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Rafael

E-Mail

01.02.2008,
15:59
 

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft? (Elektronik)

Hallo,
das ist sicherlich das falsche forum aber durch die letzten ereignisse recht schockiert und motivationslos.
aufgrund meiner gesundheit muste ich meinen beruf als zerspannungsmechanikeraufgeben und befinde mich in einer umschulung zum elektroniker für geräte und systeme.

letzte woche kamen die älteren umschüler aus ihren praktikum und berichteten uns von.
schokiert stellte ich fest das von 12 leuten keiner wissen brauchte wofür einzelne bauteile gebraucht werden,es sah eher so aus als könnten die tätigkeiten auch von normalen hausfrauen ausgeübt werden.
ich hab jetzt panik dass ich bald einen toten beruf erlernt hab.

Hat jemand erfahungen als egsler ? kann mir jemand mut zu sprechen,dass ich als ausgelernter egsler doch zu gebrauchen bin oder werden löt arbeiten und reperaturen bald nur noch von hausfrauen gemacht?

Elektronix(R)

01.02.2008,
16:06
(editiert von Elektronix
am 01.02.2008 um 16:06)


@ Rafael

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

Soweit ich weiß, ist der EGS noch gar nicht so alt, also auf Dringen der Industrie erst vor ein paar Jahren erschaffen worden. Also wirst schon noch gebraucht.
Daß Dein Wissen nachher kaum gefragt wird, erlebst Du auch in anderen Berufen. Es gibt aber auch Stellen, wo es anders ist. Schau Dich halt mal in den Stellenanzeigen um.

--
Und die Grundgebihr is aa scho drin. DOS is jo nett..

Patrick Schnabel(R)

E-Mail

01.02.2008,
16:34

@ Rafael

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» Hallo,
» das ist sicherlich das falsche forum aber durch die letzten ereignisse
» recht schockiert und motivationslos.
»
» letzte woche kamen die älteren umschüler aus ihren praktikum und
» berichteten uns von.
» schokiert stellte ich fest das von 12 leuten keiner wissen brauchte wofür
» einzelne bauteile gebraucht werden,es sah eher so aus als könnten die
» tätigkeiten auch von normalen hausfrauen ausgeübt werden.

Da hast Du wohl was falsch verstanden.
Die elektronischen Geräte und Systeme sind heutzutage so einfach zu bedienen, dass könnte vielleicht auch eine Hausfrau mit geringen technischen Kenntnissen machen.
Aber, wenn dann doch mal ein Problem auftaucht, was macht dann die Hausfrau. Sie schreit nach dem Hausmann oder wenn der nicht da ist nach einem Techniker. Und da liegt der Unterschied zwischen Hausfrau und Dir. Du schreist nicht gleich nach einem Techniker, der teuer bezahlt werden muss, sondern löst es selber. Dazu gehört umfassendes technisches Verständnis. Deshalb ist das Erlernen von elektronischen Grundlagen sinnvoll.

» ich hab jetzt panik dass ich bald einen toten beruf erlernt hab.

Mit Sicherheit nicht.
Wenn Du Geigenbauer lernen würdest, dann das vielleicht so aus.


» ich als ausgelernter egsler doch zu gebrauchen bin oder werden löt
» arbeiten und reperaturen bald nur noch von hausfrauen gemacht?

Dein zukünftiger Beruf basiert auf berufsrelevanten Grundlagen und darauf aufbauenden beruflichen Erfahrungen.
Dein Beruf hat mit der Tätigkeit einer Hausfrau nichts zu tun.

--
Gruß von Patrick

https://www.elektronik-kompendium.de/

Elektronix(R)

01.02.2008,
17:06

@ Patrick Schnabel

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» » ich hab jetzt panik dass ich bald einen toten beruf erlernt hab.
»
» Mit Sicherheit nicht.
» Wenn Du Geigenbauer lernen würdest, dann das vielleicht so aus.

Oh, oh, oh, wenn das die Leute in Mittenwald lesen. :surprised:

Für die Ahnungslosen: Der Geigenbauer ist ein Nieschenberuf, aber noch lange nicht am Aussterben.

--
Und die Grundgebihr is aa scho drin. DOS is jo nett..

