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IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem (Elektronik)

verfasst von Jogi(R), Da, 21.07.2008, 11:48 Uhr

Ist lange her, daß ich mit sowas gespielt hab. Aber gut, ein bisschen was ist noch haften geblieben.

Allgemein sind diese Bilateral-Analog-Schalter gut bis in den Videobereich hinein brauchbar. Richtungsabhängigkeit kann ich nicht nachvollziehen, schon von der inneren Schaltung her nicht. Sowas ist mir zumindest auch nie aufgefallen,ich hab nie eine Vorzugsrichtung geschaltet.
Aber ein paar andere Besonderheiten sollte man im Auge behalten.

- Die Typen unterscheiden sich deutlich. Ein HCT4066 ist "besser" als ein 4066, dieser wieder ist besser als ein 4016. deutlich besser als diese alle zusammen sind die Vergleichstypen von AD (hab die Typnummern natürlich nicht im Kopf).
Man muß es im Vorfeld abklären welche Parameter man bevorzugt und welche man vernachlässigt, da sie sich wie in der E-Technik üblich immerzu widersprechen.

- Die Schalter sind antiparallele MOSFET´s und genauso verhalten sie sich auch, das zu vergegenwärtigen hilft bei der Entwicklung schon mehr als die immerzu gezeichneten Schalterkästchen.

- Die Schalter haben einen endlichen R-DS-On und R-DS-Off, genau das muß man bei der Beschaltung berücksichtigen. Man muß sie also niederohmig anfahen und hochohmig abschließen, damit sich das Übersprechen in Grenzen hält.

- 70dB sind mit den besten Typen von AD im Signalweg duchaus drin, für Video reicht das, für normale Audioschaltunen auch. Für High-End-Audio ist es viiiele zu wenig.

- Verbesserung tritt ein, wenn man zwei "Schalter" in Serie schaltet und dazwischen einen nach Masse legt, der natürlich invertiert schalten muß.

- Man muß in Spannungsanpassung auf jeden Fall hochohmig abschließen und niederohmig anfahren, schon dem bestmöglichen Übersprechen zuliebe, aber auch wegen möglichst geringer nichtlinearer Verzerrungen. Außerdem muß der Schalter gleichspannungs- und offsetfrei bleiben. Eigentlich alles logische Dinge, die man aber gerne vergißt. Man hat es so selber in der Hand, ob man mit 1...10% k3 arbeiten muß oder 0,01% (bei AD noch viel weniger) erreicht.

- Verbesserung aller Schaltparameter tritt wenn man logisch drüber nachdenkt auch ein, und das war oft meine bevorzugte Methode, wenn man in Stromanpassung arbeitet, also wenn man die Schalter die ja eh Audio-Eingänge umschalten sollen, an eine Sammelschiene in 0-Ohm-Technik legt. Dann könnte man (grau ist alle Theorie) sogar den ganzen Verhau aus Schaltern und Eingängen meterlang unabgeschirmt durch´s Zimmer verlegen.

- Die Schalter sollen auf definiertem Potential liegen, also den Eingang (hier ist immer von _jedem_ Eingang die Rede) abtrennen (Koppel-C) und auf Masse ziehen, wenn man normal symmetrsich arbeitet. Muß man unsymmetrisch arbeiten, legt man den Schalter (jeden Schalter) auf halbe Ub. Den Klimbim bis auf den Koppel-C kann man sich natürlich (da kommt man schnell drauf) in Stromanpassung sparen, die Sammelschiene übernimmt dann den richtige DC-Bias.

- Die Schaltspannung muß sauber sein, also gut gesiebt. Sie sollte als Rampe hochfahren um Knackser zu vermeiden. Alternativ muß man im Signal-Nulldurchgang schalten, bei einem Audiosignal nicht ganz einfach. Das sind übrigens Extreme, normalerweise wird man den Knackser schon kaum hören, wenn man mittels Rampe ansteuert.

- Bedenken, daß der Schalter niemals 0 Ohm erreicht, die Besten kommen bei 30...0,3 Ohm R-DS-on raus, schlechtere (4016) bei 150...300 Ohm. Das ist wichtig, wenn man zeitkonstante Netzwerke schalten will (RIAA-Entzerrer, Tonband-Wiedergabe-Entzerrer, Tonfilter-Netzwerke, Kompander-Systeme usw.)

Wie man sieht, kann man mit ein bisschen Überlegung und ein bisschen Materialeinsatz an richtiger Stelle schon sehr gut mit diesen Schalterlingen arbeiten.

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Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.



Gesamter Thread:

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem - Frank W aus DD, 21.07.2008, 09:40 (Elektronik)
IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem - Jogi(R), 21.07.2008, 11:48
IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem - Frank W aus DD, 21.07.2008, 12:06