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Operationsverstärker
und
Instrumentationsverstärker

Operationsverstärker und Instrumentationsverstärker

Käufer Elektronik-Workshop Kundenmeinung:
Mein Lob gilt der übersichtlichen und schönen Darstellung und der guten didaktischen Aufbereitung. Selten werden Schaltungen so gut erklärt, dass es auch noch Spaß macht sich damit zu beschäftigen.

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Timer 555

Timer 555

Käufer des Timer-Buchs Kundenmeinung:
Hätte ich das Timer-Buch schon früher gehabt, dann hätte ich mir die Rumfrickelei am NE555 sparen können.

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Elektronik-Fibel

Die Elektronik-Fibel, das Elektronik-Buch

Käufer der Elektronik-Fibel Kundenmeinung:
Die Elektronik-Fibel ist einfach nur genial. Einfach und verständlich, nach so einem Buch habe ich schon lange gesucht. Es ist einfach alles drin was man so als Azubi braucht. Danke für dieses schöne Werk.

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Erst das Modem, dann der Router...
R O U T E R - D E L A Y

 


Einleitung

Die Zusammenarbeit zwischen Router und Modem ist wie folgt: Das Modem stellt eine physikalische und logische Verbindung zum Netzwerk des Providers her. Der Router stellt eine physikalische Verbindung zum Modem und eine logische Verbindung zum Internet her. Der Router benutzt also die Verbindung zwischen Modem und Provider, um ins Internet zu kommen. Der Provider stellt innerhalb seines Netzwerks einen Zugangspunkt zum Internet bereit.

Nehmen wir einmal an man schaltet den Router zuerst ein, und dann das Modem. Der Router fährt hoch, wie ein Computer, und versucht sich am Internet anzumelden. In der Zeit fährt das Modem hoch. Leider dauert der Verbindungsaufbau (Synchronisation) zwischen Modem und Provider etwas länger. Das Modem ist also noch nicht soweit. Der Router will aber schon loslegen. Er kann aber noch nicht. Das Modem hat ja noch keine Verbindung herstellen können.

Der korrekte Ablauf wäre der, dass man erst das Modem einschaltet und so lange wartet, bis die Synchronisation abgeschlossen ist. Über die Status-LED wird das in der Regel angezeigt. Erst dann sollte man den Router einschalten. Dann gibt es in der Regel keine Probleme.

Wenn man es von anfang an falsch macht und immer zuerst den Router und danach das Modem einschaltet, wird einem relativ schnell klar, dass nichts funktioniert. Schwieriger ist es, wenn man stets beide Geräte gleichzeitig einschaltet. Dann kann die Internetverbindung viele Male korrekt zustande kommen, jedoch manchmal auch nicht. Eine Diskussion mit dem Provider (CableCom) und mit Patrick Schnabel (Das ELKO) machte mich schlau und ich löste das Problem mit einer Verzögerungsschaltung, von der hier die Rede sein wird. Unbedingt nötig ist eine solche Schaltung nicht, wenn man Modem und Router ganz einfach nie ausschaltet. Diese Methode kommt aus ökologischen Gründen für mich nicht in Frage und genau diesen Apell richte ich auch den Leser dieses Elektronik-Minikurses. Nur schon nachts ausgeschaltet, wenn man schläft, bringt ein signifikantes Sparen an Energie, wenn viele am selben Strick ziehen.



Methoden des verzögerten Einschalten des Routers

Bild 1 zeigt zwei unterschiedliche Möglichkeiten die Einschaltverzögerung des Routers zu realisieren. In Teilbild 1.1 erfolgt eine elektronische Verzögerungsschaltung (DELAY) im Hochvolt-Bereich 230 VAC (HV) und die Niedervoltspannungen (NV) von den Ausgängen der üblicherweise externen Netzteile sind direkt mit dem Modem bzw. mit dem Router verbunden. In Teilbild 1.2 werden beide Netzteile synchron an 230 VAC mit dem Schalter S eingeschaltet und die verzögerte Einschaltung des Routers erfolgt mit einer elektronischen Verzögerung (DELAY) im Niedervoltbereich (NV), eingeschlauft zwischen Netzteil2 und Router. Hier kann man in der Regel anstelle eines Relais auch ein Schalt-Transistor, vorzugsweise ein MOSFET, einsetzen. Nur dann wenn man den Router unbedingt mit einer AC-Niedervoltspannung speisen muss, wird man ebenso ein Relais einsetzen, wie Teilbild 1.1 zeigt. In beiden Fällen muss die Verzögerungszeit einstellbar sein, so dass sie etwas grösser eingestellt werden kann, als das Modem Zeit braucht um sich mit dem Provider zu synchronisieren.