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
01.02.2008,
18:09

@ Elektronix

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» » » ich hab jetzt panik dass ich bald einen toten beruf erlernt hab.
» »
» » Mit Sicherheit nicht.
» » Wenn Du Geigenbauer lernen würdest, dann das vielleicht so aus.
»
» Oh, oh, oh, wenn das die Leute in Mittenwald lesen. :surprised:
»
» Für die Ahnungslosen: Der Geigenbauer ist ein Nieschenberuf, aber noch
» lange nicht am Aussterben.

Mindestens solange wie es klassische Musik, z.B. Symphonien, geben wird. Ich denke, was sich solange gehalten hat, wird sich noch weiterhin halten. Ich denke dabei vor allem an die Klassik, die im Zeitalter der Romantik (~1790 bis 1848) geschrieben worden ist. Die "Symphony Fantastic" von Hector Berlioz laesst gruessen...

Und noch was, hochwertige Violinen werden kaum je Massenprodukte werden.

Gruss
Thomas :-D :-D :-D

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

ollanner(R)

01.02.2008,
19:01

@ schaerer

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» Und noch was, hochwertige Violinen werden kaum je Massenprodukte werden.

Gut ausgebildete (Elektro-)Fachkräfte sind hingegen in Deutschland Mangelware. Wie es in der Schweiz aussieht weiß ich nicht.

--
Gruß
Der Ollanner

Jogi(R)

Da,
03.02.2008,
12:50

@ ollanner

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» Gut ausgebildete (Elektro-)Fachkräfte sind hingegen in Deutschland
» Mangelware.

Das stimmt und das kommt nicht von ungefähr.
Es fing schon zu meiner Abschlußzeit (vor 25...30 Jahren an). Lieber verteilte die deutsche Industrie Serienarschtritte an ihre angestellten Techniker und Ingenieure als Stellen für Frischabschließer oder auch nur für Auszubildende zur Verfügung zu stellen.

Der gesamte Ausbildungszweig wurde bestimmt von Mangelverwaltung, Mittelkürzungen, fehlender Ausbildungsfinanzierung usw.
Außerdem wurde er gesellschaftlich für megaout definiert, es war nicht "hipp" sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen, lieber Müsli umrühren oder Wolldecken häkeln.
Ganze Wissensgebiete der Technik, ganze Knowhow-Bündel sind komplett weggestorben. Die alten Techniker mit samt ihrem Wissensschatz beerdigt, die Jungen nicht in´s Fach reingelassen, eine Bezahlung auf Frisörniveau bei einem Wissensanspruch wie für mehrere Doktortitel.
Das alles hat zur jetzigen Verknappung und unwägbaren Situation geführt.

Was ist denn ein Techniker heute?
Der Hanswurst für irgendwelche bescheuerten Kaufleute, statt Entwicklung und Hirnschmalz einsetzen darf er für den Wasserkopf dreimal jährlich Widerstände zählen (Inventur) und Kosten wegrationalisieren.
Oder der Sorgenonkel an der Telefon-Hotline für DAU´s mit dem Riesenwissen aber mit dem Ansehen eines Callcenter-Prostituierten.
Oder der Kistenschlepper, der Möbel mit und ohne Technik drin in der Gegend herumträgt anstatt mit dem Kopf hinten drin im technischen Herz zu stecken.
Oder der "Maschinen am Laufen Halter", der wenn alle Maschinen laufen noch nebenbei Nägel aus Draht abschneiden oder Muffen drehen darf und zusätzlich im Gehen mit am Hintern festgemachtem Besen gleich noch die Halle fegt.

Also Augen auf bei der Berufswahl.
Man muß die Ambition haben der Beste zu sein, seine Nische zu suchen und zu finden, den Faden nicht zu verlieren. Sonst kann man besser gleich UPS- oder BoFrost-Mann werden.

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.

Benno

03.02.2008,
16:47

@ Jogi

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» » Gut ausgebildete (Elektro-)Fachkräfte sind hingegen in Deutschland
» » Mangelware.
»
» Was ist denn ein Techniker heute?
» Der Hanswurst für irgendwelche bescheuerten Kaufleute,

Entweder die Aussage "Techniker werden gebraucht" stimmt nicht oder der Markt funktioniert nicht.

Sonst würden sich die knappen Techniker die attraktivsten Jobs auswählen, bzw. die Firmen wären gezwungen, die Technikerjobs attraktiver zu machen.

Jogi(R)

Da,
03.02.2008,
18:49

@ Benno

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» Entweder die Aussage "Techniker werden gebraucht" stimmt nicht oder der
» Markt funktioniert nicht.

