Paule2

DD, 03.11.2009, 11:42 |
Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil (Schaltungstechnik) |
Hallo, liebe Kommpendium-Mitstreiter.
Bei der Suche nach einem umbaufähigen Ersatznetzteil fiel mir eines von Philips aus meiner Ramschkiste in die Hände.
Die Analyse der bestehenden Stabilisatorschaltung seht Ihr im Anhang.
Meine Frage nun ist, welchem Zweck dient der Widerstand am IC7806, Pin 2? In allen gängigen Schaltungen, die ich kenne und benutze, selbst in allen mir bekanngten Datenblättern, ist PIN 2 gründsätzlich mit GND verbunden.
Hat jemand von Euch eine Erklärung. Mir geht es rein ums Verständnis, da diese Schaltung eh rausfliegt und durch eine andere ersetzt wird - ist also nicht wirklich dringend.
Allen noch einen schönen Tag
Liebe Grüße aus Dresden.
Frank

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Thomas Z
03.11.2009, 11:44
@ Paule2
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
Ausgangsspannung höher als 6V |
Thomas Z
03.11.2009, 11:46
@ Thomas Z
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
» Ausgangsspannung höher als 6V
upps 5 Volt
und die Kondensatoren sind so richtig gezeichnet?
Bei Netzaufall und ohne Last ist die Ausgangsspannung dann höher als die Eingangsspannung - nix gut |
Paule2
03.11.2009, 12:18
@ Thomas Z
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
Ja, richtig gezeichnet. Die fehlende Freilaufdiode ist mir auch schon aufgefallen! Es wird gespart auf Teufel-komm-raus. Auch bei Markenprodukten...
» » Ausgangsspannung höher als 6V
»
» upps 5 Volt
» und die Kondensatoren sind so richtig gezeichnet?
» Bei Netzaufall und ohne Last ist die Ausgangsspannung dann höher als die
» Eingangsspannung - nix gut |
olit