Des Routers Betriebsspannung und die Ökologie...

Ökologische Ansrüche sind sehr unterschiedlich. Man kann leicht feststellen, dass der Hersteller oft überhaupt keinen Sinn für das Ökologische hat, wenn man erkennen muss, dass oft hohe Eingangsspannungsbereiche oder die selben Spannungen für AC und DC angegeben sind. Da Router Massenware sind, gäbe es ein massives Sparpotenzial an elektrischer Energie, würde beim Schaltungsdesign das moderne und eigentlich selbstverständlich ökologische Denken in den Vordergrund gestellt. Ein Paradigmawechsel tut auch hier Not! Dass dies im Widerspruch liegt zur Gewinnmaximierung, weiss ich.

Ich habe von ZyXEL den Router P-335 im Einsatz. Bei den technischen Daten des Set liest man einfach 12VAC/1A. Das betrifft zum Glück nicht den Leistungsverbrauch des Router, sondern die Angaben des Netzteiles, das bloss aus einem Trafo besteht und dem Set beiliegt. Man kann diesen Router allerdings problemlos mit 12 VDC speisen und der Stromverbrauch liegt gemessen bei 0.33 ADC, also bei einer Leistung von rund 4 W. Durch den Einsatz eines kleinen Stecker-DCDC-Wandlers mit einer Ausgangsspannung von 12 VDC erreicht man erst noch einen hohen Wirkungsgrad, wenn man die Verluste des Routers nicht mitberücksichtigt. Eines ist klar, für die digitale Elektronik sind höchstens 5 VDC oder sogar auch nur 3.3 VDC notwendig. Daher liesse sich grundsätzlich noch einiges optimieren. Ich habe bisher leider noch keine detaillierte Schaltung eines Routers gesehen. Ich gehe aber davon aus, dass alleine schon aus Kostengründen ein billiger integrierter linearer Spannungsregler dafür zum Einsatz kommt. Da die Signalspannung zwischen TX+ und TX- an der RJ45-Buchse etwa 2 Vpp betragen soll, leuchtet mir nicht ein, wieso überhaupt mit derart hohen Spannungswerten ein Router gespiesen werden muss, ausser es müssen für einen mir unbekannten Zweck teilweise auch noch höhere Pegel erzeugt werden. Für den Normalfall, wo Switchs und/oder Computer zur Anwendung kommen, würde der Einsatz eines 9VDC-Netzteiles genügen, der den internen integrierten Spannungsregler speist, der seinerseits 5 VDC oder/und (teilweise) 3.3 VDC für die digitale Elektronik erzeugt. Oder, wenn Gleichrichtung und Glättung im Router vorhanden sind, würde als externes Netzteiles ein Trafo mit einer Sekudärspannung von 8 VAC genügen.



Verzögerungsschaltung mit CD4541B für den DC-Betrieb

Da die Verzögerungszeiten im Minutenbereich liegen, eignen sich aus Gründen einigermassen guter Reproduzierbarkeit des Timing einfache RC-Schaltungen mit nach geschalteter Triggerelektronik, wie man dies beim 555er-Timer kennt, eher weniger. Besser eignet sich dazu eine relativ stabile Oszillatorschaltung im Niederfrequenzbereich und einem nachgschalteten Frequenzeiler mit einer passend hoher Bitzahl. Zu diesem Thema gibt es bereits einen Elektronik-Minikurs mit den digitalen Frequenzteiler-ICs CD4020B und CD4040B:

In der Verzögerunsgschaltung in Bild 2 kommt das digital programmierbare Timer-IC CD4541B (PDF-Datenblatt anzeigen) von National zum Einsatz. Der MC14541B ist das selbe pinkompatible IC von ON-Semiconductor (früher Motorola). Die grundsätzliche Funktion entspricht der Langzeit-Timer-Schaltungen mit den Frequenzteilern CD4020B und CD4040B, jedoch ist der Schaltungsaufwand mit dem CD4541B deutlich geringer:

Bild 2 ist die vollständige Schaltung. Da es für das Modem und den Router je ein Netzteil braucht, ist es egal ob +Ub oder GND geschaltet wird. Da ich den IRFZ34, ein N-Kanal-Power-MOSFET, bereits hatte, wählte ich die Methode des geschalteten GND mit der Bezeichnung GNDs (s = switch). Für meinen Router P-335 von ZyXEL verwende ich anstelle des beigelegten 12VAC/1A-Steckertrafo, ein 12VDC-Schaltregler in einem kleinen Steckergehäuse. Damit speise ich die Schaltung in Bild 2. Das CMOS-IC benötigt im Betriebszustand weniger als 1 mA. Mit der Wahl von R3 = 560 Ohm fliesst ein Z-Diodenstrom von etwa 5 mA. Die Z-Diode arbeitet so in einem Bereich, wo der differenzielle Widerstand schon sehr klein ist. Eine Z-Diode reicht für diese Anwendung. Ein Kleinspannungsregler ist übertrieben. 9 VDC, weil diese Spannung für diese CMOS-Familie ein guter Wert ist betreffs des Signal/Störsignal-Abstandes, jedoch weit davon entfernt die statistische Lebensdauer des IC zu reduzieren. Dies ist dann der Fall, wenn die Betriebsspannung zu nahe beim maximal zulässigen Wert liegt.

Teilerverhältnis und Beschaltung des CD4541B: Die beiden Eingänge A (Pin 12) und B (Pin 13) dienen der Einstellung der Frequenzteilung. Es gibt nur vier einstellbare Werte mit 1/256, 1/1024, 1/8192 und 1/65536. Für lange Zeiten einer Impulsdauer oder einer Einschaltverzögerung im Minutenbereich eignet sich am besten gleich der höchste Teilerwert mit 1/65536, entsprechend einer Bitlänge von 16. A und B sind somit als logisch HIGH definiert. Weil hier die Einschaltverzögerung benötigt wird, ist Mode (Pin 10) auf LOW. Damit wird ein Einzelimpuls anstelle einer periodischen Taktfrequenz erzeugt. Damit dieser Einzelimpuls mit LOW startet - d.h. der Pegel ändert sich nicht mit dem Startvorgang - ist Q/notQ-Select (Pin 9) auf LOW gesetzt. Da der HIGH-Pegel an Q (Pin 8) als aktiv gilt - es wird ein N-Kanal-MOSFET eingeschaltet - arbeitet die gesamte Schaltung als Einschaltverzögerung. Genau das benötigen wir hier. Wäre Q/notQ-Select auf HIGH gesetzt, arbeitet die Schaltung als Einzel-Impulsgeber mit gleich langer Einschaltdauer (Monoflop-Funktion). Der Startvorgang beginnt mit dem Einschalten der Betriebsspannung +Ub, weil AR (Pin 5), der Auto-Reset, mit LOW aktiviert ist. Die Master-Reset-Funktion MR (Pin 6), wird nicht benötigt, deshalb ist MR auf LOW gesetzt. Falls trotzdem manuell benötigt, schaltet man ein Pulldown-Widerstand von etwa 10 bis 100 k-Ohm zwischen MR und GND, und MR wird über einen Taster mit +9 VDC verbunden. Wird MR mit einem Logiksignal (HIGH = +9 V / LOW = GND-Pegel) gesteuert, entfällt natürlich der Pulldown-Widerstand.