Der Markt wie wir ihn heute und seit über 20 Jahren haben, hat noch nie funktioniert, er ist dafür garnicht geschaffen. Er funktioniert nur in Richtung Kapital und Gewinnmaximierung, Börse und Renditemaximierung. Nicht in Richtung sinnvolle Ausnutzung und Erschließung geistiger Ressourcen die das Land voran bringen könnten.

» Sonst würden sich die knappen Techniker die attraktivsten Jobs auswählen,
» bzw. die Firmen wären gezwungen, die Technikerjobs attraktiver zu machen.

Innerhalb eines kleinen Insider-Zirkels funktioniert das teilweise noch, aber innerhalb eines rundum fast hermetisch abgeschlossenen Systems. Im Prinzip ist es so wie schon John Lennon einmal trefflich sagte: Alle sinken auf die Knie und lecken Speichel.
Ausnahme sind evt. noch Institute, die mit Werkstudenten arbeiten und von denen die Creme de la Creme bei Bedarf gelegentlich für sich an Land ziehen, allerdings sind das lediglich Bewegungen innerhalb der kleinen Gruppe der 1.0-Kandidaten.

Für Technikerjobs braucht man heute eine Menge Selbstaufopferung, bspw. ist es so gut wie ausgeschlossen ein von der Komplexität und Wertschöpfung einer guten Entwicklung her richtig definiertes Verhält
Wissen : Gehalt
herzustellen.
Die Rechnung machen von der Materie völlig unbeleckte Kaufleute auf und die rechnen
Kostenminimierung : Gehalt

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.

ollanner(R)

03.02.2008,
18:56

@ Jogi

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» » Entweder die Aussage "Techniker werden gebraucht" stimmt nicht oder der
» » Markt funktioniert nicht.
»
» Der Markt wie wir ihn heute und seit über 20 Jahren haben, hat noch nie
» funktioniert, er ist dafür garnicht geschaffen. Er funktioniert nur in
» Richtung Kapital und Gewinnmaximierung, Börse und Renditemaximierung.
» Nicht in Richtung sinnvolle Ausnutzung und Erschließung geistiger
» Ressourcen die das Land voran bringen könnten.
»
» » Sonst würden sich die knappen Techniker die attraktivsten Jobs
» auswählen,
» » bzw. die Firmen wären gezwungen, die Technikerjobs attraktiver zu
» machen.
»
» Innerhalb eines kleinen Insider-Zirkels funktioniert das teilweise noch,
» aber innerhalb eines rundum fast hermetisch abgeschlossenen Systems. Im
» Prinzip ist es so wie schon John Lennon einmal trefflich sagte: Alle
» sinken auf die Knie und lecken Speichel.
» Ausnahme sind evt. noch Institute, die mit Werkstudenten arbeiten und von
» denen die Creme de la Creme bei Bedarf gelegentlich für sich an Land
» ziehen, allerdings sind das lediglich Bewegungen innerhalb der kleinen
» Gruppe der 1.0-Kandidaten.
»
» Für Technikerjobs braucht man heute eine Menge Selbstaufopferung, bspw.
» ist es so gut wie ausgeschlossen ein von der Komplexität und Wertschöpfung
» einer guten Entwicklung her richtig definiertes Verhält
» Wissen : Gehalt
» herzustellen.
» Die Rechnung machen von der Materie völlig unbeleckte Kaufleute auf und
» die rechnen
» Kostenminimierung : Gehalt

Armes Deutschland!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Mehr sag ich dazu nicht!

--
Gruß
Der Ollanner

Jogi(R)

