Erst das Modem, dann der Router...
R O U T E R - D E L A Y
- Das Inhaltsverzeichnis meiner Elektronik-Minikurse
- Die Philosophie meiner
Elektronik-Minikurse
(WICHTIG: Unbedingt zur Kenntnis nehmen!) - Hilfe bei Leserfragen.
(WICHTIG: Unbedingt zur Kenntnis nehmen!) - Simulieren und Experimentieren, ein Vorwort von Jochen Zilg
- Autor: Thomas Schaerer Buch 1 Buch 2
Einleitung
Die Zusammenarbeit zwischen Router und Modem ist wie folgt: Das Modem
stellt eine physikalische und logische Verbindung zum Netzwerk des
Providers her. Der Router stellt eine physikalische Verbindung zum Modem
und eine logische Verbindung zum Internet her. Der Router benutzt also
die Verbindung zwischen Modem und Provider, um ins Internet zu kommen.
Der Provider stellt innerhalb seines Netzwerks einen Zugangspunkt zum
Internet bereit.
Nehmen wir einmal an man schaltet den Router zuerst ein, und dann das
Modem. Der Router fährt hoch, wie ein Computer, und versucht sich am
Internet anzumelden. In der Zeit fährt das Modem hoch. Leider dauert der
Verbindungsaufbau (Synchronisation) zwischen Modem und Provider etwas
länger. Das Modem ist also noch nicht soweit. Der Router will aber schon
loslegen. Er kann aber noch nicht. Das Modem hat ja noch keine
Verbindung herstellen können.
Der korrekte Ablauf wäre der, dass man erst das Modem einschaltet und so
lange wartet, bis die Synchronisation abgeschlossen ist. Über die
Status-LED wird das in der Regel angezeigt. Erst dann sollte man den
Router einschalten. Dann gibt es in der Regel keine Probleme.
Wenn man es von anfang an falsch macht und immer zuerst den Router und
danach das Modem einschaltet, wird einem relativ schnell klar, dass
nichts funktioniert. Schwieriger ist es, wenn man stets beide Geräte
gleichzeitig einschaltet. Dann kann die Internetverbindung viele Male
korrekt zustande kommen, jedoch manchmal auch nicht. Eine Diskussion mit
dem Provider (CableCom) und mit Patrick Schnabel (Das ELKO) machte mich
schlau und ich löste das Problem mit einer Verzögerungsschaltung, von
der hier die Rede sein wird. Unbedingt nötig ist eine solche Schaltung
nicht, wenn man Modem und Router ganz einfach nie ausschaltet.
Diese Methode kommt aus ökologischen Gründen für
mich nicht in Frage und genau diesen Apell richte ich auch den Leser
dieses Elektronik-Minikurses. Nur schon nachts ausgeschaltet, wenn man
schläft, bringt ein signifikantes Sparen an Energie, wenn viele am
selben Strick ziehen.
Methoden des verzögerten Einschalten des Routers

Bild 1 zeigt zwei unterschiedliche Möglichkeiten die Einschaltverzögerung des Routers zu realisieren. In Teilbild 1.1 erfolgt eine elektronische Verzögerungsschaltung (DELAY) im Hochvolt-Bereich 230 VAC (HV) und die Niedervoltspannungen (NV) von den Ausgängen der üblicherweise externen Netzteile sind direkt mit dem Modem bzw. mit dem Router verbunden. In Teilbild 1.2 werden beide Netzteile synchron an 230 VAC mit dem Schalter S eingeschaltet und die verzögerte Einschaltung des Routers erfolgt mit einer elektronischen Verzögerung (DELAY) im Niedervoltbereich (NV), eingeschlauft zwischen Netzteil2 und Router. Hier kann man in der Regel anstelle eines Relais auch ein Schalt-Transistor, vorzugsweise ein MOSFET, einsetzen. Nur dann wenn man den Router unbedingt mit einer AC-Niedervoltspannung speisen muss, wird man ebenso ein Relais einsetzen, wie Teilbild 1.1 zeigt. In beiden Fällen muss die Verzögerungszeit einstellbar sein, so dass sie etwas grösser eingestellt werden kann, als das Modem Zeit braucht um sich mit dem Provider zu synchronisieren.
Des Routers Betriebsspannung und die Ökologie...