Die Oszillatorfrequenz: Wie die Oszillatorfrequenz berechnet wird, entnimmt man dem Datenblatt. Was direkter von Bedeutung ist, ist anstelle der Frequenz die Periode. In Bild 2 ist eine Referenzverzögerungszeit t in Relation zu RT und CT angegeben. R5 ist per default etwa doppelt so gross wie RT zu wählen, wobei R5 grösser als 10 k-Ohm sein muss (Datenblatt). Die Referenz-Einschaltverzögerung t beträgt etwa 75 s, wenn RT = 10 k-Ohm und CT = 100 nF betragen. Dabei sind die Eingänge A und B mit dem maximal möglichen Teilerverhältnis auf HIGH geschaltet. Aus Gründen der Stabilität und niedriger Temperaturdrift sollte man für CT (C2) keinen Keramik-Multilayerkondensator (KEKO) verwenden. Es eignet sich ein beliebiger Folienkondensatoren im 5mm-Rasterformat (Printlayout-Beilage). Ein passsendes Beispiel von RIFA, vertrieben über Distrelec mit einer Kapazitätstoleranz von 5 Prozent. Folienkondensatoren mit einer Toleranz von 10% genügen auch. Für das Trimmpotmeter P1 lohnt sich evtl. etwas tiefer in die Tasche zu greifen und eines mit einer kleinen Skala zu kaufen, weil damit hat man einen zeitlichen Anhaltspunkt für die Einstellung der Einschaltverzögerung. Ein solcher Annhäherungswert genügt, denn angenommen das Modem braucht etwa 1 Minute bis zur Synchronisation mit dem Provider, dann stellt man die Zeit der Einschaltverzögerung des Router auf etwa 2 Minuten ein. Diese grosszügige Zugabe lohnt sich, weil diese eine Minute zur Synchronisation schliesslich auch eine gewisse in der Regel unbekannte Toleranz aufweist. Ich benutzte ein kleines skaliertes Cermet-Trimmpotmeter, Typ T127 von CONTELEC, das es heute offenbar nicht mehr gibt. Die Skalierung des T127 mit Position und Verzögerungszeit, siehe Kasten unten rechts in Bild 2. Ein neueres Produkt findet man ebenfalls bei Distrelec und hier sperat das Foto. Wem der Anblick des Preises auf den Magen schlägt, kann auch ein preiswertes Trimmpot einsetzen. Da zeigt einfach die Ausrichtung des Schraubenschlitzes so etwa die Verzögerungszeit. Es gibt zu solchen preiwerten Trimmpots auch Rändel mit Pfeilen, welche die Markierung verbessern. Je nach Rastermass des Trimmpot, muss man noch separate Löcher bohren und mit einem kleinen Stück Draht die Lötverbindung herstellen.

Warum ein Power-MOSFET als Schalter: Der Strom meines Routers beträgt 330 mA. Setzt man an Stelle des N-Kanal-MOSFET ein NPN-Transistor ein, ist ein Basisstrom von mindestens 20 mA nötig, damit dieser NPN-Transistor so durchsteuert (sättigt), dass seine Kollektor-Emitter-Spannung bei maximal etwa 100 mV liegt. Dieser Basisstrom liefert aber das CMOS-IC CD4541B nicht. Wenn man einen NPN-Darlington einsetzt, reicht ein Basisstrom von etwa 1 mA, jedoch beträgt die Kollektor-Emitter-Spannung auf jedenfall mindestens eine Basis-Emitter-Schwellenspannung und das bedeutet mindestens 0.8 VDC, eher 1 VDC. Das geht auf Kosten der Betriebsspannung des Routers. Bei vielen Routern wird das kaum einen negativen Einfluss haben, jedoch "sauber" ist diese bipolare Lösung nicht. Es gäbe noch die Möglichkeit (kleine Schaltung Bild 2 unten) mit einem zusätzlichen PNP-Transistor, um eine unnötig hohe Kollektor-Emitter-Spannung von T2 zu vermeiden, wobei man dann Q/notQ-Select (Pin 9) auf HIGH setzen muss. Das kann allerdings dann ein Nachteil haben, wenn +Ub am Eingang etwas zu langsam einschaltet. Dann könnte der Router bei Startbeginn der Verzögerungszeit kurz ein Spannungsstoss bekommen. Das wird wohl kaum schaden. Ist aber auch keine "saubere" Sache, daher besser gleich die Lösung mit einem Power-MOSFET.

Im Einsatz ist ein Power-MOSFET im typischen TO220-Gehäuse, der geschaltet bis 29 Ampere ziehen kann und das wobei er nicht einmal mit 0.5 A gefordert wird. Spinnt man also dermassen zu übertreiben? Nein, keineswegs, weil der geschaltete Drain-Source-Widerstand beträgt nur 40 m-Ohm und das erzeugt bei 0.3 A nur grad eine Drain-Source-Spannung von 12 mV. Es ist so, als ob ein Relaiskontakt schaltet. Und warum soll man sich diesen Miniluxus nicht leisten, wenn so ein Power-MOSFET nur knapp mehr als 1 Euro kostet? Dazu ist so ein MOSFET selbst dann kurzschlussfest, wenn man ein Netzteil einsetzt, dessen Kurzschlussbegrenzungsstrom bei maximal 3.5 A liegt, weil dieser Strom bei einem Drain-Source-Widerstand von 40 m-Ohm eine Verlustleistung von nur 0.5 W bewirkt. Das ist dauerhaft zulässig wenn das TO-220-Gehäuse ungekühlt bleibt. Falls man die Schaltung mit +5 VDC betreiben will, weil man einen Router hat, der mit +5 VDC betrieben wird, geht das, aber man sollte einen äquivalenten Logic-Level-MOSFET, den IRLZ34 einsetzen. Selbstverständlich kann man diesen MOSFET auch bei der Betriebsspannung von +12 VDC einsetzen. Bei einer Betriebsspannung von +5 VDC kann man auf R1 und Z verzichten, die R1-Anschlüsse überbrücken und R2 und R3 auf etwa 150 Ohm reduzieren, damit die LEDs nicht zu dunkel leuchten.