Berlin, 03.11.2009, 12:40 (editiert von olit am 03.11.2009 um 13:07)
@ Paule2
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
Hallo Paule2
Heir handelt es sich offensichtlich um ein 6V Netzteil. Ein gewöhnlicher Festspannungsregler benötigt einen Spannungsfall vom Eingang zum Ausgang von größer gleich 3V. Diese Spannung nennt man Dropoutspannung.
Bei einem Netzteil welches angenommen 1A liefern soll wäre das eine Verlustleistung von >3V x 1A = >3W.
In deiner Vorgestellten Schaltung, wird der 7806 mit einer separaten Spannung betrieben und muss nur den Basisstrom des Längsregeltransistors liefern. Hat der zum Beispiel eine Stromverstärkung von 30, dann braucht der Regler nur 33mA speisen.
(21V -6V -0,6V) x 33mA = kleiner 0,5W.
Der Längsreglertransistor kommt mit einer Dropoutspannung von kleiner 100mV aus. Bei einem Laststrom von einem A wird die Spannung am Ladeelko, auf einen Wert kleiner als 7,5V sinken. Nehmen wir an, auf 6,5V. dann muss der Längsregler nur 0,5V x 1A = 0,5W verbraten.
Nun zu deiner Frage:
Der Spannungsregler hat auch einen geringen Eigenverbrauch. Also, ein Strom, der vom Eingang nach Masse fließt.
Die Ausgangsspannung des Netzteils soll 6V betragen. Die Basis-Emitter Spannung des Längsregeltransistors hat rund 0,7V der Regelschaltkreis hat eine Ausgangsspannung von 6
Der Einstellregler in der Masseleitung des Regelschaltkreises wird nun so eingestellt, das 0,7V an ihm abfallen. Und alles ist Paletti.
Es gibt Universelle Spannungsregler, die eine Ausgangsspannung von 1,25 V haben. Zum Beispiel der LM317. Eine Beliebige Ausgangspannung wird bei denen mit einem Spannungsteiler eingestellt. Der wird vom Ausgang gegen Masse geschaltet und der Masseanschluss des LM317 wird an den Knotenpunkt des Spannungsteilers geschaltet.
Deine Annahme das die Masse solcher Regler immer direkt auf Masse geschaltet werden muss, ist nicht ganz zutreffend.
Gruß olit
Hier alles Weitere.
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/ureg3pin.htm |
Paule2
03.11.2009, 12:51
@ olit
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
Hi Olit.
Danke für die ausführliche Erklärung. Die Berechnungen sind mir alle klar. ABER der Spannungsabfall von 0,7V über dem Längsregler ist bei mir irrtümlicherweise vollkommen unter den Tisch gefallen. Du hast Recht, um wirklich ausgangsseitig auf 6V zu kommen, muß dieser ja noch ausgeglichen werden.
P.S. Es ist wirklich ein 78L06A eingesetzt. Sorry für die Verwirrung zum Betreff mit dem 7805, aber das ist der, den ich am häufigsten benutze ... war gerade so in Gedanken... 
LG Frank
» Hallo Paule2
»
» Heir handelt es sich offensichtlich um ein 6V Netzteil. Ein gewöhnlicher
» Festspannungsregler benötigt einen Spannungsfall vom Eingang zum Ausgang
» von größer gleich 3V. Diese Spannung nennt man Dropoutspannung.
» Bei einem Netzteil welches angenommen 1A liefern soll wäre das eine
» Verlustleistung von >3V x 1A = >3W.
» In deiner Vorgestellten Schaltung, wird der 7806 mit einer separaten
» Spannung betrieben und muss nur den Basisstrom des Längsregeltransistors
» liefern. Hat der zum Beispiel eine Stromverstärkung von 30, dann braucht
» der Regler nur 33mA speisen.
» (21V -6V -0,6V) x 33mA = kleiner 0,5W.
» Der Längsreglertransistor kommt mit einer Dropoutspannung von kleiner
» 100mV aus. Bei einem Laststrom von einem A wird die Spannung am Ladeelko,
» auf einen Wert kleiner als 7,5V sinken. Nehmen wir an, auf 6,5V. dann muss
» der Längsregler nur 0,5V x 1A = 0,5W verbraten.
»
» Nun zu deiner Frage:
» Der Spannungsregler hat auch einen geringen Eigenverbrauch. Also, ein
» Strom, der vom Eingang nach Masse fließt.
» Die Ausgangsspannung des Netzteils soll 6V betragen. Die Basis-Emitter
» Spannung des Längsregeltransistors hat rund 0,7V der Regelschaltkreis hat
» eine Ausgangsspannung von 6
» Der Einstellregler in der Masseleitung des Regelschaltkreises wird nun so
» eingestellt, das 0,7V an ihm abfallen. Und alles ist Paletti.
»
» Es gibt Universelle Spannungsregler, die eine Ausgangsspannung von 1,25 V
» haben. Zum Beispiel der LM317. Eine Beliebige Ausgangspannung wird bei
» denen mit einem Spannungsteiler eingestellt. Der wird vom Ausgang gegen
» Masse geschaltet und der Masseanschluss des LM317 wird an den Knotenpunkt
» des Spannungsteilers geschaltet.
»
» Deine Annahme das die Masse solcher Regler immer direkt auf masse
» geschaltet werden muss ist nicht ganz zutreffend.
»
» Gruß olit
» Hier alles Weitere.
» http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/ureg3pin.htm |
hws

59425 Unna, 03.11.2009, 13:05
@ Paule2
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
» » » Ausgangsspannung höher als 6V
hätte ich jetzt auch vermutet, dass damit die Ausgangsspannung höher als 6V eingestellt wird, aber:..
» » upps 5 Volt
wirklich 5V Ausgangsspannung?
lt Aufschrift und gemessen?
Und am oberen 100µF liegt wirklich 21V, auch bei etwas Last am Ausgang? (20mA LED mit Vorwiderstand z.B.) Und kein Zeichenfehler in der Schaltung?
Wenn man sich die Sonderangebote bei Pollin anschaut, lohnt sich der Selbstbau nicht mehr und man kann seine Grabbelkiste gleich entsorgen.
hws |
olit

