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zu viel Strom auf Amplifier - was passiert? (Elektronik)
» Guten Morgen Thomas,
Ebenfalls guten Morgen Daniela,
Ja, ich weiss, es bald Zeit für's Z'Mittagessen..
» da habe ich einen richtigen Experten getroffen, wie ich an Deinen vielen
» Artikeln, Tutorials, Büchern hier im Forum gemerkt habe!
Vielen vielen Dank für den netten Blumenstrauss! Allerdings muss ich da ein wenig einschränken. Nur weil ich zwei Bücher (das 555er-Buch ist ein Gemeinschaftswerk von Patrick Schnabel und mir) und viele Minikurse geschrieben habe, bin ich nicht mehr Experte als viele andere "Dauerbrenner" hier im Forum. Da gibt es Leute mit hervorragenden Kenntnissen, die ich sehr schätze. Das mit dem Schreiben ist so eine Sache. Dem einen ist es gegeben, dem andern nicht. Die einen haben Freude daran, fuer andere ist es ein Horror. Einfach so. Und wieder andere sind derart mit anderem involviert, dass sie dafür einfach keine Zeit haben.
» » Verstärkerschaltbild an. Einen Strom/Spannungs-Wandler. Das geht
» relativ
» » einfach mit einem Opamp. Man benutzt den invertierenden Eingang als
» » Strom-Eingang, es gibt einen Gegenkopplungswiderstand vom Ausgang zum
» » Einang des Opamp. Über diesem Widerstand bildet sich die Spannung, die
» » durch den Stromfluss entsteht und genau diese Spannung ist zwischen
» » Ausgang und GND invertiert.
»
» Ja, Mensch das hab ich verstanden!
Prima.
» » Wenn nun, wie sonst üblich, der nicht-invertierende Eingang des Opamp
» mit
» » GND referenziert ist, wird die Ausgangsspannung negativer, je höher der
» » Elektronenstrom ist. Wenn jedoch, aus welchem Grund auch immer, eine
» » gewisse positive Spannung als Referenz benutzt wird, sinkt die
» ebenfalls
» » positive Ausgangsspannung.
» Oha, für das Referenzieren des Nicht-invertierenden Eingang mit dem GND
» bin ich ja zu ständig!
Das stelle ich mir aber sehr lustig vor. Da brüten mehrere über eine Opampschaltung. Jeder ist fuer etwas zuständig. Der eine für die Speisung, der oder die anderen jeweils für die Gegenkopplung, für die Eingangs- , für die Ausgangsbeschaltung, für die Verstärkung, für die Stabilität, usw...
Gibt es da noch einen Dirigenten, der das ganze Werken kunstvoll synchronisiert?

» Ist da vielleicht bei der Spannungsversorgung des
» Opamps was schief gegangen?
» Ich hab ein Spannungsgerät mit zwei Ausgängen verwendet und die laut
» Vorschrift in Reihe geschaltet: indem der Plus-Pol eines Ausgangs mit dem
» Minus-Pol Ausgang der anderen gebrückt wurde und denn (Freihand ohne
» Vorschrift) das GND-Kabel vom Opamp sozusagen "mit dem Brückungskabel
» zusammengeschlossen" (weiss auch nicht wie das korrekt heisst). In den
» freien Plus- und Minus-Pol hab ich nun jeweils das Plus- und Minus-Kabel
» des Opamp gesteckt.
Das ist so richtig, aber noch nicht fertig! Hast Du, oder derjenige der dafür zuständig ist
, dafür gesorgt, dass sie Speisung an den Anschlüssen des Opamps nach GND mittels Kondensatoren korrekt abgeblockt ist???
Wenn das fehlt, ist die Stabilität der Schaltung überhaupt nicht garantiert!
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Du nicht verstehst wovon ich jetzt schreibe. Dazu folgender Minikurs, wo ich explizit auf dieseses Thema eingehe. Es geht dabei nicht um Opamps sondern um eine spezielle Anwendung mit digitalen ICs. Genau die selben Gedankengänge gelten auch für Opamps, - besonders dann wenn es schnelle sind.
Hier der Minikurs:
"Positive und negative Zusatzspannung aus Gleichspannung"
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/vadd2.htm
Siehe besonders Kapitel "Spannungsverdoppler mit CD4584B / MC14584B" mit Bild 3 und dort drin geht es um die Kondensatoren Cx und C1. Während Cx einmal auf der Printplatte vorkommt, muss C1 (Keramik-Multilayer-Kondensator) immer die Nähe eines jeden IC. Weil Du eine symmetrisch gespiesene Opampschaltung hast, gilt das Ganze auch für die negative Speisung.
Also lies den oben erwähnten Minikurs-Inhalt ganz genau durch.
Diese Sache mit den Abblock- oder Block-Kondensatoren (das ist das selbe) ist in meinen Minikursen immer wieder ein wichtiges Teil eines andern grösseren Themas. So findest Du auch hier einiges darüber geschrieben:
"LMC555 (CMOS) im Vergleich mit NE555 (bipolar)"
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/test555.htm
» Weil übersteuert scheint er doch wirklich bereits im "Leerlauf" zu sein?
» Schon verdächtig, dass er nahezu die Versorgungsspannung ausgibt??
»
» Vielen Dank für eine Experten-Antwort!
Das stösst hier an die Grenze des Möglichen auf diese Weise zu helfen. Das ist eigentlich jetzt eine Situation, wo man mit Papier und Bleistift an einem Tisch über die Schaltung brüten müsste, Hast Du denn diese Möglichkeit nicht?
Schau gelegentlich in Deine Mailbox, ich schick Dir eine "Info"...
--
Gruss
Thomas
Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9
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