Die Leuchtdioden: Die rote LED1 zeigt den Betriebszustand der Schaltung an. Die grüne LED2 liegt parallel zum Ausgang. Das Leuchten dieser LED signalisiert, dass der Router eingeschaltet ist. Die LED-Ströme liegen je bei 12 mA. Falls es sowas wie ein Lowpower-Router geben sollte und so einer zum Einsatz kommen soll, kann man den LED-Strom mit Lowcurrent-LEDs auf 2 mA, durch Erhöhen von R2 und R3 auf 4.7 k-Ohm, reduzieren.



Verzögerungsschaltung mit CD4541B für den AC-Betrieb

Man kann defintiv nicht ausschliessen, dass es keine Router gibt, welche unbedingt mit einer AC-Spannung gespiesen werden wollen. Für diesen eher seltenen Fall wird die Schaltung in Bild 2 entprechend verändert und anstelle mit einem elektronischer Schalter mit einem Relais ausgestattet.

Wenn man mit einem DC-Netzteil arbeitet, hat man in der Regel den Vorteil, dass die Ausgangsspannung zweckmässig gut stabilisiert ist. Bei einem hocheffizienten Schaltregler-Steckernetzteil ist die Spannungsregelung sogar recht gut. Das bedeutet nicht, dass sie für Präzisionsanwendungen reicht. Bei Bedarf muss entsprechend linear nachgeregelt werden. Hier haben wir die Situation, dass eine AC-Spannung von einem Trafo zum Einsatz kommt und da gibt es je nach Trafonennleistung recht grosse Unterschiede zwischen Nennlast- und Leerlaufspannung. Das spielt hier eine signifikante Rolle, weil während der Verzögerungszeit bis zur Einschaltung des Router, der Trafo nur sehr geringfügig durch die Verzögerungschaltung belastet wird.

Ich habe an einem AC-Steckernetzteil 12VAC/1A (Nennleistung = 12 VA) getestet, wie gross die Leerlaufspannung ist. Sie beträgt 15 VAC. Bei einem Trafo mit niedrigerer Nennleistung ist die Leerlaufspannung grösser. Der Grund dafür liegt im höheren Innenwiderstand des Trafo-Sekundärkreises. Die Schaltung in Bild 3 ist so dimensioniert, falls ein Trafo zum Einsatz kommt mit einer Nennspannung von 12 VAC und eine Leerlaufspannung aufweist von 16 VAC:

Als Gleichter BG können vier 1N4002-Gleichrichterdioden oder ein passender Brückengleichrichter eingesetzt werden. Nach der Brückengleichrichtung mit BG und der Glättung mit C2 ergibt sich eine DC-Spannung von etwa 15 VDC, wenn die Schaltung und der Router in Betrieb sind. Die beiden LEDs verbrauchen je etwa 11 mA und das Relais 17 mA und der Strom über R1 beträgt etwa 6 mA. Das ergibt ein Strom von knapp unter 50 mA. Für die Rippelspannung über C2 gilt die Faustregel:
~2000 µF  bei  3 Vpp  und  1 A
Bei einem maximalen Strom von 50 mA und einer gewählten Rippelspannung von etwa 1.5 Vpp ergibt das für C2 eine Kapazität von 220 µF. Für eine exakte Berechnung von C2 müsste man auch den Innenwiderstand des Trafo berücksichtigen. Das ist hier allerdings übertrieben. Wer's trotzdem genau wissen will, schlage nach im Buch HALBLEITER-SCHALTUNGSTECHNIK von Tietze/Schenk im Kapitel "Stromversorgung". Es empfiehlt sich ein leistungsarmes Printrelais mit einer Betriebsspannung von 12 VDC und einer Verlustleistung von 0.2 W einzusetzen. Solche Relais schalten ohne weiteres viele Ampere, mehr als genug für diese Anwendung. Da die Betriebsspannung rund 15 VDC beträgt wird dem Relais den Widerstand R7 vorgeschaltet, der die geforderte Relaisspannung einhält.

