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zu viel Strom auf Amplifier - was passiert? (Elektronik)
Hallo Daniela,
» der Sockel und der Photomultiplier stammen von Hamamatsu:
» Die Produktbeschreibung für den Sockel ist unter:
» http://209.73.52.252/assets/pdf/parts_C/C7247.pdf
»
» der Photomultiplier ist unter:
» http://sales.hamamatsu.com/assets/pdf/parts_R/R3896.pdf
»
» Also der Tag kurz zusammengefasst:
» bisher hab ich einen Fehler gefunden: die Hochspannung kam nicht am Sockel
» an. Der ist nun behoben.
Das habe ich mitbekommen, wie Du sicher schon bemerkt hast.
» Wenn ich die Messapparatur wieder komplett zusammenbaue und Hochspannung
» (-700V) und Gleichspannung (+/-15 V) für den Amplifier anlege, messe ich
» am Messausgang im Dunklen(!!) eine Spannung von 13.8 V.
Ich habe selbst keine praktische Erfahrung mit dem Umgang von Photomultipliern.
Ich habe mir das angeschaut:
http://209.73.52.252/assets/pdf/parts_C/C7247.pdf
In Figur 1 ist der Verstärker nur symbolisch stark reduziert angedeutet. Darum kann ich mir jetzt keinen Reim drauf machen, wie es zu dieser Dunkel-Spannung kommt...
» Lass ich etwas
» Infrarotlicht auf den Detektor fallen, fällt die Spannung auf 13.1 V ab.
» Meinst Du, das kommt irgendwie hin? Mir kommen die 13.8 V ziemlich hoch
» vor, dafür das da eigentlich kaum/kein Strom fliesst.
Hirnen wir mal darüber nach, warum diese Spannung sinkt und nicht steigt, wenn die Anzahl der Sekundärelektronen zunehmen pro Zeiteinheit, also sich der Elektronenstrom erhöht.
Nun gibt es die Möglichkeit den (Elektronen)Strom in eine messbare Spannung umzuwandeln, in dem dieser durch einen Widerstand fliesst. Die Spannung wird mittels Impedanzwandler messbar niederohmig (50 Ohm) gemacht. Mit dieser Methode schafft man sich zusätzliche Rauschprobleme.
Also geht's auch anders und genau das deutet das reduktionistische Verstärkerschaltbild an. Einen Strom/Spannungs-Wandler. Das geht relativ einfach mit einem Opamp. Man benutzt den invertierenden Eingang als Strom-Eingang, es gibt einen Gegenkopplungswiderstand vom Ausgang zum Einang des Opamp. Über diesem Widerstand bildet sich die Spannung, die durch den Stromfluss entsteht und genau diese Spannung ist zwischen Ausgang und GND invertiert.
Wenn nun, wie sonst üblich, der nicht-invertierende Eingang des Opamp mit GND referenziert ist, wird die Ausgangsspannung negativer, je höher der Elektronenstrom ist. Wenn jedoch, aus welchem Grund auch immer, eine gewisse positive Spannung als Referenz benutzt wird, sinkt die ebenfalls positive Ausgangsspannung.
Damit Du das etwas leichter verstehst, schau Dir diesen Grundlagenkurs von Patrick Schnabel an:
"invertierender Verstärker"
http://www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0210141.htm
Denk Dir R1 überbrückt. Dann ist Ue nicht Ue sondern Ie und die Schaltung ist ein einfacher Strom/Spannungs-Wandler.
Fazit: Diese Messmethode hat zur Folge, dass wegen der invertierenden Eigenschaft des Strom/Spannungs-Wandlers, die Ausgangsspannung sinkt, je mehr Elektronen pro Sekunde die (letzte) Elektrode erreichen wo gemessen wird.
--
Gruss
Thomas
Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9
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