AACS - Advanced Access Content System

AACS ist ein Kopierschutz-Standard, in dem mehrere Kopierschutzmechanismen zusammengefasst sind. Hinter AACS steht die Organisation AACSLA (Advanced Access Content System License Administrator), zu der sich die Firmen IBM, Intel, Microsoft, Panasonic, Sony, Toshiba, Walt Disney und Warner Bros zusammengeschlossen haben um AACS zu entwickeln und zu vermarkten. Die Hersteller und Entwickler von Blu-ray Disc und HD-DVD setzen AACS als Kopierschutz für Video-Medien ein.

Wie funktioniert AACS?

Alle Inhalte auf dem Speichermedium (z. B. Blu-ray Disc und HD-DVD) sind mit AES (Advanced Encryption Standard) verschlüsselt. Um die Daten auslesen zu können, müssen die Daten mit einem Schlüssel von 128 Bit decodiert werden. Der Schlüssel ist im Abspielgerät hinterlegt und unterliegt strengster Geheimhaltung.
Zum Vergleich: Die DVD war mit CSS und nur 40 Bit verschlüsselt. Durch die Schlüssellänge wird verhindert, dass der Code durch einfaches Ausprobieren (Brute Force) geknackt bzw. herausgefunden wird. Im Januar 2007 wurde bekannt, dass der Schlüssel geknackt und mehrfach im Internet publiziert wurde. Die Versuche der AACSLA das zu verhindern schlugen fehl.
Jedes Abspielgerät enthält einen "Device Key" mit dessen Hilfe und auf dem Datenträger gespeicherten "Media Key" der Schlüssel zum dekodieren berechnet werden kann. Der "Media Key" ist im "Media Key Block" an einer bestimmten Stelle des Mediums angebracht. Diese Stelle ist bei Rohlingen bereits beschrieben. So ist es nicht möglich 1:1-Kopien anzufertigen, weil ohne den "Media Key" auf dem Medium der Player die Daten nicht entschlüsseln kann. Eine Wiedergabe von Videodaten ist unmöglich.
Die Abspielgeräte für Blu-ray Disc und HD-DVD sind auch nicht in der Lage unverschlüsselte Videodaten abzuspielen. Private Videofilme müssen mit einem entsprechenden Brennprogramm verschlüsselt gebrannt werden.
Wird bekannt, dass ein Geräte geknackt und der "Device Key" ausgelesen wurde, so wandert der "Device Key" auf eine schwarze Liste, die ständig aktualisiert mit auf die Medien gepresst wird. Wird ein Medium mit einer aktualisierten Liste in das Abspielgerät eingelegt, so wird die Liste im Gerät aktualisiert und fortan keine Medien abgespielt oder nur mit einer geringeren Auflösung.
Auch die Übertragung der Daten über die Schnittstellen vom Abspielgerät zum Anzeigegeräte, wie zum Beispiel HDTV-Fernseher oder Beamer wird verschlüsselt. So wird verhindert, dass die Signale einfach abgegriffen werden können. Die Schnittstelle ist HDMI (High Definition Multimedia Interface). Die Signale werden mit HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) verschlüsselt. HDTV-Fernseher und HDTV-Beamer sollten deshalb eine HDMI-Schnittstelle haben, damit Abspielgeräte die Medien mit AACS verschlüsselte Videodaten, wie bei Blu-ray Disc und HD-DVD, abspielen können.
Die Kopierschutz-Mechanismen greifen sogar so weit, dass Filme auf HD-DVD oder Blu-ray Disc nicht nur mit einem entsprechenden Laufwerk, sondern auch eine Grafikkarte und ein Motherboard voraussetzen, die die Kopierschutzkette vom Speichermedium bis zum Abspielmedium einhalten können.

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