Ökologische Ansrüche sind sehr unterschiedlich. Man kann leicht
feststellen, dass der Hersteller oft überhaupt keinen Sinn für das
Ökologische hat, wenn man erkennen muss, dass oft hohe
Eingangsspannungsbereiche oder die selben Spannungen für AC und DC
angegeben sind. Da Router Massenware sind, gäbe es ein massives
Sparpotenzial an elektrischer Energie, würde beim Schaltungsdesign das
moderne und eigentlich selbstverständlich ökologische Denken in den
Vordergrund gestellt. Ein Paradigmawechsel tut auch hier Not! Dass
dies im Widerspruch liegt zur Gewinnmaximierung, weiss ich.
Ich habe von ZyXEL den Router P-335 im Einsatz. Bei den technischen
Daten des Set liest man einfach 12VAC/1A. Das betrifft zum Glück nicht
den Leistungsverbrauch des Router, sondern die Angaben des Netzteiles,
das bloss aus einem Trafo besteht und dem Set beiliegt. Man kann diesen
Router allerdings problemlos mit 12 VDC speisen und der Stromverbrauch
liegt gemessen bei 0.33 ADC, also bei einer Leistung von rund 4 W. Durch
den Einsatz eines kleinen Stecker-DCDC-Wandlers mit einer
Ausgangsspannung von 12 VDC erreicht man erst noch einen hohen
Wirkungsgrad, wenn man die Verluste des Routers nicht mitberücksichtigt.
Eines ist klar, für die digitale Elektronik sind höchstens 5 VDC oder
sogar auch nur 3.3 VDC notwendig. Daher liesse sich grundsätzlich noch
einiges optimieren. Ich habe bisher leider noch keine detaillierte
Schaltung eines Routers gesehen. Ich gehe aber davon aus, dass alleine
schon aus Kostengründen ein billiger integrierter linearer
Spannungsregler dafür zum Einsatz kommt. Da die Signalspannung zwischen
TX+ und TX- an der RJ45-Buchse etwa 2 Vpp betragen soll, leuchtet mir
nicht ein, wieso überhaupt mit derart hohen Spannungswerten ein Router
gespiesen werden muss, ausser es müssen für einen mir unbekannten Zweck
teilweise auch noch höhere Pegel erzeugt werden. Für den Normalfall, wo
Switchs und/oder Computer zur Anwendung kommen, würde der Einsatz eines
9VDC-Netzteiles genügen, der den internen integrierten Spannungsregler
speist, der seinerseits 5 VDC oder/und (teilweise) 3.3 VDC für die
digitale Elektronik erzeugt. Oder, wenn Gleichrichtung und Glättung im
Router vorhanden sind, würde als externes Netzteiles ein Trafo mit einer
Sekudärspannung von 8 VAC genügen.
Verzögerungsschaltung mit CD4541B für den DC-Betrieb
Da die Verzögerungszeiten im Minutenbereich liegen, eignen sich aus Gründen einigermassen guter Reproduzierbarkeit des Timing einfache RC-Schaltungen mit nach geschalteter Triggerelektronik, wie man dies beim 555er-Timer kennt, eher weniger. Besser eignet sich dazu eine relativ stabile Oszillatorschaltung im Niederfrequenzbereich und einem nachgschalteten Frequenzeiler mit einer passend hoher Bitzahl. Zu diesem Thema gibt es bereits einen Elektronik-Minikurs mit den digitalen Frequenzteiler-ICs CD4020B und CD4040B:
In der Verzögerunsgschaltung in Bild 2 kommt das digital programmierbare Timer-IC CD4541B (PDF-Datenblatt anzeigen) von National zum Einsatz. Der MC14541B ist das selbe pinkompatible IC von ON-Semiconductor (früher Motorola). Die grundsätzliche Funktion entspricht der Langzeit-Timer-Schaltungen mit den Frequenzteilern CD4020B und CD4040B, jedoch ist der Schaltungsaufwand mit dem CD4541B deutlich geringer:

Bild 2 ist die vollständige Schaltung. Da es für das Modem und den
Router je ein Netzteil braucht, ist es egal ob +Ub oder GND geschaltet
wird. Da ich den IRFZ34, ein N-Kanal-Power-MOSFET, bereits hatte, wählte
ich die Methode des geschalteten GND mit der Bezeichnung GNDs (s =
switch). Für meinen Router P-335 von ZyXEL verwende ich anstelle des
beigelegten 12VAC/1A-Steckertrafo, ein 12VDC-Schaltregler in einem
kleinen Steckergehäuse. Damit speise ich die Schaltung in Bild 2. Das
CMOS-IC benötigt im Betriebszustand weniger als 1 mA. Mit der Wahl von
R3 = 560 Ohm fliesst ein Z-Diodenstrom von etwa 5 mA. Die Z-Diode
arbeitet so in einem Bereich, wo der differenzielle Widerstand schon
sehr klein ist. Eine Z-Diode reicht für diese Anwendung. Ein
Kleinspannungsregler ist übertrieben. 9 VDC, weil diese Spannung für
diese CMOS-Familie ein guter Wert ist betreffs des
Signal/Störsignal-Abstandes, jedoch weit davon entfernt die statistische
Lebensdauer des IC zu reduzieren. Dies ist dann der Fall, wenn die
Betriebsspannung zu nahe beim maximal zulässigen Wert liegt.
