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Röhrenverstärker (Elektronik)
» Hallo,
» irgendwie habe ich Lust bekommen, mal etwas nostalgisches mit Röhren zu
» basteln. Dabei bin ich auf diesen Amp hier gestoßen:
» http://elektronik-bastelbude.de/joh/pcl81.htm
»
» Die verwendete Röhre PCL81 hat 12V Heizspannung, die 2 nötigen lassen sich
» also am 24V-Trafo in Reihe betreiben. Nun ist das Schaltbild nur für einen
» Kanal und die Heizung fehlt. Ich habe mal aufgezeichnet, wie der komplette
» Amp für mich aussehen müsste. Stimmt das so?
»
» http://tinyurl.com/46w864
»
» Viele Grüße,
» Martin
Du solltest neben den Anmerkungen der anderen Techniker zwei...drei grundsätzliche Dinge nicht aus dem Auge verlieren.
Das Teil heißt nicht umsonst Brüllwürfel.
Ich erkenne die Bastelfreude des Entwicklers an, er schreibt ja auch von einem geringen Anspruch an Lautheit und Klangqualität. Was am Ende rauskommen wird wird nicht jedem Anspruch gerecht werden. Es wird mehr "brüllen" als hifi-gerecht spielen.
Natürlich arbeitet die Röhre auch bei 60V noch so einigermaßen. Aber es ist keine dafür konstruierte "Batterie-"Röhre, sie hat dann nur noch eine bescheidene Steilheit und die Kennlinie wandert mehr in den nichtlinearen Bereich. Und da die Endröhre eine Pentode ist, werden es auch nicht hauptsächlich die "schönen k2-Verzerrungen" sein, sondern "hässliches Sand-Gekratze" sprich k3.
Der Ausgangsübertrager ist schlicht Mist. Ein Netztrafo ist ein Notbehelf, der irgendwie läuft, aber nicht gut klingt. Es mag als Geräauschmacher hinter einem Audion (Volksempfänger) reichen und für das Geschepper, das aus einem PC herausdröhnt. Will man das besser haben, muß man Trafos nehmen, die deutlich überdimmensioniert sind und nicht in die magn. Sättigung fahren, sprich es müßte mindestens ein Bolide mit E42-Kern oder mehr oder gar ein Ringkern sein. Rechne mal aus was das kostet, dafür kriegst du bei Jan Wuesten einen feinen kleinen Radio-Ausgangs-Übertrager oder bei Conrad einen 100V-Übertrager.
Und nebenbei, auch der dickste Netztrafo ist nicht so gewickelt, wie es erforderlich wäre. Es wird keine Bässe geben, dafür eine große Resonanzstelle irgendwo im Audiobereich, es wird einen Höhenabfall ab ~8kHz geben, dafür noch eine Resonanz am oberen Ende. Mit einer brammig dicken Gegenkopplung linearisieren kannst du auch nicht, bei so geringer Spannung ist die Verstärkung dafür nicht ausreichend.
Geh zum Wertstoffhof, errette ein Radio mit einer EL84, ECL86 o.ä. Leistungsröhre, oder kauf bei Jan Wuesten einen Trafo, bau die Eintakt-Endstufe eines Grundig-Tonbandkoffers oder einer Philetta ab, Schaltunterlagen gibt es wie Sand am Meer im Internet, und du wirst ein blaues kleines Klangwunder (an einem Lautsprecher guten Wirkungsgrads) erleben.
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Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.
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