Da,
03.02.2008,
19:10

@ ollanner

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» » » Entweder die Aussage "Techniker werden gebraucht" stimmt nicht oder
» der
» » » Markt funktioniert nicht.
» »
» » Der Markt wie wir ihn heute und seit über 20 Jahren haben, hat noch nie
» » funktioniert, er ist dafür garnicht geschaffen. Er funktioniert nur in
» » Richtung Kapital und Gewinnmaximierung, Börse und Renditemaximierung.
» » Nicht in Richtung sinnvolle Ausnutzung und Erschließung geistiger
» » Ressourcen die das Land voran bringen könnten.
» »
» » » Sonst würden sich die knappen Techniker die attraktivsten Jobs
» » auswählen,
» » » bzw. die Firmen wären gezwungen, die Technikerjobs attraktiver zu
» » machen.
» »
» » Innerhalb eines kleinen Insider-Zirkels funktioniert das teilweise
» noch,
» » aber innerhalb eines rundum fast hermetisch abgeschlossenen Systems. Im
» » Prinzip ist es so wie schon John Lennon einmal trefflich sagte: Alle
» » sinken auf die Knie und lecken Speichel.
» » Ausnahme sind evt. noch Institute, die mit Werkstudenten arbeiten und
» von
» » denen die Creme de la Creme bei Bedarf gelegentlich für sich an Land
» » ziehen, allerdings sind das lediglich Bewegungen innerhalb der kleinen
» » Gruppe der 1.0-Kandidaten.
» »
» » Für Technikerjobs braucht man heute eine Menge Selbstaufopferung, bspw.
» » ist es so gut wie ausgeschlossen ein von der Komplexität und
» Wertschöpfung
» » einer guten Entwicklung her richtig definiertes Verhält
» » Wissen : Gehalt
» » herzustellen.
» » Die Rechnung machen von der Materie völlig unbeleckte Kaufleute auf und
» » die rechnen
» » Kostenminimierung : Gehalt
»
» Armes Deutschland!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
» Mehr sag ich dazu nicht!

Besonders arm ist das Land, weil es sich nicht wehrt, die paar denen es noch einigermaßen geht, kriechen stillschweigend in Därme.
Die Politiker die wir fett füttern tun absolut nichts dafür die Verhältnisse zu verbessern, im Gegenteil, sie werfen unser Geld, wenn sie genug davon in ihre eigenen verfressenen Raffhälse geworfen haben, der EU, dem globalen Großkapital und den bekannten großen Kapital-Verbrennungs-Maschinen hinterher.

Hier im Land wird man, auch angesichts anderer gesllschaftlicher Entwicklungen die hier ot sind, in einer mehr oder weniger sehr nahen Zukunft nur noch sagen müssen: Der Letzte macht das Licht aus und achte auf die Hunde (damit sie ihn nicht beißen)!

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.

Elektronix(R)

03.02.2008,
21:20
(editiert von Elektronix
am 03.02.2008 um 21:22)


@ Jogi

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» Was ist denn ein Techniker heute?
» Der Hanswurst für irgendwelche bescheuerten Kaufleute, statt Entwicklung
» und Hirnschmalz einsetzen darf er für den Wasserkopf dreimal jährlich
» Widerstände zählen (Inventur) und Kosten wegrationalisieren.
» Oder der Sorgenonkel an der Telefon-Hotline für DAU´s mit dem Riesenwissen
» aber mit dem Ansehen eines Callcenter-Prostituierten.
» Oder der Kistenschlepper, der Möbel mit und ohne Technik drin in der
» Gegend herumträgt anstatt mit dem Kopf hinten drin im technischen Herz zu
» stecken.
» Oder der "Maschinen am Laufen Halter", der wenn alle Maschinen laufen noch
» nebenbei Nägel aus Draht abschneiden oder Muffen drehen darf und
» zusätzlich im Gehen mit am Hintern festgemachtem Besen gleich noch die
» Halle fegt.

Du übertreibst schon reichlich, Jogi! Techniker sind deswegen gefragt, weil ihr Wissen gefragt ist. Deswegen wurden erst vor wenigen Jahren die "Kommunikationselektroniker"- Berufe geschaffen. Für das, was Du da so süffisant umschreibst, braucht die Industrie keine Techniker, und dann wären techniksche Fachkräfte auch nicht Mangelware.
Das Probelm ist, das viele Techniker ihren Beruf falsch verstehen. Sie stehen z. B. bei Vobis oder Conrad hinter der Verkaufstheke, und ihr Hauptziel ist, zu verkaufen- egal was und an wen. Da wird der Fachverstand auch schon mal für ein paar Jahre abgeschaltet- und wenn er dann gebraucht wird, ist kaum etwas davon übrig (Conrad ist dafür berüchtigt).
Aber es gibt einen Haufen Techniker in den Service-Centern (z. B. von Sony oder Phillips oder wo auch immer), wo sie immer noch Transistoren aus SMD-Platinen auswechseln. Davon sieht Otto-Normaluser natürlich nix. Er wundert sich nur, daß er seinen Walkman heile wiederbekommt.

Es ist nicht Aufgabe der Politik, den Arbeitskräftemangel der Industrie zu beheben. Den hat die Industrie selbst verursacht, also soll sie sich selbst darum kümmern!