Teilerverhältnis und Beschaltung des CD4541B: Die beiden Eingänge
A (Pin 12) und B (Pin 13) dienen der Einstellung der Frequenzteilung. Es
gibt nur vier einstellbare Werte mit 1/256, 1/1024, 1/8192 und 1/65536.
Für lange Zeiten einer Impulsdauer oder einer Einschaltverzögerung im
Minutenbereich eignet sich am besten gleich der höchste Teilerwert mit
1/65536, entsprechend einer Bitlänge von 16. A und B sind somit als
logisch HIGH definiert. Weil hier die Einschaltverzögerung benötigt
wird, ist Mode (Pin 10) auf LOW. Damit wird ein Einzelimpuls anstelle
einer periodischen Taktfrequenz erzeugt. Damit dieser Einzelimpuls mit
LOW startet - d.h. der Pegel ändert sich nicht mit dem Startvorgang -
ist Q/notQ-Select (Pin 9) auf LOW gesetzt. Da der HIGH-Pegel an Q (Pin
8) als aktiv gilt - es wird ein N-Kanal-MOSFET eingeschaltet - arbeitet
die gesamte Schaltung als Einschaltverzögerung. Genau das benötigen wir
hier. Wäre Q/notQ-Select auf HIGH gesetzt, arbeitet die Schaltung als
Einzel-Impulsgeber mit gleich langer Einschaltdauer (Monoflop-Funktion).
Der Startvorgang beginnt mit dem Einschalten der Betriebsspannung +Ub,
weil AR (Pin 5), der Auto-Reset, mit LOW aktiviert ist. Die
Master-Reset-Funktion MR (Pin 6), wird nicht benötigt, deshalb ist MR
auf LOW gesetzt. Falls trotzdem manuell benötigt, schaltet man ein
Pulldown-Widerstand von etwa 10 bis 100 k-Ohm zwischen MR und GND, und
MR wird über einen Taster mit +9 VDC verbunden. Wird MR mit einem
Logiksignal (HIGH = +9 V / LOW = GND-Pegel) gesteuert, entfällt
natürlich der Pulldown-Widerstand.
Die Oszillatorfrequenz: Wie die Oszillatorfrequenz berechnet
wird, entnimmt man dem Datenblatt. Was direkter von Bedeutung ist, ist
anstelle der Frequenz die Periode. In Bild 2 ist eine
Referenzverzögerungszeit t in Relation zu RT und CT angegeben. R5 ist
per default etwa doppelt so gross wie RT zu wählen, wobei R5 grösser
als 10 k-Ohm sein muss (Datenblatt). Die Referenz-Einschaltverzögerung t
beträgt etwa 75 s, wenn RT = 10 k-Ohm und CT = 100 nF betragen. Dabei
sind die Eingänge A und B mit dem maximal möglichen Teilerverhältnis auf
HIGH geschaltet. Aus Gründen der Stabilität und niedriger
Temperaturdrift sollte man für CT (C2) keinen
Keramik-Multilayerkondensator (KEKO) verwenden. Es eignet sich ein
beliebiger Folienkondensatoren im 5mm-Rasterformat
(Printlayout-Beilage). Ein passsendes Beispiel von RIFA, vertrieben über
Distrelec
mit einer Kapazitätstoleranz von 5 Prozent. Folienkondensatoren mit
einer Toleranz von 10% genügen auch. Für das Trimmpotmeter P1 lohnt sich
evtl. etwas tiefer in die Tasche zu greifen und eines mit einer kleinen
Skala zu kaufen, weil damit hat man einen zeitlichen Anhaltspunkt für
die Einstellung der Einschaltverzögerung. Ein solcher Annhäherungswert
genügt, denn angenommen das Modem braucht etwa 1 Minute bis zur
Synchronisation mit dem Provider, dann stellt man die Zeit der
Einschaltverzögerung des Router auf etwa 2 Minuten ein. Diese
grosszügige Zugabe lohnt sich, weil diese eine Minute zur
Synchronisation schliesslich auch eine gewisse in der Regel unbekannte
Toleranz aufweist. Ich benutzte ein kleines skaliertes
Cermet-Trimmpotmeter, Typ T127 von CONTELEC, das es heute offenbar nicht
mehr gibt. Die Skalierung des T127 mit Position und Verzögerungszeit,
siehe Kasten unten rechts in Bild 2. Ein neueres Produkt findet man
ebenfalls bei
Distrelec
und hier sperat das Foto.
