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Operationsverstärker
und
Instrumentationsverstärker

Operationsverstärker und Instrumentationsverstärker

Käufer Elektronik-Workshop Kundenmeinung:
Mein Lob gilt der übersichtlichen und schönen Darstellung und der guten didaktischen Aufbereitung. Selten werden Schaltungen so gut erklärt, dass es auch noch Spaß macht sich damit zu beschäftigen.

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Timer 555

Timer 555

Käufer des Timer-Buchs Kundenmeinung:
Hätte ich das Timer-Buch schon früher gehabt, dann hätte ich mir die Rumfrickelei am NE555 sparen können.

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Elektronik-Fibel

Die Elektronik-Fibel, das Elektronik-Buch

Käufer der Elektronik-Fibel Kundenmeinung:
Die Elektronik-Fibel ist einfach nur genial. Einfach und verständlich, nach so einem Buch habe ich schon lange gesucht. Es ist einfach alles drin was man so als Azubi braucht. Danke für dieses schöne Werk.

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555-CMOS-Monoflop: Re-Triggerbar!


  • Das Inhaltsverzeichnis meiner Elektronik-Minikurse

  • Die Philosophie meiner Elektronik-Minikurse
        (WICHTIG: Unbedingt zur Kenntnis nehmen!)

  • Hilfe bei Leserfragen.
        (WICHTIG: Unbedingt zur Kenntnis nehmen!)

  • Simulieren und Experimentieren, ein Vorwort von Jochen Zilg

  • Autor:   Thomas Schaerer           Buch 1    Buch 2

  • Einleitung

    Ich werde von ELKO-Lesern immer wieder angefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, das 555-Timer-IC, das man als Monoflop beschalten kann, retriggerbar zu realisieren. Obwohl ich selbst kein Bedarf nach einer retriggerbaren Lösung mit einem 555-Monoflop habe, da es dafür andere ICs gibt, habe ich im Jahre 2001 über den Wunsch der ELKO-Leser nachgedacht, eine Schaltung entworfen, damit experimentiert und das Resultat in diesen Elektronik-Minikurs gepackt. Aber beginnen wir ganz von vorne. Für den Anfänger der nicht weiss was retriggerbar heisst, hier zunächst eine kurze Einführung:

    Ein "normales" Monoflop wird durch eine steigende oder fallende Flanke eines Eingangsimpulses gestartet. Getriggert, wie man sagt. Damit wird am Ausgang des Monoflop ein Impuls mit einer bestimmten Dauer erzeugt. Diese Impulsdauer ist durch eine RC-Zeitkonstante definiert. Während dieser Zeit wird C durch R bis zu einem bestimmten Spannungswert geladen und dann mit dem Impulsende sofort entladen. Erzeugt man weitere Triggerimpulse am Eingang des Monoflops während der Dauer des Ausgangsimpulses, so haben diese Impulse keinen Einfluss auf die Dauer des Ausgangsimpulses. Ein solches Monflop ist nicht retriggerbar. Ein 555-Timer-IC, wenn als Monoflop geschaltet, ob in CMOS oder bipolare Version, arbeitet als solches.

    Im Gegensatz dazu wird bei einem retriggerbaren Monoflop mit jedem weiteren Triggerimpuls die Ausgangsimpulsdauer erneut gestartet, das heisst C wird stets entladen und die Ladung beginnt von Neuem. Wenn die Periode der Triggerimpulse kürzer ist als die Ausgangsimpulsdauer, bleibt der Ausgang im aktiven Zustand.

    Von diesen retriggerbaren Monoflops gibt es einige Exemplare: CD4538 (MC14538), 74HC123 (CMOS-Version des TTL-Oldy 74LS123), 74HC423, 74HC4538.