--
Und die Grundgebihr is aa scho drin. DOS is jo nett..

Benno

04.02.2008,
10:56

@ Jogi

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» Die Rechnung machen von der Materie völlig unbeleckte Kaufleute auf und
» die rechnen
» Kostenminimierung : Gehalt

Interessntes Beispiel hierfür ist die Schulpolitik in NRW.

Wohl wissend, dass Elektotechnik-Lehrer fehlen und man diese fast nur aus Seiteneinsteigern (also Diplom-Ingenieren, die vorher in der Industrie gearbeitet haben) rekrutieren kann, hat man den Seiteneinstieg finanziell so uninteressant gemacht, dass kaum jemand mehr Elektrotechnik-Lehrer werden will.

Man nennt die, die es trotzdem machen an manchen Schulen schon HARTZ-IV-Lehrer.:-(

Jogi(R)

Da,
04.02.2008,
11:02

@ Elektronix

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» Du übertreibst schon reichlich, Jogi! Techniker sind deswegen gefragt,
» weil ihr Wissen gefragt ist. Deswegen wurden erst vor wenigen Jahren die
» "Kommunikationselektroniker"- Berufe geschaffen. Für das, was Du da so
» süffisant umschreibst, braucht die Industrie keine Techniker, und dann
» wären techniksche Fachkräfte auch nicht Mangelware.

Das Wissen gefragt ist steht außer Debatte, aber das Wissen soll von anderen in die Köpfe gesteckt worden sein und es soll unterpreisig verfügbar sein.
Stichwort: der Zwanzigjährige Neuzugang mit einer Lohnforderung unterhalb der der Klofrau und 30 Jahren Berufserfahrung, das alles ohne Weihnachtsgeld, ohne Urlaubsgeld und jederzeit Tag und Nacht zur Tat bereit.

Betriebsinterne Ausbildung und Firmenbindung wie es früher die Regel war, Fehlanzeige. Wir hatten damals bei Siemens noch eigene riesengroße betriebsinterne Ausbildungszentren. Es wurde von der firma für die Firma ausgebildet, die Leute wurden am Ende übernommen, hatten Anschlußverträge fertig in der Tasche, mit guter Bezahlung, mit guten Sozialleistungen.

Sowas kennt man heute garnicht mehr, Hire & Fire, nicht ausbilden wollen aber gut ausgebildete Leute haben wollen, teils lächerliche Bezahlung usw.

» Das Probelm ist, das viele Techniker ihren Beruf falsch verstehen. Sie
» stehen z. B. bei Vobis oder Conrad hinter der Verkaufstheke, und ihr
» Hauptziel ist, zu verkaufen- egal was und an wen. Da wird der Fachverstand
» auch schon mal für ein paar Jahre abgeschaltet- und wenn er dann gebraucht
» wird, ist kaum etwas davon übrig (Conrad ist dafür berüchtigt).

Das mag ich nicht in Abrede stellen, jeder kennt sie wohl aus leidvoller Eigenerfahrung die Thekenmannschaften bei Hinz und bei Kunz.

» Aber es gibt einen Haufen Techniker in den Service-Centern (z. B. von Sony
» oder Phillips oder wo auch immer), wo sie immer noch Transistoren aus
» SMD-Platinen auswechseln. Davon sieht Otto-Normaluser natürlich nix. Er
» wundert sich nur, daß er seinen Walkman heile wiederbekommt.

Ich weiß nicht wieviel du über Abläufe in Service-Centern weißt, und um diese dreht es sich ja dabei. Aber man sollte die Illusion aufgeben, daß da eine Elite hochstirniger, bebrillter Einser-Absolventen Kleinstteile auf SMD-Leiterplatten auslöten.
Ich habe nicht nur in solchen Centern am Lötplatz gearbeitet (gejobt), sondern bei einigen der Größeren in D sowie bei den Europa-Zentralen einige dieser Abteilungen aufgebaut, geleitet und die ISO90ff eingepumpt. Ich kann dir nur sagen, daß dort kein Mensch an minder werthaltigen Leiterplatten herumlötet, die werden komplett getauscht und die defekten geshreddert. Fehlererkennung geschieht im Fließbandtakt, eine ZE (10min) Maximalzeit und das auch nur bei wertigen Teilen (Notebooks, TV-Monitor-Mainboards usw.). Wer danach den Fehler nicht hat, tritt im Büro des ATL an und macht er das eine Woche lang so, dann geht morgens die Tür nicht mehr für ihn auf (Magnetkarte gesperrt).
Die Bezahlung liegt in etwa auf dem Niveau eines mittelmäßigen Industriearbeiters. Wenn man Betriebe mit eigener Prod ansieht, so hat der Schrauber in der Prod. der die Teile zusammenkloppt mit seinen Zulagen sogar deutlich mehr als der nebenan im Service-Center, der nach genauer Anleitung, ohne jeglichen Ermessensraum Serien- und Standardfehler nach Bilschirmvorlage-Bildchen abstellt oder wenn es so nicht geht, das Teil in die Schrottkiste legt.

