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Prozessor-KühlungBis zum 486er (von Intel) war die Kühlung eines Prozessors nie ein Thema gewesen. Die Prozessoren wurden allerhöchstens handwarm. Die umgebende Luft innerhalb des Computer-Gehäuses reichte zur Kühlung vollständig aus. Seitdem die Prozessoren die Taktfrequenz von 66 MHz überschritten haben, ist zumindest eine passive Kühlung durch einen Kühlkörper notwendig. Bei deutlich höheren Taktfrequenzen kann ein Prozessor nur noch mit einem aktiven Kühler betrieben werden. Gründe für die HitzeproblemeDazu vorab eine kurze Erläuterung für Nicht-Elektroniker: Die elektrische Leistung ist ein Produkt aus Spannung und Strom. Steigt Spannung oder Strom, dann steigt die Leistung um ein Vielfaches an. Leistung wird häufig in Wärme umgesetzt. Wärme ist ein Problem, insbesondere, wenn zuviel davon vorhanden ist. Elektronische Bauelemente, insbesondere Prozessoren vertragen davon nicht sehr viel. Zuviel, bedeutet Zerstörung. Prozessoren bestehen aus sehr vielen Transistoren. Betrachtet man einen einzelnen Transistor, dann funktioniert er wie ein Schalter. Er ist entweder ein- oder ausgeschaltet. Dadurch wird das digitale Bit 0 oder 1 dargestellt. Nun besteht ein Prozessor aus vielen Millionen Transistoren. Da ergibt sich die berechtigte Frage, warum ein Prozessor dennoch so heiß wird? Dafür gibt es drei Gründe:
Zum einen wirkt der Transistor beim Umschalten von 0 auf 1 und von 1 auf 0 wie ein Kondensator. Das bedeutet, der Transistor wird beim Umschalten "aufgeladen" oder "entladen". Das dauert eine gewisse Zeit. In dieser Zeit beträgt weder der Strom noch die Spannung Null. Und deshalb entsteht im Umschaltzeitraum eine elektrische Leistung, die direkt in Wärme umgewandelt wird. Je häufiger umgeschaltet wird, desto mehr Leistung und desto mehr Wärme entsteht. So ist ein Umschalten im Megahertz-Bereich noch nahezu problemlos. Doch bereits im Gigahertz-Bereich steigt der Stromverbrauch stark an. Die Folge: Die Hitze wird so groß, dass man erhebliche Maßnahmen zur Kühlung des Prozessors einführen muss. Ein Problem darin besteht, dass der Kühlaufwand bei doppelt so viel Watt nicht doppelt so groß, sondern um ein mehrfaches so groß ist. KühlmaßnahmenEs gibt verschiedene Maßnahmen, um einen Prozessor zu kühlen. Die eine Maßnahme, rein passiv wird bei fast allen Halbleitern einsetzt. Zum Beispiel bei einem Transistor oder einem Spannungsregler, die eine hohe Verlustleistung abführen müssen und deren Gehäuse dafür nicht ausreicht. Mit einem Kühlkörper erweitert man das Gehäuse um eine wärmeableitende Komponente.
Thermodynamik: Grundlagen der WärmeleitungDer Transport thermischer Energie (Wärme oder Kälte) findet nur dann statt, wenn ein Temperaturunterschied zwischen den Elementen oder Materialien vorliegt. Je größer der Temperaturunterschied, desto kräftiger strömt die Wärme-Energie.
