Formatstreit: Blu-ray Disc vs. HD-DVD

Formatstreit von Blu-ray Disc und HD-DVDDer Formatstreit war fast schon ein Krieg, bei dem es um sehr viel Geld und Einfluss ging. Im Prinzip stritten sich zwei Industrie-Vertretungen um die Durchsetzung der HD-DVD und der Blu-ray Disc auf dem Markt für hochauflösende Videos (HDTV/HD-Video).
Speziell im Markt der Unterhaltungselektronik gab es schon immer Kämpfe um das Speichermedium und die Speicherformate. Das Videokassettenformat VHS setzte sich gegen das technisch bessere System Betamax durch - nicht zuletzt weil die Pornoindustrie sich für VHS entschieden hatte. Auch um die DVD entstand 1994 schon ein Formatkrieg. Zuerst präsentierten Sony und Philips die Multimedia CD (MMCD). Später folgten Time Warner, Toshiba und Matsushita mit der Super Density Disc (SD). 1995 einigte man sich auf die DVD als gemeinsames Format.
Im folgenden ein paar Hintergründe zum Formatstreit zwischen Blu-ray Disc und HD-DVD, die nur noch dokumentatorischen Zwecken dienen.

Unterschied: Bildqualität?

Immer wieder kursierte das Gerücht, die Bildqualität der Blu-ray Disc wäre schlechter als bei der HD-DVD. Dieses Gerücht rührte daher, dass die ersten Blu-ray Discs von Sony tatsächlich eine schlechtere Bildqualität aufwiesen. Das lag aber nicht an der Blu-ray Disc, sondern am bereits qualitativ schlechten Ausgangsmaterial.
Von der technischen Seite her, gibt es keinen Qualitätsunterschied. Beide Medienformate setzen auf die gleichen Videokompressionsverfahren. Darunter MPEG-2, MPEG-4/AV (H.264) und VC-1.
Tatsächlich kann es manchmal doch zu optischen Unterschieden kommen. So wurde bei der Blu-ray Disc anfangs häufig MPEG-2 verwendet und bei der HD-DVD ausschließlich VC-1. MPEG-2 ist deutlich älter. VC-1 weist eine höhere Effizienz und dadurch eine bessere Bildqualität auf. Da sich VC-1 auch bei der Blu-ray Disc durchgesetzt hat, ist somit die Bildqualität zur HD-DVD identisch.

Kaufentscheidung

Lange Zeit war es schwierig eine Kaufentscheidung zu treffen. Nicht jeder Film erschien auf Blu-ray Disc und HD-DVD. Da haten die Filmstudios noch keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Die Gefahr, dass sich der Käufer für das falsche Format entschied war relativ groß. Wenn der Käufer Pech hatte, dann stellte er irgendwann fest, dass er Geräte gekauft hatte, für die keine Filme mehr herauskamen.

Ende des Formatstreits?

Lange Zeit glaubte niemand an ein schnelles Ende des Formatstreits. Eine Ende wurde absehbar, als das große Filmstudio Warner Bros. seine Unterstützung für die HD-DVD kurz vor Eröffnung der Consumer Elektronics Show (CES) in Las Vegas im Januar 2008 aufkündigte. Die Abkehr des weltgrößten Anbieters von Video-Titeln bedeutete die Vorentscheidung. Zuletzt verbannten auch noch die großen US-Handelsketten BestBuy und Wal-Mart die HD-DVD aus ihren Regalen und versetzten dem System damit den Todesstoß.
Der Formatstreit um die DVD-Nachfolge endete endgültig, als ein paar Wochen später Toshiba, größter Unterstützer des HD-DVD-Formats, die Produktion von Playern und Rekordern einstellte. Das Konkurrenzformat Blu-ray Disc wird damit offiziell zum Sieger erklärt.

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