Dies beschreibt den Zustand wenn der Router eingeschaltet ist, also das AC-Netzteil nahezu mit Nennleistung arbeitet. Vorher während der Verzögerungszeit ist das Relais REL und der Router noch ausgschaltet. Der Trafo arbeitet fast im Leerlauf. Es ist nur die Elektronik mit IC:A mit der stabilisierenden Z-Diode und die rote LED LED1 für die Betriebsanzeige des ROUTER-DELAY aktiv. Diese LED erhält jetzt einen höheren Strom von etwa 15 mA statt 11 mA, weil die Betriebsspannung etwa 20 VDC beträgt. Nach Ablauf der Verzögerungszeit schaltet REL und die grüne LED LED2 ein. Weil dadurch der Router gespiesen wird, sinkt die Trafosekundärwicklung auf die Nennspannung und die Betriebsspannung der Schaltung in Bild 3 fällt von etwa 20 VDC auf etwa 15 VDC. Das Relais wird also praktisch sofort mit der Nennspannung von 12 VDC betrieben und die beiden LEDs leuchten ebenfalls etwas dunkler also zuvor LED1, die alleine leuchtete. Die Verlustleistung über R7 beträgt nur 50 mW.

Was passiert jedoch wenn der Router am Ausgang des ROUTER-DELAY nicht angeschlossen ist? Dann beträgt die Betriebsspannung der Schaltung praktisch 20 VDC, der Spannungsabfall über R7 ist 4 VDC statt 3 VDC (90 mW statt 50 mW) und die Relaisspannung beträgt 16 VDC statt 12 VDC (0.35 W statt 0.2 W). Das Relais wird zwar spürbar wärmer, dürfte aber kaum einen Schaden erleiden. Je nach Relaistyp ist es aber leicht möglich die Verlustleistung durch das Erhöhen von R7 zu senken, weil die Anzugsspannung stets einiges unterhalb der Nennspannung liegt. Dazu muss man das Relais-Datenblatt lesen. Hier ein passendes Relais das Distrelec im Programm hat. Es ist ein SCHRACK-Relais:



Printlayout zur Verzögerungsschaltung mit CD4541B für den DC-Betrieb

Dies ist das Printlayout zur Schaltung von Bild 2. Dieses Printlayout, realisiert mit Sprint-Layout 5.0, steht dem ELKO-Leser zur Verfügung. Um die exakten Masse auf einer Klarsicht-Folie mittels Drucker zu reproduzieren, muss man sich SPRINT_ROUTERDELAY.ZIP herunterladen.

Diese ZIP-Datei beinhaltet folgende Dateien: viewlayout50.exe ist der Viewer von SPRINT-5.0, der gratis ist, und ein massstabgerechter Ausdruck des Printlayouts auf eine durchsichtige Folie, zur eigenen fotochemischen Herstellung eines Printes, erlaubt. Mit diesem Viewer ladet man router_delay.lay. Der Viewer arbeitet unter verschiedenen Windows-Versionen. Man beachte die Angaben des Herstellers Abacom.

Kleine Korrektur: Bei R1 steht im Print-Layout 390 Ohm. Das funktioniert ebenso problemlos. Ich habe den Wert später trotzdem auf 560 Ohm erhöht, wie dies die Schaltung in Bild 2 zeigt, weil der Z-Strom von etwa 5 mA längst ausreicht.

Keine Bauteilliste: Eine Bauteilliste existiert nicht, da ich dies für private Bauprojekte eben auch nur selten benötige. Montagekritische Bauteile gibt es nicht. Durch Ausmessen der Bauteile durch die Wiedergabe von router_delay.lay mit viewlayout50.exe ist es nicht schwierig die Bauteile in den gängigen Elektronik-Katalogen zu evaluieren.



Thomas Schaerer, 01.02.2011 ; 18.03.2011 ; 20.05.2011