    Aus einem nicht tretriggerbaren Monoflop ein retriggerbares zu machen ist weit aufwendiger als umgekehrt. Dazu braucht es bloss ein Logikgatter mit zwei Eingängen vor dem Triggereingang. Der eine Eingang dient als eigentlicher Triggereingang und der andere erhält das Logiksignal vom Ausgang des Monoflops. Dieses Logiksignal sperrt während der Dauer des Ausgangsimpulses weitere Triggerimuplse am Eingang. Das Logikgatter dient dem Sperren und Öffnen des Triggereinganges. Wenn das retriggerbare Monoflop bereits ein solches Gatter enthält, ist es besonders einfach aus einem retriggerbaren ein nicht retriggerbares Monoflop zu modifizieren. Diese Modifikation besteht bloss aus einer einzigen Verbindung. Wie dies gemacht wird zeigt das Datenblatt zum Dual-Precision-Monostable CD4538B. Man beachte das Bild welche die Impulsdiagramme und das Lade-/Entlade-Diagramm des Timing-Kondensators enthält und das Bild mit dem Titel Non-Retriggerable Monostables Circuitry.

    Gibt es einen systemischen Ansatz dafür, dass es einfacher ist ein retriggerbares Monoflop in ein nicht retriggerbares zu verwandeln als umgekehrt? Ich vermute ja, weil ein retriggerbares Monoflop komplexer ist als ein nicht retriggerbares. Etwas Komplexes in etwas weniger Komplexes umzusetzen ist einfacher. Man reduziert die Ordnung eines Systems.

    Darum ist es auch nicht ganz so einfach aus dem 555-Timer-IC ein retriggerbares Monoflop zu machen. Wenn dies jedoch jemand unbedingt haben will, so besteht diese Möglichkeit. Dazu mehr im folgenden Kapitel.



    Retriggerbares Monoflop mit LMC555 undTLC555

    Wir benutzen hier die CMOS-Version des 555-Timerbausteins. Es ist die selbe Grundschaltung wie diejenige im Elektronik-Minikurs 555-CMOS-Timer, auch für lange Zeiten in Bild 1. Welchen Zweck die Autoresetschaltung mit den Bauteilen R1, R2, C1 und D hat, ist dort bereits erklärt. Es wird dort ebenso gezeigt, wie man zusätzlich zur Auto-Reset-Funktion auch noch eine manuelle Reset-Funktion realisiert. Es wird dort auch erklärt wie die grundlegende Monoflopschaltung funktioniert. Darauf werde ich jedoch eingehen, weil diese Funktion durch die Retriggerfunktion erweitert ist und beides zusammengehört. Die Schreibweise für die CMOS-Version des 555-Timer-IC mit LMC/TLC555 ist ebenfalls im erwähnten Elektronik-Minikurs erklärt. Es geht darum, dass es zwei praktisch identische ICs, nämlich den LMC555 und den TLC555, gibt.

    Durch Druck auf die Drucktaste DT wird am Eingang IN der HIGH-Pegel (+Ub), der durch den Pullup-Widerstand R3 erzeugt wird, auf LOW (GND) gesetzt. Die Zeitkonstante R4C2 differenziert die fallende Flanke durch den Tastendruck zu einem kurzen negativen Impuls. Die Zeitkonstante beträgt 10 ms. Die steil fallende Flanke dieses Impulses startet am Triggereingang Pin 2 des LMC/TLC555 den Monoflop-Ausgangsimpuls, dessen Impulsdauer durch die Zeitkonstanten RT*CT plus R4C2 bestimmt wird. Die Ladung von CT durch RT beginnt erst am Ende des Eingangstriggerimpulses, weil während der Dauer dieses Impulses die Ladung von CT verhindert wird. Wir werden noch lesen weshalb dies hier so ist. Wenn die CT-Spannung an Pin 6 und Pin 7 den Referenzspannungswert am nichtinvertierenden Eingang von KA überschreitet, kippt dieser Komparator und sein LOW-Pegel setzt das zuvor gesetzte RS-Flipflop zurück. /Q geht auf HIGH-Pegel, der MOSFET T leitet und entladet CT sehr schnell über seinen niedrigen Innenwiderstand.

    Negativer Impuls bedeutet, dass der Ruhezustand auf dem HIGH-Pegel (+Ub) und die Impulsspannung auf dem LOW-Pegel (GND) liegt.

