WLAN-Übertragungsgeschwindigkeit / WLAN-Datenrate

Fragen Sie sich auch manchmal, wie schnell Ihr WLAN ist?

Wenn von einer bestimmten WLAN-Geschwindigkeit die Rede ist, dann sprechen wir immer von Summendurchsätzen. Und diese Geschwindigkeit müssen sich alle Teilnehmer eines WLANs teilen.

Dabei ist die Geschwindigkeit bzw. der Summendurchsatz eines WLANs von verschiedenen Parametern abhängig. Und dann muss man noch zwischen der theoretischen und der praktischen Übertragungsgeschwindigkeit unterscheiden.

Die WLAN-Technik ist durch eine hohe Geschwindigkeit bekannt, aber auch durch die geringe Stabilität dieser Geschwindigkeit. Selbst WLAN-Produkte namhafter Hersteller kämpfen hin und wieder mit Interferenzen und Verbindungsabbrüchen. Das liegt in der Natur der zugrundeliegenden Funktechnik und der Nutzung der dafür festgelegten Frequenzbereiche.

Theoretische Übertragungsgeschwindigkeit

Die theoretische Übertragungsgeschwindigkeit, auch Brutto-Datenrate genannt, wird beeinflusst von der Hardware, deren Ausstattung und Leistungsmerkmalen, sowie der Treiber-Unterstützung. Einfluss hat auch die Konfiguration von Access Points, wobei die Hersteller diese meist optimal eingestellt haben.

  • WLAN-Standard (MIMO, Modulation, ...)
  • Anzahl der Antennen
  • Regulierung (Kanäle, Kanalbreite, ...)
  • Frequenzbereiche (2,4 GHz, 5 GHz, simultanes Dualband)
  • Sendeleistung (Einfluss auf die Reichweite des Funksignals)
  • Konfiguration (meist optimal voreingestellt)

Die Hardware-seitigen Einflussfaktoren sind in der Regel gegeben und lassen sich nicht ändern. Konfigurationsänderungen führen in der Regel nicht zu einer Leistungsverbesserung.

Praktische Übertragungsgeschwindigkeit

Die praktische Übertragungsgeschwindigkeit, auch Netto-Datenrate genannt, ist die Geschwindigkeit, die am Ende für einen einzelnen WLAN-Teilnehmer tatsächlich zur Verfügung steht.

Grundsätzlich gilt, ein WLAN darf seinen Funkkanal nicht dauerhaft und exklusiv belegen. Alle WLAN-Teilnehmer müssen sich an ein über Pausen gesteuertes Zugriffsprotokoll halten, damit auch andere Teilnehmer und Funksysteme Gelegenheit zum Übertragen ihrer Daten bekommen. Desweiteren muss die WLAN-Übertragungstechnik gelegentliche Paketverluste durch Wiederholungen kompensieren.

  • Distanz zwischen Client und Access Point
  • Hindernisse für die Funksignale
  • Anzahl der sendenden Teilnehmer im selben WLAN
  • parallele WLANs im selben Funkkanal
  • Repeater, der den selben Funkkanal benutzt
  • langsame Clients
  • Clients mit alten WLAN-Standards
  • fremde Funksysteme
  • Störungen im Frequenzspektrum (kurzzeitiges Problem)

Die Einflussfaktoren auf die praktische Übertragungsgeschwindigkeit kann man als WLAN-Betreiber oder als WLAN-Nutzer in gewissen Rahmen beeinflussen.

Unter guten Bedingungen erreicht man etwa die Hälfte der Brutto-Datenrate.

Was bedeutet 11n/600?

Die Angabe „11n“ deutet an, dass es sich um den Standard IEEE 802.11n handelt. Die Angabe „600“ ist die Geschwindigkeitsangabe in MBit/s. Hier werden auf einem 40 MHz breiten Kanal mit 4 Antennen jeweils brutto bis zu 150 MBit/s übertragen.

Was bedeutet 11ac/1733?

Die Angabe „11ac“ deutet an, dass es sich um den Standard IEEE 802.11ac handelt. Die Angabe „1733“ ist die Geschwindigkeitsangabe in MBit/s. Aktuelle WLAN-Router kommen gemäß IEEE 802.11ac mit 4-Stream-MIMO und einem 80-MHz-Kanal auf 1.733 MBit/s.

Was bedeutet AC600?

Die Angabe „AC“ deutet an, dass es sich um den Standard IEEE 802.11ac handelt. Die Angabe „600“ ist die Geschwindigkeitsangabe in MBit/s. Sie setzt sich aus 433 MBit/s (IEEE 802.11ac) und 150 MBit/s (IEEE 802.n) zusammen, was ungefähr 600 MBit/s entspricht.

Was bedeutet AC1900?

Die Angabe „AC“ deutet an, dass es sich um den Standard IEEE 802.11ac handelt. Die Angabe „1900“ ist die Geschwindigkeitsangabe in MBit/s. Hierbei wird die 802.11n-Technik (max. 600 MBit/s, brutto) mit der 802.11ac-Technik (ca. 1,3 GBit/s, brutto) einfach addieren. Aber, das bedeutet nicht, dass beide gleichzeitig genutzt werden, weshalb die Angabe „AC1900“ falsch interpretiert werden kann. Ein WLAN-AP bzw. -Client kann pro Antenne nur auf einer Frequenz, aber nicht auf mehreren Frequenzen arbeiten.

Wie schnell ist IEEE 802.11n?

MIMO 20 MHz 40 MHz
1x1 72 MBit/s 150 MBit/s
2x2 144 MBit/s 300 MBit/s
3x3 216 MBit/s 450 MBit/s
4x4 289 MBit/s 600 MBit/s

Diese Angaben gelten bei 2,4 GHz mit QAM64.

IEEE 802.11ac

MIMO 20 MHz 40 MHz 80 MHz 160 MHz
1x1 87 MBit/s 200 MBit/s 433 MBit/s 867 MBit/s
2x2 172 MBit/s 400 MBit/s 867 MBit/s 1.733 MBit/s
3x3 289 MBit/s 600 MBit/s 1.300 MBit/s 2.300 MBit/s
4x4 347 MBit/s 800 MBit/s 1.733 MBit/s 3.500 MBit/s
5x5   1.000 MBit/s    
6x6   1.200 MBit/s    
7x7   1.400 MBit/s    
8x8 683 MBit/s 1.600 MBit/s 3.400 MBit/s 6.934 MBit/s

Diese Angaben gelten bei 5 GHz.

IEEE 802.11ax

MIMO 80 MHz 160 MHz
1x1 0,6 GBit/s 1,2 GBit/s
2x2 1,2 GBit/s 2,4 GBit/s
3x3 1,8 GBit/s 3,6 GBit/s
4x4 2,4 GBit/s 4,8 GBit/s

Bei IEEE 802.11ax muss man bei vier MIMO-Streams und einem 160 MHz breiten Kanal davon ausgehen, dass in der Praxis nur 1,9 GBit/s netto erreichbar ist.

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