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Oszilloskop-Masse mit PE-Leiter verbunden->Probleme dadurch (Elektronik)
Hallo,
bei vielen Ozilloskopen ist doch das Massekabel der Prüfspitze direkt mit dem PE-Leiter der Schutzkontaktsteckdose des Hausnetzes verbunden.
Ist das richtig?
Wenn ja, dann messe ich also immer eine Spannung bezogen auf auf die Erdmasse und es geht auch gar nicht anders, da dies intern so fest verbunden ist.
Will man wie beim normalen Digitalmultimeter DMM den Spannungsabfall an einem beliebigen Widerstand irgendwo in einer Schaltung messen geht das mit dem Oszi gar nicht.
Mit dem DMM kann man ja die Spannung parallel zum Widerstand messen, auch wenn auf beiden Seiten des Widerstandes zur Masse ein Potential besteht.
Würde man das Massekabel des Oszilloskops mit einem Potentialpunkt ungleich Null in einer Schaltung verbinden, so hätte man vielleicht nicht unbedingt einen Kurzschluß, weil man die Messschaltung über Trenntrafo betreibt oder Akku, aber es müssten doch Aussgleichsströme wegen eines Potentialunterschieds zwischen leitenden Körpern auftreten.
Also der Potentialpunkt in der Schaltung auf der einen Seite und dem Potential-Null des PE-Leiters auf der anderen Seite.
Ist dies noch richtig?
Ja, schade, weil ich es auch interessant fände,
den Spannungsverlauf irgendwo in einer Schaltung zu sehen, nicht nur im Bezug zur Masse.
Außerdem,
dieses Wissen scheint mir extrem wichtig und fundamental zu sein, dass es mich wundert, dass ich in mehreren Unterlagen zum Thema nichts gefunden habe. Oder verstehe ich da etwas nicht richtig?
Dieses müßte in jeder Erklärung zum Oszilloskop gleich zu Beginn geklärt werden.
Also, man muss man in einer Schaltung immer einen Punkt finden, der Nullpotential hat. Dorthin muss das Massekabel gelegt werden.
Dies ruft aber gleich wieder neue Fragen auf:
1) Wie ist das bei einer Batterie oder Akku?
Schließlich steht dort immer Minus- und Pluspol. Ist der Minuspol so etwas wie ein negativ geladener Pol mit ein wenig Überschuss an negativer Ladung. Solange ich nur das Massekabel an den Minuspol lege müssten vielleicht geringe Ausgleichsströme fließen?
2)Na gut, bei der Batterie ist das noch nicht so entscheident. Aber was, wenn
ich direkt an den Enden eines Trafos die Wechselspannung messen möchte?
Da gibt doch gar kein Nullpotential bzw. keine Masse.
Wenn man nun das Massekabel des Oszilloskops, also eigentlich den PE-Leiter der Netzzuführung (Schukostecker),
an ein Pin der Sekundärseite legt, so müssten doch sofort Aussgleichsströme mit der Erdmasse beginnen, auch wenn kein geschlossener Stromkreis zum Netz besteht.
Und wie gesagt, es besteht immer ein Potential von der Oszilloskopmasse (PE-Leiter) zum Trafo.
3)
Der Begriff Masse ist ungenau.
Häufig wird er als bestimmter Bezugspunkt definiert, zu dem alle weiteren Spannungen angegeben sind. Dies heißt aber nicht, dass dieser Punkt auch Potential-Null haben muss.
Genau dies ist aber beim Oszilloskop der Fall, nämlich Potential-Null des Massekabels. Und zwar immer.
Wäre schön, wenn ihr zu meinen Äußerungen ein paar fundierte Antworten zur Aufklärung geben könntet.
Insbesondere zu Punkt 2).
Anmerkungen:
a) Die Erde und damit den PE-Leiter im Haus nehme ich der Einfachheit halber als Potential-Null an.
b) Es gibt auch Oszilloskope, die nicht mit dem PE-Leiter verbunden sind, die sind hier nicht gemeint.
Gruß und Danke
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