    Wird während der Dauer des Ausgangsimpulses OUT an Pin 3 Taste DT erneut betätigt, hat der kurze negative Impuls keinen Einfluss auf den Triggereingang Pin 2. Der selbe Impuls steuert aber auch den NPN-Transistor T1 und öffnet ihn während dieser kurzen Impulsdauer von etwa 10 ms. Dadurch fliesst ein ebenso kurzeitiger Strom von +Ub über R8 in die Basis von T2. T2 schliesst und entladet CT sehr schnell über R9. Danach beginnt die Ladung von CT durch RT von Neuem. Dies ist die Retriggerfunktion. Im Prinzip sehr einfach. Wir betrachten jetzt noch das dazughörige Impulsdiagramm:

    Der Monoflopimpuls an OUT beginnt mit einem ersten Triggerimpuls, ausgelöst durch seine fallende Flanke. Man schaue genau hin. Die Ladung von CT beginnt erst mit dem Ende des Triggerimpulses. Da der Eingangstriggerimpuls jedoch um Grösserordnungen kürzer ist als der Monoflopimpuls an OUT, kann man die Dauer des Triggerimpulses in der Praxis vernachlässigen. In der Skizze in Bild 2 ist der Triggerimpuls im Verhältnis zum Monoflopimpuls zu breit abgebildet.

    Wir warten bis der Impuls an OUT beendet ist. Das Ende ist erreicht, wenn an CT die Spannung 2/3*Ub überschritten wird. Die Ladespannung an CT bricht schnell zusammen. Danach folgt ein nächster Triggerimpuls wenn DT erneut gedrückt wird und das Monoflop erneut startet. Danach folgen innerhalb der Monoflop-Impulsdauer drei weitere Triggerimpulse. Dabei wird jedesmal CT schnell entladen und die Ladung beginnt stets nach Ende des Triggerimpulses von Neuem. Durch diese Retriggerimpulse wird die Monoflop-Impulsdauer an OUT verlängert.



    Dimensionierungskriterien

    Man beachte zu diesem Kapitel erneut Bild 1.
    Bild 1 öffnet durch Klick auf linke Maustaste in einem zusätzlichen Fenster.

    Die Kondensatoren CT und C2

    Wie bereits angedeutet, hat der IC-interne MOSFET T zur Entladung von CT einen niedrigen Innenwiderstand. Diese ist allerdings auch abhängig von der Betriebsspannung des IC. Bei der Verwendung von hohen CT-Kapazitäten wirkt sich die Entladezeitkonstante dann spürbar aus, wenn nach Impulsende, das Monoflop unmittelbar erneut getriggert wird. Dann hat CT wegen zu kurzer Entladedauer eine Restspannung welche die folgende Monoflopimpulsdauer reduziert.

    Die Entladezeitkonstante bei einer CT-Kapazität von 1000 µF (dies ist natürlich ein Elko) und einem MOSFET-Innenwiderstand von z.B. 30 Ohm beträgt 30 ms. Bis zur praktisch vollständigen Entladung sind dies mehr als 200 ms. Eine zu unvollständige Entladung reduziert die Impulsdauer nach der Triggerung erheblich. In diesem Fall wäre es also besser für CT nur 100 µF (Tantal-Elko) zu wählen und RT um einen Faktor 10 zu erhöhen. Damit reduziert sich die Entladezeitkonstante auf 3 ms. Allerdings müssen wir das auch nicht auf die Spitze treiben, denn die Praxis sieht in der Regel nicht so aus, dass bei einem Langzeit-Timer (z.B. Treppenhausbeleuchtung) das Monoflop bereits 200 ms nach Impulsende durch Tastendruck erneut getriggert wird. Alleine die menschliche Wahrnehmungsverzögerung dauert etwa eine halbe Sekunde und bis der Finger zur Taste im Dunklen greift, dauert es mindesten noch einmal so lang oder länger.

    Das Problem liegt eher bei der Retriggerung. Dort wird der Transistor T2, welcher CT entlädt, nicht dauernd eingeschaltet. Bei der vorliegenden Dimensionierung von C2 und R4 sind das gerade 10 ms. Damit wird CT bei einem Wert von 100 µF beinahe vollständig entladen. Der Entladewiderstand mit R9 = 33 Ohm erzeugt mit CT = 100 µF eine Entladezeitkonstante von 3.3 ms. Will man einen Langzeittimer mit sehr grossen Zeiten realisieren, benötigt man auch grosse CT-Werte, wobei diese zwangsläufig auch Elkos, vorzugsweise Tantal-Elkos, sein können. Dann muss der Retriggerimpuls so lange sein, dass CT möglichst vollständig entladen wird, weil sonst, nach der Retriggerung, die neu gestartete Impulsdauer zu niedrig sein wird. Um die Reproduzierbarkeit dieser Monoflopimpulsdauer an OUT zu verbessern, ist es besser, wenn man die Triggerimpulsdauer von 10 auf 20 ms oder mehr verlängert. Dies erreicht man, in dem man C2 von 1 µF auf 2.2 µF erhöht. Dies gilt für eine CT-Kapazität von 100 µF.

