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Quarzschaltung (Schaltungstechnik)

verfasst von J.R.(R) E-Mail, 02.01.2008, 10:51 Uhr

» » R0 hat primär die Aufgabe, eine zusätzliche Phasenverschiebung
» einzufügen.
» » Bei niedrigen (Quarz)Frequenzen hat der Inverter eine zu geringe
» » laufzeitbedingte Phasenverschiebung und der Oszillator würde garnicht
» erst
» » anschwingen. Ideal sind um die 270°. Zur Schwingbedingung gehört eine
» » Gesamtphasenverschiebung von 360°. Der Inverter macht 180° plus
» Laufzeit
» » plus ca. 90° vom Quarz in Resonanz.
»
» Lt. u.a. Motorola-Handbuch macht der Quarz bei seiner Resonanzfrequenz
» eine Phasenverschiebung von 0°.

Genau das ist der Grund, warum der Quarz eben nicht genau auf seiner (Eigen)Resonanzfrequenz schwingt, sondern soweit daneben, das sich insgesamt eine Phasenverschiebung von 360° ergibt. Mit Resonanz meinte ich natürlich nicht die Eigenresonanzfrequenz des Quarzes, sondern die Resonanzfrequenz der Gesamtschaltung

» » Bei höheren Frequenzen im MHz-Bereich reicht die Laufzeit des Inverters
» » u.U. aus (je nach Bauart), um die 360° auch ohne R0 zu erreichen.
»
» Das würde dann bedeuten, dass die Laufzeit des Inverters plus R0 (zusammen
» mit seiner kapazitiven Belastung)
» die zusätzlichen 180° Phasenverschiebung aufbringen müssen.

Da der Quarz in der Nähe seiner Eigenresonanz mehr als 90° beitragen kann, reichen weniger als 90° in der Zusatzbeschaltung. Wie sollte denn die Schwingbedingung sonst erfüllt werden ?

» » Mit Low-Power hat R0 nur insofern zu tun, als man für Low-Power sehr
» » niedrige Quarzfrequenzen benötigt und diese Oszillatoren nur mit
» » zusätzlicher Phasendrehung mittels R0 schwingfähig sind.
»
» Sicher richtig. Allerdings wird dadurch auch die am Quarz messbare
» Schwingungsamplitude und damit seine Verlustleistung herabgesetzt, was man
» auch in der Simulation sehr schön sehen kann. Auch die Quarz-Hersteller
» empfehlen das Einfügen eines Vorwiderstands zwecks Verringerung der an ihm
» abfallenden Verlustleistung, und zwar insbesondere bei HF-Quarzen in
» Ultra-Miniatur-Ausführung, weil diese eben nur wenige Milliwatt
» vertragen.

Das mag ja sein, fakt ist aber, dass niederfrequentere Quarze, egal ob groß oder klein, ohne das RC-Glied einfach nicht mehr zuverlässig oder garnicht anschwingen. Die Amplitudenabschwächung ist dann eher ein positiver Nebeneffekt für empfindliche Quarze.

Jörg



Gesamter Thread:

Quarzschaltung - Robert W, 29.12.2007, 01:14 (Schaltungstechnik)
Quarzschaltung - erikl(R), 29.12.2007, 02:03
Quarzschaltung - Robert W, 29.12.2007, 03:01
Quarzschaltung - hws(R), 29.12.2007, 11:16
Quarzschaltung - erikl(R), 29.12.2007, 14:49
Quarzschaltung - Robert W, 29.12.2007, 16:49
Quarzschaltung - erikl(R), 29.12.2007, 18:28
Quarzschaltung - J.R.(R), 31.12.2007, 19:30
Quarzschaltung - erikl(R), 01.01.2008, 20:19
Quarzschaltung - J.R.(R), 02.01.2008, 10:51
Quarzschaltung - erikl(R), 02.01.2008, 15:20
Quarzschaltung - J.R.(R), 02.01.2008, 16:47
Quarzschaltung - x y, 02.01.2008, 17:13