Prozessor-Kühler
Die Wärmeableitung wird durch die Übergangswiderstände zwischen Die und Head-Spreader und zwischen Head-Spreader und Kühler-Bodenplatte gebremst. Damit die Wärmeenergie des Prozessors über die relativ kleine Fläche des Die oder Heat-Spreaders abgeführt werden kann, muss das Material des Kühlkörpers ein guter Wärmeleiter sein. In der Regel besteht der Kühlkörper aus Aluminium oder Kupfer. Der Kühlkörper sorgt dafür, dass die Abwärme des Prozessors an die Luft im PC-Gehäuse abgeleitet wird. Damit das gelingt, muss nach dem Gesetz der Thermodynamik der Prozessorchip wärmer sein als das Metall des Kühlers. Und der muss wiederum wärmer sein, als die Umgebungsluft. Das bedeutet, es muss ein regelmäßiger Luftaustausch innerhalb des Gehäuses stattfinden, sonst ist die Wärmeableitung vom Prozessor zur Umgebungsluft nicht stark genug. Leider ist die Luft ein schlechter Wärmeleiter. Nur sehr langsam erfolgt der Übergang der thermischen Energie von der glatten metallischen Oberfläche des Kühlers auf die Luftmoleküle. Deshalb sind große Luftmengen und Metallflächen notwendig. Dem Kühlerwachstum stehen jedoch räumliche Grenzen im Weg. Aus diesem Grund wird der thermische Energieaustausch durch einen Lüfter, der auf dem Kühlkörper montiert ist, beschleunigt. Der Kühlkörper wird zusammen mit dem Lüfter als Kühler bezeichnet. Obwohl die Luft sich nur bedingt zur Kühlung eines Prozessors eignet, wird der Lüfter zur sekundären Prozessorkühlung eingesetzt. Das gelingt nur deshalb, wenn die Luft möglichst häufig ausgetauscht (durch Bewegung) wird. Hier reicht ein einfacher Lüfter, der dafür sorgt, dass immer genug kühle Luft zwischen und um den Kühlkörper strömt, manchmal nicht aus. Die besten Ergebnisse erzielt man dadurch, dass man die Lüfterdrehzahl in direkter Abhängigkeit von der Prozessortemperatur einstellt. Dazu muss die Regelungselektronik Zugriff auf ein präzises Temperatursignal haben. Diese Werte kommen üblicherweise von der thermischen Diode im Prozessor. Zusätzlich werden Computer-Gehäuse mit Lüftern ausgestattet, die warme Luft aus dem Gehäuse transportieren. KühlkörperHandelsübliche Kühlkörper bestehen aus Aluminium mit Rippen, die die Abstrahloberfläche vergrößern. Zusammen mit einem Lüfter ist das Prinzip der Prozessor-Kühlung erreicht. Um die Effizienz der Kühler zu verbessern, wurde eine Kupfer-Alu-Mischbauform entwickelt, die aus einer Kupferbodenplatte, zur schnellen Wärmeverteilung, und leichten Aluminium-Lamellen besteht. Um die Effektivität noch zu steigern, leitet man mit Wärmeleitrohren (Heatpipes) einen Teil der Hitze aus der Bodenplatte in die kälteren Lamellen. Temperaturverteilung
Beispiele: Prozessor-Kühler
Wärmeleitpad und WärmeleitpasteIn der Anfangszeit der Prozessor-Kühlung wurde der Prozessorkühler direkt auf das Die montiert. Die Unebenheiten, wenn auch nicht sichtbar, zwischen den sich berührenden Flächen, sorgte für eine schlechte Wärmeverteilung. Deshalb wurde zwischen Die und Kühlkörper eine Wärmeleitpaste oder ein Wärmeleitpad aufgebracht. Bei unvorsichtiger Installation wurde dabei das Die beschädigt und somit der Prozessor zerstört. Um das zu vermeiden haben die Prozessor-Hersteller irgendwann ein fest installiertes Wärmeverteilblech (Integrated Heat Spreader, IHS) über dem Die angebracht. Auch hier ist das Aufbringen einer Wärmeleitpaste oder eines Wärmeleitpads notwendig. Wärmeleitpads gilt zu beachten, dass sie grundsätzlich nur einmal verwendet werden dürfen. Tipps bei der Kühler-Auswahl
Tipps zur Kühler-Installation
WasserkühlungWasserkühlung ist ein immer wieder aufkommender Versuch einen hochleistungsfähigen
Computer effektiv zu kühlen. Dummerweise ist Wasser genauso wie Luft wenig
geeignet um zu kühlen. Sowohl Wasser, als auch Luft sind Wärmeisolatoren.
Sie leiten Temperatur nur sehr schlecht. Die einzige Kühlung entsteht
durch die ständige Bewegung von Wasser und Luft. Wie die Luft, muss auch
das Wasser zur Kühlung bewegt werden. In einem geschlossenen Wasserkreislauf
verlaufen Schläuche im ganzen Computersystem. Über eine Pumpe, die
wegen ihrer Größe außerhalb des Computer-Gehäuses
angebracht ist, wird das Wasser ständig in Bewegung gehalten. Weitere verwandte Themen:
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