    Man sollte alternativ zu C2 R4 eher nicht erhöhen und wenn, dann nur wenig. R4 hat nämlich noch eine andere Aufgabe. Er dient als Pullupwiderstand. R4 sorgt einerseits dafür, dass der 555-Triggereingang Pin 2 auf HIGH-Pegel gesetzt ist. Um den Störsignalabstand möglich gross zu halten, sollte die Ruhepannung an diesem Eingang wesentlich höher als die Triggerspannung des Komparators KB sein. Am besten so nahe wie möglich bei +Ub. Anderseits sorgen R4, R5 und R6 für einen begrenzten Basisstrom von T1. R4, R5 und R6 wirken mit der Basis-Emitter-Schwellenspannung von T1 als Spannungsteiler. Daher ist die Ruhespannung am Triggereingang Pin 2 stets etwas niedriger als +Ub. Bei +Ub = 5 VDC sind es 4.6 VDC, bei +Ub = 12VDC sind es 10.9 VDC. R3 dient einzig dem Zweck, dass C2 nach dem Tastendruck wieder entladen wird. C2 entladet sich durch R3 und R4. Um diese Entladungszeitkonstante zu verringern kann man R3 auch niederrohmiger wählen und man schaltet parallel zu R4 eine Si-Diode D. Kathode nach +Ub, denn sie muss sperren, wenn sie gerade nicht der Entladung von C2 dient. Wenn C2 nach Tastendruck durch DT entladen wird, geschieht dies dann zur Hauptsache über diese Diode und R3. Die Diode ist gestrichelt angedeutet.


    Störunempfindlich gemacht

    Für diese Störfreiheit sorgt das passive Tiefpassfilter aus R5 und C3. Angenommen die Taste ist von der Schaltung durch eine lange Leitung weitentfernt, dann wirkt diese als Antenne. Ohne dieses Filter gelangen Störimpulse von ihr direkt in den Triggereingang Pin 2 und sie triggern das Monoflop. Eine Störimpulsdauer von etwa 100 ns genügt bei ausreichender Amplitude um die Triggerung auszulösen. Die R5C3-Zeitkonstante von 10 µs unterdrückt solch kurzzeitige Störimpulse wirksam.

    Einfacher Störtest: Es gibt einen ganz billigen, einfachen, praktischen und wirksamen Trick um dies zu demonstrieren. Es gibt Piezzogasanzünder. Diese erzeugen Funken mit Spannungsimpulsen von etwa 3000 V. Am "heissen" Anschluss des Zünders befestigt man einen etwa 5cm langen isolierten Draht. Nun führt man den Zünder mit diesem Draht in die Nähe der Eingangsschaltung bei der sich R3, C2, R4 und R5 befinden. C3 fehlt vorläufig. Nun drückt man auf den Knopf des Zünders und man erkennt an OUT, dass die Triggerung ausgelöst wird. Nun setzt man C3 ein und man stellt fest, dass der Piezzogasanzünder keine Störwirkung mehr hat. Dies ist eine einfache, aber praktische und wirksame Feld-Wald-und-Wiesen-Testmethode. :-)



    Viele Wege führen nach Rom...

    Alternative Lösung mit zwei Lowpower-MOSFETs

    Ich schlage hier eine alternative MOSFET-Lösung vor, die fast ebenso preiswert ist und die Bauteile ebenso leicht erhältlich sind. Die beiden MOSFET-Transistoren T1 und T2 kosten allerdings etwa zwei- bis dreimal soviel wie die in Bild 1 vorgeschlagenen bipolaren Transistoren. Das Funktionsprinzip entspricht dem von Bild 1. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass anstelle von Basisströmen Gatespannungen gesteuert werden. Daher ist die ganze Schaltung auch hochohmiger ausgelegt.

