
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/endstu_t.htm
in ähnlicher Form nachgebaut.
(Statt einer direkten Gegenkopplung des Ausgangs mit dem invertierenden Eingang setze ich den invertierenden Eingang mit einem Spannungsteiler aus zwei 1-MOhm-Widerständen auf die Mitte zwischen Ausgang und nicht-invertiertierendem Eingang, um zu verhindern, dass er auf sich auf der negativen Betriebsspannung einpendelt.)
Sie funktiontiert auch ganz gut, wenn ich tatsächlich den LF356 als OPV verwende. Mit dem TL082 gibt es allerdings eine ziemlich schlimme Übernahmeverzerrung.
Als Transistoren verwende ich BD239C und BD240C.
Jetzt frage ich mich, an welcher Charakteristik der OPVs es liegt, dass der eine so viel besser arbeitet als der andere.
Vielen Dank
Sören |
schaerer

Kanton Zürich (Schweiz), 05.03.2008, 19:51
@ dcoffset
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LF356 vs. TL082 für Gegentakt-Endstufe |
» Hallo,
»
» ich habe die letzte Schaltung auf
»
» http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/endstu_t.htm
»
» in ähnlicher Form nachgebaut.
» (Statt einer direkten Gegenkopplung des Ausgangs mit dem invertierenden
» Eingang setze ich den invertierenden Eingang mit einem Spannungsteiler aus
» zwei 1-MOhm-Widerständen auf die Mitte zwischen Ausgang und
» nicht-invertiertierendem Eingang, um zu verhindern, dass er auf sich auf
» der negativen Betriebsspannung einpendelt.)
Zeige das em besten mit der Schaltung als Bild.
Das von Dir geschilderte Problem gibt es in der Schaltung von Bild 2 in
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/endstu_p.htm
nicht.
» Sie funktiontiert auch ganz gut, wenn ich tatsächlich den LF356 als OPV
» verwende. Mit dem TL082 gibt es allerdings eine ziemlich schlimme
» Übernahmeverzerrung.
» Als Transistoren verwende ich BD239C und BD240C.
»
» Jetzt frage ich mich, an welcher Charakteristik der OPVs es liegt, dass
» der eine so viel besser arbeitet als der andere.
Es ist so, dass ich den NE5534 verwendet habe, weil er selbst eine hohe Treiberleistung bei relativ hoher Geschwindigkeit hat. Die andern Ops erfuellen diese Bedingungen nicht.
Gruss
Thomas
--
Mein ELKO-Buch ueber Opamp und Instumentation-Amplifier:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/index.htm#my_literatur
http://www.elektronik-kompendium.de/shop/buecher/operationsverstaerker-und-instrumentationsverstaerker -- Gruss
Thomas
Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9 |
dcoffset
05.03.2008, 20:43 (editiert von dcoffset am 05.03.2008 um 20:51)
@ schaerer
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LF356 vs. TL082 für Gegentakt-Endstufe |
» Zeige das em besten mit der Schaltung als Bild.
s. Datei.
Die linke Schaltung ist nur zur Erzeugung einer Spannung in der Mitte, weil ich am Labornetzteil arbeite und Pluspol (hier +10V) und Minuspol (hier -10V) habe.
Der Tiefpass am Eingang rechts war nötig, weil der TL082 sonst schwingt (etwa 100kHz). Mit dem LF356 ist er überflüssig.
Ich merke gerade, dass ich ja gar keinen Spannungsteiler gebaut habe, weil rechts vom Verbindungspunkt des invertierenden Eingangs kein Widerstand ist. Naja, möglicherweise eine Eigenheit des TL082; ich hatte häufiger Probleme, wenn ich ihn als nicht-invertierenden Spannungsfolger betrieben habe, weil er einfach nicht aus der negativen Betriebsspannung herauswollte. Einmal versehentlich mit dem Finger berührt und es ging.
EDIT: Ich vermute stark, dass ich auch beim TL082 hinter dem Kondensator am Eingang einen 1 MOhm-Widerstand nach Masse hatte.
» Das von Dir geschilderte Problem gibt es in der Schaltung von Bild 2 in
» http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/endstu_p.htm
» nicht.
Beim LF356 verbessert sich die Situation tatsächlich. Beim TL082 wird es eher schlimmer (schwingt bei der Übernahme etwas).
» » Als Transistoren verwende ich BD239C und BD240C.
» »
» » Jetzt frage ich mich, an welcher Charakteristik der OPVs es liegt, dass
» » der eine so viel besser arbeitet als der andere.
»
» Es ist so, dass ich den NE5534 verwendet habe, weil er selbst eine hohe
» Treiberleistung bei relativ hoher Geschwindigkeit hat. Die andern Ops
» erfuellen diese Bedingungen nicht.
Woran erkenne ich das im Datenblatt?
Danke,
Sören
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Thomas Schaerer

06.03.2008, 07:39
@ dcoffset
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LF356 vs. TL082 für Gegentakt-Endstufe |
» » Zeige das em besten mit der Schaltung als Bild.
»
» s. Datei.
»
» Die linke Schaltung ist nur zur Erzeugung einer Spannung in der Mitte,
» weil ich am Labornetzteil arbeite und Pluspol (hier +10V) und Minuspol
» (hier -10V) habe.
Es geht also um eine GND-Erzeugung.
Der 1M-Widerstand zwischen inv. und nichtinv. Eingang macht keinen Sinn. Der Ausgang des synthet. GND sollte ein etwa 100µ-Elko nach -Ub und +Ub haben.
Siehe Prinzip in:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/opa1.htm
Bild 10. Grundlage dafuer ist HALBLEITERSCHALTUNGSTECHNIK von Tietze/Schenk.
» Der Tiefpass am Eingang rechts war nötig, weil der TL082 sonst schwingt
» (etwa 100kHz). Mit dem LF356 ist er überflüssig.
Mit dieser Schaltung stimmt was nicht. Ein passives TP-Filter mit RC = 1M * 22p --> f = 7.23 kHz
Eine etwas starke Daempfung fuer den Audiobereich...
Warum es scheinbar trotzdem funktioniert bei voller Bandbreite und nicht so tieffrequent filtert, kommt daher, dass Du die Schaltung gar nicht mit synth. GND referenzierst und das muesste mit dem nichtinv. Eingang geschehen. Das ist der Fall wenn der untere 1 M-Widerstand unten nicht mit dem inv. Eingang sondern mit synth. GND verbindest.
Merke Dir bitte: Wenn Du die Bauteile mit R1, R2, C1 etc. kennzeichnet, wuerde dies das Erklaeren massiv vereinfachen!
Das Schwingen kommt daher, dass die vollstaendige Gegenkopplung inklusive der Transistoren, die Schaltung eine halt zu geringe Phasenreserve hat. Da genuegt die geringste komplexe Last (Lautsprecher) und das ist nicht mehr stabil. Unitygain-stable im Datenblatt des Opamp, gilt eben nur fuer den Opamp alleine!
Der NE5534 bietet die Moeglichkeit einer zusaetzlichen Frequenzgangkorrektur, die ich wegen der Verbesserung der Stabilitaet in Anspruch genommen habe, obwohl ich dort mehr als Verstaerkung = 1 habe.
» » Es ist so, dass ich den NE5534 verwendet habe, weil er selbst eine hohe
» » Treiberleistung bei relativ hoher Geschwindigkeit hat. Die andern Ops
» » erfuellen diese Bedingungen nicht.
»
» Woran erkenne ich das im Datenblatt?
Die Aussteuerbarkeit bis +/-10 bei RL = 600 Ohm. Es gibt aber noch andere Gruende. Ich habe das Datenblatt jetzt aber nicht. Auch keine Zeit dafuer...
» Danke,
Bitte, gern geschehen. Es muessen Dir aber jetzt andere weiterhelfen. Ich muss meine Zeit einteilen.
Gruss
Thomas
--
Mein ELKO-Buch ueber Opamp und Instumentation-Amplifier:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/index.htm#my_literatur
http://www.elektronik-kompendium.de/shop/buecher/operationsverstaerker-und-instrumentationsverstaerker |
dcoffset
06.03.2008, 16:49
@ Thomas Schaerer
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LF356 vs. TL082 für Gegentakt-Endstufe |
Danke, war schon sehr hilfreich (die Referenzierung hatte ich im Schaltbild vergessen).
An dem zulässigen Lastwiderstand scheint es hier aber nicht zu liegen, denn der ist sowohl beim LF356 als auch beim TL082 jeweils 2kOhm. |