Wem der Anblick des Preises auf den Magen schlägt, kann auch ein
preiswertes Trimmpot einsetzen. Da zeigt einfach die Ausrichtung des
Schraubenschlitzes so etwa die Verzögerungszeit. Es gibt zu solchen
preiwerten Trimmpots auch Rändel mit Pfeilen, welche die Markierung
verbessern. Je nach Rastermass des Trimmpot, muss man noch separate
Löcher bohren und mit einem kleinen Stück Draht die Lötverbindung
herstellen.
Warum ein Power-MOSFET als Schalter: Der Strom meines Routers
beträgt 330 mA. Setzt man an Stelle des N-Kanal-MOSFET ein
NPN-Transistor ein, ist ein Basisstrom von mindestens 20 mA nötig, damit
dieser NPN-Transistor so durchsteuert (sättigt), dass seine
Kollektor-Emitter-Spannung bei maximal etwa 100 mV liegt. Dieser
Basisstrom liefert aber das CMOS-IC CD4541B nicht. Wenn man einen
NPN-Darlington einsetzt, reicht ein Basisstrom von etwa 1 mA, jedoch
beträgt die Kollektor-Emitter-Spannung auf jedenfall mindestens eine
Basis-Emitter-Schwellenspannung und das bedeutet mindestens 0.8 VDC,
eher 1 VDC. Das geht auf Kosten der Betriebsspannung des Routers. Bei
vielen Routern wird das kaum einen negativen Einfluss haben, jedoch
"sauber" ist diese bipolare Lösung nicht. Es gäbe noch die Möglichkeit
(kleine Schaltung Bild 2 unten) mit einem zusätzlichen PNP-Transistor,
um eine unnötig hohe Kollektor-Emitter-Spannung von T2 zu vermeiden,
wobei man dann Q/notQ-Select (Pin 9) auf HIGH setzen muss. Das kann
allerdings dann ein Nachteil haben, wenn +Ub am Eingang etwas zu langsam
einschaltet. Dann könnte der Router bei Startbeginn der Verzögerungszeit
kurz ein Spannungsstoss bekommen. Das wird wohl kaum schaden. Ist aber
auch keine "saubere" Sache, daher besser gleich die Lösung mit einem
Power-MOSFET.
Im Einsatz ist ein Power-MOSFET im typischen TO220-Gehäuse, der
geschaltet bis 29 Ampere ziehen kann und das wobei er nicht einmal mit
0.5 A gefordert wird. Spinnt man also dermassen zu übertreiben? Nein,
keineswegs, weil der geschaltete Drain-Source-Widerstand beträgt nur 40
m-Ohm und das erzeugt bei 0.3 A nur grad eine Drain-Source-Spannung von
12 mV. Es ist so, als ob ein Relaiskontakt schaltet. Und warum soll man
sich diesen Miniluxus nicht leisten, wenn so ein Power-MOSFET nur knapp
mehr als 1 Euro kostet? Dazu ist so ein MOSFET selbst dann
kurzschlussfest, wenn man ein Netzteil einsetzt, dessen
Kurzschlussbegrenzungsstrom bei maximal 3.5 A liegt, weil dieser Strom
bei einem Drain-Source-Widerstand von 40 m-Ohm eine Verlustleistung von
nur 0.5 W bewirkt. Das ist dauerhaft zulässig wenn das TO-220-Gehäuse
ungekühlt bleibt. Falls man die Schaltung mit +5 VDC betreiben will,
weil man einen Router hat, der mit +5 VDC betrieben wird, geht das, aber
man sollte einen äquivalenten Logic-Level-MOSFET, den IRLZ34 einsetzen.