Berlin, 03.11.2009, 13:34
@ hws
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
»
» Und am oberen 100µF liegt wirklich 21V, auch bei etwas Last am Ausgang?
» (20mA LED mit Vorwiderstand z.B.) Und kein Zeichenfehler in der
» Schaltung?
»
» Wenn man sich die Sonderangebote bei Pollin anschaut, lohnt sich der
» Selbstbau nicht mehr und man kann seine Grabbelkiste gleich entsorgen.
»
Mit der Hohen Eingangsspannung am Ladeelko des 7806, kann ich mir gut vorstellen, dass auf eine Rücklauf-Diode verzichtet werden kann.
Mich stört an dieser Schaltung, dass keine Maßnahme für den Mindeststrom des Reglers getroffen ist. Also, es fehlt ein 820 Ohm Widerstand vom Ausgang des 7806 gegen Masse.
olit |
olit

Berlin, 03.11.2009, 13:59 (editiert von olit am 03.11.2009 um 14:00)
@ olit
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78L06 in einem "Marken"-Netzteil |
» Mich stört an dieser Schaltung, dass keine Maßnahme für den Mindeststrom
» des Reglers getroffen ist. Also, es fehlt ein 820 Ohm Widerstand vom
» Ausgang des 7806 gegen Masse.
»
Entschuldigung.
Da es sich um einen 78L06 Handelt, soll der 2,7 kOhm Widerstand am Emitter des Längsreglers ausreichen.
olit |
Paule2
03.11.2009, 14:54
@ hws
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
Hallo hws.
» » » » Ausgangsspannung höher als 6V
» hätte ich jetzt auch vermutet, dass damit die Ausgangsspannung höher als
» 6V eingestellt wird, aber:..
»
» » » upps 5 Volt
»
» wirklich 5V Ausgangsspannung?
» lt Aufschrift und gemessen?
Ja, laut Aufschrift und gemessen: 6V. Hatte mich beim Betreff vertan und aus Versehen den 7805 benannnt (der auch reinkommen soll) - eingebaut ist der 78L06A .
»
» Und am oberen 100µF liegt wirklich 21V, auch bei etwas Last am Ausgang?
» (20mA LED mit Vorwiderstand z.B.) Und kein Zeichenfehler in der
» Schaltung?
Ja, vollkommen lastlos gemessen.
Nein, kein Fehler. Schaltung habe ich von der Platine abgenommen 
»
» Wenn man sich die Sonderangebote bei Pollin anschaut, lohnt sich der
» Selbstbau nicht mehr und man kann seine Grabbelkiste gleich entsorgen.
Manchmal ist so eine Ramschkiste ganz nützlich 
Vor allem, wenn man seinem Enkel was basteln kann... und er mir dabei über die Schulter sieht.
LG aus Dresden, Frank.
»
» hws |
Gast
03.11.2009, 17:46
@ Paule2
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
Der Poti dient nur zum Einstellen der Ausgangsspannung des 78L06 und damit der Ausgangsspannung der gesamten Schaltung. |
Jogi
Da, 03.11.2009, 22:20
@ Paule2
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Beschaltung eines 7805 in einem "Marken"-Netzteil |
» Meine Frage nun ist, welchem Zweck dient der Widerstand am IC7806, Pin 2?
Der dient zum Hochlegen der Bezugsmasse des Chip.
Da der Längstransistor den Emitter um einen gewissen Betrag niedriger legt wie die Spannung an der Basis beträgt, muß der Betrag eben wieder irgendwo hereingeholt werden um auf den Sollwert am Ausgang zu kommen.
» In allen gängigen Schaltungen, die ich kenne und benutze, selbst in allen
» mir bekanngten Datenblättern, ist PIN 2 gründsätzlich mit GND verbunden.
Jooo, steht so im Buch, wird aber gelegentlich anders gemacht. Dioden sind ebenfalls üblich um die Bezugsmasse hochzulegen. -- Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem. |