Raspberry Pi: Release-Wechsel von Raspbian durchführen

Raspbian ist eine auf Debian basierende Linux-Distribution für den Raspberry Pi. Genauso wie Debian friert Raspbian alle 2 bis 3 Jahre den Versionsstand (Release) aller im Repository (Software-Archiv) bereitgestellten Pakete (Programme, Bibliotheken, Treiber, usw.) ein. Änderungen finden dann nur noch im kleinen Rahmen statt. Beispielsweise bei Bugfixes oder Sicherheitsupdates. Parallel dazu veröffentlicht die Raspberry Pi Foundation kontinuierlich Verbesserungen Raspberry-Pi-spezifischer Software.

Die bisherigen Raspbian-Releases sind Wheezy und Jessie. Wenn jetzt ein neues Raspbian-Release erscheint, dann ist damit das vorhergehende Release mit der bereitgestellten Software veraltet. Um in den Genuss der neuen Software-Versionen zu kommen, muss man einen Release-Wechsel durchführen. Das ist ein Upgrade-Prozess, der je nach System über mehrere Stunden dauern kann.

Warum sollte man ein Release-Upgrade machen?

Wenn man nach der Einführung eines neuen Releases weiterhin in den Genuss neuer und aktueller Software kommen will, dann muss man auf das neue Release wechseln. Dieser Release-Wechsel ist vergleichbar, wenn Microsoft eine neue Windows-Version herausbringt. Hier hat man dann die Möglichkeit, auf die neue Version upzugraden. Das selbe kann man auch bei einem Release-Wechsel von Debian bzw. Raspbian machen.

Warum sollte man ein Release-Upgrade NICHT machen?

Grundsätzlich sollte man sich einen Release-Wechsel sehr gut überlegen. Ein Release-Wechsel führt in der Regel immer dazu, dass das eine oder andere nicht mehr funktioniert. Man wird zwangsläufig mit umfangreichen Änderungen konfrontiert, die dazu führen, dass einige Funktionen anders und nicht mehr wie gewohnt genutzt werden können. Manchmal sind die Änderungen so umfangreich, dass man die Bereitstellung der Funktionalität erst nach einer bestimmten Einarbeitungs- und Testphase wieder gewährleisten kann.

Der eine oder andere Nutzer eines Raspberry Pi wird jedoch gerne ein aktuelles System haben wollen. Doch das ist kein Grund einen Release-Wechsel durchzuführen. Bei einem Bildschirm-Arbeitsplatz mag das noch sinnvoll sein. Hier will man schließlich von Neuerungen profitieren und eventuelle Sicherheitslücken schnell geschlossen bekommen. Aber gilt das auch für ein mit viel Aufwand konfiguriertes und getestetes System?
Einen Raspberry Pi, den man für spezielle Aufgaben eingerichtet hat und der im Hintergrund läuft, ist kein Kandidat für ein Release-Upgrade. Ein Release-Upgrade nimmt in jedem Fall Änderungen an Konfigurationsdateien vor bzw. überschreibt sie. Die dabei anfallenden Änderungen können unter Umständen so umfangreich sein, dass man danach mit einer Neukonfiguration rechnen muss. Vorausgesetzt, die neuen Software-Versionen funktionieren wie gewünscht.

Im Laufe der Zeit wird man gezwungen sein, über einen Release-Wechsel nachzudenken. Insbesondere dann, wenn wieder ein neues Release ansteht. In der Regel ist es der bessere Weg einen Server mit einer neuen Betriebssystemversion neu aufsetzen, als ihn zu migrieren. Eine Neuinstallation und Neukonfiguration ist also zu bevorzugen, weil die Fehlersuche bei einem Release-Wechsel nicht zu vernachlässigen ist und nervtötend sein kann. Außerdem ist eine Neuinstallation eine hervorragende Gelegenheit alte Zöpfe abzuschneiden und Altlasten zu beseitigen.

Was jetzt? Release-Wechsel: Ja oder Nein?

Folgende Empfehlung kann man, ohne Garantie, als Richtschnur geben: Wurde bei der ursprünglichen Einrichtung und Konfiguration nicht zu sehr vom Standard abgewichen, dann wird ein Release-Wechsel in der Regel gut gehen. Anschließend hält sich auch der Aufwand bezüglich der Änderungenen an der bestehenden Konfiguration in Grenzen. Je individueller das System, desto aufwändiger die Korrekturen nach dem Release-Wechsel. Das heißt, dass man dann vom Release-Wechsel Abstand nehmen und eine Neuinstallation ins Auge fassen sollte.

Hinweis: Ein Release-Wechsel bedeutet bei manchen Paketen/Programmen/Bibliotheken einen großen Versions-Sprung. Ein großer Versions-Sprung kann problematisch sein. Manche Dinge sind abwärtskompatibel und funktionieren weiterhin. Andere Programme funktionieren hingegen nicht mehr oder nicht mehr wie gewohnt.

Release-Wechsel von Raspbian Wheezy nach Jessie

Hier geht es darum, wie man Raspbian "Wheezy" auf das Release "Jessie" aktualisiert.

Release-Wechsel von Raspbian Jessie nach Stretch

Hier geht es darum, wie man Raspbian "Jessie" auf das Release "Stretch" aktualisiert.

Welches Raspbian-Release habe ich?

Die Angaben zur installierten Linux-Distribution und zum Release befinden sich in der Datei "/etc/os-release".

cat /etc/os-release

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