Selbstverständlich kann man diesen MOSFET auch bei der Betriebsspannung
von +12 VDC einsetzen. Bei einer Betriebsspannung von +5 VDC kann man
auf R1 und Z verzichten, die R1-Anschlüsse überbrücken und R2 und R3 auf
etwa 150 Ohm reduzieren, damit die LEDs nicht zu dunkel leuchten.
Die Leuchtdioden:
Die rote LED1 zeigt den Betriebszustand der Schaltung an. Die grüne LED2
liegt parallel zum Ausgang. Das Leuchten dieser LED signalisiert, dass der Router
eingeschaltet ist. Die LED-Ströme liegen je bei 12 mA. Falls es sowas
wie ein Lowpower-Router geben sollte und so einer zum Einsatz kommen
soll, kann man den LED-Strom mit Lowcurrent-LEDs auf 2 mA, durch Erhöhen
von R2 und R3 auf 4.7 k-Ohm, reduzieren.
Verzögerungsschaltung mit CD4541B für den AC-Betrieb
Man kann defintiv nicht ausschliessen, dass es keine Router gibt, welche
unbedingt mit einer AC-Spannung gespiesen werden wollen. Für diesen eher
seltenen Fall wird die Schaltung in Bild 2 entprechend verändert und
anstelle mit einem elektronischer Schalter mit einem Relais
ausgestattet.
Wenn man mit einem DC-Netzteil arbeitet, hat man in der Regel den
Vorteil, dass die Ausgangsspannung zweckmässig gut stabilisiert ist.
Bei einem hocheffizienten Schaltregler-Steckernetzteil ist die
Spannungsregelung sogar recht gut. Das bedeutet nicht, dass sie für
Präzisionsanwendungen reicht. Bei Bedarf muss entsprechend linear
nachgeregelt werden. Hier haben wir die Situation, dass eine AC-Spannung
von einem Trafo zum Einsatz kommt und da gibt es je nach
Trafonennleistung recht grosse Unterschiede zwischen Nennlast- und
Leerlaufspannung. Das spielt hier eine signifikante Rolle, weil während
der Verzögerungszeit bis zur Einschaltung des Router, der Trafo nur sehr
geringfügig durch die Verzögerungschaltung belastet wird.
Ich habe an einem AC-Steckernetzteil 12VAC/1A (Nennleistung = 12 VA)
getestet, wie gross die Leerlaufspannung ist. Sie beträgt 15 VAC. Bei
einem Trafo mit niedrigerer Nennleistung ist die Leerlaufspannung
grösser. Der Grund dafür liegt im höheren Innenwiderstand des
Trafo-Sekundärkreises. Die Schaltung in Bild 3 ist so dimensioniert,
falls ein Trafo zum Einsatz kommt mit einer Nennspannung von 12 VAC und
eine Leerlaufspannung aufweist von 16 VAC:

Als Gleichter BG können vier 1N4002-Gleichrichterdioden oder ein
passender Brückengleichrichter eingesetzt werden. Nach der
Brückengleichrichtung mit BG und der Glättung mit C2 ergibt sich eine
DC-Spannung von etwa 15 VDC, wenn die Schaltung und der Router in Betrieb
sind. Die beiden LEDs verbrauchen je etwa 11 mA und das Relais 17 mA und
der Strom über R1 beträgt etwa 6 mA. Das ergibt ein Strom von knapp
unter 50 mA. Für die Rippelspannung über C2 gilt die Faustregel:
~2000 µF bei 3 Vpp und 1 A
Bei einem maximalen Strom von 50 mA und einer gewählten Rippelspannung
von etwa 1.5 Vpp ergibt das für C2 eine Kapazität von 220 µF. Für eine
exakte Berechnung von C2 müsste man auch den Innenwiderstand des Trafo
berücksichtigen. Das ist hier allerdings übertrieben. Wer's trotzdem
genau wissen will, schlage nach im Buch
HALBLEITER-SCHALTUNGSTECHNIK von Tietze/Schenk im Kapitel
"Stromversorgung". Es empfiehlt sich ein leistungsarmes Printrelais mit
einer Betriebsspannung von 12 VDC und einer Verlustleistung von 0.2 W
einzusetzen. Solche Relais schalten ohne weiteres viele Ampere, mehr als
genug für diese Anwendung. Da die Betriebsspannung rund 15 VDC beträgt
wird dem Relais den Widerstand R7 vorgeschaltet, der die geforderte
Relaisspannung einhält.