» Es ist nicht Aufgabe der Politik, den Arbeitskräftemangel der Industrie zu
» beheben. Den hat die Industrie selbst verursacht, also soll sie sich selbst
» darum kümmern!

Das sollte man auch nicht so verstanden haben. Es ist Aufgabe der Politik, die Mittel, die Möglichkeiten und die Chancen für den Einzelnen verfügbar zu stellen, sich eine möglichst gute Grundvoraussetzung und Einsteigerbildung für eine dann in der Industrie durchzuführende Ausbildung, zu erringen.
Ebenso ist es Sache der Politik lenkende, flankierende Maßnahmen durch die eingesetzen Staats-Mittel und Subventionen zu einzuleiten. Heute wird den Unternehmen das Steuergeld in den Hintern gepustet und nichtmal ein ordentliches Subventionsmanagement durchgeführt (siehe Schartau und Nokia).

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.

Jogi(R)

Da,
04.02.2008,
11:12

@ Benno

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» » Die Rechnung machen von der Materie völlig unbeleckte Kaufleute auf und
» » die rechnen
» » Kostenminimierung : Gehalt
»
» Interessntes Beispiel hierfür ist die Schulpolitik in NRW.
»
» Wohl wissend, dass Elektotechnik-Lehrer fehlen und man diese fast nur aus
» Seiteneinsteigern (also Diplom-Ingenieren, die vorher in der Industrie
» gearbeitet haben) rekrutieren kann, hat man den Seiteneinstieg finanziell
» so uninteressant gemacht, dass kaum jemand mehr Elektrotechnik-Lehrer
» werden will.
»
» Man nennt die, die es trotzdem machen an manchen Schulen schon
» HARTZ-IV-Lehrer.:-(

Persönlich könnte ich davon auch eine ganze Arie singen, Computer mit Magnetkernspeichern, Lochstreifenlesern, einem einzigen noch dazu in Privatinitiative beschafften 9"-Diskettenlaufwerk für eine ganze Universität und Fernschreiber-Ausgabegeräten (aber bitte sparsam mit dme Papier umgehen), Bandgeneratoren und Dreheisen-Schätzeisen von 1906... Gut ich lasse es, weil meine diesbezüglichen Erfahrungen mindestens 30 Jahre zurückliegen. Aber hat sich was gebessert? Ich denke es hat sich verschlechtert.

Ich denke, wenn man die Schulpolitik in NRW betrachtet, die Irrungen und Wirrungen um Gesamtschulen, die Ausstattung der Schulen mit Lehrmitteln und Fachlehrern, zuguterletzt Eintrittszahlungen für der Allgemeinheit zugute kommendem (Hoch)Schulbesuch (Studiengebühr) dann kann man dazu nur mit Theo Lingen sagen: Traurig Traurig Traurig!

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.

Benno

04.02.2008,
12:15

@ Benno

Elektroniker Für geräte und systeme Beruf ohne Zukunft?

» » » Gut ausgebildete (Elektro-)Fachkräfte sind hingegen in Deutschland
» » » Mangelware.
» »
» » Was ist denn ein Techniker heute?
» » Der Hanswurst für irgendwelche bescheuerten Kaufleute,
»
» Entweder die Aussage "Techniker werden gebraucht" stimmt nicht oder der
» Markt funktioniert nicht.
»
» Sonst würden sich die knappen Techniker die attraktivsten Jobs auswählen,
» bzw. die Firmen wären gezwungen, die Technikerjobs attraktiver zu machen.

:lookaround:
Puuh, wieso widerspricht hier keiner.:confused:
Ist es tatsächlich so, dass Elektrotechnik nur ab FH-Ingenieur aufwärts interessant ist :lookaround: