Car-to-Car-Kommunikation

Bei der Car-to-Car-Kommunikation geht es um den Austausch von Informationen über Verkehrslage und Gefahren zwischen Straßenfahrzeugen. Also um die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und dem Umfeld. Die grundsätzliche Idee dahinter ist, dass sich Autos untereinander per Funk vernetzen und Autofahrer frühzeitig Informationen über Gefahrensituationen im Straßenverkehr erhalten.

Typische Anwendungsfälle für die Car-to-Car-Communication

  • Informationen über kurzfristige Straßensperrungen und Alternativstrecken.
  • Warnung vor Stau-Enden, plötzlich auftretendes Eis und liegen gebliebene Fahrzeuge.
  • Erfassung des Fahrzeugumfelds, zum Beispiel Informationen über nachfolgende Fahrzeuge.
  • Vernetzung kooperativer Sensoren, zum Beispiel für den Abstandsregeltempomaten.
  • Situationseinschätzung zur präzisen Bewertung von Kollisionsrisiken und Aktivierung von präventiven Schutzmaßnahmen.

Ziele

  • Interoperabilität und grenzübergreifende Nutzung von Car-to-Car-Systemen.
  • Den Straßenverkehr intelligenter organisieren und zugleich sicherer und umweltfreundlicher gestalten.
  • Steigerung der Verkehrssicherheit und Reduzierung der Verkehrsunfälle und Verkehrstoten.

Funktionsweise

Sobald zwei oder mehr Fahrzeuge in Reichweite sind, bauen sie automatisch ein Ad-hoc-Netzwerk auf. Die Reichweite ist auf wenige hundert Meter beschränkt. Deshalb ist jedes Fahrzeug gleichzeitig auch ein Router. Also eine Station, die eingehende Informationen an andere Fahrzeuge weiterreicht. So werden Nachrichten über mehrere Stationen an weiter entfernte Fahrzeuge übermittelt.
Es handelt sich dabei um ein Multi-hop-Verfahren bei dem eine kritische Masse an Fahrzeugen notwendig ist. Deshalb ist Mobilfunk als zusätzliche Alternative für die Übertragung vorgesehen.
Warnmeldungen werden im Display des Fahrzeug-Cockpits angezeigt. Für die Anzeige eignen sich auch Handys oder Navigationsgeräte.

Sicherheit

Car-to-Car-Kommunikation beinhaltet Sicherheitsvorrichtungen, die gefälschte Informationen von echten Informationen unterscheiden können. Kryptografische Verfahren und geheime Schlüssel schützen vor Diebstahl, Manipulation und unerlaubtes Klonen von Steuergeräten und Software. Außerdem wird dadurch die Integrität und Authentizität der Fahrzeuginformationen gewährleistet.

Funktechnik

Das Car2Car Communication Consortium, dem führende Automobil- und Autozubehörhersteller angehören, möchte eine Variante des WLAN-Standards IEEE 802.11 einsetzen. Die Funktechnik wird auf die Funkübertragung zwischen sich bewegenden Sendern und Empfängern optimiert sein.
In Europa, USA und Japan ist für die Car-to-Car-Kommunikation ein 30 MHz-Frequenzbereich zwischen 5,875 und 5,906 GHz (5,9-GHz-Band) reserviert.

CVIS - Cooperative Vehicle Infrastructure Systems

CVIS ist ein europäisches Projekt. Dahinter steht der Austausch von Informationen über Verkehrslage und Gefahren zwischen Straßenfahrzeugen, und mit Sende- und Empfangsmodulen ausgestattete Infrastruktureinrichtungen, wie Ampeln. Das Ziel ist, eine universelle Plattform für Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation zu schaffen. Dabei sollen bereits verfügbare und ausgereifte Technologien für die Übertragung zum Einsatz kommen. Man favorisiert eine Kombination aus WLAN, Infrarot und UMTS.
Übertragen werden ortsbezogene Warnungen, individuelle Streckenempfehlungen und aktuelle Verkehrsinformationen. Ziel ist, den Verkehrsfluss zu verbessern und die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen.

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