Raspberry Pi: IP-Adresse ermitteln

Nach der ersten Inbetriebnahme eines Raspberry Pi gestaltet sich die Verbindungsaufnahme per SSH schwierig, weil die IPv4-Adresse des Raspberry Pi dynamisch per DHCP vergeben wurde und man diese noch nicht weiß.
Wenn man einen Raspberry Pi mit Bildschirm betreibt, dann ist es ganz einfach. Nach dem Start zeigt der Raspberry Pi seine IPv4-Adresse noch auf der Kommandozeile an. In der grafischen Benutzeroberfläche kann man die IPv4-Adresse aus dem Netzwerk-Manager in Panel-Leiste rechts oben ermitteln.

Sofern der Raspberry Pi "headless" betrieben wird, also wenn kein Bildschirm und keine Tastatur angeschlossen sind oder wenn kein lokaler Zugriff möglich ist, dann muss man ein wenig tricksen. Da man aus der Ferne , z. B. per SSH, auf den Raspberry Pi zugreifen möchte, muss man mit dem lokalen System die IP-Adresse des Raspberry Pi im lokalen Netzwerk ermitteln.

Hinweis: Man kann versuchen, statt der IP-Adresse, den Hostnamen des Raspberry Pi zu verwenden.

Übersicht

Je nach verfügbarem Betriebssystem gibt es verschiedene Bordmittel, um IP-Adressen im Netzwerk zu ermitteln.

  • Lokaler Zugriff mit Bildschirm und Tastatur
  • Linux
  • macOS
  • Windows

Lösung mit lokalem Zugriff (Bildschirm und Tastatur sind vorhanden)

Sofern Bildschirm und Tastatur vorhanden und angeschlossen sind, kann man auf der Kommandozeile folgenden Befehl eingeben:

ifconfig

oder

ip a

oder

hostname -I

Die folgende Ausgabe liefert unter anderem die IPv4-Adresse für die Ethernet-Anschluss "eth0". Meist hat die IP-Adresse folgende Form: "192.168.?.?". Je nach IPv4-Konfiguration des lokalen Netzwerks (LAN) sieht die IPv4-Adresse des Raspberry Pi anders aus. Mit dieser IP-Adresse ist eine Verbindungsaufnahme per SSH von einem anderen System aus möglich.

Linux

In einer Linux-Kommandozeile lässt man sich mit einem der folgenden Kommandos alle IP-Adressen ausgeben, die einer Hardware-Adresse eines Raspberry Pi zugeordnet sind.

ip n | grep "b8:27:eb"
arp -a | grep "b8:27:eb"

Das funktioniert natürlich nur, wenn der betreffende Raspberry Pi mit seiner eigenen Netzwerk-Schnittstellen angeschlossen ist. Wer an dem Raspberry Pi einen WLAN-Adapter oder Ethernet-Adapter am USB betreibt, der kommt mit diesem Kommando nicht weiter.

macOS

In einem macOS-Terminal lässt sich mit folgendem Kommando alle IP-Adressen ausgeben, die einer Hardware-Adresse eines Raspberry Pi zugeordnet sind.

arp -a | grep "b8:27:eb"

Das funktioniert natürlich nur, wenn der betreffende Raspberry Pi mit seiner eigenen Netzwerk-Schnittstellen angeschlossen ist. Wer an dem Raspberry Pi einen WLAN-Adapter oder Ethernet-Adapter am USB betreibt, der kommt mit diesem Kommando nicht weiter.

Windows

Windows bringt leider nicht so viele Tools auf der Kommandozeile mit. Sie lassen sich auch nicht so einfach nachinstallieren. Man kann sich aber mit einem Trick behelfen, der auch unter Linux und macOS funktioniert.

Zuerst setzt man einen Ping auf die Broadcast-Adresse des Netzes ab. Voraussetzung ist natürlich, dass man die Netzadresse kennt. Die Broadcast-Adresse endet hinten mit "255".

ping 192.168.0.255

Wenn man dieses Kommando in Linux verwendet, dann muss man zusätzlich den Parameter "-b" angeben. Mit "Strg + C" kann man Ping abbrechen.
Dann gibt man sich den ARP-Cache aus. Er enthält die Zuordnung von IPv4-Adressen zu MAC-Adressen.

arp -a

Wenn man ein wenig Glück hat, dann ist die IPv4-Adresse des betreffenden Raspberry Pi auch dabei.

Hilfreich ist es, wenn man den Raspberry Pi anhand des Hostnamens (z. B. raspberrypi.local) oder der MAC-Adresse ("b8:27:eb:...") erkennen kann.

Erweiterung: Verbindung zu einem Raspberry Pi per SSH aufbauen

Um eine Verbindung zu einem Raspberry Pi per SSH aufbauen zu können benötigt man einen SSH-Client und die IPv4-Adresse des Raspberry Pi. Bei Computersystemen mit Mac OS und Linux ist der SSH-Client bereits auf der Kommandozeile integriert. Hier muss man nur noch ein Terminal-Programm aufrufen.
Unter Windows muss man zusätzlich einen SSH-Client installieren.

Erweiterung: Welche Geräte sind im lokalen Netzwerk aktiv?

Um sich einen Überblick über alle im lokalen Netzwerk befindlichen IP-Hosts zu machen gibt es verschiedene Tools. Beispielsweise wenn man feststellen will, welche IP-Adressen vergeben sind, um zum Beispiel eine frei vergeben zu können.

Erweiterung: Statische IP-Konfiguration

Wer clever ist, der legt schon bei der ersten Grundkonfiguration eine statische IP-Adresse fest.

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