Diese Antwort richtet sich nicht speziell an XY, sondern an alle die an diesem Thema, das mit Trafos und Netzteilen zu tun hat, interessiert sind.
» » Was passiert wen man bei einem Brückengleichrichter eine Diode
» » kurzschließt?
»
» Die hoffentlich vorhandene Sicherung löst aus.
Wenn die Primär-Sicherung auf den Trafo-Nennstrom ausgelegt ist, sollte sie dies auch tun.
Warum sollte? Vor allem wenn es ein Trafo der sehr niederen Leistungsklasse ist und deswegen einen relativ hohen Sekundärkreis-Innenwiderstand aufweist, könnte es vielleicht problematisch werden.
Ich reagiere hier aber aus eben ganz anderen Grund. Es ist selbstverständlich, dass die Primär-Sicherung eine träge und keine flinke sein darf, weil sie sonst beim Einschaltstrommstoss leicht kaputt geht.
Bei grösseren Trafos und erst recht bei Ringkerntrafos reicht die Traegheit einer trägen Sicherung oft nicht aus und sie geht beim Einschalten kaputt. Da kommt mal jemand leicht auf die Idee ganz einfach den Stromwert der trägen Sicherung zu erhöhen und man findet es dann super, wenn diese beim Einschalten nicht mehr rausfliegt.
Super ist diese Schnapps-Idee aber keineswegs, aber super ist es wenn eine supertäge Sicherung statt dessen zum Einsatz kommt.
Eine träge Sicherung mit zuviel Strom schützt den Trafo nicht mehr gegen Überlast und das ist dann z.B. der Fall, wenn in einem Brückengleichrichter nur eine Diode kaputt geht.
Zur Diode in einem diskreten Brückengleichrichter ist noch beizufügen, dass es sich auszahlt die Sperrspannung möglichst hoch zu wählen. Beispiel: Will man für einen 230VAC-Brückengleichrichter 1N400x-Dioden einsetzen, ist es nicht empfehlenswert solche mit einer Sperrspannung von 400V sondern gleich mit 1000V (1N4007) einzusetzen. Der Preisunterschied ist minimal, aber die Durchschlagssicherheit lohnenswert maximal!
Was ist denn die richtige Lösung, dass eine Primär-Sicherung, den Trafo sicher schützend, nicht mehr rausfliegt. Ganz einfach, man nimmt eine von der Klasse SUPERTRÄG. Oft sind solche Sicherungen z.B. so angeschrieben: 1.6A-TT (= 1.6 Ampere superträge).
Wenn das z.B. bei grösseren Ringkerntrafo auch nicht ausreicht, dann hilft nur eine Massnahme, die man in meinen beiden folgenen Elektronik-Minikursen nachlesen kann:
"Einschaltstrombegrenzung für Netzteile mit mittelgrossen Ringkerntrafos"
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/onilim.htm
"Einschaltstrombegrenzung für Netzteile mit mittelgrossen Ringkerntrafos, ohne Trafo-Sekundärspannung u.a. für medizinische Anwendung"
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/onilim2.htm
Noch zum Schluss: Wenn der Trafo mehr als eine Sekundärwicklung hat, muss zusätzlich jede Sekundärwicklung separat abgesichert sein! -- Gruss
Thomas
Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9 |