Telex (Fernschreiber)

Telex steht für für TELeprinter EXchange. Es ist ein altes System zur Übermittlung von Textnachrichten über ein Telekommunikationsnetz, das mit dem Telefonnetz vergleichbar ist. Die Endgeräte bzw. Telexgeräte zum Senden und Empfangen werden auch als Fernschreiber bezeichnet.

Das Telexnetz wurde in den 1920er Jahren erfunden. Weil es sehr wenige Anschlüsse gibt, sind die Rufnummern auch relativ kurz. Jedes Telexgerät hat eine eigene Kennung, die hartcodiert ist. Sender und Empfänger könen sich gegenseitig identifizieren. Vorwahlen werden nur ins Ausland benötigt. Innerhalb Deutschlands selber sind keine Vorwahlen nötig.
Die Fernschreiber sind aber sehr selten geworden. In großen Firmen, in Banken und Botschaften kann es immer noch vorkommen, dass Fernschreiber verwendet werden, da in vielen kleineren und technisch unterentwickelten Ländern Fernschreibverbindungen besser funktionieren können als Telefon, Fax oder Internet.

Funktion und Technik

Der Telex-Einfach-Anschluss funktioniert mit einer Stromschleife, die durch Sender und Empfänger in Reihe durchläuft. Der Sender hat einen Schaltkontakt, mit dem er die Stromschleife unterbrechen kann. Der Empfänger hat einen Elektromagneten, mit dessen Hilfe die Impulse aufgenommen werden und gleich zum Dekodieren übernommen werden.
Die Übertragung findet mit 5 Bit statt. Das sind 32 Zeichen. Sollen Sonderzeichen oder Zahlen gesendet werden, so muss ein spezielles Steuerzeichen vorher gesendet werden. Es gibt zwei Steuerzeichen. Das eine für Buchstaben, das andere für Ziffern und Sonderzeichen. Wird das Steuerzeichen für die Umschaltung von Sonderzeichen auf Normalbetrieb nicht richtig empfangen, so muss der restliche Teil von Hand decodiert werden. Eine Fehlerkorrektur gibt es nicht.
Die Zeichengeschwindigkeit ist genau 6 2/3 Zeichen pro Sekunde. Ein Zeichen besteht aus einem Startschritt (Bit), 5 Datenschritten (Bit) und eineinhalb Stopschritten (Bit). Das sind 7,5 Schritte pro Zeichen.
Bei 6 2/3 Zeichen und 7,5 Schritten ergibt sich eine Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Baud.
Das sind 50 Übertragungsschritte in der Sekunde inklusive Start- und Stopbit. Ein Schritt dauert 20 ms.

Fernschreiber

Fernschreiber sind im Prinzip Schreibmaschinen mit Telefonanschluss. Man muss in den Fernschreiber wärend der bestehenden Verbindung der Text von Hand eintippen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass man nicht zu schnell tippt. Erst nach jedem gesendeten Zeichen darf das nächste Zeichen eingetippt werden. Wer zu schnell tippt riskiert das Fehlen eines Zeichens beim Empfänger. Genauso muss darauf geachtet werden nicht zu langsam zu tippen, weil die Verbindung dann länger dauert und teuerer wird als nötig.
Fernschreiber haben in der Regel keinen Pufferspeicher. Elektronische Fernschreiber allerdings schon. Gute Geräte haben auch einen Lochstreifen. Man kann dann vor dem Verbindungsaufbau die Nachricht tippen.
Moderne Geräte verfügen über die Fähigkeit zu unterscheiden, ob Buchstaben oder Zahlen getippt werden und fügt das Umschaltsonderzeichen automatisch ein.
Jedes Telexgerät hat eine eigene Kennung, die hartcodiert ist. Sender und Empfänger könen sich gegenseitig identifizieren.

i-Telex / Telex over Internet

i-Telex ist ein Hobby-Fernschreibnetz bzw. Telex-Netz. Es emuliert ein Fernschreibnetz, über das Nutzer, einen oder mehrere Fernschreiber so betreiben können, dass diese intern oder über das Internet miteinander im Selbstwählbetrieb kommunizieren können. Soweit möglich, wird dabei die Betriebsweise eines echten, inzwischen leider weitgehend abgeschalteten, Telex-Netzes nachempfunden.
i-Telex ist ein Open-Source-Projekt. Die dabei verwendete Technik ist dokumentiert und kann zum Entwickeln eigener Module oder Verbessern existierender Module verwendet werden.

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