    R7, welcher der schnellen Entladung von CT dient, kann kleiner gewählt werden als R9 in Bild 1. Wieviel kleiner weiss ich nicht. Man bedenke, dass der im LMC/TLC555-IC integrierte MOSFET keinen Drainwiderstand enthält und CT direkt über T (Bild 1) entladen wird. Das will aber nichts heissen, denn dessen On-Innenwiderstand ist je nach Betriebsspannung höher- oder niederohmiger. Mit dem BS170 ohne Drainstrombegrenzungswiderstand kann der Entladestrom bei einem hohen CT-Wert schon so gross werden, dass es diesen MOSFET vielleicht zerstören könnte. Die Applikation in Bild 3 dient daher eher als Anregung und weniger dazu, dass sie unkritisch kopiert und umgesetzt wird. Diese Schaltung und die weiteren sind nicht getestet, aber sie funktionieren mit hoher Wahrscheinlichkeit.


    Alternative Lösung mit Lowpower-MOSFET und Schmitt-Trigger-Inverter

    Besonders dann wenn die retriggerbare 555-CMOS-Monoflopschaltung in einer Schaltung untergebracht ist, wo es noch freie NAND-Gatter oder freie Inverter hat, bietet es sich an, eines dieser Elemente zu verwenden. Hier wird an stelle des ersten MOSFET ein solcher Inverter verwendet. Da die ansteigende Flanke an dessen Eingang etwas langsam erfolgt, sollte es unbedingt ein Schmitt-Trigger-Inverter (oder Schmitt-Trigger-NAND-Gatter) sein. Daher muss man anstelle eines "normalen" Inverter- eben ein Schmitt-Trigger-Inverter-IC einsetzen. Das selbe gilt im Falle von NAND-Gattern.

    Ein 74HC04 wird durch ein 74HC14 oder ein 74HC00 wird durch ein 74HC132 getauscht. Man beachte bei diesem Tausch, dass die Propagation-Delaytime bei den Schmitt-Trigger-Versionen etwa 40% grösser ist, falls dies für den Rest der Schaltung zum Problem werden könnte. Diese IC-Tauschaktion käme in einer HCMOS-Schaltung zur Anwendung. Hier gilt in aller Regel eine Betriebsspannung von 5 VDC. Dazu kommt jetzt noch, dass es schon ziemlich aufwendig wäre in diesem Fall eine selbstgestrickte retriggerbare CMOS-555-Monoflopschaltung zu realisieren. Dafür eignen sich besser 74HC123 oder 74HC423 mit sehr viel geringerem Aufwand. Auch mit diesen Monoflops kann mittels einfachem passiven RC-Tiefpassfilter eine Entstörung realisiert werden, falls dies nötig sein sollte.

    Beim Einsatz der MC14xxx- bzw. CD4xxx-CMOS-Familie muss man wissen, dass man nur den NAND-Gatterbaustein CD4011B mit der Schmitt-Trigger-Version CD4093B direkt tauschen kann. Diese beiden IC sind pinkompatibel. Möchte man jedoch den Inverterbaustein CD4009B oder CD4049B mit der Schmitt-Trigger-Version CD4584B tauschen, geht dies wegen Pininkompatibilität nicht ohne weiteres. Elektronisch gäbe es kaum Probleme, obwohl man auch hier daran denken muss, dass bei der Schmitt-Trigger-Version die Propagation-Delaytime um 20% oder mehr grösser ist.

    Die nächste Schaltung in Bild 5 zeigt, wie man mit zwei Schmitt-Trigger-Invertern und einem MOSFET ein retriggerbares Monoflop mit ansteigenden Triggerflanken realisiert:

    Wenn die Taste nicht gedrückt ist, liegt der Eingang von IC:A1 auf LOW. Sein Ausgang liegt auf HIGH und ist über das Entstörtiefpassfilter R5C3 mit dem Triggereingang Pin 2 verbunden. IC:A2 invertiert diesen Pegel und der MOSFET T1 ist durch den LOW-Pegel am Gate-Eingang gesperrt. Bei Tastendruck wird während dem Aufladen von C2 über R4 am Ausgang von IC:A1 ein negativer Impuls mit einer Dauer von etwa 100 ms erzeugt. Dadurch wird das Monoflop entweder an Pin 2 getriggert oder invertiert mit IC:A2 und MOSFET T1 retriggert. Durch Ändern von C2 oder R4 kann man die Dauer des Triggerimpulses beeinflussen.

