Forum
Leitungstheorie (Schaltungstechnik)
Hallo,
» nachvollziehbar. Aber wenn ich selber aus konzentrischen Elementen L,C und
» R (von der Leitungstheorie) ein Koax-Kabel modelliere, funktioniert meinen
» Model nicht als erwartet.
» Z.B ein Rechtecksignal am Eingang des Modells zeigt am Ausgang zwar auch
» ein Rechtecksignal, aber mit starken Überschwingungen am Anfang und am
» Ende des Pulses.
Das deutet darauf hin, dass das Modell korrekt ist.
» Was wann der Grund dieser Überschwingungen sein?
Das passiert genau dann, wenn Oberwellen höherer Ordnung nicht übertragen werden -> LC-Tiefpass.
» Warum funktionieren die Kabelmodelle von Simulationsprogrammen ohne diese
» Überschwingungen?
» Habe ich vielleicht was in meine Kabelmodelle vergessen?
Ja, das Kabelmodell ist quasi der Grenzwert für dL -> 0 und dC -> 0. Wenn du Werte > 0 einsetzt, bekommst du einen LC-Tiefpass sehr hoher Ordnung ( =Anzahl der Elemente), der dir alle Frequenzen oberhalb der Grenzfrequenz radikal abschneidet. Wie sich das auf die Rechteckschwingung auswirkt, kannst du schön sehen, wenn du einen Rechteck schrittweise aus Grund- und seinen Oberschwingungen aufbaust, angefangen mit den niedrigsten Frequenzen. Mit zunehmender Oberwellenzahl nähert sich das Signal einem Rechteck an.... und an den Flanken bilden sich die von dir beobachteten Überschwinger. Die verschwinden theoretisch erst, wenn du unendlich viele Oberwellen aufaddierst hast.
Praktisch verschwinden sie schon lange vorher, weil die Oberwellen real nicht so scharf abgeschnitten werden.
Jörg
Gesamter Thread:
