E-Mail ist die Abkürzung für Electronic Mail, was auf Deutsch "Elektronische Post" oder "Elektronischer Brief" bedeutet. Das Erstellen, Versenden und Darstellen einer E-Mail erfolgt ausschließlich in elektronischer Form. E-Mail ist neben dem Telefon ein zentrales Kommunikationsmittel in unserer Gesellschaft. Kurzmitteilungen, Diskussionen und Dateiaustausch, das alles wird mit E-Mails möglich.
Das Bearbeiten durch den Benutzer findet auf einem Computer oder einem anderen dafür vorgesehenen Endgerät statt. Nach dem Absenden wird die E-Mail innerhalb eines Netzwerkes oder über das Internet verschickt. Beim Empfänger wird die E-Mail wieder auf dem Computer oder einem vergleichbaren Endgerät angezeigt.
Im Jahr 1971 wurde erstmals eine E-Mail zwischen zwei Computer im damaligen ARPANET übertragen. Danach wurden E-Mail auf wissenschaftlicher Ebene zwischen den Mitarbeitern der Universitäten ausgetauscht. Im Zuge der kommerziellen Nutzung des Internets setzte sich E-Mail als Kommunikationsmittel im privaten und geschäftlichen Umfeld durch. E-Mail ersetzte bzw. ergänzte Telefon, Fax und Brief und eine schnelle Möglichkeit Nachrichten und Dokumente digital zu übertragen. In der heutigen Zeit ist die Elektronische Post nicht mehr weg zu denken.
E-Mail-Adresse
E-Mail-Adressen erkennt man am dem ungewöhnlichen Satzzeichen "@" (Klammeraffe). Es wird als Trennzeichen zwischen Benutzername und Ziel-Computer verwendet. Es kennzeichnet eine E-Mail-Adresse und unterscheidet sich dadurch von einer WWW-Adresse.
Spamming, Phising, Pharming
E-Mail wäre an sich ein perfektes Kommunikationsmittel, wenn die ständigen Missbrauchsversuche krimineller Personen nicht wären. So wird massenhaft Werbe-E-Mails verschickt und dabei noch die E-Mail-Adresse fremder Personen missbraucht. Zusätzlich werden über Phising und Pharming unbedarfte Personen dazu aufgefordert Zugangsdaten von Online-Banking-Accounts in fast perfekt nachgemachten Webseiten einzugeben, um danach Konten leer zu räumen.
Obwohl weite Teile der Gesellschaft inzwischen über solche Machenschaften aufgeklärt ist, nutzen Betrüger immer wieder arglose Personen aus, um sie unrechtmäßig zu bereichern.
Aus diesen Gründen kommt kein E-Mail-Account ohne Spam-Filter und Antivirus-Funktion aus.
Die gesamte E-Mail-Kommunikation basiert auf drei Protokollen:
- SMTP - Simple Mail Transfer Protocol
- POP3 - Post Office Protocol Version 3
- IMAP4 - Internet Mail Access Protocol Version 4
SMTP - Simple Mail Transfer Protocol
Das SMTP-Protokoll ist für die Übertragung von E-Mails vom Sender zum Posteingang-Server (POP3 oder IMAP4) des Empfängers zuständig. Dazu kontaktiert der E-Mail-Client des Absenders seinen eigenen SMTP-Server (Postausgang-Server) und übergibt ihm die E-Mails, die zum Versand anstehen. Der Austausch der Nachrichten übernimmt der MTA (Mail Transport Agent) mit dem der Benutzer nicht in Kontakt kommt. Untereinander verständigen sich die E-Mail-Clients und MTAs mit Klartext-Kommandos, ähnlich wie bei HTTP oder FTP.
POP3 - Post Office Protocol Version 3
Da E-Mail-Nutzer in der Regel nicht ständig online sind, um einen eigenen SMTP-Server zu betreiben, gibt es den Posteingangs-Server, z. B. mit POP3. Auf dem Posteingangs-Server werden alle eingehenden Nachrichten einem Benutzer zugewiesen und zwischengespeichert, bis der Benutzer die E-Mails über das POP3-Protokoll abruft. Die Kommunikation übernimmt für den Benutzer der E-Mail-Client, der sich am POP3-Server anmeldet und die E-Mails danach abholt.
IMAP4 - Internet Mail Access Protocol Version 4
IMAP4 hat vom Prinzip die selbe Aufgabe wie POP3. Es bietet jedoch mehrere Vorteile. IMAP definiert Methoden zum Erstellen, Löschen und Umbenennen einer Mailbox sowie zum Prüfen, ob neue Nachrichten eingetroffen sind. Außerdem erlaubt IMAP das auszugsweise Laden einer E-Mail und Verzeichnisdienste innerhalb der Mailbox.
Im Gegensatz zu POP3 kann der Benutzer selber vorab wählen, welche E-Mails er zum Lesen herunterladen will. Das ist vor allem bei der Benutzung einer Verbindung mit geringer Bandbreite (z. B. Remote über Handy, Modem oder ISDN) ein Vorteil.
POP3 oder IMAP4
Üblicherweise werden E-Mails vom Posteingangsserver über POP heruntergeladen und anschließend auf dem Server gelöscht. Das bedeutet, POP eignet sich hauptsächlich für die Offline-Bearbeitung von E-Mails in Zeiten von Internet-Zugängen über Wählleitungen. Doch im Zeitalter von "Always-on" ist diese Vorgehensweise alles andere als praktikabel. Da würde es sich anbieten die E-Mails auf dem Server zu lassen und nur die E-Mails herunterzuladen, die man lesen will. Auch wenn man von verschiedenen Computern und Endgeräten auf ein Postfach zugreifen will, ist POP3 ungeeignet. Überall hat man dann einen anderen Datenstand. Überall sind die E-Mails verteilt.
Doch es gibt das IMAP-Protokoll. Dieses Protokoll arbeitet im Online-Modus und bietet die Möglichkeit Ordner auf dem E-Mail-Server anzulegen, um dort die E-Mails zu speichern. Hat man ausreichend Speicherplatz kann man dort die E-Mails über mehrere Jahre kategorisieren und archivieren. Auch haben E-Mails mit IMAP verschiedene Kennzeichnungen. Zum Beispiel "gelöscht" oder "gelesen". Unabhängig vom Client hat man Zugriff aus seinen E-Mail-Bestand, ganz so, als wäre er lokal gespeichert.
IMAP arbeitet nach einem interaktiven Client-Server-Modell, bei dem die Nachrichten auf dem Server bleiben, bis sie endgültig gelöscht werden. So hat man immer Zugriff auf die E-Mails.
POP ist veraltet und entspricht nicht mehr dem Umgang mit Daten. Die Daten werden lokal und nicht zentral gespeichert. Und trotzdem hat sich IMAP nicht wirklich durchgesetzt.
Das einzige Manko ist der Speicherplatz für IMAP, der auf dem E-Mail-Server vorhanden sein muss. Für die Internet-Provider ist das natürlich nicht immer gewünscht, obwohl jeder Provider IMAP unterstützt. Wahlweise kann man auf die eingerichteten Postfächer über POP oder IMAP zugreifen, ohne es auf Provider-Seite konfigurieren zu müssen. Auch alle gängigen E-Mail-Clients unterstützen IMAP, für den Zugriff auf E-Mail-Postfächer.
Weitere verwandte Themen:
- MIME-Typen - Multipurpose Internet Mail Extensions
- DNS - Domain Name Service
- IM - Instant Messaging
- WWW - World Wide Web
- Internet