    Die folgende Schaltung in Bild 6 zeigt noch, wie die Schaltung in Bild 5 direkt impulsgesteuert wird:

    Einziger Unterschied ist der, dass dieser Schaltung die Tastatursteuerung fehlt. IC:A1 wird direkt von einem Impuls gesteuert, dessen ansteigende Flanke das Monoflop triggert und wiederum die ganze Impulsbreite der Retriggerung dient. Der Impulsbreite t! muss man, wie bereits ausreichend beschrieben, besondere Beachtung schenken. Sie ist massgeblich dafür verantwortlich, dass CT (Bild 1) möglichst vollständig entladen wird.



    Retriggerbare Monoflops: Eine kurze Zusammenfassung.

    Wenn man Monoflop-ICs benutzt welche retriggerfähig sind, haben diese das ganze Problem mit der sicheren Entladung des zeitbestimmenden Kondensators CT nicht. Der Schaltungsentwickler muss nicht darauf achten, dass die Triggerimpulsbreite definiert ist. Das IC ist flankengetriggert, unabhängig davon, ob es eine Triggerung oder Retriggerung ist.

    Betrachtet man das Innenleben eines CD4538B im Datenblatt, so wird nicht eindeutig klar, wie dafür gesorgt wird, dass CT mit der Retriggerung vollständig entladen wird. Neben zwei Komparatoren, wird ein Output-Latch (RS-Flipflop), ein ein Reset-Latch (RS-Flipflop), etwas Logik, etwas Diskretes und eine geheimnisumwitterte "Blackbox" mit der Bezeichnung 'Control' dargestellt. Wie die Schaltung genau funktioniert ist nicht klar, - was der Hersteller vermutlich auch beabsichtigte. Das Impulsdiagramm zeigt aber eindeutig, dass mit der Triggerflanke die vollständige Entladung von CT ausgeführt wird. Es ist daher klar, dass mit Komparator C2 festgestellt wird, ob CT vollständig entladen ist und erst dann das Monoflop für eine weitere (Re-)Triggerung freigibt. Dieser Komparator muss daher in der Lage sein bis zu einer minimalsten Eingangsspannung nahe an GND sauber zu arbeiten.

    Facit: Man muss sich sehr gut überlegen, ob man eine dieser Retrigger-Empfehlungen mit dem LMC/TLC555 realisieren will oder ob es nicht schlauer ist gleich einen CD4538B, bzw. MC14538B einzusetzen.

    Damit wäre dann der ganze Elektronik-Minikurs hier ad-absurdum geführt. Ja? Nein, nicht ganz. Es geht in meinen Minikursen primär um Weiterbildung in Schaltungstechnik. Wenn der Einsteiger interessiert Text und Schaltbild liest, dann lernt er einiges in Sachen Schaltungstechnik, das über das Wesen Monoflop und 555-Timer hinausgeht und dafür habe ich diesen Minikurs geschrieben.



    Schlusswort

    Ich weiss es nicht, aber ich vermute, dass kaum einem ähnlich universalen und im Prinzip einfach realisierten integrierten Baustein soviel Aufmerksamkeit gewidmet wurde wie dem 555-Timer-IC. Dadurch, dass auch noch eine CMOS-Version das Licht der Welt erblickte, wurde er noch universeller, weil er hochohmiger beschaltet werden kann und unter der Kinderkrankheit des bibolaren 555-Oldy nicht leidet. Dieser hat nämlich den Nachteil, dass er im Umschaltmonent der Aussgangsstufe einen hohen Stromstoss in der Speisung verursachte. Dies machte es nötig, dass der bipolare 555, z.B. NE555 von Philips, an den Speiseanschlüssen kapazitiv kräftig abgeblockt werden muss. Ein Elko mit einer Kapazität von mindestens 10 µF parallel mit einem Keramik- oder Multilayerkondensator mit 10 bis 100 nF sind beim NE555 und LM555 ein Muss.



    Thomas Schaerer, 25.02.2001 ; 29.04.2002 ; 15.03.2003(dasELKO) ; 20.12.2003 ; 05.02.2006 ; 01.12.2008