HDR - High Dynamic Range

High Dynamic Range, kurz HDR, bezeichnet Bilder mit hohem Kontrastumfang. Konkret bedeutet das, dass die Bilder viel mehr Kontrast und kräftigere Farben haben. Beispielsweise auch ein sehr dunkles Schwarz und ein sehr helles Weiß.
Dieses echte HDR darf man aber nicht mit dem gleichnamigen 3D-Effekt verwechseln. Der simuliert diesen Eindruck nur.

Bei echten HDR-Inhalten sind die Farben von ganz hell nach ganz dunkel aufgespreizt. Man sieht in dunklen und hellen Flächen noch Konturen und Strukturen. Beispielsweise kann man bei einem strahlend hellen Himmel trotzdem noch die Umrisse der Sonne erkennen. Die Bilder sehen dadurch natürlicher aus. Das menschliche Auge kann also viel mehr sehen als ein Bildschirm darstellen kann. Mit HDR verschiebt man die Qualität der Darstellung in die Richtung der Fähigkeit der Augen.

Um HDR-Bilder erzeugen zu können braucht man einen größeren Farbraum. Der gewöhnliche Kontrastumfang (Standard Dynamic Range, SDR) verfügt mit 8 Bit nur über 256 Helligkeitsabstufungen pro Farbkanal. HDR-10 mit 10 Bit ermöglicht 1.024 Helligkeitsabstufungen pro Farbkanal und ermöglicht dadurch wesentlich lebendigere Bilder.
HDR mit 10 Bit ist dabei noch nicht das Ende der Fahnenstange. Dolby Vision mit 12 Bit ist bereits der nächste HDR-Standard. Allerdings ist hier der Unterschied wie beim Sprung von 8 auf 10 Bit nicht so deutlich zu sehen.

Normale Bildschirme können mit HDR-Inhalten natürlich nichts anfangen. Sie müssen die Farben zusammenmixen und das sieht Scheiße aus. Außer einem HDR-fähigen Fernseher oder Computermonitor benötigt man auch ein HDR-fähiges Abspielgerät. Also einen entsprechenden UHD-BD-Player oder eine 4K-Grafikkarte. Und natürlich HDR-Inhalte. Also Bilder und Videos. Am ehesten bekommt man die durch Streaming via Amazon und Netflix oder UHD-BD und Gaming.

Wer jetzt denkt, "Wow, da will man nur noch HDR haben", der irrt. Bei einzelnen Bildern mag das so sein. Doch bei Videos ist das anders. Das Verfahren "HDR-10" überträgt die Metadaten für HDR nur einmal für den gesamten Film (statisch). Wenn in dem Film zum einen sehr helle und zum anderen sehr dunkle Szenen vorkommen, dann stellt die Voreinstellung nur einen Kompromiss dar. Deshalb wird es in Zukunft "dynamische" HDR-Varianten geben müssen, die HDR-Metadaten Szene für Szene oder sogar Frame für Frame mitliefern.

Bis HDR, vor allem in der dynamischen Form normal wird, wird noch einige Zeit vergehen. Die Anforderungen an die Geräte bzgl. der Rechenleistung und der Produktion der Inhalte sind hoch.

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