Dies beschreibt den Zustand wenn der Router eingeschaltet ist, also das
AC-Netzteil nahezu mit Nennleistung arbeitet. Vorher während der
Verzögerungszeit ist das Relais REL und der Router noch ausgschaltet.
Der Trafo arbeitet fast im Leerlauf. Es ist nur die Elektronik mit IC:A
mit der stabilisierenden Z-Diode und die rote LED LED1 für die
Betriebsanzeige des ROUTER-DELAY aktiv. Diese LED erhält jetzt einen
höheren Strom von etwa 15 mA statt 11 mA, weil die Betriebsspannung etwa
20 VDC beträgt. Nach Ablauf der Verzögerungszeit schaltet REL und die
grüne LED LED2 ein. Weil dadurch der Router gespiesen wird, sinkt die
Trafosekundärwicklung auf die Nennspannung und die Betriebsspannung der
Schaltung in Bild 3 fällt von etwa 20 VDC auf etwa 15 VDC. Das Relais
wird also praktisch sofort mit der Nennspannung von 12 VDC betrieben und
die beiden LEDs leuchten ebenfalls etwas dunkler also zuvor LED1, die
alleine leuchtete. Die Verlustleistung über R7 beträgt nur 50 mW.
Was passiert jedoch wenn der Router am Ausgang des ROUTER-DELAY nicht
angeschlossen ist? Dann beträgt die Betriebsspannung der Schaltung
praktisch 20 VDC, der Spannungsabfall über R7 ist 4 VDC statt 3 VDC (90
mW statt 50 mW) und die Relaisspannung beträgt 16 VDC statt 12 VDC (0.35
W statt 0.2 W). Das Relais wird zwar spürbar wärmer, dürfte aber kaum
einen Schaden erleiden. Je nach Relaistyp ist es aber leicht möglich die
Verlustleistung durch das Erhöhen von R7 zu senken, weil die
Anzugsspannung stets einiges unterhalb der Nennspannung liegt. Dazu muss
man das Relais-Datenblatt lesen. Hier ein passendes Relais das
Distrelec im Programm hat. Es ist ein SCHRACK-Relais:
- Distrelec Art.: 400728 (Mai 2011)
- SCHRACK-Datenblatt zum selben SCHRACK-Relais (Mai 2011)
Printlayout zur Verzögerungsschaltung mit CD4541B für den DC-Betrieb

Dies ist das Printlayout zur Schaltung von Bild 2. Dieses Printlayout,
realisiert mit
Sprint-Layout 5.0,
steht dem ELKO-Leser zur Verfügung. Um die exakten Masse auf einer
Klarsicht-Folie mittels Drucker zu reproduzieren, muss man sich
SPRINT_ROUTERDELAY.ZIP
herunterladen.
Diese ZIP-Datei beinhaltet folgende Dateien: viewlayout50.exe ist
der Viewer von SPRINT-5.0, der gratis ist, und ein massstabgerechter
Ausdruck des Printlayouts auf eine durchsichtige Folie, zur eigenen
fotochemischen Herstellung eines Printes, erlaubt. Mit diesem Viewer
ladet man router_delay.lay. Der Viewer arbeitet unter
verschiedenen Windows-Versionen. Man beachte die Angaben des Herstellers
Abacom.
Kleine Korrektur: Bei R1 steht im Print-Layout 390 Ohm. Das
funktioniert ebenso problemlos. Ich habe den Wert später trotzdem auf
560 Ohm erhöht, wie dies die Schaltung in Bild 2 zeigt, weil der
Z-Strom von etwa 5 mA längst ausreicht.
Keine Bauteilliste: Eine Bauteilliste existiert nicht, da ich
dies für private Bauprojekte eben auch nur selten benötige.
Montagekritische Bauteile gibt es nicht. Durch Ausmessen der Bauteile
durch die Wiedergabe von router_delay.lay mit
viewlayout50.exe ist es nicht schwierig die Bauteile in den
gängigen Elektronik-Katalogen zu evaluieren.
Thomas Schaerer, 01.02.2011 ; 18.03.2011 ; 20.05.2011






