ISDN-Primärmultiplexanschluss

Primärmultiplexanschluss - Anlagenanschluss
Der ISDN-Primärmultiplexanschluss besteht aus einem Primärmultiplexer. Er hat 30 Nutzkanäle (B-Kanäle) mit je 64 kBit/s und einen Steuerkanal und einen Synchronisationskanal mit je 64 kBit/s. Werden alle 30 B-Kanäle gebündelt, dann ergibt sich rechnerisch ein 2 MBit-Anschluss.
Im Gegensatz zum Basisanschluss, gibt es den Primärmultiplexanschluss nur als Anlagenanschluss mit Rufnummernblock.

Mit dem ISDN-Primärmultiplexanschluss erhält man eine Hauptrufnummer und einen Rufnummernblock (RNB). Die Rufnummern im Rufnummerblock bezeichnet man als Durchwahlrufnummer oder Durchwahlen. Damit lassen sich einzelne Endgeräte direkt anwählen. Eine TK-Anlage übernimmt die Verwaltung und Zuordnung der Durchwahlrufnummern zu den Endgeräten. Je nach dem wie viele Leitungen beantragt werden, erhält man den Rufnummernblock bis 99. Einen 3stelligen Rufnummernblock muss man gesondert bei der Bundesnetzagentur (BNETZA) beantragen.

  • Dem Anlagenanschluss ist ein Rufnummerblock mit Durchwahlnummern zugewiesen.
  • Jedem Mitarbeiter kann eine individuelle Durchwahl zugewiesen werden.
  • Erleichterung der internen und externen Kommunikation durch die direkte Anwahl des Gesprächspartners.
  • Der Anlagenanschluss lässt sich mit zunehmender Betriebsgröße beliebig erweitern, der unter dem selben Rufnummernblock mit den selben Durchwahlnummern erreichbar ist.

Primärmultiplexer

Primärmultiplexer
Ein Primärmultiplexanschluss hat grundsätzlich 30 B-Kanäle und lässt sich um jeweils weitere 30 B-Kanäle erweitern.
Auf dem Foto sind drei Primärmultiplexer mit je 30 B-Kanälen zu sehen. Es handelt sich dabei um eine Wandmontage. Dasselbe gibt es auch in einer 19"-Ausführung.

Troubleshooting

Besitzer und Betreiber von Primärmultiplexanschlüssen haben beim Ausfall der Amtsleitungen das Problem zu entscheiden, wo das Problem liegt. Ist das Amt bei einer TK-Anlage nicht mehr belegbar, dann kann das an der TK-Anlage liegen, oder aber der Primärmultiplexer oder die Vermittlungsstelle sind für die Probleme verantwortlich. Die Vorderansicht eines Primärmultiplexers bietet dazu mindestens drei Status-LEDs die darüber Auskunft geben können, wo der Fehler zu suchen bzw. wer zu verständigen ist.
Die LEDs haben unterschiedliche Beschriftungen und sind auch unterschiedlich angeordnet. Die verschiedenen baulichen Ausführungen können hier nicht berücksichtigt werden. Deshalb nur zwei mögliche Beispiele.

Status-LEDs an der Vorderseite eines Primärmultiplexers Status-LEDs an der Vorderseite eines Primärmultiplexers

Damit der Primärmultiplexer überhaupt funktioniert, muss die Status-LED (EIN) grün leuchten. Tut sie das nicht, so hat der Primärmultiplexer keine Stromversorgung oder kein ordnungsgemäßes Signal von der Vermittlungsstelle. Für die Stromversorgung ist ein spezielles Steckernetzteil verantwortlich. Manchmal erfolgt die Speisung auch durch die TK-Anlage.
Eine weitere LED (V2M/S2M) signalisiert den Status der Verbindung zur TK-Anlage. Im funktionierenden Betrieb leuchtet diese nicht. Ist die Verbindung gestört oder unterbrochen leuchtet diese LED rot.
Die nächste LED (UG2 oder UK2/V2M) signalisiert den Status der Verbindung zur Vermittlungsstelle. Im funktionierenden Betrieb leuchtet diese nicht. Ist die Verbindung gestört oder unterbrochen leuchtet diese LED rot.
Eine rot blinkende LED deutet auf eine physikalisch funktionierende Verbindung hin, macht aber deutlich, dass die Gegenstellen (TK-Anlage und Vermittlungsstelle) sich untereinander nicht verstehen.

Weitere verwandte Themen:

Teilen:

Kommunikationstechnik-Fibel

Kommunikationstechnik-Fibel

Das will ich haben!